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Textgattungen in der Geschichte der Architekturtheorie. Ein Handbuch
In achtzehn Studien beschreiben die VerfasserInnen die Art des Redens sowie die Formen der bildlichen Mitteilungen über die Architektur und analysieren so die kommunikativen Bedingungen der Architekturtheorie. Erstmals werden in einem historischen Überblick von der Renaissance bis zur Gegenwart die verschiedenen Textgattungen wie Traktat, Dialog, Kommentar, Essay, Antikenpublikation, Ausstellungskatalog oder Architekturzeitschrift in ihrer Bedeutung als „Verträge“ zwischen den Autoren und dem Publikum in unterschiedlichen Gesellschaftskontexten systematisch untersucht.
Bei der Wahl einer bestimmten Textgattung handelt es sich nicht nur um eine wesentliche Entwurfsentscheidung von Seiten des Autors. In ihr bilden sich sowohl Traditionsbindungen als auch Innovationsschübe in der Architekturtheorie ab. Damit fungieren Textgattungen in der Architekturtheorie selbst als Agenten der Wissensproduktion, sie zeigen die kontinuierliche Weiterentwicklung und die Anpassung der Theorie an jeweils aktuelle Erfordernisse des Bauens an. Textgattungen befördern die Modernisierung der Architekturtheorie – dieser zentralen These widmet sich das vorliegende Handbuch.
100 Jahre Freistaat. Eine Raumverfälschung
Im Jahr 2018 feiert Bayern das hundertjährige Bestehen seines Freistaats; Zeit, sich an die Münchner Räterepublik und die sozialistischen Ursprünge dieses Landes zu erinnern; Zeit, die konservativen wie auch die emanzipatorischen Momente des Freistaates zu rekapitulieren; Zeit auch, die Raum- und Architekturproduktion Bayerns und seiner Hauptstadt München genauer unter die Lupe zu nehmen. Bayern, München untersucht anlässlich des hundertjährigen Bestehen des Freistaats das Städtische im Ländlichen sowie das Ländliche im Städtischen – und entfaltet ein kulturgeschichtliches Panorama, das die Höhen und Tiefen des 20. und 21. Jahrhunderts, das „Zeitalter der Extreme“ (Eric Hobsbawm), aus weiß-blauer Perspektive nachvollziehbar macht. Als Grand Tour durch die „Vorstufe zum Paradies“ (Horst Seehofer) aufgebaut, rücken auch vermeintlich abseitige Orte wie Dingolfing, Ingoldstadt, Kaufbeuren-Neugablonz oder Schweinfurt in den Blick, ebenso die „Pyramiden Bayerns“, nämlich die Architekturen des Rhein-Main-Donau-Kanals. Spekulative Projekte, die an der „University of Looking Good“ und bei c/o now entstanden, betreiben „Raumverfälschungen“ (Gustav Landauer) gegen bayerische „Dahoamigkeiten“ – und Künstler und Freistaat-Experten wie Stephan Dillemuth, Thomas Meinecke, Michaela Mélian, Andreas Neumeister, Christopher Roth oder Hito Steyerl gewähren Einblicke in ein Bayern, München, die nicht zuletzt aktuelle Themen wie Rechtspopulismus und Separatismus um prononcierte Diskussionsbeiträge bereichern.
Was Design und Marketing von Neurowissenschaft und Psychologie lernen können
Wie lässt sich mit typographischer Gestaltung die Gehirntätigkeit steuern? Warum kaufen Menschen im Supermarkt plötzlich die doppelte Menge an Dosensuppen? Und was bewirkt der Halo-Effekt beim Branding?
Es gibt viel, was Design und Marketing von Neurowissenschaften und Psychologie lernen können. Dieses Buch will Designern und Marketingexperten einen Zugang zu diesem wichtigen Bereich ermöglichen. Dazu führt es in die Grundlagen des Neuro-Designs ein und vermittelt konkrete Techniken für die Berufspraxis.
Alltagsobjekt und Wortspiel in den Pariser Bildkünsten des 19. Jahrhunderts
Author: Tobias Vogt
Marcel Duchamps Ready-mades sowie Pablo Picassos Collagen stehen paradigmatisch für den Bruch der Avantgarde mit der traditionellen Kunst. Inwiefern dies eine Konstruktion der Kunstgeschichtsschreibung ist, bringt die Untersuchung von Tobias Vogt zur Sprache wie zur Anschauung.

Das Buch behandelt das Verhältnis von künstlerischer Produktion zu handwerklichen und industriellen Herstellungsverfahren im französischen 19. Jahrhundert. Im Zentrum stehen dabei Industrieprodukte als plastisches Material, gemalte Zeitungslettern und die Arbeitsteilung vor allem in druckgrafischen Prozessen. Fallbeispiele zeigen, dass bereits die Salon-Kunst, die Pressegrafik, ein Gemälde von Claude Monet sowie das Bild-Text-Spiel des Rebus den vermeintlichen Innovationen des 20. Jahrhunderts – Collage und Ready-made – den Weg ebneten.
Das Formdenken der Moderne
Series:  Eikones
Die Bildtheorie hat sich jüngst dem Begriff der Form zugewandt. Der vorliegende Band verfolgt vor diesem Hintergrund das Ziel, den vielfältigen Zusammenhängen von Form und Bild, die in der Epoche der Moderne seit ca. Mitte des 18. Jahrhunderts zu beobachten sind, nachzugehen und ihre historischen, theoretischen und methodischen Voraussetzungen zu beleuchten. Das semantische Feld von Formbildung und Formbegriff umreißt dabei einen Gegenstandsbereich, der eine doppelte Herangehensweise nahelegt: die Untersuchung der theoretischen Implikationen von Formbegriffen der Moderne sowie die historische Analyse spezifischer künstlerischer Positionen, die in ihren verschiedenen Verbindungen untereinander erfasst werden sollen.
