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René Fülöp-Miller als Vermittler russischer Kultur im 20. Jahrhundert
Author: Katja Plachov
Wer war René Fülöp-Miller? Als schillernder und viel gelesener Journalist, Herausgeber und Autor nahm er während der Zwischenkriegszeit eine überaus prominente Position im deutschsprachigen Raum ein. Seine größten Verkaufserfolge drehten sich stets um die Themenkomplexe Russland und Sowjetunion, darunter das Sachbuch „Geist und Gesicht des Bolschewismus“ (1926), die Rasputin-Biographie „Der heilige Teufel“ (1927) sowie die Herausgabe einer achtbändigen Ausgabe von Dokumenten aus dem Nachlass Dostoevskijs (1925–1931). Mit Ausbruch des Zweiten Weltkriegs emigrierte er in die USA, wo er zwar nicht mehr an seine Bucherfolge anknüpfen, jedoch als Dozent russische Geschichte lehren konnte. Das Buch widmet sich am Beispiel von Fülöp-Miller der Frage, mittels welcher Strategien, Dynamiken und Netzwerke die Vermittlung von Themen und Narrativen stattfindet, die zeit- und kontextgebunden einen gesellschaftlichen Diskurs dominieren sowie darin selbst transformiert und wieder verdrängt werden können.
Eine ästhetisch-politische Konstellation bei Hugo von Hofmannsthal, Walter Benjamin und Rudolf Borchardt
Author: Fabian Saner
„Anthologisches Schreiben“ untersucht, wie Hugo von Hofmannsthal, Walter Benjamin und Rudolf Borchardt ihre schriftstellerische Praxis als Traditionspolitik begreifen und modellieren. Die Analyse zeichnet die mind map bürgerlich-männlicher literarischer Intelligenz, ihrer Denkstile, Arbeitsweisen und Kommunikationsformen kritisch nach. Die Anthologie und das anthologische Schreiben werden dabei als widersprüchliches ästhetisches Modell gedeutet, das im Zuge der massiven Transformationen des 1. Weltkriegs intellektuelle Freiräume zugleich vor vermeintlichen Zumutungen des Politischen bewahrt und die Kehrseite dieser Freiräume befragt: Wie haben Hofmannsthal, Benjamin und Borchardt literaturhistorisch begründete Identitäten für ihr Hier und Jetzt eingesetzt und genutzt?
Open Access
Communication entre veille et sommeil dans des textes dramatiques de William Shakespeare, Denis Diderot, Heinrich von Kleist, Eugène Scribe et Richard Wagner
Author: Maike Hansen
Worte zwischen Wahn und Wahrheit: Als erste Monographie analysiert der vorliegende Band literarische Bedeutungen von Somniloquie (Sprechen im Schlaf) – einer Sprachform mit dem Potenzial, wissenschaftliche Perspektiven an der Peripherie von Literatur, Medizin und Gesellschaft zu revolutionieren.
Die dramatischen Texte von Shakespeare, Diderot, Scribe und Wagner zeigen intertextuelle Linien zwischen den im Schlaf sprechenden Figuren auf. Ob in „Macbeth“, im „Rêve de D’Alembert“ oder im „Fliegenden Holländer“: Die Autoren nutzen Somniloquie, um tabuisiertes Wissen, artikuliert durch marginalisierte Sprecher:innen, vor Zeug:innen und Publikum zu inszenieren.
Diese Kommunikationssituationen werden sowohl im Kontext medizinischer (etwa zum Mesmerismus oder zu psychiatrischen Analysen von Esquirol und Charcot) als auch feministischer Diskurse (z. B. kritische Auseinandersetzungen mit Hysterie-Diagnosen und Frauenbildern in Aufklärung und Romantik) betrachtet.
