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Soziale Insekten und die Phantasmen moderner Vergesellschaftung
Author: Eva Johach
Was prädestiniert Insektengesellschaften dazu, als Spiegelfolie für menschliche Gesellschaften zu fungieren? Eva Johach fragt in ihrer materialreichen Studie nach der Bedeutung von sozialen Insekten für das Gesellschaftsdenken in der Moderne.
Der notorische Vergleich zwischen menschlichen und Insektengesellschaften bildet ein wiederkehrendes Element in der Auseinandersetzung mit den Grundlagen moderner Vergesellschaftung. Die Studie verhandelt diese wechselseitigen Bezugnahmen unter dem Titel einer »wilden Soziologie«: als Spielarten einer oftmals spekulativen, heterogene Wissensfelder durchziehenden Problematisierung sozialer Prozesse. Die Auseinandersetzung mit Insektengesellschaften zielt in den Kern gesellschaftstheoretischer Fragestellungen: Fragen nach sozialer Organisation und Integration, nach Evolution und Reproduktion oder nach den möglichen Zukünften menschlicher Gesellschaften angesichts ihrer zunehmenden Technisierung.
Entfesselter Markt und Artifizielle Lebenswelt als Wiege neuer Religionen
Zwischen christlichem Glauben und religiöser Indifferenz sind in Europa neue Religionen entstanden, die bis in unsere Gegenwart ausstrahlen und die Wertorientierung leiten. Auf dem Wege einer historisch-soziologischen Analyse der Konjunkturen des Themas „Wiederkehr von Religion“ entwickelt Wolfgang Eßbach eine Typologie europäischer Religionen in der Moderne.Behandelt werden Konfessionalismus, Vernunftreligion, Nationalreligion, Kunstreligion, Wissenschaftsreligion und Elemente des Glaubens an Verfahren. Aus einer Rezension zum ersten Band:Monika Wohlrab-Sahr bezeichnet Wolfgang Eßbachs Buch, das „mit der Verknüpfung von religionshistorischer Akribie und gesellschaftstheoretischem Zugriff“ beeindrucke, als „eines der aufregendsten Bücher, das die deutsche Religionssoziologie seit langem hervorgebracht hat.“ (FAZ, 22.04.2015)
Glaubenskrieg und Revolution als Wiege neuer Religionen
Zwischen christlichem Glauben und religiöser Indifferenz sind in Europa neue Religionen entstanden, die bis in unsere Gegenwart ausstrahlen und die Wertorientierung leiten. Auf dem Wege einer historisch-soziologischen Analyse der Konjunkturen des Themas »Wiederkehr von Religion« entwickelt Wolfgang Eßbach eine Typologie europäischer Religionen in der Moderne.
Behandelt werden Konfessionalismus, Vernunftreligion, Nationalreligion, Kunstreligion, Wissenschaftsreligion und Elemente des Glaubens an Verfahren. Dabei wird nach ihren Verbindungen mit den dominierenden Zeiterfahrungen im modernen Europa, von den Glaubenskriegen der frühen Neuzeit bis zur Artifizierung der Lebenswelt im 20. Jahrhundert, gefragt. Sie haben Intellektuelle immer wieder umgetrieben. Jede neu hinzukommende Erfahrungslage bestimmt die Konjunktur des Religiösen. Neue Deutungen und Kritiken treten in Beziehung zu älteren Thematisierungen von Religion, die entweder verblassen oder reaktiviert werden. Der religiöse »Pluralismus« der Gegenwart kann so als ein geschichtetes, kumulatives Phänomen begriffen werden, dessen einzelne Elemente in einem spannungsreichen Gefüge auch in Zukunft kaum zu beruhigen sein werden.
Author: Marcel Mauss
Translator: Andreas Haarmann
Das Handbuch der Ethnographie basiert auf den stenographierten Mitschriften der Vorlesungen von Marcel Mauss, die er von 1926 bis 1939 jedes Jahr am Institut d’Ethnologie der Universität Paris gehalten hat. Seine Schülerin, die Afrikanistin Denise Paulme, hat es 1947 herausgegeben. Dieses Handbuch, das nun zum ersten Mal in deutscher Übersetzung vorliegt, spiegelt die methodischen Leitfäden und thematischen Schwerpunkte wider, die Marcel Mauss ins Zentrum der ethnologischen Ausbildung gesetzt hat. Mauss, der, abgesehen von einer Reise nach Marokko, niemals selbst Feldforschung betrieben hat, wusste mit seiner überragenden Lehr- und Forschungstätigkeit gleichwohl eine ganze Phalanx französischer Ethnologen, Philosophen und Altphilologen auszubilden, von denen Roger Caillois, George Devereux oder Germaine Dieterlen nur die bekanntesten sind. Wir waren, so schrieb er 1930 im Rückblick, bei der Entdeckung dieser neuen Wissenschaft, »Verlorene im Wald, die sich nur orientieren konnten, indem sie sich gegenseitig riefen.« Dank Marcel Mauss, des großen Ethnologen der Gabe, des Opfers, des Gebets, des Mythos, der Internationalität, der Körper- und Medientechniken, hat sich dieser Wald inzwischen gelichtet.
