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Sprachen, Konzepte, Praktiken
Bei gesellschaftlichen Konflikten wird immer wieder an die Gerechtigkeit als einen universellen und zeitlosen Maßstab des menschlichen Zusammenlebens appelliert. Zugleich wird jedoch die Ansicht vertreten, dass es unterschiedliche kulturelle und soziale Ausprägungen von Gerechtigkeit gibt, die grundsätzliche Differenzen in deren Interpretation begründen. Lässt sich in der Begegnung bzw. im Zusammenprall unterschiedlicher kultureller Auffassungen ein gemeinsamer Horizont des Gerechten aufzeigen, der universelle Gültigkeit beanspruchen kann?
Die Autoren des Bandes zeichnen aus unterschiedlichen Fachperspektiven die kulturelle Konstruktion von Gerechtigkeitsauffassungen in der Geschichte und der Gegenwart Russlands nach. In der sprachlichen Artikulation von Normen, in den literarischen Narrativen, in den religiösen Vorstellungen von Gericht und Gnade, in der Praxis der Justiz und der Ausübung der Macht sowie in der philosophischen Reflexion über die Grundbegriffe einer Theorie der Gerechtigkeit wird ein Zusammenhang rekonstruiert, der sowohl das theoretische Nachdenken als auch die praktische Umsetzung von Gerechtigkeitsvorstellungen in der russischen Kultur und Gesellschaft prägt.
Populäre Wissenschaftsprosa zwischen Liebig und Haeckel
Die Studie untersucht das Spektrum populärwissenschaftlicher Darstellungsformen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und unternimmt erstmals den Versuch einer Systematisierung des Textfeldes zwischen Justus von Liebig und Ernst Haeckel.
Die populäre Wissenschaftsprosa wird über ihre textuellen Verfahren, ihre gattungs- und medienspezifischen Darbietungsansprüche erschlossen. Leitend ist dabei die These, dass Popularität als eigenständiges Textmerkmal zu verstehen ist und maßgeblich vom rhetorischen Konzept der Evidenz und von Techniken der Veranschaulichung, des Sichtbarmachens und Vor-Augen-Stellens abhängt. Die Arbeit untersucht unter anderem populäre Briefe, Zeitschriften, Lexika, Hand- und Lehrbücher ebenso wie weltanschauliche Streitschriften. An all diesen Quellen lässt sich zeigen, wie sich die Entstehung und Professionalisierung und die Verbreitung und Popularisierung moderner Wissenschaftsdisziplinen wechselseitig bedingen.
Zur Funktion narrativer Strukturen in Wolfgang Koeppens "Das Treibhaus" und Uwe Johnsons "Das dritte Buch über Achim"
Am Beispiel der Romane Uwe Johnsons und Wolfgang Koeppens profiliert die Studie den Begriff der politischen Literatur: Es wird gezeigt, dass nicht allein die Inhalte, sondern vor allem die Form, die Art und Weise des Erzählens, konstitutiv für die politische Qualität von Literatur ist.
Mareike Gronich geht der Frage nach, inwieweit die narrative Struktur und die Sprache eines Prosatextes jenseits der auf der Inhaltsebene verhandelten Themen eine politische Dimension entfalten können. In der Studie wird ein an Hannah Arendts Denken angelehnter literatur- und politiktheoretischer Ansatz entwickelt, mit dem sich die politische Dimension der Form in ihrer ästhetischen Verfasstheit sowie auch in ihrem politischen Wirkungspotenzial beschreiben lässt. Die Romaninterpretationen zeigen, dass Erzählen auch dann politisch sein kann, wenn es sich nicht explizit – kritisch oder affirmativ – zu politischen Inhalten positioniert, sondern sich stattdessen auf ›das Politische‹ richtet und dies erzählend mitgestaltet.
Figures of Excess in Seventeenth-Century European Art and German Literature
What is the Baroque? Where did it come from and where did it go? Why do we have to ask these questions? Because art historians seem largely satisfied with their answers and most scholars of German literature are not satisfied, yet have stopped asking.This book discerns in the Baroque an aesthetic phenomenon that crosses both media and national boundaries in its celebration of excess and its disintegration of system, unity, and identity. The compositional principles and theoretical implications of the Baroque, as it first arose in Italian art, find expression in German poetics, drama, poetry, and narrative – expression accessible only through resolute close reading. Readings of Bernini, Borromini, Velázquez, Rubens, Fracanzano, and de Hooch precipitate readings of Opitz, Gryphius, Fleming, Zesen, Hoffmannswaldau, and Grimmelshausen, demonstrating that seventeenth-century German literature both is Baroque and confirms what the Baroque is.
Stendhal und die Entstehung des Realismus
1814 kehren die bourbonischen Könige nach Frankreich zurück, »um die letzten Wunden der Revolution zu schließen«. Stendhals literarisches Werk begehrt gegen diese Politik einer unmöglichen Wundheilung auf. Seine Romane untergraben den restaurativen Wunsch nach Vergessen und der Wiederherstellung einer alten politischen Ordnung. Sie halten die revolutionären Wunden offen.

