Don Quijote als gelebte Metapher
2008, 170 Seiten, kart., EUR 23.90 / CHF 34.50
ISBN: 978-3-7705-4721-0

Summary

Der Roman Der ingeniöse Junker Don Quijote de la Mancha von Cer­vantes, dessen erster Teil 1605 er­schien und sofort weltberühmt wur­de, wird hier als die Erzählung eines Mannes gedeutet, der uner­schütterlich glaubte, sich selbst ganz und gar aus einer Metapher in reale Ereignisse umgeschaffen zu haben. Er verhält sich nicht wie ein fahrender Ritter, sondern glaubt tat­sächlich ein solcher zu sein.

 

Enthält der Roman Spuren, die geeig­net wären, durchaus eigene und auch eigenwillige philosophische Wahrheiten zu bieten, die neben Denkern wie Platon, Aristoteles, Des­cartes oder Kant bestehen können? Diese Frage wird hier bejaht. Dabei zeigt sich, dass der Roman philoso­phisch noch weitgehend unentdeckt ist. In acht Kapiteln wird versucht, tiefer in diesen ernstheiteren Text einzudrin­gen, und ihn einerseits als Exponen­ten der Moderne zu lesen, welcher er andererseits die Möglichkeit einer so­zialen Welt ohne Machtgier und Machtkämpfe entgegensetzt. In Spanien heißt es, wer diesen Ro­man lese, lache beim ersten Lesen, weine beim zweiten und verstehe beim dritten. Die Essays wollen versu­chen, diese dritte Stufe zu erreichen. Eine strikte Trennung von philosophi­scher und philologischer Deutung ist heute kaum noch durchführbar. Cer­vantes hätte sie gar nicht verstanden. Denn er war der Ansicht, Dichtung und Literatur umfasse auch Philoso­phie. Daher ist eine philosophische Lektüre seines Romans nahe an sei­nem Selbstverständnis.

 

Aus dem Inhalt:

 

 

1. Fleischwerdung von Texten

 

 

2. Epischer Input

 

 

3. Hypersatire

 

 

4. Wahn

 

 

5. Paradoxe Nähe zu Platon

 

 

6. Wiederbringung des Goldenen Zeitalters im Zeitalter des Geldes

 

 

7. Wie Wissenschaft und Technik In­strumente für wahnhafte Ziele wur­den

 

 

8. Don Quijote, Descartes und Kant