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Dank

Am Anfang war das Wort Synergie. Ich stieß während meiner Florenskij-Lektüren im Projekt „Intensität. Wirkungskonzepte in religiösen und ästhetischen Diskursen der Moderne“ (2006–2007) am Zentrum für Literatur- und Kulturforschung Berlin (ZfL) darauf. Es war hier auf komplexe und rätselhafte Weise mit dem aristotelischen Energiebegriff, der ostchristlichen Energienlehre und Wilhelm Ostwalds Energetik verknüpft. Mein Kollege Karlheinz (Carlo) Barck (gest. 2012), mit dem ich darüber inspirierende Gespräche führte, ermunterte mich, in diesem Zusammenhang den sogenannten Leonardo-Effekten, also jenen Verflechtungen und Einheiten jenseits der Trennung von Disziplinen, Künsten und Wissensfeldern nachzugehen, die einst Paul Valéry bei Leonardo da Vinci entdeckte und die Carlo im Rahmen eines gleichnamigen Forschungsprojekts am ZfL (2001–2005) zum methodischen Ausgangsunkt der Erforschung poietischer Wissenskulturen gemacht hatte.

Den ‚russischen Leonardo‘, wie der Universalgelehrte Pavel Florenskij auch genannt wird, vor Augen, konzipierte ich ein Forschungsvorhaben, für das mir 2009 ein Dilthey-Fellowship der VolkswagenStiftung zuerkannt wurde. Es erlaubte mir, mich ein Jahrzehnt lang am ZfL (seit 2019 Leibniz-Institut) dem Projekt „Wissensgeschichte der Synergie“ (2010–2020) zu widmen. Ohne die umfassende und flexible Förderung meiner Arbeit durch die VolkswagenStiftung, der ich zu großem Dank verpflichtet bin, wäre der erste Projektband Synergie. Kultur- und Wissensgeschichte einer Denkfigur (2016) und das vorliegende Buch nicht entstanden. Es wurde 2019 als Habilitationsschrift an der Philosophischen Fakultät der Universität Zürich angenommen, wo ich parallel zu meinem Forschungsprojekt am ZfL von 2009–2015 am Slavischen Seminar die Oberassistenz für Slavische Literaturwissenschaft innehatte. Mein Dank gebührt diesen beiden Insitutionen, namentlich Sylvia Sasse für die konstruktive und geduldige Betreuung meiner Habilitation und dem Forschungsbereichsleiter Stefan Willer für die wohlwollende Unterstützung meiner Projektarbeit. Für den fachlichen Austausch danke ich den Kooperationspartnerinnen und -partnern des 2011 von mir begründeten Forums „SynergieWissen“ (www.zflprojekte.de/synergie), meinen Projektmitarbeitern Anar Imanov (2010–2012) und Stephan Steiner (2013–2015), sowie, auch für den kollegialen und freundschaftlichen Zuspruch in allen Projektphasen, Peter Berz, Michael Hagemeister, Susanne Hetzer, Esther Kilchmann, Mona Körte, Jörn Münkner, Igor Polianski, Franziska Thun-Hohenstein, Martin Treml, Margarete Vöhringer und Burkhardt Wolf. Für ihre unersetzliche Mithilfe danke ich ebenfalls der Bibliothek und der Verwaltung des ZfL sowie den studentischen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen, insbesondere Lene Glinsky und Georgia Lummert, die mit großer Sorgfalt die letzte Durchsicht und Einrichtung des Manuskripts für die Drucklegung übernommen haben. Dem Wilhelm Fink Verlag sei für die Aufnahme auch dieses zweiten Bandes des Synergie-Projekts in das Verlagsprogramm gedankt.

Last but not least gilt mein besonderer Dank meinen Töchtern Anna, Stella und Liora, denen dieses Buch auch gewidmet ist. Die jüngste, die 2010 zur Welt kam, hat in jungen Jahren das Wort Synergie gelernt. Es bedeutete: viel Arbeit und keine Zeit. Die älteren Schwestern haben mich großartig mit ihrer Betreuung unterstützt – als ich von Berlin aus zu meiner Arbeitsstelle nach Zürich und dann seit dem Wintersemester 2017/18 nach Halle pendelte, wo ich bis heute die Professur für Slavistische Kulturwissenschaft vertrete, sowie auf Tagungen, Forschungs- und Konferenzreisen im In- und Ausland. Meine drei Grazien haben immer darauf geachtet, dass sich ungeachtet meiner beruflichen Konstellation und den Anforderungen der Habilitation unser Leben mit Freude und Energie füllt. Merci!

Tatjana Petzer, im Juni 2020

Wissen und Glaube

Figurationen des Synergos in der slavischen Moderne