Selbstformungen im 15. und 16. Jahrhundert
Die Studie „Leonardos Bart“ liefert erstmals aus kunsthistorisch-interdisziplinärer Perspektive umfassend und systematisch Einblick in die Sozialfigur des Künstler-Philosophen, die sie in den Selbstformungen frühneuzeitlicher Künstler findet. Dabei sind es antike Größen wie Sokrates und Aristoteles, die von Künstlern wie Leonardo da Vinci und Michelangelo Buonarroti als Vorbilder einer Anähnelung gewählt werden. Der Band dient gleichermaßen als Nachschlagewerk für (Selbst-)Darstellungen Leonardos und Michelangelos in Bild und Text. Für diese Übersicht bewegt sich die Analyse zwischen Kunstgeschichte, Philosophie, Literaturwissenschaft und Klassischer Archäologie.
Bildwissenschaft zwischen Mythologie und Aufklärung
Die Bildwissenschaft, so scheint es, steckt in einer Sackgasse: Teile von ihr sind zur antiaufklärerischen Ideologie geworden, die Interpreten erlaubt, autoritäre Positionen der Auslegung als Macht des Bildes zu beschreiben. Ziel ist es, sie vom Kopf auf die Füße zu stellen.

Um dies einzulösen, rekonstruiert Martin Büchsel akribisch die wichtigsten bildwissenschaftlichen Theorien der letzten Jahrzehnte inklusive ihrer impliziten Ideologien und Mythen und kontrastiert diese mit aufklärerischen Positionen. Dabei bezieht die sorgsam ausgearbeitete Monographie alle international relevanten Theoretiker und Theorien in seine Überlegungen mit ein. Geleistet wird eine fundamentale Kritik der Bildwissenschaften, gleichermaßen kann das Buch aber auch als vertiefende Einführung in dieselben dienen. Womit das Potenzial dieser Studie noch keineswegs ausgeschöpft ist: In einem zweiten Teil entwirft Büchsel Eckpfeiler einer zukünftigen, vorstellungskritischen Bildwissenschaft, die Philosophie, Philologie und Kunstgeschichte höchst produktiv miteinander ins Gespräch bringt.
Was Design und Marketing von Neurowissenschaft und Psychologie lernen können
Wie lässt sich mit typographischer Gestaltung die Gehirntätigkeit steuern? Warum kaufen Menschen im Supermarkt plötzlich die doppelte Menge an Dosensuppen? Und was bewirkt der Halo-Effekt beim Branding?
Es gibt viel, was Design und Marketing von Neurowissenschaften und Psychologie lernen können. Dieses Buch will Designern und Marketingexperten einen Zugang zu diesem wichtigen Bereich ermöglichen. Dazu führt es in die Grundlagen des Neuro-Designs ein und vermittelt konkrete Techniken für die Berufspraxis.
Künstlerische, kunstwissenschaftliche und kunstpädagogische Perspektiven auf Skulptur im erweiterten Feld
HerausgeberIn: Sara Hornäk
Die Skulptur heute umfasst Erscheinungsformen sehr unterschiedlicher Art. Plastische, skulpturale oder installative Werke lassen einen Gattungsbegriff zunehmend obsolet erscheinen.
Trotz vielfältiger Entgrenzungstendenzen in der zeitgenössischen Kunst wird die Skulptur der Gegenwart in diesem Band hinsichtlich der Besonderheiten ihres Verhältnisses zum Raum, zum Material, zur Zeit sowie zur Betrachterin und zum Betrachter untersucht. Veränderte Erlebnisqualitäten der im Erfahrungsraum des Subjekts verorteten Skulptur eröffnen mit der Erweiterung des Skulpturalen neue Perspektiven für Lehr- und Lernpro-zesse. Autorinnen und Autoren diskutieren in diesem Band aus Sicht von Kunstwissenschaft, Kunst und Kunstpädagogik verschiedene Formen skulpturalen Denkens und Handelns mit Blick auf Möglichkeiten und Schwierigkeiten, Kunst im Hinblick auf einen erweiterten Skulpturbegriff zu lehren.
Zum Melodramatischen im Wechsel der Medien
Reihe: Eikones
In den letzten Jahrzehnten ist das Interesse für das Melodrama, das einst nur als verfehlte Tragödie oder Kitsch galt, angestiegen. Sowohl in wissenschaftlichen Schriften als auch in künstlerischen Arbeiten wird auf eine Gefühlskultur des Melodramatischen Bezug genommen.
Was bedeuten ›Melodrama‹ und ›melodramatisch‹ heute? Trotz seines theaterhistorischen Ursprungs evoziert der Begriff zunächst keine Autoren oder Dramentitel, vielmehr lässt er an Bilder, emotional aufgeladene Situationen und bestimmte Pathos-Gesten denken. Die Studie nimmt in exemplarischen Analysen diese ›Bilder des Gefühls‹ im Wechsel der Medien
in den Blick – von ihren Anfängen im 18. Jahrhundert bis zu ihren Zitaten und Re-Figurationen in der zeitgenössischen Performance.
