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Einleitung

Was will dieses Wuchern von uns, das keinen anderen sichtbaren Sinn hat als eine unbestimmte Vervielfachung zentrifugaler Sinne, die dann keinen Sinn mehr haben oder jedenfalls auf nichts anderes mehr verweisen als auf ihre eigene Schließung am Horizont ihrer Aneignung, und die außerhalb nichts mehr vertreten als Destruktion, Hass und Negation der Existenz? Und wenn diese autistische, zerreißende und zerrissene Vielheit uns ankündigen wollte, dass wir noch nicht zu entdecken begonnen haben, was es mit dem Zu-mehreren-sein auf sich hat, wo doch die ‚terre des hommes‘ nichts anderes ist als dies? Wenn sie uns also ankündigen wollte, dass sie selbst das erste Mal entblößt dasteht als Welt, die nichts als Welt ist, absolut und ohne Rückhalt, ohne jeden Sinn außerhalb dieses Selbstseins: auf einzigartige Weise vielfach und auf vielfache Weise einzigartig, singulär plural und plural singulär? (Jean-Luc Nancy, SPS, 11)

Was Nancy hier figurativ beschreibt, um seine Auffassung des singulär-pluralen Verhältnisses zu illustrieren, bildet die thematische Leitlinie des vorliegenden Buchs, das sich mit verschiedenen Dimensionen der „Pluralisierung“, vornehmlich im Ausgang von den beiden französischen Philosophen Jean-Luc Nancy und Gilles Deleuze, beschäftigt.

Sich der Vervielfältigung auszusetzen, wenn die Ambivalenzen der Vielheit geradezu alltäglich auftreten, bedeutet stets ein Oszillieren zwischen Vielfalt als Faktum sowie wünschenswertem Ziel, fernem Phantasma und beklemmendem Phantom, Machteinrichtung oder bloß vorgeschobener Chiffre. Das von Nancy beschriebene Wuchern der Vervielfachung tritt als pluralisierende Befreiung, gepaart mit einem Unbehagen, auf: Die emanzipierende Bewegung aus statischen Kategorien des Einen wird stets mit der Rückholung und Einhegung in eindeutige Begriffe der Repräsentation und der Identität konfrontiert. Nancys „zerreißende und zerrissene Vielheit“ wieder einzufalten oder deren Brüche und Risse zu kitten, um die (scheinbaren) Einheiten und Eindeutigkeiten (und seien sie Gegensätze!) wiederherzustellen, vermag aber nie ganz zu gelingen, da diese in ihrem „Ursprung“ schon plural sowie disloziert sind.

Ein ähnlicher Gestus der Vervielfachung offenbart sich durchgängig im Werk von Gilles Deleuze und obgleich Deleuzes/Guattaris Imperativ „Seid weder eins noch multipel, seid Mannigfaltigkeiten!“ (TP, 41) noch seiner Aktualisierung harrt, hat die Kraft ihrer Rhizome und Mannigfaltigkeiten nichts von ihrer Wirkmächtigkeit und Radikalität verloren und gibt nach wie vor Anlass, ihre Forderungen an das Denken und die Philosophie aufzugreifen, zu wiederholen, wuchern zu lassen. Die Pluralisierung in ihrem vollen Sinne voranzutreiben, heißt aber auch, nie bei einem fertigen Bild stehenzubleiben, sich nicht in einem behaglichen, widerspruchsfreien Pluralismus einzurichten, welcher Einheit (des Staats, des Kapitalismus, der Religion(en), Kultur(en) usw.) stiftet und auf den sich jeder gesunde Menschenverstand (vgl. DW, 284) berufen kann, sondern vielmehr der ständigen Bewegung der Pluralisierung, ihrem Auseinanderstreben und Auseinanderbersten, stattzugeben.