Zwischenbilanz nach zwei Jahrzehnten
Authors: Robert Hettlage and Karl Lenz
Nach dem Fall der Mauer 1989 fanden in der DDR die ersten freien Wahlen statt. Sie besiegelten die deutsche Wiedervereinigung. Dieses Ergebnis ist genau 20 Jahre her - Zeit um Rückschau auf die Ergebnisse dieses einzigartigen Großprojekts eines geplanten gesellschaftlichen Wandels zu halten.
Die beiden Autoren greifen dafür sieben zentrale Bereiche der deutschen Sozialstruktur heraus und überprüfen den seit 20 Jahren in Gang befindlichen Transformationsprozess. Es sind dies die Bereiche:
Demographie und Familie, Politik und Parteien, Recht und Verfassung, Wirtschaft und Arbeit, Bildung und Wissen, Wohlfahrt und Lebensstile, Religion und Weltanschauung.
Abgerundet wird diese Bilanz durch einen Ausblick auf die Zukunft der deutschen Integration in Europa. Thematisch ist dieses Buch eine Weiterführung der Forschung, die beide Autoren seit 1989 unternommen haben.
Gedichte aus Luhmanns Welt
Friedrich Rudolf Hohl (1916–1979) war der engste Freund des Soziologen Niklas Luhmann. Außer ihrem Studienfach (Jura) teilten Hohl und Luhmann die Liebe zur Philosophie und zur Kunst. Der geistige Austausch war der Motor ihrer Beziehung.
Nachdem Hohl, von Schmerzen gequält, in den 60er Jahren seine Tätigkeit als Jura-Dozent aufgeben musste, konzentrierte sich sein Leben auf das Schreiben von Gedichten. Luhmann bestärkte ihn darin. Seinen Vorschlag, die Gedichte zu veröffentlichen, setzte Hohl nie in die Tat um. Hohls Nachlass, aus dem diese Erstveröffentlichung schöpft, umfasst etwa 470 handgeschriebene Gedichte. Niklas Luhmann bezeichnete die Gedichte seines Freundes Hohl als ›Denkgedichte‹. Der wichtigste Berührungspunkt war für die beiden Freunde die von Luhmann kreierte Systemtheorie, deren Kerngedanken Hohl in die poetische Sprache einzuführen versuchte.
Rituale des Schmerzes im europäischen und philippinischen Christentum
Selbstgeißelungen und Selbstkreuzigungen – für den westlichen Blick ebenso spektakulär wie erschreckend – sind feste Bestandteile österlicher Passionsbräuche auf den Philippinen. Alljährlich strömen Tausende von Menschen zusammen, um blutigen Kasteiungen beizuwohnen oder zu verfolgen wie sich Männer und Frauen im Nachvollzug des Leidenswege Christi ans Kreuz nageln lassen. Um solche Praktiken ritueller Selbstverletzung zu verstehen, ist zunächst eine religionshistorische Spurensuche erforderlich, die grundlegende Zusammenhänge von Körper, Schmerz und Christentum, von Leiden und Leidensgeschichte, von Imagination und Affekt rekonstruiert. Sich selbst freiwillig Schmerz zuzufügen erweist sich dabei als keineswegs urchristlich, sondern wird erst ab dem Mittelalter als Askesepraxis propagiert und später in die kolonialen Peripherien exportiert. Der Verfasser hat sich selbst auf den Weg gemacht und dokumentiert eindrücklich in Wort und Bild, was auf den Philippinen pasyon genannt wird. Das vorliegende Buch kombiniert religionshistorische Recherche und ethnographische Feldstudie. Es eröffnet Zugänge zu einer Innensicht des philippinischen Christentums, erschließt seine Binnenlogik und die Wechselbeziehungen von kolonialer Macht und lokalen Verhältnissen. Die Zusammenführung von Ethnologie und historischer Anthropologie zeigt, unter welchen Bedingungen sich Religion in der philippinischen Moderne artikuliert. Darüber hinaus wird hier ein wichtiger Beitrag zur Theoriedebatte über Körperlichkeit, Gewalt und Religion geleistet.
Anthropologische und ethnologische Diskurse der Zwischenkriegszeit
Die Frage nach dem Verhältnis von Leben und Geschichte ist brisant und ist immer wieder Gegenstand leidenschaftlicher Kontroversen. Beide Positionen zusammenzudenken scheint problematisch zu sein, sofern Geschichtsorientierung bedeutet, das Sich-Verändernde zu erfassen, Anthropologie und Ethnologie dagegen die ›ewige‹ Natur des Menschen als Konstante zu beschreiben. Zugunsten einer Neubestimmung von anthropologischer und soziologischer Kulturtheorie heben die Beitrage dieses Bandes beide Perspektiven, zwischen einem vitalistisch geprägten Deutschland einerseits und einem Frankreich soziologischer Ausrichtung andererseits, auf, die sich am Anfang des 20. Jahrhunderts sowie besonders in der Zwischenkriegszeit als nationale Gegensätze manifestieren. Der Band plädiert damit für eine interkulturelle und europäische Sichtweise und bietet sowohl Kulturwissenschaftlern und Anthropologen als auch Soziologen und Historikern neue Erkenntnisse.