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Der nationalsozialistische Vierjahresplan und der synthetische Kolonialismus in der deutschsprachigen Populärliteratur
In diesem Buch werden populäre Texte über Kunststoffe untersucht und neuartige Formen des deutschen Kolonialismus im Nationalsozialismus identifiziert.
Karl Aloys Schenzingers Roman Anilin ist nach Mein Kampf der zweitgrößte Bestseller der Jahre zwischen 1933 und 1945. Anders als Hitlers Autobiografie ist der Roman über die Geschichte der Farbstoffchemie, den Millionen Menschen gelesen haben, bisher kaum erforscht. Alexander Wagner rekonstruiert anhand von Anilin und anderen populären „Büchern mit Stoffbezug“, deren Thema die synthetischen Stoffe, Kunstfasern, Medikamente und vieles andere sind, wie durch diese Stoffe ein neues Verhältnis zum eigenen Raum entsteht, der auf neue Weise als „fremd“ wahrgenommen werden kann. Wagner identifiziert in der Propaganda zur NS-Wirtschaftspolitik eine Fortsetzung des deutschen Kolonialismus ohne Kolonien. Damit wird eine Lücke in der deutschen Kolonialgeschichte zwischen „Platz an der Sonne“ und den Angriffskriegen des Zweiten Weltkriegs geschlossen.
Analyse und Kritik des Verhältnisses von Individuum und Gesellschaft
Volume Editors: Hans Friesen and Karin Mittelstädt
In diesem Band wird das Verhältnis von Individuum und Gesellschaft analysiert und die sich daraus ergebenden Probleme aufgezeigt und diskutiert.
Die Entwicklung der modernen Welt mit ihrer veränderten Wirtschaftsordnung und der auf das Ideal der ‚Humanitas‘ abzielenden Aufklärungs- und Bildungsrevolte war ausschlaggebend für das Auftreten des „Individuums“ und der Reflexion seines „Verhältnisses zur Gesellschaft“. Seit dieser Zeit befinden sich die Kategorien von „Individuum“ und „Gesellschaft“ in einem Spannungsfeld, das durch zwei im Wesentlichen gegensätzliche Denkrichtungen konstituiert ist, die sich mit Individualismus und Kollektivismus umschreiben lassen. Im Band soll eine philosophische Perspektivierung auf das Soziale erfolgen, um so ergänzende und neuartige Einblicke in das Wesen des Verhältnisses von Individuum und Gesellschaft zu gewinnen. Mit Beiträgen von Hans Friesen, Detlef Horster, Karl Mertens, Karin Mittelstädt, Michael Reder, Martin W. Schnell und Manja Unger-Büttner.
So etwas wie ‚Bleistiftliteratur‘ gibt es bisher nicht. Eine Überraschung, befassen sich die Kulturwissenschaften doch seit den 1960er Jahren extensiv mit der Materialität der Schrift und des Schreibens. In einem großen Bogen legt dieses Buch erstmals eine Genealogie des Bleistifts vor, anhand zahlreicher Stellen aus der deutschsprachigen sowie der europäischen Literatur- und Theoriegeschichte. Hinzu treten Einzelstudien zu Heinrich Heine und Peter Handke, zur Symbolisierung des Schreibstifts und zur Modellierung des Schreibens. Zugleich ist dieses Buch ein Beitrag zu den Gegenwartsbedingungen der Literaturwissenschaften, zur explosiven Erreichbarkeit des Wissens und zur Lust am ‚Ding‘.
Eine Anthologie, die erstmals genreübergreifend vom Frühwerk bis zum jüngsten Film die Regiearbeiten Fatih Akıns erschließt.
Fatih Akın zählt zu den wichtigsten Regisseuren des deutschen Gegenwartskinos. Seine Filme sind international preisgekrönt und genießen die Gunst nicht nur der Kritiker, sondern auch des Publikums. Auch die Filmwissenschaft hat sich in den letzten zwanzig Jahren dem Werk Akıns zugewandt, von einer systematischen wissenschaftlichen Erschließung des Gesamtwerks kann bisher allerdings keine Rede sein. Der vorliegende Sammelband schafft hier Abhilfe, indem er Fatih Akıns Werk erstmals in seiner Gesamtheit aufarbeitet. Ziel ist es, der filmwissenschaftlichen Diskussion neue Impulse zu geben, die Vermittlung von Akıns Werk in Universität und Schule zu erleichtern und eine Einführung in das Werk des Regisseurs zu bieten.
Denkstrukturen, Transferprozesse, Verstehenshorizonte. Festschrift für Aleksej Žerebin
Im Labyrinth der Kulturen, das lehren uns die Arbeiten des russischen Germanisten Aleksej Žerebin, liegt der Ariadnefaden für die Internationalität der Philologien.
Auslandsphilologie ist immer verkappte Komparatistik. Doch da sie nicht wirklich um des Vergleiches willen geschrieben wird, sondern um der Fragestellungen willen, die dem eigenkulturellen (russischen) Literatursystem entstammen, dient die russische Germanistik nicht nur dem Verständnis der deutschen, sondern ebenso auch der russischen Literatur; sie ist auch Teil der eigenkulturellen Philologie. Mit solchen Thesen hat Aleksej Žerebin die internationalen Philologien bereichert und sich in die Erforschung der russisch-deutschen Kulturbeziehungen eingeschrieben. Von ihnen sind auch die Beiträge des Bandes inspiriert, die je in eigener Art auf Žerebin antworten.