In der Mitte beginnen. Was könnte es heißen, von „Pluralisierung“ an sich auszugehen? Die Konzeptualisierung eines Denkens der Pluralisierung steckt schon in der Begriffsbildung die Bedingungen und Grenzen des Terrains ab, auf dem sich die Überlegungen dazu bewegen. So legt die Konstruktion des Begriffs per se die Vereinheitlichung eines Denkens nahe, welches eigentlich allzu schnelle Identifizierungen unterlaufen will und von der Vielheit, der Differenz oder der Mannigfaltigkeit ausgeht. Genau in dieser Ambivalenz scheint sowohl die Faszination als auch das Potential des Pluralen zu liegen, weshalb es in gegenwärtigen philosophischen Diskursen für verschiedenste Autor*innen thematisch wird (vgl. van der Heiden 2015, 2). Die Perspektiven auf das Plurale gestalten sich ihrerseits vielfältig: Pluralität als Grundstruktur des Seins oder der vielfältigen Erscheinungen/Episteme, als eine modifizierte Sicht auf das Verhältnis von Einheit und Vielheit in einem ontologischen Sinne oder etwa als eine vervielfältigende Entgegensetzung zu Konzepten wie Identität oder Gemeinschaft.

Die nachstehende Studie zeichnet das Plurale vornehmlich anhand der Philosophien von Gilles Deleuze und Jean-Luc Nancy nach, die in ihren Texten verschiedene Dimensionen von Pluralisierung(en) hervorbringen und beleuchten. Ihre Versuche, Pluralisierung zu denken, begreife ich dabei als Formen philosophischer Problematisierungen des Verhältnisses von Einheit und Vielheit. Die Bestimmung von Parallelen, Differenzen sowie Konfrontationen im Feld zwischen Deleuze und Nancy hinsichtlich Einheit und Vielheit lassen dabei vor allem ihr Denken des Politischen konvergieren und rücken allgemein die Implikationen für das Politische in den Fokus.1

Die zentrale Frage lässt sich somit, zwar verkürzt, aber doch wie folgt zusammenfassen: Wie lässt sich „Pluralisierung“ ausgehend vom Denken Jean-Luc Nancys („singulär plural sein“) sowie Gilles Deleuzes („Mannigfaltigkeiten“) im Hinblick auf das Politische bestimmen?

Ziel ist es, im Laufe des Buches mit Nancy und Deleuze einen Begriff von Pluralisierung zu entwickeln, der eine Verknüpfung der beiden Philosophen hinsichtlich ihrer Überlegungen zu Ontologie und Politik erlaubt. Uns begegnet bei beiden eine Philosophie der Pluralisierung, die sich aber jeweils aus unterschiedlichen Traditionen speist und sich aus je spezifischen Denkbewegungen generiert. Sowohl Nancy als auch Deleuze kommen dezidiert aus philosophischen Diskursen und verfolgen im weiteren Sinne ontologische Projekte (wobei noch zur Disposition steht, was in diesem Zusammenhang für die beiden Autoren Ontologie heißt und wann es sinnvoll ist, davon zu sprechen), integrieren und entfalten damit verknüpft aber auch stets einen politischen Impetus. Was können also philosophische Konzepte der Pluralisierung bei Nancy und Deleuze, verstanden als Problematisierung des Verhältnisses von Einheit und Vielheit, für das Politische leisten bzw. was sind deren mögliche politische Konsequenzen?

Inhaltlicher Grundriss. Deleuze und Nancy scheinen beide, wenn auch jeder auf eigene Weise, das Verhältnis von Einheit und Vielheit zu thematisieren sowie unterlaufen zu wollen. In diesem Sinne versucht Deleuze mit dem Topos der „Mannigfaltigkeit“ [multiplicité], der sich durch sein gesamtes Werk zieht, die Koordinaten des Verhältnisses des Einen und Vielen an sich zu verändern. Vorangestellt ein Zitat aus Deleuzes Buch mit dem programmatischen Titel Foucault, welches die Pluralisierung durch die Mannigfaltigkeit nach Deleuze illustriert. Sowohl der Immanenz als auch dem nicht-dialektischen Denken verpflichtet, werden sich die hier angerissenen Themen im Laufe der Untersuchung nach und nach erschließen:

