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Belting, Boehm, Bredekamp, Burda
Author: Daniel Hornuff
Editor: Daniel Hornuff
Manche bezeichnen die Bildwissenschaft als neue Superdisziplin. Andere als puren Überfluss. Aber niemand kann sagen, für was die eine Bildwissenschaft steht – aus einem simplen Grund: Es gibt sie nicht.
Das Etikett Bildwissenschaft birgt unterschiedlichste Ziele und Methoden. Wer sie vereinheitlicht, verkennt ihre Möglichkeiten. Erst die Arbeit an ihren Differenzen profiliert Stärken und markiert Schwächen. Daher setzt das Buch vier Protagonisten der Bildwissenschaft in einen Widerstreit: Hans Belting, Gottfried Boehm, Horst Bredekamp und Hubert Burda. Der Kontrast ihrer Ansätze zeigt, dass das Entscheidende der Bildwissenschaften in ihrem Unterscheiden liegt.

Geologie in Bildern bei Ruskin, Viollet-le-Duc und Civiale
Series:  Eikones
Author: Jan von Brevern
Wer zeichne, so Eugène Viollet-le-Duc, der lerne zu sehen - »und Sehen ist Wissen«. Für die Geologie, die sich um 1850 in einer Theoriekrise befindet, leitet sich daraus ein Versprechen ab: Die Produktion neuer Bilder würde helfen, endlich die großen erdgeschichtlichen Fragen zu lösen. Der Zeichnung kommt hierbei eine wichtige Funktion zu. Doch die größten Hoffnungen konzentrieren sich auf ein junges Medium, dessen Potentiale noch kaum abschätzbar erscheinen – die Fotografie. In sechs Kapiteln fächert Jan von Brevern die historischen, technischen und ästhetischen Bedingungen geologischer Bilder im 19. Jahrhundert auf. Im Zentrum stehen dabei die »Bildexperten« John Ruskin, Eugène Viollet-le-Duc und Aimé Civiale. Auf ihren Skizzen und Fotografien, so die Überzeugung, wurde etwas sichtbar, das dem bloßen Auge verborgen blieb. Was man Bildern alles zutraute, aber auch, wie mit ihnen gearbeitet werden musste, damit sich die Erwartungen erfüllten: davon handelt »Blicke von Nirgendwo«.
Ein Bildhauer zwischen Tradition und modernem Zeitbewußtsein
Anläßlich Ernst Rietschels 150. Todestag stellt dieser Band dessen höchst einflußreiche Rolle als Mittler zwischen Klassizismus und Realismus in den Mittelpunkt seiner Betrachtungen. Er enthält die überarbeiteten Beiträge eines Symposions zum 200. Geburtstag des Künstlers, das im Jahre 2004 an der Hochschule für Bildende Künste Dresden stattfand. Ernst Rietschel (1804–1861) repräsentiert mit seiner Bildhauerkunst wie kaum ein anderer Künstler seiner Generation das komplexe geistige Gesicht der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts. In seinem Werk verbindet sich das bürgerliche Bildungsbewußtsein des Klassizismus mit moderner Zeitnähe. Diese Synthese mag der Ursprung seiner damaligen Popularität sein und neben seinem perfekten handwerklichen Können Grund für die Beauftragung mit der Ausführung der wichtigsten Denkmäler der Zeit. Das Weimarer Goethe-Schiller-Denkmal, das Braunschweiger Lessing-Denkmal oder das Luther-Denkmal in Worms prägen, ähnlich wie der bauplastische Schmuck an Semperoper und Gemäldegalerie in Dresden bis heute das Bild bedeutender Platzanlagen in Deutschland.
Gustave Courbets Selbstporträts sind einzigartig, denn sie brechen mit der Tradition des Selbstbildnisses: Großformatig angelegt und ungewöhnlich appellativ komponiert, dabei vielfach irritierend genrehaft und szenenartig-situativ, ziehen sie den Betrachter in ihren Bann.
