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Vol. I–Vol. VI
Author: Thierry Greub
Bis zum 30.06.2022 gilt der Subskriptionspreis € 998,00 - später: € 1.298.00
Cy Twombly (1928–2011), one of America’s most important artists, inscribed on his works written notes and fragments of poetry, even whole poems, throughout the whole period of his creative activity. The present Catalogue of Inscriptions for the first time collects in six opulent volumes all 901 of Twombly’s written notations, presenting them in transcription and in the context of their 113 different literary sources, and so traces the artist’s lifelong intellectual engagement with poetry and the forms of the scriptural. More than 90% of the decipherment and more than half of the authors quoted by Twombly are first assignments.
Roland Barthes described Cy Twombly’s oeuvre as a “work of writing”. In fact, Twombly’s use of written texts clearly sets him apart from other second generation representatives of the New York School (Robert Rauschenberg, Jasper Johns). Twombly provided around 40% of his pictorial works from 1953 onwards with textual notations and literary quotations from poets from antiquity to the present day, such as Sappho, Praxilla, Rumi, ʿAbbās ibn al-Aḥnaf, Keats, Rilke, Bachmann, Faiz Ahmed Faiz or Patricia Waters. Yet the level of meaning of the handwritten inscriptions remains an element of his pictorial language whose interpretation is still disputed today, since only 19 poets have been cited to date.
On the basis of the publication, the scriptural becomes clearly recognizable for the first time as an equal element in the structure of Cy Twombly’s work and an essential medium of signification in his pictorial world. The introductory volume, drawing on the results of the work of transcription and ascription, analyzes how Twombly’s inscriptional practice developed and how complex constellations of iconotextual references are created between the scriptural and the graphic in his works. Against the background of the conception of poetics of Charles Olson, Twombly’s teacher at Black Mountain College, it becomes evident that in Twombly the scriptural is the principal bearer of “remanence”, the phenomenon that enables a re-enactment, in each present moment of reception, of what is represented. Cy Twombly described this energy force and emotional intensity as “the phenomenon of finding the memory of something that has vanished and left no trace of itself”.
Ästhetik und Anthropologie des Gesichts in der spätviktorianischen Literatur
Author: Susanne Scholz
Gesichter sind soziale Medien. Wer wüsste besser, dass wir alle Schauspieler:innen unserer selbst sind, als Nutzer:innen von Instagram, Snapchat und Facebook? Am Gesicht lesen wir Identität ab und im Angesicht der anderen formen wir uns zu den Personen, die wir sind. Diese Interdependenz von Selbst und (Gesichts-)Bild hat mit der Erfindung der sozialen Medien an Dynamik gewonnen, aber sie ist nicht neu. Sie findet sich als zentrale Konfliktstellung in vielen literarischen Figuren des 19. Jahrhunderts, die sich auch heute noch großer Popularität erfreuen: Dr. Jekyll and Mr. Hyde, Dorian Gray, Dracula. „Im Angesicht“ untersucht die Gesichts-Schreibungen dieser Romane vor dem Hintergrund sozialer und wissenschaftlicher Umbrüche des 19. Jahrhunderts und besonders der Revisionen realistischen Schreibens. Die phantastischen Gesichtsverdoppelungen charakterisieren das Gesicht als Arena ästhetischer wie anthropologischer Neubestimmungen und als solche sind sie bis heute aktuell.
Sehen und Wahrnehmen in Optik, Naturforschung und Ästhetik des 17. und 18. Jahrhunderts
Author: Evelyn Dueck
Der Epoche der Aufklärung wird nicht nur eine besondere Vorliebe für den Sehsinn und das Licht nachgesagt, sondern auch ein bestimmtes ‚Wahrnehmungsmodell‘, das von dem Topos des kalten, distanzierten und klassifizierenden Blicks geprägt sei. Ausgehend von einem vereinzelt formulierten Zweifel an dieser Zuordnung sowie neueren Tendenzen in der Aufklärungsforschung geht die vorliegende Arbeit der Frage nach, ob sich ein solches Wahrnehmungsmodell im 17. und 18. Jahrhundert tatsächlich nachweisen lässt. Was wussten und wie dachten Naturforscher, Philosophen oder Optiker über das Auge und die Funktionsweise des menschlichen (und tierischen) Sehens? Es kann gezeigt werden, dass sich im Zeitraum von 1604 bis 1778 ein vielschichtiger Diskurs über Möglichkeiten und Grenzen der sinnlichen Empfindung entwickelt, der lange vor 1750 die physisch-psychische und kulturelle Bedingtheit des Sehens ins Zentrum rückt.
