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Die Moderne im Nationalsozialismus
Author: Andreas Hüneke
Erstmals seit Jahrzehnten liegt mit diesem Buch wieder ein Überblick über die Verfolgung der künstlerischen Moderne durch die Nationalsozialisten vor.
Die Nationalsozialisten haben die »Argumente«, mit denen die künstlerische Moderne verspottet und beschimpft wurde, nicht erfunden, sondern die Äußerungen des Unverständnisses und der Ablehnung begleiteten den Aufstieg der modernen Kunst von Anfang an. Auch solche Anschauungen fallen – sofern sie nicht juristisch relevante Tatbestände erfüllen – unter das Recht auf freie Meinungsäußerung in einer Demokratie. Das Besondere nationalsozialistischer Kunstpolitik liegt in dem Umstand, dass diese privaten Meinungen staatlich sanktioniert und zum Leitfaden für das Handeln öffentlicher Einrichtungen und schließlich des Staates selbst umfunktioniert wurden. Die moderne Kunst wurde öffentlich an den Pranger gestellt.
Ist die Moderne tatsächlich unsere Antike, wie man auf der documenta XII behauptete? Keine Epoche hat die Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts so nachhaltig mit neuen Ideen, künstlerischen Konzepten, Programmschriften und geistesgeschichtlichen Denkfiguren versorgt wie die Moderne.
Auf diese Anerkennung folgte aber die Kritik: Die Konzepte und Forderungen der Moderne wurden in Frage gestellt, ihre künstlerischen Gestaltungslehren und Programme auf ihre Brauchbarkeit und ideologischen Gehalte hin überprüft.
Aus der Distanz des 21. Jahrhunderts eröffnen sich veränderte Perspektiven, aus denen die Dispositive der Moderne und ihre zahlreichen rezeptionsgeschichtlichen Brechungen neu befragt werden können: Ausgehend vom Stichjahr 1910 zeigen die Beiträge neue Aspekte der Moderne und ihrer Rezeption bis hinein in die Gegenwartskunst.
Author: Thierry Greub
Bis zum 30.06.2022 gilt der Subskriptionspreis € 998,00 - später: € 1.298.00
Cy Twombly, one of the most important American artists of the second half of the 20th century and the beginning of the 21st century, inscribed written notations up to complete poems into his works during almost his entire creative period.
For the first time, a catalog of all inscribed works by Cy Twombly is now available in five opulent volumes, supplemented by an introductory volume. All inscriptions have been transcribed and placed in the context of their sources.
The publication of the notations makes the scriptural clearly recognizable for the first time as an equal element in the structure of the work and an essential medium of signification in Twombly’s pictorial world. The introductory volume, which evaluates the results of the transcription and attribution, analyzes the development and intertextual referentiality of the inscriptions, their discursive and iconic aspects, and the manifold constellations of reference that the written and the painted enter into on the picture surface.
The publication is in English.
Cy Twombly, einer der bedeutendsten US-amerikanischen Künstler der 2. Hälfte des 20. und des Beginns des 21. Jahrhunderts, schrieb seinen Werken während beinahe seiner gesamten Schaffenszeit Schriftnotate bis hin zu vollständigen Gedichten ein. Erstmals liegt nun ein Katalog aller mit Einschreibungen versehenen Werke Cy Twomblys in fünf opulenten Bänden vor, ergänzt durch einen Einleitungsband. Alle Einschreibungen wurden transkribiert und in den Kontext ihrer Quellen gestellt.
Das US-amerikanische Fotobuch im Diskurs des 20. Jahrhunderts bei Henri Cartier-Bresson und Susan Sontag
Der nationale Mythos „Amerika“ manifestiert sich maßgeblich über ihre Fotografien, die als „Bilderwelt“ unsere Vorstellungen prägen. Im Zentrum des Buches stehen der französische Fotograf Henri Cartier-Bresson und die Schriftstellerin Susan Sontag. Beide werden hinsichtlich ihres Verhältnisses zur „Amerikanischen Fotografie“ untersucht, ein Feld der US-amerikanischen Kunst- und Kulturgeschichte, in dem der nationale Mythos der Vereinigten Staaten (modern, demokratisch, technologisch avantgardistisch) mit dem Medium Fotografie untrennbar miteinander verwoben wird. Das Buch zeichnet auf der einen Seite nach, warum Cartier-Bressons Bilder von Amerika nicht als Teil der „Amerikanischen Fotografie“ gewertet werden, und auf der anderen die Rolle, die Susan Sontags Essays Über Fotografie in der Verknüpfung von Nation und Medium zukommt.
Eine Archäologie der Gegenwartskunst
Author: Helmut Draxler
In der Moderne muss Kunst ebenso wahr wie gegenwärtig sein. Kein Werk und keine Praxis können sich ernsthaft als Kunst behaupten, ohne solchen Ansprüchen zu genügen. Doch wie konnten Wahrheit und Gegenwärtigkeit zu den entscheidenden, nicht-ästhetischen Kriterien von Kunst werden? Die hier vorgelegte Studie versucht diese Frage zu beantworten, indem sie hinter die dominanten Begründungsmythen von Moderne und Gegenwartskunst im Sinne von heroischen Überwindungsleistungen alles Alten im Namen eines Neuen blickt. Derart wird eine Tradition des Wahrheits- und des Gegenwartsbezugs von Kunst sichtbar, die tief in jener Geschichte verwurzelt ist, als die Malerei begann, um ihren Status als Kunst zu ringen. Die historischen Niederlande stellen zwischen dem 15. und dem 17. Jahrhundert den exemplarischen Schauplatz dieses Ringens dar. Durch den Verlust vorgegebener Wahrheiten und Funktionen entwickelte die Malerei im Spannungsfeld zwischen ökonomischen, politischen und religiösen Krisen besondere Strategien der Selbstbehauptung als Kunst. Anhand spekulativer Bildideen – dem Bild als Schwelle, dem antagonistischen, dem analytischen und dem synthetischen Bild – wird die Wirkmächtigkeit dieser Strategien im Sinne eines spezifischen Wahrheitseinsatzes nachvollzogen und so das Nachleben der Niederländischen Malerei als Gegenwartskunst erfasst.
