Perspektive in Literatur und bildender Kunst

Der Ausdruck „Perspektive“, von Albrecht Dürer als „ein durchsehung“ erläutert, bezeichnet wörtlich genommen den Durch-Blick in eine neue Dimension. In der bildenden Kunst des Abendlandes erscheint Perspektivierung verstanden Hinzugewinnung einer weiteren Dimension durch darstellerische Mittel, als eine wichtige und variantenreiche Gestaltungsstrategie. Es ist zu fragen, ob und inwiefern auch Texte in dem Sinne „perspektivisch“ sein können, daß sie Räumlichkeiten bzw. neue Dimensionen von Räumlichkeiten erschließen. Die Beiträge des Bandes gehen dieser Frage nach. Sie behandeln in diesem Zusammenhangunter anderem Analogien und Unterschiede der Raumdarstellung in Literatur und bildender Kunst, zentralperspektivische und de-zentrierte Perspektivik in literarischen Texten, die den Briefroman prägenden Strategien „perspektivischen“ Erzählens, die poetologische Kategorie des „Horizonts“ sowie die spezifische Perspektivik digitaler Texte. Komplementär zur Präsentation von Beispielen der Perspektivierung im literarisch-ästhetischen Raum werden wichtige Stationen der philosophischen Auseinandersetzung mit dem Begriff der Perspektive bis zum Schemabegriff Kants verfolgt.

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