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Mit Automatismen zwangsläufig verbunden ist die Frage nach dem Selbst und nach den Bedingungen, die es hervorbringen.
Automatismen setzen ein "Selbst" einerseits voraus, andererseits ist zu fragen, wie ein "Selbst" entsteht, wie es sich stabilisiert und reproduziert, und welchen Anteil hieran wiederum Automatismen haben. Auf Seiten der Technik kann das Konzept der Automatismen abgegrenzt werden gegenüber Theorien zum Automaten. Im Fokus des Bandes stehen Selbsttechnologien in einem umfassenden Sinne: kulturelle Muster der Selbstkonstitution, Prozesse der Selbststeuerung und Praktiken der Selbstführung wie auch Formen des Selbstmanagements.
Niklas Luhmann in Amerika
Dieses Buch stellt Niklas Luhmanns weithin bekannten Begriff der Beobachtung zweiter Ordnung auf detaillierte und innovative Weise in den Zusammenhang der historischen Forschung.
Obwohl der Begriff der Beobachtung zweiter Ordnung in Luhmanns deduktivem Gedankengebäude einen ausschließlich theoretischen (genauer gesagt epistemologischen) Status hatte, wurde er vor allem von Kulturhistorikern als Instrument für das Verständnis und die Aufbereitung vergangener Situationen genutzt. Der vorliegende Band hebt derartige Ansätze auf eine neue, systematische Ebene. Er bietet nicht nur eine tiefgehende philosophische Kritik des Begriffs der Beobachtung zweiter Ordnung an und für sich, sondern präsentiert erste vergleichende Studien zur Geschichte der Beobachtung zweiter Ordnung in Europa und Südamerika seit der Mitte des siebzehnten Jahrhunderts.

Author: Marcel Mauss
Translator: Andreas Haarmann
Das Handbuch der Ethnographie basiert auf den stenographierten Mitschriften der Vorlesungen von Marcel Mauss, die er von 1926 bis 1939 jedes Jahr am Institut d’Ethnologie der Universität Paris gehalten hat. Seine Schülerin, die Afrikanistin Denise Paulme, hat es 1947 herausgegeben. Dieses Handbuch, das nun zum ersten Mal in deutscher Übersetzung vorliegt, spiegelt die methodischen Leitfäden und thematischen Schwerpunkte wider, die Marcel Mauss ins Zentrum der ethnologischen Ausbildung gesetzt hat. Mauss, der, abgesehen von einer Reise nach Marokko, niemals selbst Feldforschung betrieben hat, wusste mit seiner überragenden Lehr- und Forschungstätigkeit gleichwohl eine ganze Phalanx französischer Ethnologen, Philosophen und Altphilologen auszubilden, von denen Roger Caillois, George Devereux oder Germaine Dieterlen nur die bekanntesten sind. Wir waren, so schrieb er 1930 im Rückblick, bei der Entdeckung dieser neuen Wissenschaft, »Verlorene im Wald, die sich nur orientieren konnten, indem sie sich gegenseitig riefen.« Dank Marcel Mauss, des großen Ethnologen der Gabe, des Opfers, des Gebets, des Mythos, der Internationalität, der Körper- und Medientechniken, hat sich dieser Wald inzwischen gelichtet.
Zwischenbilanz nach zwei Jahrzehnten
Authors: Robert Hettlage and Karl Lenz
Nach dem Fall der Mauer 1989 fanden in der DDR die ersten freien Wahlen statt. Sie besiegelten die deutsche Wiedervereinigung. Dieses Ergebnis ist genau 20 Jahre her - Zeit um Rückschau auf die Ergebnisse dieses einzigartigen Großprojekts eines geplanten gesellschaftlichen Wandels zu halten.
Die beiden Autoren greifen dafür sieben zentrale Bereiche der deutschen Sozialstruktur heraus und überprüfen den seit 20 Jahren in Gang befindlichen Transformationsprozess. Es sind dies die Bereiche:
Demographie und Familie, Politik und Parteien, Recht und Verfassung, Wirtschaft und Arbeit, Bildung und Wissen, Wohlfahrt und Lebensstile, Religion und Weltanschauung.
