Bücher mit Stoffbezug

Der nationalsozialistische Vierjahresplan und der synthetische Kolonialismus in der deutschsprachigen Populärliteratur

In diesem Buch werden populäre Texte über Kunststoffe untersucht und neuartige Formen des deutschen Kolonialismus im Nationalsozialismus identifiziert.
Karl Aloys Schenzingers Roman Anilin ist nach Mein Kampf der zweitgrößte Bestseller der Jahre zwischen 1933 und 1945. Anders als Hitlers Autobiografie ist der Roman über die Geschichte der Farbstoffchemie, den Millionen Menschen gelesen haben, bisher kaum erforscht. Alexander Wagner rekonstruiert anhand von Anilin und anderen populären „Büchern mit Stoffbezug“, deren Thema die synthetischen Stoffe, Kunstfasern, Medikamente und vieles andere sind, wie durch diese Stoffe ein neues Verhältnis zum eigenen Raum entsteht, der auf neue Weise als „fremd“ wahrgenommen werden kann. Wagner identifiziert in der Propaganda zur NS-Wirtschaftspolitik eine Fortsetzung des deutschen Kolonialismus ohne Kolonien. Damit wird eine Lücke in der deutschen Kolonialgeschichte zwischen „Platz an der Sonne“ und den Angriffskriegen des Zweiten Weltkriegs geschlossen.
Karl Aloys Schenzinger’s novel Anilin is the second best selling book of the years between 1933 and 1945 after Mein Kampf. Unlike Hitler’s autobiography the novel about the history of dye chemistry has hardly been researched so far. On the basis of Anilin and other “books with fabric apply”, Alexander Wagner identifies a continuation of German colonialism without colonies.

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Alexander Wagner hat Germanistik und Philosophie studiert und ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Neuere deutsche Literaturgeschichte an der Universität Wuppertal.