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Studien zur politischen Idee der Germanistik, 1806-1814
Author: Christian Lück
Viele namhafte Intellektuelle, Dichter, Juristen, Historiker, Philologen waren um 1800 von dem Gedanken besessen, dass ein deutscher Nationalstaat nur durch die Überwindung des »fremden« römischen Rechts und Wiederherstellung eines »einheimischen« Rechts erreicht werden könnte.
Noch 1846 hielt das spätere Mitglied der Frankfurter Nationalversammlung Georg Beseler das Römische Recht für ein »Nationalunglück«. Damit schrieb er einen Gedanken fort, der mit Beginn der »Deutschen Bewegung« im 18. Jahrhundert vorgetragen wurde. Christian Lück untersucht den Diskurs von Justus Möser, der um 1770 Goethe und Herder wichtige Anregungen geliefert hat, über Savignys Historische Rechtsschule, die politische Romantik, Fichte, Kleist, Adam Müller, die Gebrüder Grimm bis zum Germanistentag 1846. Die Studien verstehen sich als Beitrag zur Gründungsgeschichte der Germanistik als historischer Wissenschaft des Deutschen.
Der Tod der schönen Antike
1862 erscheint Gustave Flauberts Roman Salammbô. Ort und Handlung sind in ferner Vergangenheit angesiedelt. Karthago ist ein blinder Fleck auf der Landkarte der historischen Überlieferung. Gerade deswegen wählt Flaubert diese Stadt.
Nordafrikanische Landschaften, Stadtansichten der Seerepublik Karthago, pompöser Reichtum und kulturelle Artifizialität in Speisen, Sitten und Kleidung, monumentale Schlachten, grausame Bilder des Krieges und der ausschweifenden Gewalt an Mensch und Tier bilden die Szenen des neuen Romans. »Leute von schlechtem Geschmack« sind nach Flaubert solche, die »verschönern, reinigen und sich illusionieren, die verändern, kratzen und wegnehmen« und gleichwohl meinen, sie seien Klassiker. Die Aufsprengung der normativen Antike-Ansicht bedeutet für Flaubert, Klischees und abgenutzte Phrasen aufzubrechen sowie neue Sprachformen zu erfinden. Er eröffnet damit den Blick auf eine archaische Antike und auf das Phänomen der Gewalt in der Moderne.
Erwerbsarbeitslosigkeit in der Gegenwartsliteratur
Author: Lydia Mühlbach
Lydia Mühlbach untersucht literarische Verhandlungen des Themas Nicht-Arbeit in zeitgenössischen Romanen und diskutiert ihre Befunde in Auseinandersetzung mit sozialtheoretischen Gouvernementalitätskonzepten.
Im gegenwärtigen Diskurs gelten Arbeitslose als in besonderem Maße aktivierungsbedürftig („Fördern und Fordern“). Entsprechende Aktivierungsbemühungen der arbeitsmarktpolitischen Institutionen und ihre psychosozialen Auswirkungen beleuchten die von Mühlbach analysierten Texte von Jakob Hein, Anna Weidenholzer und Robert Naumann. Mit literarischen Mitteln spielen sie Konzepte, Ästhetiken und Werthaltungen zur Nicht-Arbeit durch, bringen Unterschiede zwischen erstem und zweitem Arbeitsmarkt in den Blick, problematisieren Kommunikationsweisen der Arbeitslosenverwaltung, experimentieren mit Formen programmatisch gewählten Nicht(s)tuns und leisten damit einen kritischen Beitrag zur Debatte.
Italo Svevos Medien
Wie und warum verleihen Menschen dem Geld Wert? Wie machen sie aus Schrift Sinn? Diese Fragen stehen immer wieder im Zentrum der Romane Italo Svevos. Mit ihrer Hilfe erschließt diese Studie einen neuen Blick auf die turbulente wissenschaftliche und mediale Landschaft des Fin de siècle – und auf alte mediale Fragen.
Um 1900 schreibt Ettore Schmitz, Manager einer triestiner Schiffslackfabrik, in seiner Freizeit Romane, deren Protagonisten auf oft dilettantische Weise die beiden Medien gegeneinander ausspielen, mit denen er selbst sich hervorragend auskennt: Schrift und Geld. Schmitz selbst sollte unter seinem Pseudonym Italo Svevo als einer der wichtigsten Vertreter der italienischen Moderne zu spätem Ruhm gelangen. In dieser ersten deutschsprachigen Monographie zu seinen Werken werden diese zu einem Prisma: Sie eröffnen den Blick in eine Wissenschafts- und Medienlandschaft im Umbruch, in der wirtschafts- wie medientheoretische Fragen über disziplinäre Grenzen hinaus verhandelt werden.
Literatur und Repräsentation in der politischen Moderne
Author: Sabine Müller
Die demokratische Stimmabgabe – handelt es sich hierbei um eine irrelevante Metapher? Oder sollte man sie beim Wort nehmen, um nach der Beziehung zwischen der Stimmabgabe in Repräsentativdemokratien und den „stummen Stimmen“ der modernen Literatur zu fragen?
