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Zur indo-iranischen Vorgeschichte des Christentums
Author: Harald Strohm
Bis auf Inseln wie den Buddhismus und Zarathustrismus ist die religiöse Welt des antiken Indiens und Irans noch immer wissenschaftliches Brachland – obwohl sich sowohl die griechische und römische, als auch die jüdische und christliche Religionsgeschichte doch nur in Wechselwirkung mit ihr entwickelt haben kann.
Die urwüchsigste Kulttradition dort war das Somaopfer. Aus den überreichen Quellen detailliert rekonstruierbar, wurden bereits vor hundert Jahren auffällige Parallelen zur christlichen Taufe gesehen. Die asymmetrische Debatte darüber verebbte aber bald schon wieder. Schärfere Fokussierung zeigt jedoch, dass sich die Parallelen und Kongruenzen durchziehen: von Jesu Kindheitsgeschichten bis zum frühmorgendlichen Drama seiner Auferstehung.
Eine Anthologie
Neben der gut erforschten Verfremdungsästhetik des russischen Formalismus entwickelt sich in den 1920er Jahren eine bislang wenig rezipierte phänomenologische Formphilosophie. Interdisziplinäre Forschungsgruppen in Moskau und Leningrad arbeiteten an einer synthetischen Kunstwissenschaft.
Die Anthologie präsentiert grundlegende, teilweise auch im Original unpublizierte Texte erstmals in deutscher Übersetzung. Schlüsselkonzepte und -begriffe der sowjetischen phänomenologischen Ästhetik werden ebenso zugänglich wie originelle Ansätze, die für die aktuelle Ästhetik und Kunstwissenschaft von großem Interesse sind. Dies trifft auf exemplarische Studien der empirisch-psychologischen Kunstforschung sowie auf ausgewählte Lemmata aus dem „Wörterbuch der Begriffe der Kunstwissenschaften“ zu, welches erst 2005 auf Russisch erscheinen konnte.
Besuche im März 1884 und November 1885
Erstmals nach über 100 Jahren werden die Besuche von Johannes Brahms in Essen sowie der beeindruckende musikalische Aufstieg unter Federführung des damaligen Musikdirektors Georg Hendrik Witte beleuchtet.
Dass Johannes Brahms zweimal konzertierend in Essen weilte, darf man getrost als Sensation bezeichnen. Zu verdanken war dies dem Verhandlungsgeschick des damaligen Musikdirektors Georg Hendrik Witte – und der Privatschatulle der Familie Krupp. Brahms in Essen bringt Zeitdokumente ans Licht, die mehr als hundert Jahre lang der Vergessenheit angehörten, und gibt erstmalig die erhaltenen Briefe von Brahms an den Musikdirektor Witte kommentiert wieder. Brahms in Essen hebt ein Stück Kulturgeschichte – und belegt, dass die Stadt Essen bis weit ins 20. Jahrhundert hinein eine besondere Stätte der intensiven Brahms-Pflege war.
Approaches to Eric Voegelin’s Political Philosophy
The first volume of this new yearbook focuses on Eric Voegelin’s 1952 paper “New Science of Politics”, its significance and enduring relevance.
Eric Voegelin’s “New Science of Politics” is today considered a classic of recent political philosophy, albeit a controversial one. As soon as it was published, the book caused a sensation, especially because of its relatively sharp criticism of the normative foundations of Western modernity. In doing so, Voegelin places the question of the ambiguity of the concept of representation and its claim to truth at the center of his reflections. The contributions to this volume aim to shed light on how fruitful and topical this perspective still is today from various perspectives. The contributions come from authors of different disciplines, including political science, philosophy, and sociology. In addition to a classification of the “New Science of Politics” in Voegelin’s oeuvre as a whole, the volume primarily inquires into the systematically interesting points of contact, which are also of interest beyond Voegelin’s reception.
Zur Geschichte und Theorie literarischer Eigenhändigkeit
Author: Peter Risthaus
Mit dem eigenhändigen Unterschreiben geht es zu Ende. Zunehmend übernehmen digitale Signaturen ihre Rolle. Was aber wird überhaupt die individuell-eigenhändige Unterschrift gewesen sein?
Die materiale Form, in der Unterschriften heute gegeben werden, ist nicht kontingent, sondern Ergebnis komplexer historischer Transformationen. Unterschreiben ist deshalb nur vorderhand ein einfacher Schreibakt, was bereits daran zu erkennen ist, dass selbst berühmte Philosophen wie Friederich Nietzsche, Walter Benjamin oder Jacques Derrida sich an ihr abarbeiten und zwar nicht allein in der Theorie: Sie unterschreiben selbst, zum Teil unter Pseudonym oder als Gott Dionysos. Zentraler Ort, an dem der komplexe Rechtsakt des Unterschreibens verhandelt wird, ist die Literatur. Wer den Geschichten zwischen Literatur und Recht folgt, kann lernen, Unterschriften zu lesen und begreifen, dass sie auch im Recht operative Fiktionen sind.
Der nationalsozialistische Vierjahresplan und der synthetische Kolonialismus in der deutschsprachigen Populärliteratur
In diesem Buch werden populäre Texte über Kunststoffe untersucht und neuartige Formen des deutschen Kolonialismus im Nationalsozialismus identifiziert.