Abgerundet wird diese Bilanz durch einen Ausblick auf die Zukunft der deutschen Integration in Europa. Thematisch ist dieses Buch eine Weiterführung der Forschung, die beide Autoren seit 1989 unternommen haben.
Praktische Problemkonstellationen
Unbestimmtheit ist ein Signum der modernen Gesellschaft. Dieses Buch diskutiert diese These und lotet aus, inwiefern Unbestimmtheit nicht nur eine Herausforderung für die moderne Gesellschaft darstellt, sondern auch eine Ressource gesellschaftlicher Praxis ist.
Die moderne Gesellschaft vor dem Hintergrund von Risiko, Unsicherheit oder Kontingenz zu beschreiben, ist ein soziologischer Allgemeinplatz. Der Band knüpft zwar an derartige Diagnosen an, es geht ihm aber um etwas anderes: darum, dass die Gesellschaft sich erstaunlicherweise an ganz unterschiedlichen Stellen Unbestimmtheiten zumutet. Dabei ist es interessant zu beobachten, dass Unbestimmtheit in vielen Fällen nicht etwa das Problem darstellt, sondern vielmehr eine Problemlösung. Was diese Konstellation über die moderne Gesellschaft verrät, dieser Frage will dieses Buch anhand unterschiedlicher Beispiele nachgehen.
Niklas Luhmann und die Grenzen der Aufklärung
Author: Norbert Bolz
Luhmann hat Konjunktur und das hat zwei Gründe: Erstens hat außer ihm niemand den Mut zur Gesellschaftstheorie. Zweitens hat Luhmann als Soziologe keine Angst vor der Philosophie. – Er nimmt es mit jedem auf.
Mit Luhmann kann es einem gehen wie bei der Lektüre von Hegels Phänomenologie des Geistes: Man bekommt als Leser rasch das Gefühl, jeder Gedanke, jede Theorie sei hier schon gedacht, genau platziert und »aufgehoben«. Am Ende der Phänomenologie des Geistes ist der blinde Fleck
»aufgehoben« – das aber gibt es bei Luhmann nicht. Luhmann will nicht fortsetzen, sondern radikal neu anfangen. Deshalb tritt bei ihm an die Stelle der Tradition der Kriti- schen Theorie die Theorie des blinden Flecks. Der blinde Fleck ist die Bedingung der Möglichkeit von Beobachtung. Und jede Erweiterung unseres Blickfeldes verdanken wir einem neuen blinden Fleck. Dass man nicht sieht, ist aber nicht das Problem, sondern vielmehr: Man sieht nicht, dass man nicht sieht; die Blindheit wird nicht wahrgenommen.
Durch ihre Selbstanwendung macht sich die Theorie des blinden Flecks immun gegen Kritik. Norbert Bolz benennt in Ratten im Labyrinth klar die notwendigen Sichtbeschränkungen einer großen Theorie und fragt, ob die Systemtheorie überhaupt in den Blick bekommen kann, was wirklich zählt.

Gedichte aus Luhmanns Welt
Friedrich Rudolf Hohl (1916–1979) war der engste Freund des Soziologen Niklas Luhmann. Außer ihrem Studienfach (Jura) teilten Hohl und Luhmann die Liebe zur Philosophie und zur Kunst. Der geistige Austausch war der Motor ihrer Beziehung.
Nachdem Hohl, von Schmerzen gequält, in den 60er Jahren seine Tätigkeit als Jura-Dozent aufgeben musste, konzentrierte sich sein Leben auf das Schreiben von Gedichten. Luhmann bestärkte ihn darin. Seinen Vorschlag, die Gedichte zu veröffentlichen, setzte Hohl nie in die Tat um. Hohls Nachlass, aus dem diese Erstveröffentlichung schöpft, umfasst etwa 470 handgeschriebene Gedichte. Niklas Luhmann bezeichnete die Gedichte seines Freundes Hohl als ›Denkgedichte‹. Der wichtigste Berührungspunkt war für die beiden Freunde die von Luhmann kreierte Systemtheorie, deren Kerngedanken Hohl in die poetische Sprache einzuführen versuchte.