Das Buch antwortet hierauf mit einem transdisziplinär erweiterten, post-poststrukturalistischen Repräsentationskonzept, das Erkenntnisse der Sozial-, Rechts- und Geschichtswissenschaften mit aktuellen Literatur- und Kulturtheorien verbindet. Diese Grundlage eröffnet neue, bei den Umbruchsjahrzehnten um 1800 ansetzende Perspektiven auf die Relation zwischen ästhetischer und politischer Repräsentation (Darstellung/ Stellvertretung) und auf zentrale Etappen in der Geschichte der politischen Ästhetik von Kollektivität. Materialien der Verwaltungs-, Bildungs-, Theater-, Popularkultur- und Literaturgeschichte heranziehend, nimmt die Studie chorisch katechisierende Schulkinder, idiosynkratische Theatergänger und lärmempfindliche Kinobetreiber ebenso in den Blick wie literarische Positionen von Friedrich Schiller bis zu Elias Canetti, Anton Kuh, Felix Salten und Franz Kafka.
Diagnosen der Moderne zwischen Honoré de Balzac und Henry James
Author: Helmut Pfeiffer
Der Roman und die politischen und ökonomischen Krisen der Moderne zwischen Französischer Revolution und Erstem Weltkrieg.
Gegenstand der Interpretation sind französische und englische Romane zwischen dem Realismus und der Moderne. Die Fragestellung zielt auf die fiktionale Verarbeitung des kritischen Verhältnisses ethischer Orientierungen, politischer Instabilität und ökonomischer Transformation vor dem Hintergrund der neuen Formen gesellschaftlicher Differenzierung. Die vier ausgewählten Autoren (Honoré de Balzac, Gustave Flaubert, Joseph Conrad, Henry James) reagieren auf spezifische epochale Problemlagen. Sie stehen über die Grenzen der jeweiligen nationalliterarischen Traditionen hinaus in intensiven Wirkungs- und Rezeptionsverhältnissen, in denen sich die dynamische Evolution der Gattung Roman abbildet.
Der Band rekonstruiert anhand von Fallstudien das wirkungsgeschichtlich hochkomplexe Gefüge von Kontakten, Transfer- und Transformationsprozessen zwischen den europäischen Avantgarden in Literatur und bildender Kunst.
Die gesamteuropäische Dimension der Avantgarde-Bewegung des frühen 20. Jahrhunderts lässt sich aus dem engen Blickwinkel der Nationalphilologien nicht adäquat nachvollziehen und verlangt nach einer internationalen Untersuchungsperspektive. Der Band legt den Fokus auf die Austauschbeziehungen zwischen französischer, deutscher, russischer, italienischer und ukrainischer Avantgarde und versteht sich als ein Beitrag zur Erforschung der Internationalität der avantgardistischen Strömungen in Literatur und bildender Kunst.
Kant – Hölderlin – Nietzsche
Author: Johannes Epple
Die Monografie untersucht die Zusammenhänge und Kontraste von Hölderlins Hyperion und Nietzsches Also sprach Zarathustra vor dem Hintergrund von Kants Kritik der Urteilskraft.
Für Hölderlin und Nietzsche war Kants Werk ständiger Bezugs- und Reibungspunkt ihres künstlerischen Schaffens. Johannes Epple zeigt in seiner Monografie, dass Hölderlins im Hyperion geronnene Kant-Lektüren helfen, Nietzsches oft als dunkel kritisiertes Werk Also sprach Zarathustra besser zu verstehen. Zusätzlich weist Epple nach, dass die beiden Dichter-Philosophen auf je eigene Weise in Kants Dritter Kritik Grundlinien einer dionysischen Ästhetik freilegen. Im Hyperion und im Zarathustra werden diese Grundlinien zu einer komplexen Theorie des Lebens ausgearbeitet, die als ästhetische Vollendung von Kants kritischem System aufgefasst werden muss.
Die romanische Renaissance-Epik der Entdeckungs- und Eroberungsfahrten als Ort der Verhandlung von Globalisierungsprozessen
Author: Helga Thalhofer
Das Epos ist der wichtigste poetische Ort der Verhandlung von Globalisierungsprozessen in der Frühen Neuzeit.
Die europäische Expansion setzte in der Frühen Neuzeit mit den Entdeckungs- und Eroberungsfahrten der Portugiesen und Spanier ein. Die Motivation für erdumspannende Prozesse zu dieser Zeit ist die Suche nach der Neuen Welt, im Geflecht von curiositas, Mission und ökonomischem Interesse. Die Studie konzentriert sich auf die geographische, rhetorische und visuell-mediale Erschließung und Darstellung von Erde und ,Neuer Welt‘ in den Epen Os Lusíadas von Camões und La Araucana von Ercilla und berücksichtigt zudem Ariosts Orlando furioso, Tassos Gerusalemme liberata und frühneuzeitliche dokumentarische Texte.
The Biography. Translated from German by Sebastian Goth and Kelly Kawar
Translators: Sebastian Goth and Kelly Kawar
Kleist has fascinated readers like no other German writer. How did a one-time soldier with an unremarkable literary education become one of the greatest innovators of German literature? What allows for the tragedy of his life? In what ways does his work speak to us today?
In his great biography Günter Blamberger gives us a new Kleist: Unlike conventional approaches, he does not try to understand Kleist's life from the perspective of its end—from the perspective of his suicide as the final catastrophe of a life in permanent crisis. Rather, he remains at eye-level with Kleist’s present, narrating from the perspective of Kleist’s experience—in the moment with him—capturing the unsettling or the astonishing in each phase of his life, the explosive nature of each one of his risky experiments in living and writing. The result is an indispensable work of German literary history—a vivid, captivating biography of one of the greatest literary geniuses of all time.