Praktiken lebendiger Darstellung in Literatur, Kunst und Wissenschaft um 1800
Der Band mit Beiträgen aus Literatur-, Kultur-, Theaterwissenschaft und Philosophie widmet sich Praktiken lebendiger Darstellung um 1800 und ihren Diskursen, Institutionen und gesellschaftlichen Kontexten.
Das Ideal einer lebendigen Darstellung hat um 1800 in ästhetischer Theorie und künstlerischer Praxis Konjunktur. Große Beliebtheit genießen insbesondere Präsentations- und Aufführungsformen – z.B. von Sprach- und Bildkunstwerken, aber auch von naturwissenschaftlichen Experimenten –, denen die Fähigkeit zugetraut wird, Lebendigkeit nicht nur zu reflektieren, sondern auch performativ zu erzeugen. Darauf verweist die neue Popularität von Deklamationskonzerten, Vorlesegesellschaften, Darbietungen von tableaux vivants oder von mikroskopischen und akustischen Experimenten in geselliger Runde u.v.m. In ihnen werden Prozesse der Verlebendigung als ästhetische Ereignisse erlebt, wie die Beiträge des Bandes am Beispiel von Ludwig Tieck, E.T.A. Hoffmann, Elise Bürger, Christian Gotthold Schocher, Immanuel Kant, Johann Gottfried Herder, Jakob Michael Reinhold Lenz und anderen nachvollziehen.
Claude-François Ménestrier’sTheoretical Writings on Festivals and Performing Arts: Translation and Commentary / Claude-François Ménestriers fest- und inszenierungstheoretische Schriften. Übersetzung und Kommentar
Series:  Eikones
Claude-François Ménestrier (1631–1705), Jesuit, polymath, organiser of festivals, princes’ entries, and ballets, and author of over 150 writings on emblem-atics, numismatics, heraldry, and a wide variety of festivals and public spectacles, must be considered one of the most influential early modern theoreticians on images, festivals and the performing arts. His work aims to provide a comprehensive overview of mental and material images. This trilingual anthology (in English, French, and German) is the first to present excerpts of Ménestrier’s theoretical writings on festivals and the performing arts in a modern edition. The excerpts are preceded by introductions written by internationally renowned scholars of the early modern period.
Series:  Eikones
Der Sammelband beruht auf der internationalen Tagung »Theatrale Revolten«, die im Herbst 2016 in Basel stattgefunden hat. Er vereint Beiträge zu Berührungspunkten zwischen Theater und politischer Revolte von Forscher/innen aus Literatur- und Theaterwissenschaft, Soziologie, Kunstgeschichte und Medienwissenschaft.
Im Zentrum der Untersuchungen stehen Fragen nach Formen theatraler Aktion und Interaktion: Wie werden revolutionäre Ereignisse auf der Theaterbühne verhandelt? Welche Austauschdynamiken zwischen Theater und Stadtraum, Kunst und politischer Öffentlichkeit sind zu beobachten? In welchem Verhältnis steht das Theater zu politischer Macht und Selbstermächtigung? Der Band legt dabei einen Schwerpunkt auf die visuellen und auditive Inszenierung des theatralen Protests und seinen Status als öffentliches und mediales Ereignis. Die einzelnen Beiträge widmen sich einerseits Theater- und Protestformen des 18. Jahrhunderts, andererseits solchen der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
Inszenierungen 'exotischer' Körper in früher Bildreklame
Im späten 19. Jahrhundert setzte die neu erfundene Bildreklame alles in Szene – Bilder bewarben Massenprodukte und wurden selbst zum ersten Mal massenhaft verbreitet. Vor allem ‚exotische‘ Bilder, mit denen für Produkte wie Kaffee oder Kakao geworben wurde, wurden als Spektakel erfunden, das massenhaft konsumiert werden konnte.
Dadurch wurde die Rezeption des ‚Anderen‘ grundlegend verschoben: Das ‚exotische‘ Produkt und der ‚fremde‘ Körper, mit dem es beworben wird, verschmelzen zu immer noch wirksamen Stereotypen. In der Analyse von Inszenierungen ‚exotischer‘ Körper in früher Bildwerbung wird der Frage nachgegangen, wie exotistische Werbebilder um 1900 gefasst werden können. Kunsthistorische Referenzen zu Traditionslinien der Imagination des ‚Exotischen‘ spielen dabei ebenso eine Rolle wie die Frage nach der zeitgenössischen Rezeption der Bilder im Kontext einer radikalen Veränderung der Sehkultur im 19. Jahrhundert.
Helmholtz' physiologische Grundlegung der Musiktheorie
Author: Julia Kursell
Die Theorie des Hörens von Hermann von Helmholtz kreist um eine offene Frage: Wie geschieht der Übergang von der physikalischen Schwingung zum wahrgenommenen Klang?
Helmholtz sucht die Antwort darauf nicht nur in einer Synthese des verfügbaren Wissens der Mathematik, Physik, Physiologie und Anatomie, sondern auch in der Musikgeschichte, die er als einen hörphysiologischen Langzeitversuch auffasst. Er fügt sie in sein eigenes Experimentalsystem ein, um das Wissen vom Hören aufzudecken, das in der Musik steckt. Julia Kursell zeichnet diese Experimentalisierung der Musik nach, nimmt das Verhältnis von Ohr und Instrument in den Blick und rekonstruiert die Rolle und Funktion der Musik in Helmholtz’ Theorie der Wahrnehmung.