Open Access
Zur Funktion von bildender Kunst im deutschsprachigen Text und Film über Francisco de Goya aus der Mitte des 20. Jahrhunderts
Goyas Leben war romanhaft, geradezu filmreif, sein Œuvre vielseitig, erstaunlich politisch und zugleich rätselhaft. Diesen Facettenreichtum spiegelt auch die literarische Funktionalisierung bildender Kunst im deutschsprachigen Text und Film über Francisco de Goya.
Angela Hildebrand analysiert in ihrer Monografie die intermediale Dimension von Erzählungen, deren zentraler Gegenstand das Leben und Schaffen des herausragenden bildenden Künstlers ist. Die Bezugnahmen auf Goyas Werk bilden hier kein rein ästhetisches Spiel im sinnfreien Raum. Vielmehr sind die variantenreich, lebendig und anschaulich ausgestalteten Kunstbezüge mehrfach codiert und erfüllen verschiedene Funktionen, die in einer Typologie systematisiert werden. Dabei werden narrative Aspekte, ästhetische und kulturelle Wissensvermittlung, politisch-gesellschaftliche Kommunikation, literarische Topoi, Künstlermythen sowie die (inter-)mediale Selbstreflexion der Erzählungen in den Blick genommen.
Philosophische Reflexionen über das Mediterrane
Author: Jutta Georg
Die Studie untersucht, wie philosophische Reflexionen dazu beitragen können, der bedrohten und partiell verlorenen mediterranen Kultur, die gegenüber der Versagungsmoral des Nordens als überlegen angesehen wird, ein selbstbestimmteres Leben zu generieren – auch wenn man sich dabei auf eine unsichere Fahrt am Kompass eines erneuerten aufklärenden Denkens begeben muss. In diesem Zuge werden das Mittelmeer und seine Kultur des Mediterranen als Kreatoren eines postmoralischen Daseinsvollzugs rehabilitiert, womit sich die Entfremdungen nördlicher Existenzen – wie Nietzsche und Camus es sehen – in einem Prozess der Auflösung befinden sollten.
Dieses Buch untersucht erstmals die Frage des Pathos in Sebalds Selbstverständnis und Rezeption.
Es beleuchtet das Verhältnis zwischen Sebalds Stilideal der unpathetischen, leidenschaftslosen Rede und seiner Ethik der Mitleidenschaft, der Em-Pathie als Protest gegen politische A-Pathie. Pathos ist daher kein Verstoß gegen den guten „ethisch-ästhetischen“ Geschmack, sondern eine zentrale Dimension seines elegischen Werks im Zeichen der Shoah. Im Lichte von Aby Warburgs Begriff der Pathosformel, die die Ausdrucksintensität zugleich steigert und zähmt, werden Sebalds vieldiskutierter Gebrauch von dokumentarischem Material und Bildern, aber auch diskretere Motive wie Körpergebärden und die Bezüge zu Film, Theater und Oper als Formen des Pathos neu gelesen.
Macht und Mythos in epischen Anfangskonstruktionen bei Ovid, Milton und Kubrick
Author: Philipp Stelzer
Das Epos eröffnet, wie vielleicht keine andere künstlerische Form, den Blick auf ein weit zurückreichendes Archiv, in dem Vorstellungen des globalen Ganzen entworfen, reflektiert und gespeichert werden.
In doppelter Weise werden deshalb die Anfänge der Globalisierung befragt: Denn zum einen schlagen die besprochenen Epen – Ovids "Metamorphosen", John Miltons "Paradise Lost" und Stanley Kubricks "2001: A Space Odyssey" – selbst als Bezugspunkte der Literatur- und Kulturgeschichte zu Buche, an denen historische Stadien und Prozesse der Globalisierung ablesbar sind. Zum anderen nimmt vorliegendes Buch die erzählten Anfänge in diesen Werken in den Blick, die in Weltanfängen und Kosmogonien das Weltganze konstruieren und auf diese Weise vorstellbar machen. Zwischen der Konstruktion der Welt und der Artikulation ungleicher Machtbeziehungen werden in epischen Werken so die Anfänge der Globalisierung auf neue Art lesbar.