[D]as Wesentliche des Begriffs [Mannigfaltigkeit, Anm.] besteht indes in der Einführung eines Substantivs, so dass ‚mannigfaltig‘ nicht länger ein Prädikat ist, das dem Einen entgegengesetzt oder einem in sich einheitlichen Subjekt zugeschrieben werden könnte. Die Mannigfaltigkeit bleibt völlig indifferent gegenüber den traditionellen Problemen des Mannigfaltigen und des Einen und nicht minder gegenüber der Frage nach einem Subjekt, das sie bedingen, denken oder aus einem Ursprung herleiten soll. Weder gibt es das Eine noch das Mannigfaltige; hieße das doch nur, sich am Ende wieder auf ein Bewusstsein zu beziehen, das vom Einen ausginge und sich im Anderen entwickelte. (FOU, 25f.)

Der von Bergson und Riemann inspirierte Begriff der Mannigfaltigkeit erlaubt es Deleuze, Pluralisierung zu denken, ohne in ein dialektisches Verhältnis von Einheit und Vielheit zurückzufallen.

Nancy hingegen vollzieht in seiner Konzeption einer Ontologie des Gemeinsamen bzw. des Mit-seins eine Transgression des (klassischen) Denkens der Gemeinschaft (sowie auch von Modellen des Anderen und des Selben), indem er eine singulär-plurale Verfasstheit des Seins postuliert. Das Singuläre kann für Nancy nicht ohne eine mögliche Pluralität gedacht werden, da das Einzelne die logische Möglichkeit eines anderen Einzelnen impliziert. „[…] singuli im Lateinischen nur im Plural, weil es ‚eines‘ von mehreren ‚nach-ein-ander‘ bezeichnet. Das Singuläre ist von vornherein jeder Einzelne, folglich auch jeder mit und unter allen anderen. Das Singuläre ist ein Plural.“ (SPS, 62, Hervorhebung immer im Original, außer anders angegeben) Die singulär-plurale Verfasstheit bedeutet nicht nur, dass das Singuläre notwendigerweise im Plural auftritt, sondern meint auch die Pluralität der Singularität selbst. In beiden Modellen erschließt sich ein Feld, welches die Relationen, das „Zwischen“ und die Konstitutionsbedingungen der (scheinbaren) Fixpunkte in den Mittelpunkt stellt und somit Brüche in Konzepten wie Identität, Subjekt oder Gemeinschaft offenlegt, welche das Politische direkt tangieren oder dieses als eigenen Bereich überhaupt erst in den Fokus rücken.

Aber warum gerade diese beiden Autoren? Was sind die Potentiale einer chiasmatischen Zusammenführung von Nancy und Deleuze? Einerseits werden die ähnlichen Topoi des singulär-pluralen Seins und der „Mannigfaltigkeiten“ verglichen, die sie zwar jeweils von völlig unterschiedlichen Traditionen her entwickeln, aber denen eine gemeinsame Bewegung innewohnt. Andererseits findet eine Verschränkung der beiden Denker statt. Mit Nancys Konzipierung des Singulär-Pluralen lässt sich die Verortung im Politischen, Fragen von individueller und kollektiver Identität bewerkstelligen (analog dazu bei Deleuze beispielsweise die Pluralisierung des „Ichs“ (vgl. DW, 110)) – der Übergang vom Pluralisierungsdenken zum Politischen. Was die Ansätze Deleuzes leisten, ist eine Einschreibung von Kräfte- und Machtverhältnissen in das singulär-plurale Geflecht (vgl. auch Nancy 1991a, xxxvii): So impliziert Mannigfaltigkeit bei Deleuze in einem politischen Sinne Formen von Majoritäten und Minoritäten, etwa charakterisiert Deleuze „Minoritär-Werden“ als paradigmatischen politischen Akt. Seine Vorstellung des Politischen beinhaltet binäre, zirkuläre und lineare Segmentaritäten (vgl. TP, 284ff.), womit Machtverhältnisse wie auch Asymmetrien hervortreten und im Politischen verortbar werden. In der Zusammenführung von Nancy und Deleuze lässt sich Pluralität politisch nicht als bloße Vielheit, sondern immer im Kontext und Verhältnis von Pluralisierungs- und Singularisierungsprozessen verstehen. Das Politische ist so als plural-mannigfaltiges Gemenge oder Gefüge von Relationen und Verhältnissen zu begreifen und bleibt nicht auf die additive Anhäufung von Individuen oder Singularitäten reduziert, da diese erst dadurch überhaupt konstituiert werden.

