Verwicklungen des Betrachters

Zur rezeptionsästhetischen Temporalität in den Werken von On Kawara, Roman Opałka, Bernd und Hilla Becher, Richard Prince, Cindy Sherman und Sophie Calle unter Berücksichtigung psychodynamischer Perspektiven

Author:
Timo John
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Die Zeitlichkeit der Werk-Betrachter-Beziehung wurde von der kunstwissenschaftlichen Rezeptionsästhetik erstaunlich lange nur wenig reflektiert. Dabei scheint unbestritten, dass sich visuelle Gestalten, Interpretationen, ästhetische Emotionen und mentale Ergänzungen nur in einer zeitlich ausgedehnten Bildbetrachtung entfalten können. Die empirische Psychologie und die Psychoanalyse besitzen dagegen eine lange Tradition der Erforschung temporaler Aspekte von Wahrnehmung und Beziehungserleben, jedoch wurden ihre Erkenntnisse bisher kaum für die kunstwissenschaftliche Forschung nutzbar gemacht. »Verwicklungen des Betrachters« erweitert die rezeptionsästhetische Methode um psychodynamische Perspektiven, die eine trennscharfe Differenzierung verschiedener Modi der zeitgebundenen ästhetischen Erfahrung ermöglichen. Neubetrachtungen bekannter Werke der 1960er bis 1980er Jahre veranschaulichen die Plausibilität und Produktivität dieser transdisziplinären Betrachtungsweise.
The temporality of the aesthetic experience has seen little reflection within the field of Art History. This publication expands on reception theory to allow a more selective differentiation of various modes of time-bound pictorial experience. Re-examining artwork from the 1960s to the 1980s illustrates the plausibility and productivity of this transdisciplinary approach.

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Timo John studierte Psychologie an der Humboldt-Universität zu Berlin. Seine Diplomarbeit schrieb er an der Charité, wo er neuronale Korrelate der Bildbetrachtung an einer klinischen Stichprobe untersuchte. Nach einer Ausbildung zum Psychotherapeuten begann er 2013 ein Zweitstudium der Kunstgeschichte und Philosophie an der Technischen Universität Berlin. Seine Abschlussarbeit schrieb er über die tendenziöse Inszenierung in Sophie Calles Selbstporträt The Shadow.
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