Das selbstdarstellerische Schaffen Gustave Courbets (1819-1877) wurde bislang wenig untersucht. In detaillierten Werkanalysen fragt nun erstmals Stephanie Marchal nach der Motivation und Funktion dieser ungewöhnlichen Selbstbildnisse. Sie unter- sucht die Modernität und Zeittypik der 50 Selbstporträts im OEuvre des Malers. In die Betrachtung einbezogen werden neben den gezeichneten und gemalten erstmals auch die photographischen (Selbst-)Inszenierungen Courbets, seine selbstreferentiellen Gestaltideen der späten 1850er bis 1870er Jahre sowie die Porträtkarikaturen.
Konstellationen um Wilhelm Worringer
Wilhelm Worringers »Beitrag zur Stilpsychologie« Abstraktion und Einfühlung war gar nicht als aktuelle Programmschrift geplant und doch prägte er das Verständnis der Moderne nachhaltig.
Schon von Zeitgenossen wurde das Begriffspaar im Titel als die Signatur der expressionistischen Epoche und der Abstraktion schlechthin interpretiert. Ursprünglich als Dissertation geschrieben, erlebte das Buch zahlreiche Neuauflagen. Die Rezeption ging weit über die wissenschaftlichen Grenzen hinaus: Künstlern, Kunstkritikern und Literaten diente das Werk als theoretischer Steinbruch für eigene Konzepte. Hundert Jahre »Abstraktion und Einfühlung« rekonstruiert nun die Entstehungs- und Wirkungsgeschichte. Gefragt wird nach den Kontinuitäten in Worringers späteren Schriften und nach den Mechanismen der Rezeption in Wissenschaft, Kunst und Kunsttheorie.
Versuch einer Ortsbestimmung der Modernen Kunst
Zigarrenkisten, Zigarettenschachteln, Bilder, Topfpflanzen, Flaschen, Gläser, Farben, Zeitungen, Tausende von Schächtelchen und sogar abgeschnittene Fingernägel: Picassos Ateliers waren vollgestopft bis unter die Decke. Nichts wurde weggeworfen, alles wurde gesammelt, aufbewahrt, umgeschichtet, neu sortiert, um eines Tages vielleicht dem Blick des Genius erneut zu begegnen.
Kunst ist ein Spiel. Picasso spielte ein Leben lang mit den Gegenständen seiner Welt, um jenen Zipfel der Wahrheit zu erhaschen, den er zuweilen das »Realere des Realen« nannte. Zugleich stellte er diese Wirklichkeit in Frage, doch ohne ihr zu entfliehen. Aber was ist Picassos Wahrheit, was seine Realität? Unter dem Einfluss Heideggers und der Ästhetik Adornos ergeben sich neue Deutungen von über 50 Werken, darunter Gauklerfamilie, Bildnis der Gertrude Stein, Demoiselles d’Avignon, Absinthglas, Chef d’oeuvre inconnu oder Suite Vollard. Picassos Ringen mit dem Gegenständlichen ist paradigmatisch für die Moderne Kunst in der Endphase der abendländischen Metaphysik.

Aus dem Inhalt:

WAS HEISST WAHRHEIT IN PICASSOS WERK?
KUNSTBETRACHTUNG ALS SUBJEKTIVES ERLEBEN
DIE KENNTNIS DER GENESE EINES WERKS VERSTIMMT DIE REZIPIENTEN
DIE REALITÄTSMETAPHERN VOM »BETTLAKEN« UND VOM »BRÜCHIGEN SCHLÜSSEL«
DER ZWEIFACH GEBROCHENE RITTER
LIEBE ZU KATZEN UND PAVIANEN
MALER UND MODELL: VOYEURISMUS ALS KUNSTFORM
VERSUCH EINER BLICKWENDE
IST DORA MAAR DIE WEINENDE?
