Kontrapunktische Lektüren
Koloniale Strukturen in der deutschsprachigen Literatur des 19. Jahrhunderts
2008, 193 Seiten, kart.
ISBN: 978-3-7705-4497-4
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Informationen zum Buch

30 Jahre nach dem Erscheinen von Edward Saids berühmt-berüchtigter Studie über den europäischen »Orientalismus« ist es an der Zeit, die deutschsprachige Literatur nicht länger von der Diskussion über eines der beherrschenden, Phänomene des 19. Jahrhunderts auszuschließen: den Kolonialismus.

 

In subtilen Textlektüren legt Axel Dunker ›koloniale Strukturen‹ frei in den Werken einiger der bedeutendsten Autoren deutscher Sprache zwischen der Spätaufklärung und dem Ende des Realismus: Wezel, Seume, Kleist, Hoffmann, Eichendorff, Stifter, Storm, Keller, Raabe und Fontane stehen im Fokus der Untersuchung. Auch wenn das Verfahren der ›kontrapunktischen Lektüre‹ eine Leseanweisung Saids beim Wort nimmt, geht es nicht darum, Autoren und ihre Texte ideologiekritisch zu verdammen. Nicht Denunziation ist gefragt – große Literatur erweist sich als einzigartiges Instrumentarium, tiefgreifende Ambivalenzen gegenüber allem Fremden und Kolonialen zum Ausdruck zu bringen.

Pressestimmen

Literaturkritik.de, 12.03.2008

Die vorliegende Abhandlung bietet innovative Impulse zu einer zeitgemäßen Beschäftigung mit der deutschsprachigen Literatur des neunzehnten Jahrhunderts. Sie zeichnet sich durch einen kohärenten theoretischen Ansatz und insbesondere durch subtile und brillante Textanalysen aus. Sie kann den Leserinnen und Lesern der deutschen Literatur einen neuen Blick auf bekannte Texte vermitteln und die Literaturwissenschaft zu innovativen Forschungen anregen.