In seinem realistischen Projekt verdichtet Stendhal das politische Scheitern der Restauration und verschiebt es in sexuelle Phantasmen. Weibliches Begehren trifft auf kastrierte Männlichkeit. Anna-Lisa Dieter zeichnet diese Dynamik in Lektüren der beiden Restaurationsromane "Armance" und "Le Rouge et le Noir" nach. Realistische Poetik entsteht aus der Abwehr der Restauration. Die Restauration tritt aus dem langen Schatten der Revolution heraus und erweist sich als Schlüsselepoche der französischen Literatur im 19. Jahrhundert.
Eine Kulturgeschichte
Von den Wissenschaften weitgehend vergessen, doch allgegenwärtig in der heutigen Kultur: Die Seele. Wie ist dieser „Seelenverlust“ zu erklären, und wie kommt es, dass die Seele heute wieder so populär ist? Das Buch erzählt die faszinierende Geschichte der Seele im 20. Jahrhundert aus kulturwissenschaftlicher Sicht. Zu Beginn des Jahrhunderts fester Bestandteil kultureller Debatten zwischen Psychologie, Philosophie, Religionswissenschaft, Literatur und Politik, erfuhr die Seele nach 1950 einen großen Aufschwung außerhalb der Universitäten und wurde zum zentralen Bezugspunkt populärer Kultur – von alternativen Therapieformen bis hin zu Literatur, Film, neuen spirituellen Bewegungen sowie ökologischen und politischen Programmen. Die Analyse zeigt, dass Seelenkonzepte wichtige Träger von Religion in einer nur scheinbar säkularisierten Moderne sind.
Ideen, Konzepte, Wahrnehmungen
„Gerechtigkeit bildet einen zentralen Grundsatz des gesellschaftlichen Lebens überhaupt und ist aus der moralischen Reflexion sowie aus der normativen Gestaltung des menschlichen Zusammenlebens nicht wegzudenken.“ Weil dem so ist, haben sich Menschen schon immer und ohne, dass das Thema jemals an Aktualität eingebüßt hätte, mit der Frage beschäftigt, was Gerechtigkeit sei und wie sie sich verwirklichen lasse.Das betrifft die Frage nach einem gerecht gestalteten menschlichen Zusammenleben ebenso wie die Frage nach einer angemessenen Verteilung von Gütern und Lasten, Rechten und Pflichten in einer Gesellschaft. Letzten Endes aber ist das Nachdenken über gerechte gesellschaftliche Verhältnisse unweigerlich verbunden mit der Frage nach der Gerechtigkeit von Machtverhältnissen und damit von Herrschaft.
Author: Paweł Zajas
Die auswärtige Kulturpolitik ist kein genuines Objekt der Literaturwissenschaft. Dennoch beeinflussen kulturpolitische Vorüberlegungen ganz wesentlich auch die Verlagspraxis. Und umgekehrt: Verleger, Autoren und Kulturvermittler werden mitunter zu relevanten Mittlern im kulturpolitischen Spannungsfeld.Auch die Verlagspraxis im Bereich der Übersetzungsliteratur bedarf einer neuen literatursoziologischen Vermessung. Der Band bietet Einblicke in (Verlags-)Archive, die es erlauben, das Verhältnis zwischen Literatur und Politik neu zu denken. Zugleich werden Selektions- und Produktionspraktiken im Literaturbetrieb analysiert, die sich üblicherweise der Forschung entziehen.
Thomas Bernhard nörgelt am Steinhof: Zwischen Sprechen und Schweigen, Atemnot und Wahnsinn, Komik und Tragik wird das österreichische Enfant terrible neu gelesen. Die in der Tradition der russischen Germanistik verfasste Studie versucht – interkulturell und interdisziplinär – aufzuzeigen, wie die kalkulierte Bernhard’sche Schreibweise zwischen seiner Produktions- und Rezeptionsästhetik oszilliert, und eröffnet dadurch überraschende Wege zu einer neuen Lektüre des vertrauten Stils. Im Spannungsfeld zwischen der „untauglichen“ Sprache und dem „unmöglichen“ Dialog werden von dem österreichischen Meister neue Methoden erzeugt, die seine „Textbestattung“ und „Selbstgesprächigkeit“ in tiefere rezeptive Funktionalität und Wirksamkeit wenden und von einem komplexen künstlerischen „System Bernhard“ sprechen lassen.
Zur Geschichte von Kalkül und Einbildungskraft
Von Gefahren ist täglich die Rede. Doch die Kulturwissenschaften und Sozialwissenschaften beschäftigen sich hauptsächlich mit Form und Logik des Risikos. Das will dieser Band ändern, indem er eine kultur- und medienhistorische Genealogie der Gefahr und ihrer Vorstellungsräume im Verhältnis zum Risiko liefert.
Die Entstehung des Risikos und die Geschichte seiner kalkulativen Minimierung im frühneuzeitlichen Versicherungswesen sind gut erforscht. Aber wie steht es um die scheinbar existenzielle „Gefahr“? Sie gerät erst viel später, mit einem verhältnismäßig winzigen Kapitel in Clausewitzʼ posthumen Riesenwerk Vom Kriege (1832–1834), in den Fokus. Clausewitz erkennt, dass die Gefahr immer auch ein Wahrnehmungsproblem ist, ein ästhetisches Konstrukt, das angewiesen ist auf ein Bewusstsein für die technische Vermittlung der Eindrücke.