Grenzen und Möglichkeiten einer Forschungsperspektive
Soziologische Forschungen zu kollektiver Gewalt haben Genozide bis heute selten explizit in den Fokus genommen. Friedrichs Studie zeigt in einer kritischen Rekonstruktion zentraler Ansätze soziologisch orientierter Beschäftigungen mit Gewalt, dass dieses auffällige Desiderat bereits im Theoriedesign und den Paradigmen der jeweils zugrunde gelegten Analysemodelle begründet ist.
Entwickelt wird ein analytischer Ansatz, mit dem die Soziologie Antworten auf die Frage geben kann, wie sich eine »genozidale Gesellschaft« konstituiert, in der Völkermorde als politische Option erscheinen und eine Verwirklichung erfahren.
Tausch gegen Gabe – eine Kritik der symbolischen Ökonomie
Author: Elfie Miklautz
Ein Tausch ist eigennützig, eine Gabe ist selbstlos? Geschenke sind Wegezölle auf der Suche nach der verlorenen Unschuld? Oder sind Gier und Gunst gar nicht unverträglich; sondern ergeben, falls bezahlbar gemixt, eine Win-Win-Lösung – der globale Cocktail auf Gewinn und Gewissen, ausgeschüttet und gerührt? 'GESCHENKT' ist das Buch, das diese Fragen verhandelt. Miklautz erhellt das Höhlensystem des Gebens und Nehmens, wo auf verschlungenen Pfaden die Sehnsucht nach jenseitigem Verdienst auf diesseitige Dealer-Verkommenheit prallt, während das (Über-) Leben auf Verhandlungsbasis den 'Best Offer'-Seitengang ausspäht. Auch deshalb eignet sich 'GESCHENKT ' als Präsent, gern mit Hintergedanken.
Rituale des Schmerzes im europäischen und philippinischen Christentum
Selbstgeißelungen und Selbstkreuzigungen – für den westlichen Blick ebenso spektakulär wie erschreckend – sind feste Bestandteile österlicher Passionsbräuche auf den Philippinen. Alljährlich strömen Tausende von Menschen zusammen, um blutigen Kasteiungen beizuwohnen oder zu verfolgen wie sich Männer und Frauen im Nachvollzug des Leidenswege Christi ans Kreuz nageln lassen. Um solche Praktiken ritueller Selbstverletzung zu verstehen, ist zunächst eine religionshistorische Spurensuche erforderlich, die grundlegende Zusammenhänge von Körper, Schmerz und Christentum, von Leiden und Leidensgeschichte, von Imagination und Affekt rekonstruiert. Sich selbst freiwillig Schmerz zuzufügen erweist sich dabei als keineswegs urchristlich, sondern wird erst ab dem Mittelalter als Askesepraxis propagiert und später in die kolonialen Peripherien exportiert. Der Verfasser hat sich selbst auf den Weg gemacht und dokumentiert eindrücklich in Wort und Bild, was auf den Philippinen pasyon genannt wird. Das vorliegende Buch kombiniert religionshistorische Recherche und ethnographische Feldstudie. Es eröffnet Zugänge zu einer Innensicht des philippinischen Christentums, erschließt seine Binnenlogik und die Wechselbeziehungen von kolonialer Macht und lokalen Verhältnissen. Die Zusammenführung von Ethnologie und historischer Anthropologie zeigt, unter welchen Bedingungen sich Religion in der philippinischen Moderne artikuliert. Darüber hinaus wird hier ein wichtiger Beitrag zur Theoriedebatte über Körperlichkeit, Gewalt und Religion geleistet.