Karl Aloys Schenzingers Roman Anilin ist nach Mein Kampf der zweitgrößte Bestseller der Jahre zwischen 1933 und 1945. Anders als Hitlers Autobiografie ist der Roman über die Geschichte der Farbstoffchemie, den Millionen Menschen gelesen haben, bisher kaum erforscht. Alexander Wagner rekonstruiert anhand von Anilin und anderen populären „Büchern mit Stoffbezug“, deren Thema die synthetischen Stoffe, Kunstfasern, Medikamente und vieles andere sind, wie durch diese Stoffe ein neues Verhältnis zum eigenen Raum entsteht, der auf neue Weise als „fremd“ wahrgenommen werden kann. Wagner identifiziert in der Propaganda zur NS-Wirtschaftspolitik eine Fortsetzung des deutschen Kolonialismus ohne Kolonien. Damit wird eine Lücke in der deutschen Kolonialgeschichte zwischen „Platz an der Sonne“ und den Angriffskriegen des Zweiten Weltkriegs geschlossen.
Analyse und Kritik des Verhältnisses von Individuum und Gesellschaft
Volume Editors: Hans Friesen and Karin Mittelstädt
In diesem Band wird das Verhältnis von Individuum und Gesellschaft analysiert und die sich daraus ergebenden Probleme aufgezeigt und diskutiert.
Die Entwicklung der modernen Welt mit ihrer veränderten Wirtschaftsordnung und der auf das Ideal der ‚Humanitas‘ abzielenden Aufklärungs- und Bildungsrevolte war ausschlaggebend für das Auftreten des „Individuums“ und der Reflexion seines „Verhältnisses zur Gesellschaft“. Seit dieser Zeit befinden sich die Kategorien von „Individuum“ und „Gesellschaft“ in einem Spannungsfeld, das durch zwei im Wesentlichen gegensätzliche Denkrichtungen konstituiert ist, die sich mit Individualismus und Kollektivismus umschreiben lassen. Im Band soll eine philosophische Perspektivierung auf das Soziale erfolgen, um so ergänzende und neuartige Einblicke in das Wesen des Verhältnisses von Individuum und Gesellschaft zu gewinnen. Mit Beiträgen von Hans Friesen, Detlef Horster, Karl Mertens, Karin Mittelstädt, Michael Reder, Martin W. Schnell und Manja Unger-Büttner.
So etwas wie ‚Bleistiftliteratur‘ gibt es bisher nicht. Eine Überraschung, befassen sich die Kulturwissenschaften doch seit den 1960er Jahren extensiv mit der Materialität der Schrift und des Schreibens. In einem großen Bogen legt dieses Buch erstmals eine Genealogie des Bleistifts vor, anhand zahlreicher Stellen aus der deutschsprachigen sowie der europäischen Literatur- und Theoriegeschichte. Hinzu treten Einzelstudien zu Heinrich Heine und Peter Handke, zur Symbolisierung des Schreibstifts und zur Modellierung des Schreibens. Zugleich ist dieses Buch ein Beitrag zu den Gegenwartsbedingungen der Literaturwissenschaften, zur explosiven Erreichbarkeit des Wissens und zur Lust am ‚Ding‘.
Denkstrukturen, Transferprozesse, Verstehenshorizonte. Festschrift für Aleksej Žerebin
Im Labyrinth der Kulturen, das lehren uns die Arbeiten des russischen Germanisten Aleksej Žerebin, liegt der Ariadnefaden für die Internationalität der Philologien.
Auslandsphilologie ist immer verkappte Komparatistik. Doch da sie nicht wirklich um des Vergleiches willen geschrieben wird, sondern um der Fragestellungen willen, die dem eigenkulturellen (russischen) Literatursystem entstammen, dient die russische Germanistik nicht nur dem Verständnis der deutschen, sondern ebenso auch der russischen Literatur; sie ist auch Teil der eigenkulturellen Philologie. Mit solchen Thesen hat Aleksej Žerebin die internationalen Philologien bereichert und sich in die Erforschung der russisch-deutschen Kulturbeziehungen eingeschrieben. Von ihnen sind auch die Beiträge des Bandes inspiriert, die je in eigener Art auf Žerebin antworten.
Prousts Recherche
Author: Stephan Leopold
Auch wenn man es zuerst vielleicht nicht sogleich merkt: In Combray gärt eine Zeit der Nation, die sich in der apokalyptischen Weltkriegsnacht am Ende eschatologisch erfüllen wird. Es ist daher durchaus von Belang, wenn der kleine Marcel seine erste Madelaine jedes Jahr am Ostersonntag isst, die Eucharistiefeier indes Ellipse bleibt. In Combray, doch nicht nur dort, wird die Eucharistie antisakramental ersetzt, was zu beachtlichen Menüfolgen und anderen Vervielfältigungen führt. Die Zeit der Dritten Republik wäre so besehen heillos. Dennoch, oder vielleicht gerade deshalb, hat die Recherche ihr geheimes Zentrum in Venedig: Es ist das Baptisterium von San Marco, auf das es letztlich hinausläuft. Kann das gut gehen? Und vor allem: Wie kann es sein, dass die Recherche zugleich ein Roman über verlorene Kuchenteller ist, auf denen Motive aus Tausendundeiner Nacht abgebildet sind und die, ja auch sie, nach Venedig führen?