Gott und Götze in der Literatur der Moderne
1999, 294 S., Fbr., EUR 54.00 / CHF 71.90
ISBN: 978-3-7705-3439-5

Summary

"Zumindest für Götter trifft nicht zu, daß sie, einmal tot, pflegeleichter würden. Solange der Mensch sich mit ihnen rumzuschlagen hat, neigt er zu ihrer Entmythologisierung. Hat er sie aber erst einmal beseitigt, entwickelt die so entstandene Leerstelle einen Sog der Remythologisierung. Er wird dann aber nicht gerade die alten Götter wieder auf ihre Sockel hieven, aber doch um Realersatz besorgt sein. Am Ende der Aufklärung stehe, so Max Frisch, das goldene Kalb. Diesen vielfältigen Prozessen der Säkularisierung und Sakralisierung widmete sich ein Symposium, das im März 1998 in Freiburg/Schweiz stattfand. Stefan Bodo Würffel, Mitorganisator und Gastgeber, stellte in einem Eröffnungsreferat gleichsam die kulturgeschichtliche Hintergrundfolie bereit. Mit einer erdrückenden Beweislast aus Literatur, Kunst und Politik legte er dar, wie die Ausbildung der deutschen Reichsidee im 19. Jahrhundert ausgediente religiöse Muster reaktivierte und der Erfindung eines politischen Gottes gleichkam."

Roman Bucheli, NZZ