Ein Lesebuch über Leistung, Faulheit und die Zukunft der Arbeit. 2., überarbeitete und erweiterte Neuauflage
Editor: Rainer Barbey
Die Anthologie bietet eine historisch repräsentative Auswahl von Texten prominenter Autor:innen, die sich in den letzten 200 Jahren mit dem Verhältnis von Arbeit und Muße, einem möglichen Recht auf Faulheit und der Zukunft der Arbeit auseinandergesetzt haben.
Um der vielschichtigen Thematik in allen Facetten gerecht zu werden, wurde versucht, Arbeiten von Denkern aus den verschiedensten weltanschaulichen Richtungen und mit möglichst unterschiedlichen Positionen unter einen Hut zu bringen. Das Fragezeichen im Titel des Buches ist also sehr bewusst gesetzt. Konträre Thesen sollen gegeneinandergestellt werden: Lenins, der Bibel entnommener Imperativ „Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen!“ steht neben Paul Lafargues Recht auf Faulheit, Bertrand Russells Lob des Müßiggangs neben Ernst Jüngers Identifikation von Freiheits- und Arbeitsanspruch, Thomas Carlyles puritanischer Hymnus auf das Arbeitsprinzip, usw.
Ausgewählte Beiträge zur Literatur- und Kulturgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts. Herausgegeben von Fedor Poljakov und Natalia Bakshi
Konstantin Asadowski hat sich sein Leben lang mit den deutsch-russischen Kulturverbindungen befasst. Seine wichtigsten Beiträge zu diesem Thema finden sich in diesem Band.
„Konstantin Asadowski ist ein glorreicher Vertreter der weltberühmten russischen Intelligenzia, die zum ständigen Opfer der kommunistischen Machthaber im Laufe von 70 Jahren wurde“, so Efim Etkind 1990. Seine Inhaftierung 1980–1982 im sowjetischen GULAG führte zu einer großen Resonanz unter westlichen Intellektuellen. In Deutschland setzten sich unter anderen Heinrich Böll und Lev Kopelev für seine Freilassung ein; in den USA war es vor allem Joseph Brodsky, der 1981 in The New York Review of Books einen Artikel über Asadowski und seinen „Fall“ veröffentlichte. Später, während der Zeit der Perestroika, wurde Asadowski rehabilitiert und als „Opfer der politischen Verfolgungen“ anerkannt.
Wechselbeziehungen zwischen Literatur, Film, Fernsehen und digitalen Medien
Volume Editors: Andrea Bartl, Corina Erk, and Jörn Glasenapp
Der Band beschäftigt sich mit den Schnittstellen zwischen Literatur, Film, Fernsehen und digitalen Medien, die im Ganzen ein Signum unserer Gegenwart und ihrer Medien bilden.
Diese Schnittstellen führen zu interessanten künstlerischen Neuauslotungen der jeweiligen medialen Bedingungen wie der unter anderem genrebezogen tradierten Inhalte und prägen unsere von Medientransfer und Intermedialität bestimmte Jetzt-Zeit grundlegend. In den vergangenen Jahren finden an den sich berührenden Rändern dieser medialen Felder zudem besonders kreative Experimente und Innovationen statt. Konkret geht es um jene drei Schnittstellen Literatur/Film, Literatur/TV und Literatur/Digitale Medien (Internet, Online Games, Social Media, etc.).
Prousts Recherche
Author: Stephan Leopold
Auch wenn man es zuerst vielleicht nicht sogleich merkt: In Combray gärt eine Zeit der Nation, die sich in der apokalyptischen Weltkriegsnacht am Ende eschatologisch erfüllen wird. Es ist daher durchaus von Belang, wenn der kleine Marcel seine erste Madelaine jedes Jahr am Ostersonntag isst, die Eucharistiefeier indes Ellipse bleibt. In Combray, doch nicht nur dort, wird die Eucharistie antisakramental ersetzt, was zu beachtlichen Menüfolgen und anderen Vervielfältigungen führt. Die Zeit der Dritten Republik wäre so besehen heillos. Dennoch, oder vielleicht gerade deshalb, hat die Recherche ihr geheimes Zentrum in Venedig: Es ist das Baptisterium von San Marco, auf das es letztlich hinausläuft. Kann das gut gehen? Und vor allem: Wie kann es sein, dass die Recherche zugleich ein Roman über verlorene Kuchenteller ist, auf denen Motive aus Tausendundeiner Nacht abgebildet sind und die, ja auch sie, nach Venedig führen?
Die beliebte Reihe Philosophische Einstiege wird um einen Meilenstein erweitert: Obwohl er es selbst nie behauptet hat, war der Schotte David Hume bei seinen Zeitgenoss:innen durch seine subtile, aber zugleich tiefschürfende Kritik an der christlichen Religionslehre als Atheist verschrien.
Er selbst betonte in seinen Schriften – ohne die Vernunft zu missachten – die sinnliche Wahrnehmung, Erfahrungswerte und Gefühle als Maßstäbe unseres moralischen Handelns. Eine Position, die der späteren Common-Sense-Philosophie konträr entgegenstand. Er etablierte sich damit als wichtiger Vertreter der Aufklärung im 18. Jahrhundert, der mit Jean-Jacques Rousseau und Adam Smith verkehrte, und dessen Philosophie bis heute diskutiert wird. Dieser Comic stellt anschaulich, geistreich, aber trotzdem detailliert die Biographie und die Thesen Humes dar und geht der Frage nach, wie er es schaffte, einst sogar Immanuel Kant aus seinem „dogmatischen Schlummer“ zu wecken. Selbst ohne Vorwissen gelingt damit eine Einführung in die Gedankenwelt von einem der bedeutendsten Philosophen.