Ambiguität, Liminalität und Konversion
Author: Tobias Frese
Frühmittelalterliche Bilder der Christophanie irritieren den Betrachter oftmals durch widersprüchliche Aussagen. Das Buch analysiert prominente Fallbeispiele in neuen Perspektiven.
Doppeldeutigkeiten in der mittelalterlichen Kunst wurden von der kunsthistorischen Forschung lange Zeit unterschätzt oder gänzlich ignoriert. Dies resultierte aus dem traditionellen Anliegen der ikonographischen Interpretationspraxis, christliche Bildinhalte möglichst eindeutig zu bestimmen. Motivische Widersprüchlichkeiten wurden zumeist als Ausnahmen disqualifiziert, auf pragmatische Gründe zurückgeführt oder als künstlerische Fehler abgetan. Im Buch wird anhand mehrerer Fallbeispiele dargelegt, dass diese Sicht der komplexen Bildlogik vieler prominenter Christusbilder des frühen Mittelalters nicht gerecht wird.
Schriften zu Literatur und den Künsten der Frühmoderne. Studies on Arts and Literature in the Early Modern World / Études sur les arts et les littératures de la Première Modernité
Poesis versteht sich als fächerübergreifendes Forum zur Erforschung der Frühmoderne – von der europäischen Frührenaissance bis an die Schwelle zum 19. Jahrhundert. Als komparatistisch und interdisziplinär perspektivierte Schriftenreihe zur Zeitschrift Artes wollen die Supplementa vor allem den Austausch inter artes – z.B. mit Philologien, Philosophie, Musik-, Kunst- und Bildwissenschaften – anregen. Ziel ist es, die lange Transformationsphase vor der Moderne als ein Kontinuum zu beschreiben, das durch dynamische Prozesse von Pluralisierung und Diversität in Kunst und Lebenswelt die Grundlagen für unsere Gegenwart gelegt hat. Mit dem Titel der Schriftenreihe erinnern wir zugleich an diese Vielfalt der Künste vor dem Zeitalter der Kunst wie auch an die zahlreichen artistisch-technischen Reflexionen, welche die ästhetische Produktion und Theoriebildung vor dem Aufstieg der Ästhetik im späten 18. Jahrhundert prägten. Poesis sees itself as an interdisciplinary forum for the study of early modernism - from the early European Renaissance to the threshold of the 19th century. As a series of publications with a comparative and interdisciplinary perspective on the journal Artes, the Supplementa aims above all to stimulate exchange inter artes - e.g. with philologies, philosophy, music, art and visual studies. The aim is to describe the long period of transformation before modernity as a continuum that laid the foundations for our present through dynamic processes of pluralization and diversity in art and the living world. With the title of the series, we simultaneously recall this diversity of the arts before the age of art as well as the numerous artistic-technical reflections that shaped aesthetic production and theory formation before the rise of aesthetics in the late 18th century.
Schaltungsgeschichten an den Rändern von Musik und Medien
Schaltungen konstituieren Medien. Doch was konstituiert Schaltungen? Der Schwingkreis erkundet Potentiale eines Forschens über und mit Schaltkreisen am Beispiel der Frühgeschichte elektronischer Musikinstrumente.
Um 1900 ermöglicht die Schwingkreisschaltung, elektrische und elektronische Schwingungen zu generieren. Das hat nicht nur Konsequenzen für die Nachrichtentechnik, sondern auch für die Musik. Theremin, Trautonium und Ondes Martenot basieren auf Rundfunktechnologie, die umgewidmet wird. Damit exemplifizieren sie das, was die Herausbildung von Schaltungen kennzeichnet, bevor sie in Apparaten verschwinden: exploratives Probieren und materielles Rekombinieren. Aus einer medienarchäologischen Perspektive zeichnet das Buch die Entwicklung des Schwingkreises im 19. Jahrhundert nach und zeigt, wie die Schaltung durch heterogene Wissensformationen konfiguriert wird.