Politische Unschuld?
In Sachen Martin Heidegger
2008, 208 Seiten, Kart., EUR 25.90 / CHF 36.90
ISBN: 978-3-7705-4537-7

Summary

Der Fall »Heidegger und der Nationalsozialismus« irritiert immer neu die internationale Öffentlichkeit. Heideggers Wirkung beruht auf einem Paradox von Extravaganz und Anpassung an die jeweiligen politischen Verhältnisse.

 

Der umfangreichen Dokumentation von Emmanuel Faye über Heideggers Bejahung des Nationalsozialismus von 2005 folgt in Frankreich im Januar 2007 ein überaus streitbarer Sammelband gegen Faye. Martin Heidegger (1889–1976) hatte nach dem zweiten Weltkrieg 31 Jahre Gelegenheit, sich von seinen extremen Bekenntnissen zu Adolf Hitler zu distanzieren und seine Vergangenheit denkerisch abzuarbeiten. Dokumente dieser Klärungsarbeit fehlen uns. Eine Interessensgemeinsamkeit Heideggers mit dem Nationalsozialismus erwies sich offenbar als grundlegender. Statt von einer schicksalhaften »Verstrickung« sollte passender von einer durch Entschlossenheit und Entscheidung bestimmten Interessensgemeinsamkeit Heideggers mit der NS-Bewegung gesprochen werden. Die hier versammelten Beiträge versuchen in verschiedener und vielfältiger Weise der Interessensgemeinschaft nachzugehen, die Heidegger mit Hitler verband.