Mimetische Milieus

Eine Ästhetik der Reproduktion

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Author: Maria Muhle
Eine Milieuästhetik verortet sich vor dem Hintergrund des mimetischen Zusammenhangs zwischen Leben und Milieu und jenseits tradierter Gegensätze von Produktions- und Rezeptionsästhetik, um so die Frage nach den heteronomen Beziehungen des künstlerischen Subjekts zu Milieu und Technik zu stellen. Im Anschluss an Roger Caillois’ Untersuchungen mimetischer Insekten, deren Anähnlichung an die Umwelt er in einem fotografischen Register als „Teleplastik“ versteht, untersucht das Buch einen nicht-anpassungsgeleiteten Milieubegriff (Canguilhem) und fragt nach dessen ästhetischen Konsequenzen. Zentral ist dabei das ambivalente Verhältnis zwischen Benjamin und Caillois, das Einsicht gibt in eine Neufassung von Ästhetik vor dem Hintergrund technischer Reproduzierbarkeit. Eine solche Milieuästhetik versteht das künstlerische Subjekt nicht in Begriffen von Kreativität, Inspiration, Spontaneität, sondern zuallererst mit Blick auf die (technisch-medialen) Determinismen des künstlerischen Prozesses.
Milieu aesthetics departs from the mimetic relation between life and milieu and interrogates the heteronomous relations in which artistic production is entangled. Following Caillois' insect studies, whose mimetic impulse he understands in a photographic register, the book looks at his ambivalent relationship with Benjamin and recasts aesthetics against the background of technical reproducibility.

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Maria Muhle ist Professorin für Philosophie/Ästhetische Theorie an der Akademie der Bildenden Künste München und Herausgeberin des August Verlags. Sie ist Mitglied des DFG-Graduiertenkollegs „Medienanthropologie“ der Bauhaus-Universität Weimar und war Teilprojektleiterin in der DFG-Forschungsgruppe Medien und Mimesis. Forschungsschwerpunkte sind Politische Ästhetik, Biopolitik, Reenactment, Medien und Mimesis.