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Kritische Perspektiven auf Sichtbarkeit und Entzug
Series:  Trajekte
Bilder von Gesichtern sind immer interpretiert und entworfen. Sie setzen weniger die konkrete Person in Szene als vielmehr das, was an ihr als bedeutsam erachtet wird. Seit Jahrhunderten konzentrieren sich auf dem Gesicht vielfältigste Deutungen, Ansprüche, Wünsche und Zuschreibungen, die einer bündig entwickelten Geschichte des Gesichts im Wege stehen.
Das Buch betrachtet religions-, wissens-, literatur- und kunsthistorische Zäsuren, in denen sich ein je neuartiger Bezug von Gesichtszeichen und Bildgebung formiert. Im Fokus stehen Positionen, die das Gesicht demonstrativ ausstellen, es verstellen oder vermeiden und aussparen. Gelöschte, geleerte, verschattete, fragmentierte, verdrehte, rückansichtige Gesichter rühren epistemologisch und ästhetisch an den Rand des Erkennbaren. Sie sind noch als Gesichter erfassbar, als lesbare Oberflächen werden sie jedoch prekär und gehen nicht länger in Gewissheit und Wiedererkennung auf.
Author: Robert Abels
Kein Komponist vor J. S. Bach hat in den letzten Jahrzehnten eine so konstante und vielfältige Rezeption durch zeitgenössische Komponisten erfahren wie Carlo Gesualdo, der Fürst von Venosa (1566–1613). Die intensive Darstellung von Liebesqualen, Schmerz und Schuld in seinen späten Madrigalen und geistlichen Werken befremdet und fasziniert uns auch heute noch aufgrund des Dissonanzenreichtums und der harmonischen Kühnheiten dieser Musik, auch wenn der »Gesualdo-Mythos«, der all dieses auf die Ermordung seiner ersten Ehefrau zurückgeführt hat, durch eine mehrfache Kontextualisierung des Spätwerks leicht zu entkräften ist. Die Vielfalt möglicher Rezeptionsweisen dieser Musik (Edition, Aufführung, wissenschaftlicher Text etc.) wird am Beispiel Wilhelm Weismanns, Paul Hindemiths und Igor Strawinskys dargestellt, bevor dann am Beispiel Jürg Baurs und Klaus Hubers zwei möglichst gegensätzliche kompositorische Auseinandersetzungen aus intertextueller Perspektive untersucht werden.
Der hohe gesellschaftliche Stellenwert von Wissen schien bis vor Kurzem auch in den Künsten die Bedeutung von Arbeit als einem Überrest des Industriezeitalters verdrängt zu haben. Jedoch kehrt die Arbeit, mit der es Kunstschaffende aller Disziplinen heute ganz unmittelbar zu tun haben, in einer neuen, wissensorientierten Form zurück. Der Band untersucht diese neue Konfiguration von Kunst, Wissen und Arbeit. Hierfür stehen die Künste des 20. und 21. Jahrhunderts im Mittelpunkt, sowie ein Befragen zeitgenössischer Bildender Künstler/innen und Musiker/innen nach ihren eigenen, über ihre Künste hinausgehenden, Arbeitserfahrungen. Dieser unmittelbare Blick auf das Zusammenspiel von Wissen der Künste und Wissen der Arbeit wird im Kontext der bereits vielschichtigen, jedoch bei Weitem nicht ausgehandelten Beziehungen zwischen Kunst und Arbeit im postindustriellen Zeitalter beleuchtet.
Acht Beiträge
Das Eigene der Bilder will gesehen, muss verstanden werden – und in Worte gefasst. Klaus Krüger gelingt dies mit besonderer Konsequenz und Eindringlichkeit.
Die acht hier vorgelegten Beiträge aus den Jahren 1993 bis 2010 behandeln Dispositive der Betrachtung, Ordnungen des Sehens und Schichtungen der Bilder, wobei der Untersuchungszeitraum vom Mittelalter über die frühe Neuzeit bis in die Moderne und Gegenwart reicht. Zudem stellt Klaus Krüger eine Reihe von Begriffen zur Diskussion, die nicht nur im aktuellen Diskurs des Faches Kunstgeschichte, sondern weit darüber hinaus den Blick auf das genuin Visuelle und den darin sich eröffnenden Spannungsraum zwischen Gegenwärtigkeit und Imagination erhellen.
Phänomenologische, hermeneutische und bildungsphilosophische Zugänge
Was ist Musik? Diese musikphilosophische Fragestellung bildet den Ausgangspunkt von Josephine Geislers phänomenologischer Untersuchung, die einen wichtigen Beitrag zur anthropologischen Grundlagenforschung liefert.
Geisler greift in diesem Zusammenhang nicht nur auf die Phänomenologie der Tonwahrnehmung Husserls zurück, sondern auch auf Helmuth Plessners ästhesiologische Schriften, die bisher kaum rezipiert wurden. Auch Günther Anders' musikphänomenologische Habilitationsschrift - noch nicht veröffentlicht und daher wenig bekannt - dient als theoretische Grundlage. Anhand dieser drei Autoren legt die Arbeit mit den Kategorien Zeitlichkeit, Leiblichkeit und Gestimmtheit anthropologische Konstanten des Verhältnisses Mensch-Musik frei und verweist damit auf den normativen Eigensinn des besonderen Wahrnehmungsereignisses Musik.
