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Schreibweisen der obscuritas als problematisiertes Weltverhältnis bei Johann Fischart, Johann Georg Hamann, Franz Kafka und Paul Celan
Author: Yvonne Al-Taie
Poetik der Unverständlichkeit liest literarische Schreibweisen der Unverständlichkeit als Ausdruck eines prekär gewordenen Weltverhältnisses.
In vier exemplarischen Lektüren wird die Konstellation zwischen Text- und Weltverstehen bei Autoren aus dem 16. bis zum 20. Jahrhundert ausgelotet, wobei sich für jeden Autor eine sprachliche Grundfigur unverständlichen Schreibens bestimmen lässt: Die ruminatio (Fischart), der Vergleich (Hamann), die Frage (Kafka) und die Ellipse (Celan). Ausgehend von den Schreibweisen und ihren Darstellungslogiken werden die tragenden Themen und Problemhorizonte sowie die poetologischen Reflexionen über Unverständlichkeit im jeweiligen Werk untersucht.
Untersuchungen zu Skizzen Beethovens aus dem Frühjahr 1823
Author: Susanne Cox
Das Engelmann-Skizzenbuch ermöglicht einen Einblick in die Entstehung von zwei der bekanntesten Werke Ludwig van Beethovens: Es dokumentiert Beethovens letzte Arbeiten an den Diabelli-Variationen und enthält frühe Skizzen zur Neunten Symphonie. Das Skizzenbuch wird hier erstmals vollständig in Transkription vorgelegt. Die enthaltenen Skizzen werden bestimmten Werken und Werkabschnitten zugeordnet und analysiert. Zudem konnten durch die Untersuchung der Schreibprozesse neue Erkenntnisse über Beethovens Arbeitsorganisation und seine Schreibstrategien gewonnen werden. Dies wird durch neue Forschungen zur Provenienz des Skizzenbuchs ergänzt: Wie zuvor nicht bekannt, beschäftigte sich bereits Johannes Brahms mit diesem Skizzenbuch.
Paradigmen der Störung in Dramentexten und Bühnenkonzepten nach 2000
In exemplarischen Studien aus literatur-, theater- und medienwissenschaftlicher Perspektive beleuchtet der Band das wechselseitige Verhältnis von Theater und Krise und rekurriert dabei auf die Tatsache, dass das Drama seit jeher eine Antwort auf kulturelle und gesellschaftliche Krisen darstellt – weist es doch mit der Peripetie ein ästhetisches Modell der Krise auf, in dem das Moment der Entscheidung zwischen Heilung und Katastrophe fokussiert, gespiegelt und verfremdet wird. Zugleich fungiert Bühnenkunst selbst als Motor gesellschaftlicher Emergenz, ist sie doch in der Lage, bestehende Ordnungen in Frage zu stellen, vermeintliche Sicherheiten zu erschüttern und Normalitäten zu stören, um sie auf diese Weise überhaupt ins Bewusstsein zu rufen.
Wie stehen der Wunsch nach Abenteuern und die Lust des Lesens in Beziehung? Wer aufbricht, um Abenteuer zu suchen, wird von – teils unbewussten – Wunschenergien geleitet.
In ähnlicher Weise folgen Leser*innen den arrangierten Wechselfällen des Zufalls gespannt, selbst dann wenn ein gutes Ende bereits absehbar ist. Werden Abenteuerheld*innen auf die Probe gestellt und von ihnen ersehnte Erfahrungen aufgeschoben, erweisen sich psychologische Konzepte wie Angstlust und Vorlust als aufschlussreich. Antriebsmomente der Erzählung und begehrliche Lektüre sind dabei eng verknüpft. Der Sammelband widmet sich dieser Konstellation von Erleben, Erzählen und Lesen in historischer Perspektive: Vom Zusammenspiel von Reise und Eros im antiken Roman über das phantasmatische Begehren Don Quijotes bis zu innovativen Spannungsmodellen der Moderne.
Epistemische Reflexion und poetische Kreativität bei Pedro Mexía und Pedro de Mercado
Author: Frank Nagel
In der spanischen Renaissance gehört der Dialog zu den erfolgreichsten und dynamischsten Medien der historischen Wissensverhandlung. Anders als im Traktat werden epistemische Aussagen hier in eine literarische Form überführt und mit ästhetischen Prozessen kontaminiert, die das Wissen der klassischen Autoritäten in ein neues Licht rücken. Gerade die poetische Inszenierung erlaubt es den spanischen Humanisten, alternative Sichtweisen des kulturellen Archivs auszuloten, auch hermeneutische Beirrung und skeptischen Zweifel einzuflechten. Die Studie zeigt mit Lektüren von Pedro Mexías Diálogos o Coloquios (1547) und Pedro de Mercados Diálogos de filosofía natural y moral (1558), inwiefern die fiktiven Gespräche als Reflexionsmedium von Wissenschaft fungieren und die Kadenz des Aristotelismus in den Bereichen der Argumentationstheorie und der Naturphilosophie vorbereiten.
Der Band untersucht erstmals die gesamteuropäische Rezeption des für die mittelalterliche Literatur einschlägigen Autors Alanus ab Insulis.
