Traum und Transformismus bei Odilon Redon. Zu den Anfängen imaginativer Prozesse auf der »échelle des êtres«

in An den Rändern des Lebens

Die beiden frühen lithographischen Alben Dans le Rêve (1879) und Les Origines (1883) von Odilon Redon, im Gegensatz zu weiteren Alben des Künstlers nicht mit konkreten literarischen Texten in Verbindung zu bringen, zeigen eine Verschränkung der Diskurse zu Traum und Imagination als auch zur Evolution. Beide suchen nach allgemeingültigen Grundprinzipien anfänglicher Stadien, die sich im physischen bis hin zur einfachen Zelle, im psychischen in Bezug auf das Bewusstsein auf instinkthafte Stufen vorhergehender, ›niedrigerer‹ Arten zurückführen lassen. Phylogenese und Ontogenese werden ebenso in Traumtraktaten wie beispielsweise Alfred Maurys nicht nur in einen physiologischen, sondern auch psychologischen Zusammenhang zu bringen versucht und in ein Stufenmodell übertragen, das von einem träumenden Vorbewussten bis zum Erwachen des Bewusstseins führt. Das Paradigma einer unbewusst und kontinuierlich schöpferischen Natur wirkt sich dabei auch auf Strategien künstlerischer Selbstdarstellung aus, bei der die Prokreation als wesentliches Merkmal lebender Organismen ebenso den Künstler und seine Schöpfung miteinschließt.

An den Rändern des Lebens

Träume vom Sterben und Geborenwerden in den Künsten

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