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Gefühlspolitik im Drama des 18. Jahrhunderts
Diese Studie findet einen neuen Zugang zur Literatur des 18. Jahrhunderts, indem sie die Dramen Goethes, Schillers, Voltaires und Diderots sowie die populären Unterhaltungsdramen Ifflands und Kotzebues im Kontext des politischen Spannungsfeldes von Agonalität und empfindsamer Ethik deutet. Agonalität, also Wettstreit und Konkurrenz, ist für die Konstitution politischer Gemeinschaften wesentlich. Gruppen, Parteien und Individuen kämpfen im Feld des Sozialen um Teilhabe. Damit einher geht die Gefahr der Eskalation, der gewaltsamen Austragung von Konflikten, sei es durch Aufstände, Revolutionen oder Kriege. Die Aufklärung reagiert auf diese Gefahr mit dem empfindsamen Konzept der allgemeinen Menschenliebe, die soziale Spannungen ausgleich soll. Die Studie zeigt anhand eines Korpus von über 80 Dramen, wie die gegenläufigen Phänomene von Agonalität und Menschenliebe die europäische Dramenproduktion der Zeit prägen und die Bildung neuer Gattungen wie das rührende Schauspiel vorantreiben.
Wie sind die modernen Geistes- und Sozial-, kurz Humanwissenschaften entstanden, was leisten sie und was nicht? Antworten auf diese Frage liefern historisch detaillierte Rekonstruktionen der Weise, wie die Humanwissenschaften Europas in den verschiedenen Stadien ihrer Entwicklung Erkenntnisfortschritte erzielten und aktuell erzielen. Das Buch skizziert hierzu Entwicklungsgeschichten von je vier Schlüsseldisziplinen der Sozial- und Geisteswissenschaften: Politikwissenschaft, Wirtschaftswissenschaft, Soziologie, Psychologie; Jurisprudenz, Geschichtswissenschaft, Philologie, Philosophie. Elementare Unterscheidungen des Common Sense dienen dabei als Analyseinstrumente und Wegweiser. Kultur- und wissenschaftshistorisch zweckmäßig verwendet, könnten sie den schwindenden Sinn für die Einheit der Humanwissenschaften in der Vielfalt ihrer Stimmen neu beleben. Das Buch plädiert in diesem Sinne für eine Reform und die Neubelebung allgemeinbildender Klassikerstudien.
Russland in den expressionistischen Zeitschriften Der Sturm und Die Aktion (1910–1932)
Wie ‚international‘ waren historische Avantgarden und welche Rolle spielten nationale Imagines? Das Berlin der 1910er und 1920er Jahre war ein Schmelztiegel aus innovativen Kunstprojekten und weitläufigen Kontakten im europäischen Kontext. In dieser Atmosphäre riefen Herwarth Walden und Franz Pfemfert die Periodika Der Sturm und Die Aktion ins Leben, die sich zu den wichtigsten Foren der expressionistischen Bewegung entwickelten. Die Beiträger*innen entdeckten ‚Russland‘ als vitalistische Quelle und als Ausweg aus dem morbiden und dekadenten Zustand der ‚westlichen Moderne‘. Die vorliegende Monografie untersucht Rezeptionsmechanismen von Kunst, Literatur und Politik aus Russland sowie Konstruktionen des ‚Russischen‘ ausgehend vom ‚eigenen‘ Gruppenverständnis im Sturm- und Aktionskreis von 1910 bis 1932.
Eine Medien-Wissen-Konstellation
Author:
Die Studie untersucht das vielschichtige Verhältnis der literarischen Moderne zur visuellen Ökonomie. Der Fokus liegt weder auf dem Sehen als Metapher noch als Motiv, sondern auf Schreibverfahren der Sichtbarmachung. Methodisch gerahmt wird die Untersuchung durch eine reflexive Form der Literaturgeschichtsschreibung, nämlich der Konstellationenanalyse. Diese fragt nach dem spezifischen Einfluss von Medienkonzepten (etwa Schaufenster, Großaufnahme, Diagramm) und Wissenselementen (etwa Warenfetisch, Dauer, Optisch-Unbewusstes). Diese, so die leitende These der Studie, führen in der Schwellenzeit zwischen 1910 und 1940 zu einem neuen Selbstverständnis der Literatur als einem Medium der Sichtbarmachung von geschichtlichen Zusammenhängen (Benjamin, Kracauer, Musil), Formen der Subjektivität (Müller, Döblin), ökonomischen Bedingungsverhältnissen (Kafka, Schnitzler, Baum) und Affizierungsprozessen (Döblin, Brecht, Keun).
Die musikalische Schrift dient nicht bloß zur Repräsentation von bereits bestehenden oder imaginierten Klängen, sondern eröffnet eine Szene des musikalischen Denkens, die durch die vier Dimensionen Operativität, Materialität, Ikonizität und Performativität abgesteckt ist. Damit entwerfen wir die Szene des musikalischen Denkens wie eine musikalische Schreibszene. Der theoretische Anspruch des Bandes macht es erforderlich, eine Pluralität von Schreibszenen zu betrachten. Es finden sich neben allgemeinen schrifttheoretischen Ansätzen vor allem Texte, die sich mit Schreibszenen aus verschiedenen Epochen und Kulturkreisen befassen. Die in diesem Band versammelten Beiträge gruppieren sich um sieben Kategorien: Schrift, Performanz, Geste; Materialität, Autograph und Textdynamik; Schrifttheorie und Operativität; Schrift, Mündlichkeit und Erinnerung; Musiknotationen und anderer Schriftsysteme; Schrift und Digitalität; Notation und Bildlichkeit.