Ein »Gesicht haben« gilt als Voraussetzung dafür, angeschaut zu werden. In der Bildergesellschaft begegnen wir Gesichtern überall: in der Politik, der Wirtschaft, der Werbung und in Kunst und Natur. Zugleich sind das Gesicht und sein Bild so alt wie die menschlichen Kulturen: Schauplatz humaner Identität. Wie kann man erklären, dass das Gesicht des Menschen uns bewegt? Der Band versammelt Beiträge aus unterschiedlichen Disziplinen, in denen das Gesicht einen wesentlichen Ort hat und nimmt die mehrsprachigen Diskussionen zum Thema auf, die im Rahmen des Nationalen Forschungsschwerpunktes Bildkritik (eikones) an der Universität Basel in Zusammenarbeit mit dem Istituto Svizzero in Rom sowie der Hochschule für Gestaltung und Kunst (FHNW) entstanden sind. To “have a face” is considered a prerequisite for being looked at. We encounter faces everywhere in our culture of images: in politics, economy, and advertisement as well as in the arts and nature. Moreover, the face and its image date back to the dawn of human societies and the arena of human identity. How can we explain the fact that the human face moves us? The essays gathered in this volume offer perspectives from different disciplines where the face holds a key position. They continue the multilingual discussions on this subject matter as they were developed in a collaboration between the NCCR Iconic Criticism (eikones) at the University of Basel, the Istituto Svizzero in Rome, and the University of Applied Sciences and Arts (FHNW) in Basel.
Reihe: Merz Akademie
HerausgeberInnen: Reinhard Hauff und Merz Akademie
Der Künstlerband O.k., Meta Memory ist ein Streifzug durch das Werk Julio Rondos. Vielfältige biografische und popkulturelle Ereignisse werden in seinen Arbeiten zu eindrücklichen Dokumenten – zu einer Parallelwelt des kollektiven Gedächtnisses und zur Metaebene des eigenen Erinnerns.
Die Beschäftigung mit der Erinnerung und das mentale Wiedererleben früherer Erfahrungen, die sich im Gedächtnis zu bildhaften Elementen oder Szenen verdichten, spielen in Julio Rondos Werk eine zentrale Rolle. In seinen Arbeiten übersetzt er erlebte Vergangenheit in transluzente Kompositionen, die zugleich Ausdruck von Erinnerung, subjektivem Verdrängen oder absichtlichem Vergessen sein können.
Mit Beiträgen von Jutta Koether, Nicola von Velsen, Michael Dreyer, Diedrich Diederichsen, Kathryn Hixson, Jörg Heiser, Birgit Sonna, Ralf Christofori, Thomas Locher und Ludwig Seyfahrt.
Der Holbein-Streit und die Ursprünge der Kunstgeschichte
Reihe: Eikones
Der langjährige Streit um zwei Versionen der Madonna des Bürgermeisters Meyer, gemalt von Holbein dem Jüngeren, ist nicht bloß ein Disput unter Experten. Obwohl von Seiten der späteren Wissenschaftsgeschichte als ein Triumph des Originals gefeiert, geht es im Holbein-Streit eigentlich um Grundfragen des Bildes.
Aus dem Wechselverhältnis von Bildpraxis und Bildkritik gehen Fragen hervor, die weit über das Authentizitätsdilemma hinaus gehen und die Ursprünge einer Kunstgeschichte als historische Bildwissenschaft kennzeichnen.
Erstmals geht nun Lena Bader jenseits der Echtheitsfrage jenen Streitpunkten nach, die die eigentlichen Schlüsselthemen der Debatte sind. Es gelingt ihr ganz neue Sichtweisen auf den Holbein-Streit und die Aktualität der diskutierten Fragen zu eröffnen.
HerausgeberIn: Petra Maria Meyer
Intuition ist ein Glücksfall für Künstler, wird von kühlen Rationalisten aber abgelehnt. Doch was genau ist Intuition?
Intuition wird als plötzlich sich einstellendes, umfassendes Wissen verstanden, als eine Erkenntnisform, die auf anderen Denkprozessen basiert. Diese andere Form des Denkens, eine von der analytischen Rationalität abweichende »Vernunft«, ist angesichts der aktuellen Einsicht in die Unzulänglichkeiten rein rationaler Konzepte und mechanistischer Menschenbilder als komplementäre Erkenntniskraft von zentralem Interesse.
Als Ressource, die es zu nutzen gilt, wurde die Intuition längst entdeckt. Diese Entdeckung führt jedoch nicht nur zur Wiederkehr, sondern auch zur Verflachung des Begriffes »Intuition«, der diskursgeschichtlich eine ebenso wechselhafte wie einflussreiche Geschichte hat.
Vom forschenden Entwerfen zur Entwurfsforschung der Architektur
Reihe: Eikones
HerausgeberInnen: Sabine Ammon und Eva Maria Froschauer
Kann Entwerfen eine Wissenschaft sein und wie lässt sich Entwerfen wissenschaftlich erforschen oder vermitteln?
In der Suche nach Antworten versammelt der Band Untersuchungen aus Architektur, Bauinformatik, Technikgeschichte, Philosophie, Ethnographie, Kunst- und Kulturwissenschaft, die sowohl praxisorientierte Überlegungen als auch systematische und historische Betrachtungen des Architekturentwurfs einbeziehen. Die unterschiedlichen Zugangsweisen können zeigen, dass Entwerfen nicht nur neue Artefakte hervorbringt, sondern zugleich neues Wissen generiert. Auf diese Weise wird das Entwerfen weit mehr als ein Gegenstand der Forschung. Erkannt als Mittel der Erkenntnisgewinnung, führt er auch zu einer überfälligen Neubewertung des Entwurfshandelns.