Die Beiträge aus unterschiedlichen Disziplinen (u.a. Latinistik, Germanistik, Romanistik, Anglistik, Philosophiegeschichte) untersuchen die intellektuellen Auseinandersetzungen mit Alanus im gelehrten Milieu, das Verhältnis von Alanus’ allegorisch-literarischen Werken und mittelalterlichen ‚Klassikern‘ wie Jean de Meun, Dante und Chaucer sowie die Ausstrahlung von Alanus’ Werken in den deutschsprachigen Raum (Frauenlob; Heinrich von Mügeln).
Im Allgemeinen gilt die Philosophie von Georg Wilhelm Friedrich Hegel als äußerst bedeutend und wirkmächtig, gleichsam aber als überaus sperrig und schwer. Wer würde da annehmen, dass diese ausgerechnet von der Liebe inspiriert wurde? Tatsächlich begegnet Hegel während seiner Beschäftigung mit der Liebe jener Methodik, die ihn unsterblich gemacht hat: der Dialektik.
Bei der Liebe geht es um Selbstbejahung, um Selbstvergessenheit, aber auch darum, ein Selbstbewusstsein auf vertiefte Weise wiederzuerlangen. Am Ende steht womöglich eine Synthese zwischen Liebendem und Geliebten. Was Begriffe wie „Selbstbewusstsein“, „absoluter Geist“, „absolutes Wissen“ im Kosmos Hegels exakt bedeuten, erklärt die Einführung ebenso klar wie pointenreich. Zahlreiche Illustrationen, die nicht nur komplexe Sachverhalte veranschaulichen, sondern immer wieder auch Anekdoten aus Hegels Leben einstreuen, sorgen für eine spannende und unterhaltsame Lektüre. Schnell wird man den Grundzügen des Hegelschen Philosophierens, der Grundstruktur seines philosophischen Systems sowie seiner zentralen Thesen und Konzeptionen auf die Spur kommen. Das Buch richtet sich an Einsteiger:innen ohne philosophisches Vorwissen oder spezielle Hegelkenntnisse.
Series:  Eikones
Der vorliegende Band perspektiviert erstmals interdisziplinäre Beiträge aus dem Feld der Vormoderne im Hinblick auf die für unterschiedliche Bildphänomene entscheidende Dynamik von Enthüllen/Verbergen und präsentiert so unterschiedliche Zugänge, die das Thema für die Vormoderne als ein zentrales Moment fruchtbar machen: für Bildpraktiken in ihren unmittelbaren sozialen, religiösen und historischen Zusammenhängen ebenso wie für die begriffsgeschichtliche Relevanz von Enthüllen/Verbergen, die letztlich darüber entscheidet, was im jeweiligen, kulturellen Kontext Bild ist. Als Versuch eines vormodernen Panoramas der substantiellen Bewegung von Enthüllen/Verbergen versammelt der Band Beiträge aus den Bereichen der Sinologie, Ägyptologie, der Iranistik, Alt-Philologie, Philosophie und der mittelalterlichen und islamischen Kunstgeschichte.
Die Philosophie und die Künste
Series Editors: Frank Büttner and Arne Zerbst
Editorial Board / Council Member: Thomas Wortmann, Schamma Schahadat, and Cornelia Ruhe
Die Reihe versammelt Beiträge zu Theorie, Geschichte und Ästhetik der Medien. Im Zentrum sollen dabei die Beziehungen zwischen Medien, Kultur und Gesellschaft in synchroner und diachroner Perspektive stehen: Gefragt wird einerseits nach der kulturellen Formung von Medien sowie ihrer ästhetischen Faktur. In den Blick kommt andererseits das Wechselspiel zwischen Reaktion, Reflexion und Initiierung kultureller und gesellschaftlicher Prozesse in und durch Medien. Grundlage der Auseinandersetzung bildet die Verknüpfung von medien- und kulturwissenschaftlicher Theorie.
Die Reihe ist getragen von der Idee, dass unter dem Begriff der Medienkulturwissenschaft unterschiedliche geisteswissenschaft-
liche Disziplinen ihr Interesse an der Materialität von Kommunikation und der Medialität ästhetischer Artefakte bündeln können. Das Spektrum der zu analysierenden Medien ist daher bewusst breit gefasst: Es reicht von Film, Fotografie und Fernsehen über Literatur, Musik, Theater und Medienkunst bis zur Internet Art. Studien zu einzelnen Medien, Genres und Künstler:innen sind ebenso willkommen wie kultur- und medienvergleichend angelegte Projekte.
This series publishes contributions on the theory, history and aesthetics of media. Key focal points are the synchronic and diachronic relations between media, culture and society. The cultural formation of media and their aesthetic composition will be explored, whilst at the same time delving into the interplay between reaction, reflection and initiation of cultural and societal processes within and by media. The intersection between media and cultural studies theories serves as the starting point for this approach. The series is based on the idea that different disciplines in the humanities can unite their interest in the materiality of communication and the mediality of aesthetic artifacts under the concept of media cultural studies. The scope of media to be analyzed is deliberately broad by design. It ranges from film and photography through television, music, literature and theater to media and internet art. Studies about single media, genres and artists are just as welcome as projects utilizing a comparative approach to culture and media.