Zur Vorgehensweise. Die fortlaufende Explikation entspricht keiner Gegenüberstellung oder Nacheinanderreihung, sondern bildet eine parenthetische Verzahnung und ermöglicht somit eine stetige Annäherung an die Pluralisierung und das Politische, deren gegenseitige Implikationen sowie ihre Ko-Konstitutivität. Deshalb räume ich – inhaltlich bedingt – im zweiten Kapitel Deleuze und im dritten Kapitel Nancy etwas mehr Platz ein. Zwar ist innerhalb der einzelnen Kapitel und Abschnitte meist eine klare Trennung zwischen Deleuze und Nancy gegeben, um eine analytische Klarheit zu gewährleisten, dennoch werden immer wieder Querverweise und Exkurse auf den jeweils anderen integriert. Vor allem im späteren Verlauf des Buches geht es immer mehr darum, Nancy mit Deleuze und Deleuze mit Nancy zu lesen – so sollen Ergänzungen und Kritik, ähnliche und divergente Prämissen sowie Konsequenzen, Nähe und Berührung, aber auch Dissens und Unverständnis aus dem Verhältnis der beiden und der (forcierten) Begegnung miteinander gezogen werden – Parallele Differenzen.

Im ersten Kapitel gebe ich zunächst als Einführung einen Überblick zu den beiden Protagonisten Gilles Deleuze und Jean-Luc Nancy sowie zu ihrer Verbindung (1.2), um im Anschluss die Problemstellung, Vorgangsweise und Methodik zu umreißen (1.3). Das zweite Kapitel und erster Hauptteil „Philosophien der Pluralisierung“ führt schon im Titel einen differentiellen und pluralen Aspekt ein – um Nancy sprechen zu lassen: „Die Philosophie gibt es nicht, sondern Philosophien […]“ (DF, 91). Hier behandle ich die Pluralisierung, indem zunächst ein schemenhafter Einblick in das Verhältnis des Einen und Vielen, von Einheit und Vielheit in der Philosophiegeschichte mit Anklängen an Deleuze und Nancy gegeben wird (2.1). Daraus folgt die Entwicklung von Deleuzes Mannigfaltigkeit(en) – ein originäres Konzept, welches die Gegenüberstellung des Einen und Vielen durch Vervielfältigung unterläuft (→ Pluralisierung I; Abschnitt 2.2). Die Herleitung des Begriffs vom Mathematiker Bernhard Riemann und dem Philosophen Henri Bergson (in Abgrenzung zu Husserl) erweist sich als zentral für die Entfaltung der Mannigfaltigkeit, die zwar nur Ausschnitte aus Deleuzes reichhaltigem Werk bieten kann, aber dennoch die zentralen Topoi einführt. Besonders Deleuzes Ontologie und Immanenzdenken wider die Dualismen und Dialektik legen den Rahmen für Deleuzes Philosophie„system“ und dessen mögliche und tatsächliche Politisierung.

