Franz Kafkas Litotes

Logik und Rhetorik der doppelten Verneinung

AutorIn: Mathias Mayer
Eine raffinierte sprachliche Eigenheit des Erzählers Kafka erweist sich als folgenreiches Analyseinstrument. Die Forderung nach genauem Lesen wird mit dem theoretischen Horizont von Regel und Ausnahme verknüpft.
Kafka ist ein Virtuose der doppelten Verneinung: Die schon in der Alltagssprache angelegte Unsicherheit – was nicht falsch ist, muss nicht richtig sein – nutzt er als listige Strategie. Genaue Beobachtungen seiner Sprache, Erzählanfänge und Briefe führen vor Augen, wie hintergründig Kafka eine unsichere Welt aus Regeln, Ausnahmen und Ausnahmen von der Ausnahme gestaltet. Was stilistisches Spiel scheint, erweist sich als komplexe Denkfigur. Kafkas Texte interessieren sich weniger für die eindeutige »Unwahrheit« als für das, was »nicht unwahr« ist. Dabei kommt sein biographisches Dilemma ebenso zur Sprache wie die Macht, die nichts ausschließt. Sodann werden Fragestellungen aus der Rhetorik, Logik, politischen Theorie (Agamben) und Jurisprudenz herangezogen.

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Geboren 1958. Studium der Germanistik, Philosophie und Anglistik in Freiburg i. Br. und Wien. Dr. phil. Professor für Neuere deutsche Literaturwissenschaft an der Universität Augsburg.
Augsburger Allgemeine, 01.04.2015
"Mayer hat einen fulminanten, die Sekundärliteratur souverän sichtenden, Fragen der Jurisprudenz und Philosophie einbeziehenden Beitrag zum hintergründigen Kafka geschrieben, einem ‚Virtuosen der doppelten Verneinung‛." (Günther Ott)
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Germanistik Band 56 (2015)
"Mayers Monographie besticht durch ihren stringenten Aufbau. Sie stellt "einen erheblichen Mehrwert in der rezenten K.-Forschung dar"