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  • 19th & 20th Century Philosophy x
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Der zweite Band der Edition der Schriften von Susan Taubes umfasst ihre 1956 abgeschlossene, bisher unveröffentlichte Dissertation Der abwesende Gott. Eine Studie über Simone Weil sowie ihre Aufsätze und Rezensionen, die zwischen 1951 und 1959 in renommierten Zeitschriften wie The Journal of Religion oder The Review of Metaphysics erschienen sind.
Ausgehend von den Grundlinien der Moderne untersucht Susan Taubes in ihren philosophischen Schriften Gnosis und Tragödie als kulturgeschichtliche Konstellationen und spürt verschwiegene Verbindungen zwischen jüdischer Erfahrung und deutscher Philosophie auf. Sie entwirft eine Theorie der Tragödie (Das Wesen der Tragödie, 1953), erschließt Die gnostischen Grundlagen von Heideggers Nihilismus (1954) und kommentiert Das Rätsel Simone Weil (1956). Methodisch zwischen Religionsphilosophie und Kulturwissenschaft angesiedelt, wird in Susan Taubes’ theoretischen Arbeiten aus der kritischen Auseinandersetzung mit Themen wie Entfremdung und Revolte, Nihilismus und Theologie einer Kulturtheorie der Moderne skizziert.
Zum Begriff der Diachronie im Werk von Emmanuel Lévinas und seiner Relevanz im Kontext des antisocial turn in den Queer Studies
Author: Anna Fleischer
Die Ethik des Anderen im Werk von Emmanuel Lévinas beruht auf einem vollkommen neuen Denken der Zeit.
In seiner Auseinandersetzung mit Heidegger, Husserl, Rosenzweig und anderen Autoren entwickelt Lévinas den für seine Alteritätsphilosophie so zentralen Begriff der Diachronie und bestimmt die Zeit im Ausgang einer primären Diskontinuität und Unabgeschlossenheit, die sich als ein originäres Struktur-Moment im Subjekt ausweisen lässt. An der Schnittstelle zwischen Ethik und Zeit bietet Lévinas’ Denken hier völlig neue Anschlussmöglichkeiten an andere Forschungskontexte, etwa der dekonstruktivistischen Queer Theory des Literaturwissenschaftlers Lee Edelman. Im Dialog zwischen beiden Forschungsfeldern lässt sich schließlich eine radikale Ethik der Alteration begründen.
Über Erkenntnis und Kunst im Denken Nietzsches
Author: Fredrik Agell
In seinem grundlegend neuem Buch interpretiert Agell Nietzsches veröffentlichtes Werk im Licht von Briefen und Arbeitsnotizen, Lektüren und Einflüssen. Er zeichnet das Bild eines leiden-schaftlichen Denkers, der bereits früh unter dem Einfluss F.A. Langes die Begrenzungen der Erkenntnis als entscheidendes Problem des Menschen erkennt. In Folge der nachkantischen Tragödie der Erkenntnis ist Nietzsche der Überzeugung, das Dasein sei nur durch die Kunst gerechtfertigt und sinnvoll, wobei er zur Kunst der Frühantike, zur ekstatisch-kathartischen Kunst des Tänzers, des Musikers und des Rhapsoden zurückkehrt. In einem gross angelegten rezeptions-geschichtlichen Überblick nimmt Agell ausserdem eine kritische Bewertung der Nietzscheinterpretationen Heideggers und Derridas vor.
Leben und Denken
Ernesto Grassi (1902-1991) hat sich als Kenner und Interpret antiker Philosophie, Kunst und Rhetorik, als Wiederentdecker der „nicht-platonisierenden“ humanistischen Tradition, als kreativer Vermittler Heideggerschen Gedankengutes, als Autor philosophischer Reisebeschreibungen sowie als Herausgeber wissenschaftlicher Reihen (Humanistische Bibliothek im Wilhelm Fink Verlag; Rowohlts deutsche Enzyklopädie) einen Namen gemacht. Darüber hinaus war Grassi Ordinarius am „Institut für Philosophie und Geistesgeschichte“ der Ludwig-Maximilians-Universität München. Seine Philosophie und seine größtenteils auf Deutsch verfaßten Werke sind bestimmt von Themen wie Kunst und Mythos, Rhetorik und Philosophie, Logos und Pathos sowie Metapher und Begriff. Die vorliegende Einführung ist die bislang einzige philosophisch-biographische Annäherung an Grassis Leben und Denken, das er selbst als ein „Reisen ohne anzukommen“ bezeichnet hat.