Bildanschauungen und Blickoperationen mit Martin Heidegger und Michael Brötje
Author: Jürgen Stöhr
Im Zentrum des Buches steht ein bisher unberührtes Vermächtnis: die kunstwissenschaftlichen Schriften von Michael Brötje. In ihnen kann man eine fast vergessene Innovativität bildtheoretischen Denkens entdecken.
Brötje war eine aus der Zeit gefallene Ausnahmeerscheinung, ein wunderbares Fossil. Einerseits ging es in seinen genial akribischen und kühn-exzessiven Bildanschauungen permanent um ein Klima der Transzendenz und Evidenz. Andererseits erlebt man ein phänomenologisches Detailsehen, das vielen zeitgeistigen Tendenzen weit überlegen ist. Jürgen Stöhr nähert sich diesem zwiespältigen existential-hermeneutischen Erbe in einer dekonstruktivistischen Lektürebewegung an und stellt das Ganze in einen fiktiven narrativen Rahmen. Denn um das bildanalytische Vermächtnis aufnehmen und aktualisieren zu können, bedarf es eines ironischen Verfahrens, das ständig zwischen getreuem innerem Nachvollzug und systematischer Distanz in der Schwebe bleibt. Acht konkrete und ausführliche Bildbetrachtungen von Meisterwerken von Giotto über Caravaggio und Dürer bis van Gogh erläutern und erproben dabei das methodische Vorgehen.
Das Helldunkel in Malerei und Film
Zwischen der Malerei der Frührenaissance und dem Film der 1920er bis 1940er Jahre gibt es deutliche Unterschiede, aber auch Gemeinsamkeiten. In beiden verschiedenen Medien gewinnen jeweils andere Aspekte von Realitätskonzepten an Bedeutung. Es ist in diesem Zusammenhang sinnvoll, von einer Konkretisierung künstlerischer Gestalt aus der Materie auszugehen. Unter dem Begriff der Apparition, d. h. der grundsätzlichen Möglichkeit des Erscheinens und Auftauchens von Körpern im Bild, kann diese in der vorliegenden Arbeit fruchtbar gemacht werden. Welchen Vorteil aber hat die Verwendung des Begriffs der Apparition gegenüber üblicheren Umschreibungen wie der figürlichen oder der körperlichen Darstellung genau? Warum erscheint das Helldunkel für eine Analyse der Apparition besonders geeignet? Welchen Mehrwert bietet dabei der Vergleich von Malerei und Film?
Das Dokument in den Künsten
Welche dokumentarischen Verfahren lassen sich in den Künsten ausmachen? Wie werden Dokumente produziert, arrangiert, montiert und transformiert? Wie erzeugen dokumentarische Praktiken Evidenzeffekte?
Seit einigen Jahren zeichnet sich in den Künsten ein zunehmendes Interesse an dokumentarischen Praktiken ab. Das Dokumentarische bezeichnet die Relationen zwischen Dokumenten, KünstlerInnen und BetrachterInnen, in und durch die künstlerische Bezüge zur Lebenswelt verhandelt werden. Der Begriff der Evidenz ist in diesem Kontext geeignet, Verfahren der Sichtbarmachung und Darstellung sowie Strategien der Beglaubigung, des Beweises zu untersuchen, wie sie für dokumentarische Praktiken kennzeichnend sind. Damit treten jene Ambivalenzen von Augenfälligkeit, Opazität, Wahrscheinlichkeit, Wahrheit, Fakt und Artefakt in den Blick, die eine einfache Referenzlogik von Repräsentation und Repräsentiertem suspendieren.
Eine Re-Lektüre
Der Musikhistoriker Carl Dahlhaus, eine der prägenden Figuren der westdeutschen Musikwissenschaft nach 1945, gehört zu den wenigen Musikwissenschaftlern, die jenseits der Fachgrenzen international Beachtung fanden.
Dahlhaus gelang es, sein stets musikbezogenes Denken aus einem Horizont zu entwickeln, der Geschichts- und Literaturwissenschaften sowie Philosophie einschloss. Noch immer werden seine Werke im fächerübergreifenden Diskurs zitiert. Parallel zur weltweiten Rezeption begann in den frühen 1990er Jahren eine kritische Auseinandersetzung mit den historiographischen und methodologischen Voraussetzungen von Dahlhaus‘ Musikgeschichtsschreibung. Vor dem Hintergrund gegenwärtiger Herausforderungen unterzieht der Band die Grundlagen der Musikgeschichte einer erneuten Lektüre.
Stefano della Bellas Radierungen zu den Reiterfesten am Florentiner Hof 1637-1661
Author: Martina Papiro
Der Graphiker Stefano della Bella (1610 – 1664) schuf die Radierungen zu den Reiterfesten des Florentiner Hofs, die der Illustration gedruckter Festbeschreibungen dienten. Solche Auftragswerke waren im 17. Jahrhundert längst etablierte Formen höfischer Repräsentation. Doch della Bellas Radierungen setzten in der Festpublizistik neue Maßstäbe: Erstmals wurden nicht nur die Kostüme und Dekorationen dokumentiert, sondern auch die Aufführungen selbst. Konzept und Choreographie der Reiterfeste fanden auf della Bellas Blättern eine eigenständige künstlerische Umsetzung. Martina Papiro analysiert die Darstellungsstrategien della Bellas und untersucht Kontext, Funktionsweisen und die europaweite Rezeption seiner innovativen Radierungen.