
Summary
Religion hat Konjunktur. Doch zumeist handelt es sich dabei um einen neuheidnischen Religionsersatz wie den Götzendienst des Ich oder der Natur, die Sozialoffenbarung der Linken oder den Konsumismus der Angepaßten.
Räumt man diesen Unsinn beiseite, so wird ein Wissen der Religion erkennbar, das allein uns helfen kann, jene großen Fragen zu beantworten, vor denen die Wissenschaften verstummen müssen – die Fragen nach dem Sinn des Lebens und dem Umgang mit der eigenen Endlichkeit. 2000 Jahre Christentum haben sich in unseren Traditionen und Institutionen abgelagert. Und es ist die Aufgabe jedes guten Europäers, sich an dieser objektiven Religion abzuarbeiten. Das gilt gerade auch für diejenigen, die nicht an Gott glauben.
Aus dem Inhalt:
1. Wir guten Europäer
2. Der Stand der Dinge
3. Fundamentalismus und Zivilreligion
4. Konsumismus und Boutique-Religion
5. Die Weltmeister im Guten
6. Der Götzendienst des Ich
7. Die Sozialoffenbarung
8. Den Teufel ernst nehmen
9. Glaube und Wissen
10. Das metaphysische Bedürfnis und seine christliche Befriedigung
11. Der absolute Vater
12. Die wundeste Stelle der Kultur
13. Seelennahrung
14. Vom Umgang mit der Hilflosigkeit
15. Leitbild Don Quixote
Inhalt
Pressemeldungen
, 09.06.2008
Im Dom von Orvieto zeigen die grandiosen Fresken Luca Signorellis eine Christus-Figur, deren Rede vom Teufel souffliert wird. Der vor dem Ende der Zeiten angekündigte Antichrist erscheint als Christus-Camouflage. Zu sehen ist diese Szene auf dem Cover des neuen Buchs von Norbert Bolz. Damit kündigt sich eine starke These an, jedenfalls mehr als nur die Wiederholung des populären Themas: Wiederkehr der Religion. Auch der Titel verspricht mehr als eine mittlerweile fast bis zum Überdruss durchkonjugierte Zeitdiagnose. Das "Wissen der Religion" ist mehr als das Wissen über Religion.


