Kreditfiktionen

Der literarische Realismus und die Kunst, Schulden zu erzählen

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Blick ins Buch

Der Kredit gilt gemeinhin als neutrale Transaktion, die dazu dient, ökonomische Akteure möglichst effizient und profitabel miteinander zu vernetzen. In der realistischen Erzählliteratur des 19. Jahrhunderts zeichnet sich jedoch ein ganz anderes Bild ab: Kreditfiktionen von Autorinnen und Autoren wie Honoré de Balzac, Gustave Flaubert, George Eliot, Gottfried Keller oder Herman Melville präsentieren den Kredit als volatile und ruinöse Fiktion, die soziale Reibungen und Konflikte erzeugt und die Realität selbst in ein verkäufliches Gut ummünzt. So kristallisiert sich in Texten des Realismus ein wildes Wissen über die ontologischen, epistemologischen und gesellschaftlichen Verwerfungen der Schuldenwirtschaft heraus.
In 2008 the world was shaken by an economic crisis that had its roots in the mortgage market. In order to understand what happened here, it is necessary to go back to the beginnings of the current financial market in the 19th Century. At this time, novelists such as Honoré de Balzac, George Eliot or Herman Melville were trying to make sense of profound changes in the economic makeup of their societies. Their credit fictions are still relevant today.

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