In Abschnitt 2.3 des zweiten Kapitels erfolgt Pluralisierung II – eine erste Auslegung von Nancys aus Heideggers Sein und Zeit entwickeltem „Mit-sein“2, worauf sich seine plurale Ontologie, das singulär-plural-sein gründet. Nancys Pluralisierung ist unmittelbar verknüpft mit seinem Verständnis von Gemeinschaft und seines Begriffs des Politischen, birgt also unmittelbar politische Implikationen, die sich in Kapitel 3, dem zweiten Hauptteil dieses Buchs, konkretisieren. Deshalb schließt das dritte Kapitel mit dem Fokus auf Nancys Gemeinschafts- und Politikverständnis direkt an den ersten Aufriss der Pluralisierung bei Nancy (2.3) an, um dann nach einer Begriffsanalyse und Etymologie des Politischen (3.1) die (politischen und ontologischen) Konsequenzen des singulär-plural-seins nachzuverfolgen. Die Ontologie des Gemeinsam-seins, die Pluralisierung und das Politische hängen unmittelbar zusammen, auch wenn sie unterschiedliche Akzentuierungen, Schwerpunkte und Perspektiven abbilden (3.2). Hier erfolgt die erste kritische Beleuchtung von Nancys Thesen durch die Perspektive der Ethik bei Emmanuel Levinas sowie von einem postfundamentalen Ansatz, der entpolitisierende Tendenzen bei Nancy ausmacht. Gerade auch in Bezug auf diese Kritik fungiert Deleuzes Politikbegriff im Anschluss als eine Art Klammer, mit der die Voraussetzungen eines pluralisierenden Denkens auch bei Deleuze politisch eingeholt werden (3.3). Mit dem Schwerpunkt auf Deleuzes Verhältnis zum Politischen(!) ist vor allem dessen Konzept der Mikropolitik und des Minoritär-Werdens interessant, die mitunter mit den Pluralisierungen zusammenhängen und eine Politisierung der Mannigfaltigkeiten erlauben. Mit Fragen der Macht- und Mehrheitsverhältnisse, Revolution, Subjektivierung, Staat, Kapitalismus usw. fokussiert Deleuze Aspekte des Politischen, die im ontologischen Zugang von Nancy teilweise zu kurz kommen und die es erlauben, ein Moment der Asymmetrie und des Dissens einzuführen.

Eine Art Synthese bildet das abschließende 4. Kapitel im Hinblick auf politische Pluralisierungen, Parallelen und Analogien – aber auch Differenzen zwischen Nancy und Deleuze werden erneut beleuchtet sowie Perspektiven des Politischen im Kontext der Pluralisierung eröffnet und Aporien exponiert: vornehmlich Fragen zu Subjektivierung, Identität, Macht, Verräumlichung und Relationalität.

Das vorliegende Buch ist als durchgängiges Argument konstruiert, d.h. die Kapitel bauen aufeinander auf, verdichten sich gemäß den zentralen Fragen immer weiter und fügen sich im letzten Teil für gewonnene Schlussfolgerungen und Erkenntnisse zusammen. Jedoch können die einzelnen Abschnitte durchaus auch für sich gelesen werden, etwa als jeweilige Einführungen in die philosophisch-ontologischen Grundlagen des Einen und Vielen oder in das politische Denken bei Deleuze und Nancy. So bietet die Lektüre instruierende Annäherungen an das Gesamtwerk der zwei Philosophen, auch wenn durch den Themenfokus eine notwendige Selektion gegeben ist. Abschließend die wiederholte Frage: Warum die beiden Autoren Gilles Deleuze und Jean-Luc Nancy? Als Antwort fungiert die zentrale These des gesamten Buchs: Hier treffen sowohl zwei verschiedene Wege der Pluralisierung als auch eine Gemeinsamkeit des Motivs und der Bewegung der Pluralisierung aufeinander.

1

Warum ich hier vom „Politischen“ und nicht von „Politik“ spreche, liegt an der Frage der so genannten politischen Differenz, welche unter anderem von Nancy aufgeworfen und die vor allem in Kapitel 3.1 diskutiert wird.

2

Nancy führt programmatisch den Bindestrich (Trennung und Verbindung) ein: „être-avec“ als Mit-sein – Heidegger schreibt „Mitsein“ (Heidegger/GA 2/SuZ, 159). In unterschiedlichen Übersetzungen von Nancy divergiert die Groß-/Kleinschreibung (Mit-Sein oder Mit-sein), wobei ich mich an singulär plural sein orientiere und deshalb „Mit-sein“ verwende.

Philosophien der Pluralisierung

Begegnungen des Politischen zwischen Gilles Deleuze und Jean-Luc Nancy