Ästhetik und Anthropologie des Gesichts in der spätviktorianischen Literatur
Author: Susanne Scholz
Gesichter sind soziale Medien. Wer wüsste besser, dass wir alle Schauspieler:innen unserer selbst sind, als Nutzer:innen von Instagram, Snapchat und Facebook? Am Gesicht lesen wir Identität ab und im Angesicht der anderen formen wir uns zu den Personen, die wir sind. Diese Interdependenz von Selbst und (Gesichts-)Bild hat mit der Erfindung der sozialen Medien an Dynamik gewonnen, aber sie ist nicht neu. Sie findet sich als zentrale Konfliktstellung in vielen literarischen Figuren des 19. Jahrhunderts, die sich auch heute noch großer Popularität erfreuen: Dr. Jekyll and Mr. Hyde, Dorian Gray, Dracula. „Im Angesicht“ untersucht die Gesichts-Schreibungen dieser Romane vor dem Hintergrund sozialer und wissenschaftlicher Umbrüche des 19. Jahrhunderts und besonders der Revisionen realistischen Schreibens. Die phantastischen Gesichtsverdoppelungen charakterisieren das Gesicht als Arena ästhetischer wie anthropologischer Neubestimmungen und als solche sind sie bis heute aktuell.
Macht und Mythos in epischen Anfangskonstruktionen bei Ovid, Milton und Kubrick
Author: Philipp Stelzer
Das Epos eröffnet, wie vielleicht keine andere künstlerische Form, den Blick auf ein weit zurückreichendes Archiv, in dem Vorstellungen des globalen Ganzen entworfen, reflektiert und gespeichert werden.
In doppelter Weise werden deshalb die Anfänge der Globalisierung befragt: Denn zum einen schlagen die besprochenen Epen – Ovids "Metamorphosen", John Miltons "Paradise Lost" und Stanley Kubricks "2001: A Space Odyssey" – selbst als Bezugspunkte der Literatur- und Kulturgeschichte zu Buche, an denen historische Stadien und Prozesse der Globalisierung ablesbar sind. Zum anderen nimmt vorliegendes Buch die erzählten Anfänge in diesen Werken in den Blick, die in Weltanfängen und Kosmogonien das Weltganze konstruieren und auf diese Weise vorstellbar machen. Zwischen der Konstruktion der Welt und der Artikulation ungleicher Machtbeziehungen werden in epischen Werken so die Anfänge der Globalisierung auf neue Art lesbar.
Schriften zu Literatur und den Künsten der Frühmoderne. Studies on Arts and Literature in the Early Modern World / Études sur les arts et les littératures de la Première Modernité
Poesis versteht sich als fächerübergreifendes Forum zur Erforschung der Frühmoderne – von der europäischen Frührenaissance bis an die Schwelle zum 19. Jahrhundert. Als komparatistisch und interdisziplinär perspektivierte Schriftenreihe zur Zeitschrift Artes wollen die Supplementa vor allem den Austausch inter artes – z.B. mit Philologien, Philosophie, Musik-, Kunst- und Bildwissenschaften – anregen. Ziel ist es, die lange Transformationsphase vor der Moderne als ein Kontinuum zu beschreiben, das durch dynamische Prozesse von Pluralisierung und Diversität in Kunst und Lebenswelt die Grundlagen für unsere Gegenwart gelegt hat. Mit dem Titel der Schriftenreihe erinnern wir zugleich an diese Vielfalt der Künste vor dem Zeitalter der Kunst wie auch an die zahlreichen artistisch-technischen Reflexionen, welche die ästhetische Produktion und Theoriebildung vor dem Aufstieg der Ästhetik im späten 18. Jahrhundert prägten. Poesis sees itself as an interdisciplinary forum for the study of early modernism - from the early European Renaissance to the threshold of the 19th century. As a series of publications with a comparative and interdisciplinary perspective on the journal Artes, the Supplementa aims above all to stimulate exchange inter artes - e.g. with philologies, philosophy, music, art and visual studies. The aim is to describe the long period of transformation before modernity as a continuum that laid the foundations for our present through dynamic processes of pluralization and diversity in art and the living world. With the title of the series, we simultaneously recall this diversity of the arts before the age of art as well as the numerous artistic-technical reflections that shaped aesthetic production and theory formation before the rise of aesthetics in the late 18th century.
Das Theater der Frühaufklärung (1680-1730)
Series:  Poesis, Volume: 1
Die Beiträge des vorliegenden Bandes analysieren, wie die sozialen und kulturellen Transformationen um 1700 in den europäischen Theatern in Szene gesetzt und zugleich kritisch reflektiert werden. Dabei wird untersucht, inwiefern neue Formen der Dramatik erprobt werden, um die sozialen, emotionalen und kulturellen Veränderungen der Frühaufklärung adäquat zu erfassen und wie diese in den zahlreichen Debatten und Diskussionen behandelt werden. Reflektiert wird zudem, inwiefern das tendenziell international ausgerichtete Theater der Zeit in die nationalen Kontexte eingebunden wird und damit verbunden, wie der geleistete Transfer mit Akkulturationen einhergeht, und wie diese wiederum auf ausländische Diskussionen und Produktionen rückwirken. Schließlich werden die zeitgenössischen Um- und Neucodierungen von zentralen Konzepten der Dramatik in den Blick genommen, wie die Neubestimmung der Wahrscheinlichkeit oder der bienséance, sowie die Herausbildungen neuer dramatischer Genres.