Open Access
Begriff – Wahrnehmung – Installationen der zeitgenössischen Kunst
Author:
Digitale Codes bleiben in der Regel der Wahrnehmung entzogen, doch in Installationen der zeitgenössischen Kunst ist der Status zwischen immateriellem Code und sichtbarer Erscheinung künstlerisch reflektiert und ikonisch gewandelt.
Die Studie zeigt dies entlang eines Dreischritts: Die Theorie des Codes legt zunächst die Begriffsgeschichte des Codes dar und verleiht einem facettenreichen Begriff Kontur, indem sie dessen Verwendung in verschiedenen Forschungsdisziplinen systematisch analysiert. Die sodann entwickelte Ästhetik des Codes denkt Code, Bild und Erscheinung zusammen, legt den Fokus auf wahrnehmungsästhetische Fragestellungen und das transformative Potenzial des Codes. Im Zentrum einer Aisthesis des Codes stehen schließlich zeitgenössische Installationen, die sich durch generative Codierungsprozesse und codereflexive Verfahren auszeichnen. Detaillierte Analysen der installativen Arrangements zeigen auf, wie Code und Erscheinung in ein oszillierendes Wechselspiel versetzt werden.
Flüchtigkeit und Performativität in der Gegenwartslyrik aus Québec: Rosalie Lessard, François Rioux, Maggie Roussel
Wie können Gedichte das Flüchtige – l'éphémère, le fugitif – nicht nur zum Thema und Motiv machen, sondern selbst erzeugen? In Gedichtbänden von Rosalie Lessard, François Rioux und Maggie Roussel charakterisiert Flüchtigkeit das Lebensgefühl in einer schnelllebigen, globalisierten und digitalisierten Welt. Sie geht dabei Hand in Hand mit dem Performativen. Doch Flüchtigkeit ist keine Erfindung der Gegenwartspoesie. Die Studie klassifiziert verschiedene, auch zeitspezifische Erscheinungsweisen des Ephemeren anhand eines neuen Merkmalkatalogs und präsentiert Kategorien performativer Verfahren der Nähe und Distanz. Bestimmte performative Strategien der Gedichte machen das Flüchtige im Akt der Lektüre spürbar. Gezeigt wird, dass es ein besonderer Bezug zum Performativen, zur Performance und zum Flüchtigen ist, der die aktuelle Poesie in Québec zu einem eigenen Phänomen macht.
Robert Musils Schweizer Exiljahre 1938-42
Series:  Musil-Studien
Author:
Der Jahrhundertroman "Der Mann ohne Eigenschaften" blieb unvollendet, als der Schriftsteller Robert Musil 1942 beinahe mittellos im Genfer Exil verstarb. Der vorliegende Band macht es sich zur Aufgabe Robert und Martha Musils Exiljahre in der Schweiz nachzuzeichnen, von ihrer Ankunft in Zürich über den Umzug nach Genf und schließlich die Weiterreise Martha Musils nach Rom. Basierend auf den Dokumenten des Genfer Dossiers, die 2012 öffentlich zugänglich wurden und hier abgedruckt sind, wird deutlich, dass der Aufenthalt des Ehepaars Musil in der Schweiz keinesfalls selbstverständlich war. Neben diesen Aufzeichnungen über die Verhandlungen zum Aufenthalt finden sich weitere wertvolle Informationen, die es erlauben, das prekäre Leben Musils in der Schweiz zu rekonstruieren.
Paradoxe Subjekte denken und erzählen in den 1970er Jahren
Author:
Die Rückkehr zum Ich in der Strömung „Neue Subjektivität" erweist sich als hochgradig zweischneidiges Unterfangen: Das Subjekt wird als Instanz der Befreiung angerufen und zugleich als Ort der inneren Vergesellschaftung offenbart. Das ist die paradoxe Subjektkonstitution, welche die Studie für die untersuchten Texte identifiziert. Und gerade in dieser Hinsicht partizipieren literarische und subjekttheoretische Texte dieser Jahre an derselben Konstellation. Die Untersuchung rekonstruiert das Subjektdenken und -erzählen an u.a. Roland Barthes, Thomas Bernhard, Peter Handke, Herbert Marcuse oder Verena Stefan und stellt die Frage, auf welche Weise das Subjekt in den Fokus gerät. Dabei wird deutlich, dass viele Texte ihren Fluchtpunkt – nämlich das private, authentische Subjekt – als emanzipative Kraft bereits in Frage stellen und die Paradoxie offenlegen, dass die radikalste Umsetzung individueller Selbstbestimmung zu einer Entleerung des Subjekts führt.
Was versteht der große Philosoph der Freiheit, Hegel, unter dem Begriff, der seinen Untersuchungen zugrunde liegt? Ist Hegels Theorie der Freiheit liberal zu verstehen? Oder ist ihm eine Art von Totalitarismus zuzuschreiben, in dem von persönlicher Freiheit keine Rede sein kann? Um diese und viele andere Fragen zu beantworten, macht es sich die vorliegende Studie zur Aufgabe, Hegels „Grundlinien der Philosophie des Rechts“ philosophisch zu rekonstruieren und seinen Argumentationsgang deutlich darzustellen.