Kunstgeschichte in eigener Sache
Wer PRO DOMO redet, spricht ‚für das eigene Haus‘, das heißt in eigener Sache. Auf welche Weise Vertraute von KünstlerInnen aktiv und nachhaltig Kunstgeschichte gestalten, untersucht dieser Band.
Aus dem direkten Umfeld von KünstlerInnen versuchen sich immer wieder Personen an einer PRO DOMO-Kunstgeschichte: als Text, Fotoreportage oder Film. Solche Formen einer oft dezidiert parteiischen Kunstgeschichtsschreibung werden hier erstmals umfassend analysiert. Den Ausgangspunkt bilden Schriften, die meist im unmittelbaren Umfeld von KünstlerInnen ‒ zuweilen auch in direkter Kooperation ‒ entstanden sind und die somit gleichsam für diese das Wort ergreifen. Thematisch spannt das Buch einen Bogen vom 15. Jahrhundert bis in die Gegenwart und fragt auch danach, was dieses PRO DOMO-Prinzip für die Kunstgeschichte insgesamt bedeutet und wie heute mit einer solchen Involvierung umzugehen ist.
Breslau, Stettin und Königsberg gehörten 1937 auch zu von der NS-Aktion „Entartete Kunst“ betroffenen Städten. Engagierte Museumsdirektoren hatten dort zuvor umfassende Sammlungen moderner Kunst aufgebaut. Mit der Beschlagnahme wurde die jahrelange Museumsarbeit zerstört.
Alle drei Städte gehörten schon vor der territorialen Ausdehnung ab 1938 zum Deutschen Reich. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs befanden sie sich durch die im Potsdamer Abkommen 1945 geregelte geographische Neuordnung in Gebieten der polnischen bzw. sowjetischen Verwaltungshoheit. Damit waren sie von der juristischen Klärung der Beschlagnahmeaktion und den musealen Regenerationsbestrebungen in Deutschland ausgeschlossen. Die besonderen Umstände geben Anlass, Licht auf die damaligen Geschehnisse zu werfen und nach den Auswirkungen bis heute zu fragen.
25 Jahre Stadtarchäologie Paderborn
Editors: Martin Kroker and Sven Spiong
Seit über 25 Jahren erforscht die Paderborner Stadtarchäologie die Frühgeschichte der Stadt. Mit dem inzwischen vierten Stadtarchäologieband in der Reihe der MittelalterStudien zieht sie erneut Bilanz und berichtet über neue Forschungsergebnisse. Ein Schwerpunkt des Buches sind die Ausgrabungen der Jahre 2004 bis 2008 im Domkloster und in einem Areal des Busdorfstiftes. Dabei konnten erstmals die Überreste früher Kurien der Dom- und Stiftsherren identifiziert und untersucht werden. Ferner beleuchten vertiefende Untersuchungen das frühstädtische Umfeld des Bischofssitzes und seine Entwicklung zu einer befestigten mittelalterlichen Stadt mit festgefügten Hausstätten.
Film-, Dia- und Videoinstallationen prägen die Gegenwartskunst seit den 1990er Jahren. Eines ihrer auffallendsten Merkmale ist die Arbeit mit den verschiedenen zeitlichen Ebenen des bewegten Bildes. In den Werken von Künstlerinnen und Künstlern wie Tacita Dean, Douglas Gordon, Mark Lewis und James Coleman spielen Zeitlichkeit und Geschichtlichkeit eine entscheidende Rolle. Zeit als bildliches Phänomen wird hier mittels ästhetischer Praktiken sichtund erfahrbar gemacht. Durch bildliche Strategien wie die Manipulation der Dauer der Bilder, ihrer Bewegungen, Rhythmen und Dynamiken realisiert sich in den Werken gleichzeitig eine spezifische Geschichtlichkeit. So entstehen hybride Bildwerke zwischen Stillstand und Bewegung, zwischen Gegenwart und Geschichte. Der Band bietet detaillierte Analysen und Interpretationen zahlreicher Schlüsselwerke der vergangenen 25 Jahre.
Open Access
Historische und zeitgenössische Bildpraxen in globalen Kulturen
Series:  dynamis
Bilder steuern zentral die Wahrnehmung von Kulturen. Begreift man Kultur als gesellschaftspraktische Lebensform, dann lassen sich Bildkulturen als Gesamtheit der bildlichen Repräsentationen und Bildpraktiken, als Praktiken der Inkorporation von Denken und Handeln bestimmen, durch die Wirklichkeiten visuell konstruiert und behauptet werden. Die Erforschung von Bildkulturen wirft entsprechend die Frage nach dem ›Imagineering‹ auf, dem mentalen und physischen Erzeugen von Bildern, nach Bildtechniken, Bildpraktiken und Bildagentschaften. Eine Bildkulturwissenschaft widmet sich ferner dem Umgang mit und dem Verhalten zu Bildern im Sinne eines spirituellen und profanen Kultus sowie den anthropologischen und kulturellen Verortungen von Bildern im Spannungsfeld zwischen ›ImagiNation‹ und Migration. Die Beiträge des Bandes eröffnen eine ›Bildpraxeologie‹ des Politischen und erweitern damit den Horizont der Kulturwissenschaften um geopolitische Aspekte der Bildverwendung.