Eine arabische Intellektuellengeschichte, 1968–1994
Author: Yvonne Albers
Anhand der Biografie der Beiruter Zeitschrift Mawaqif (1968–1994) erzählt das Buch die bewegte Geschichte einer arabischen Intellektuellengeneration im späten 20. Jahrhundert. Hauptschauplatz ist die Stadt Beirut, der damalige Hotspot einer transarabischen Intelligenzija und ihrer Zeitschriftenpublizistik. In der postkolonialen arabischen Welt galt die politisch-literarische Zeitschrift, genau wie in Europa, als das Leitmedium des sogenannten Intellektuellen. In der vorgelegten Studie wird erstmals die historische Verflechtung dieser Sozialfigur mit der modernen arabischen Zeitschrift als einer ‚Krisengattung‘ und als konstitutiver Praxis dieses Intellektuellen diskutiert. Vor dem Hintergrund des Sechs-Tage-Kriegs, der palästinensischen Widerstandsbewegung, der iranischen Revolution, des Bürgerkriegs im Libanon und der Exilbewegungen der 1980er Jahre spiegelt Mawaqifs Lebenslauf den einer arabischen kulturellen Linken nach 1967 und das Scheitern ihres einst revolutionären Projekts.
Open Access
Diderot, Schlegel, Musil und die Theorie des Romans
Author: Maud Meyzaud
Wenn Georg Lukács, Walter Benjamin, Michail Bachtin oder Robert Musil im frühen 20. Jahrhundert in der Jenaer Romantik das Labor einer neuen Art des Schreibens und Denkens über Literatur entdecken, so liegt dies darin begründet, dass der Roman um 1800 zum spekulativen Begriff einer Literatur- und Kulturtheorie geworden ist.
Hinter der vermeintlichen Formlosigkeit des Romans hatten Friedrich Schlegel und Friedrich von Hardenberg das Vermögen der Literatur entdeckt, aus sich selbst ihre Form zu entwickeln und von ihrer Eigengesetzmäßigkeit ausgehend theoriefähig zu werden. Um diesen Vorstoß zu wagen, so argumentiert die Studie, griff die Jenaer Romantik auf das Gespräch zurück: Als Inbegriff der Geselligkeit, als literarischer Präzedenzfall und als epistemologisches Modell wurde es zum Medium der literarischen Reflexion par excellence. Die Voraussetzungen für die Allgegenwart des Gesprächs um 1800 findet die Studie in der dialogischen, aus der Literatur- und Kunstkritik hervorgegangenen Erzählliteratur Denis Diderots angelegt; den Folgen spürt sie nach bis hin zur Konzeption des Gesprächs als Formkonstituens und Figur einer nicht-genealogischen Herleitung von Literatur in Musils Mann ohne Eigenschaften.
Tier-Bilder in der deutschsprachigen Literatur
Der Paradigmenwechsel in Bezug auf die Wahrnehmung der Tiere lässt das Tier auch in der literatur- und kulturwissenschaftlichen Forschung in seinem Sosein – ‚verkörpert‘ – in Erscheinung treten.
Das den Anthropozentrismus verdrängende theoriezentrierte Paradigma im Blick, setzt sich der Band zum Ziel, den kulturgeschichtlich bedingten Wandel der Tier-Bilder im Spiegel der deutschen Literatur der Neuzeit zu verfolgen: vom Mittelalter bis hin zur Gegenwart. Die Reihe der Tierfigurationen reicht von den Tier-Bildern in der Literatur des Mittelalters und der Aufklärung über die Tier-Figuren der klassischen Moderne (Friedrich Nitzsche, Franz Kafka) bis hin zu Texten der neueren und neuesten Gegenwartsliteratur (Christa Wolf, Peter Turrini, Thomas Hürlimann, Peter Suter, Tamara Ramsay).