»BILDNIS GERTRUDE STEIN« – SPRENGSATZ DER REALITÄT
PICASSOS PERSONAL DES LIEBESHAUSES
WAHRHEIT ALS GEGENSTÄNDLICHKEIT
DER PROZESSCHARAKTER DER KUNSTWERKE
DER DURCHBRUCH DES SUBJEKTS ZUM KOLLEKTIV
KUNST IM ZEITALTER DES ÜBERGANGS
DAS SPÄTWERK ALS LIEBESHAUS
»SICHZURÜCKLEHNENDE NACKTE MIT HALSKETTE«: ÜBERBORDENDE VERHÄLTNISSE
DIE ÖLGEMÄLDE
Das Hässliche in der französischen Skulptur des 19. Jahrhunderts als Movens der Moderne
Das ästhetische Grenzphänomen des Hässlichen sprengt den Rahmen der neoklassizistischen Norm, auf welche die Bildhauerei im 19. Jahrhundert verpflichtet ist. Damit bereitet es den Weg für eine moderne Skulptur. Zwischen 1830 und 1870 finden in der französischen Skulptur fundamentale Entwicklungsprozesse statt. Das Idealschöne, Abbild des Göttlichen und Projektionsfläche für den gesunden, kultivierten französischen Bürger, büßt seinen Normativitätsanspruch ein. Anhand von Fallbeispielen zeigt der Band auf, wie das Hässliche als inhaltliche und formale Grenzüberschreitung die Ablösung der Skulptur von der neoklassizistischen Ästhetik in Gang setzt und so als Movens der Moderne fungiert, als »missing link« zwischen Ideal und Abstraktion.
Expressive Strukturen der Moderne
Series:  Eikones
Author: Wolfram Hogrebe
Seit Ende des 20. Jahrhunderts sind Versuche vorgelegt worden, die Koordinaten der sogenannten ›Moderne‹ neu zu vermessen. Das Ergebnis war seinerzeit die Proklamation einer neuen, zweiten Moderne, für die sich die Bezeichnung ›Postmoderne‹ durchgesetzt hatte.
Ihr Konzept terminierte in einer Wertschätzung von Fliehkräften, die einer visuellen und begrifflichen Gesamtperspektive entgegengesetzt wurden. Aber ein solches Konzept erwies sich als zu blutleer. Es verkam zu einer intellektuell reizlosen Beliebigkeitsoption.
Der vorliegende Text versucht im Binnenkreis der Moderne erneut Grabungen vorzunehmen. So werden zunächst elementare Aspekte zur Entstehung der Moderne skizziert, um dann im expressiven Einzugsbereich von Kasimir Malewitsch, Joseph Beuys und Imi Knoebel – um die Achse eines konstruierten Beuysianismus herum – Bohrungen und Sondierungen vorzunehmen. Sie bieten schließlich eine gute Möglichkeit, den Ausgang der Moderne in Formate einer neuen Mimesis aus Voraussetzungen eines ausgereizten syntaktischen Expressionismus bei Frank Stella verständlich zu machen.
Laurence Sterne und die bildende Kunst
Series:  Bild und Text
Author: Werner Busch
»Great wits jump« – Originelle Geister vollführen Gedankensprünge: Für Sterne ist dieser Anspruch zugleich seine ästhetische Grundüberzeugung, denn ungewöhnliche Assoziationen können verschüttete oder schamhaft verschwiegene Gedanken blitzartig erhellen.
Die sternesche Zitierpraxis agiert auf ebendiesem Felde: Seine Romane zeichnen sich besonders durch ihre vieldeutige Sprache aus, sie sind aufgeladen mit einer Fülle von Anspielungen, die sich nicht endgültig entschlüsseln lassen.
Dass Laurence Sterne in seinen Werken unzählige Passagen aus der literarischen Überlieferung zitiert, ist zwar seit Langem bekannt. Werner Busch kann nun aber zeigen, dass Sterne auch zahlreiche Werke der bildenden Kunst aufgreift und seinem Werk radikal einverleibt.
Laurence Sterne vermeidet folgerichtiges Erzählen zugunsten zahlloser Abschweifungen und montiert seine Texte aus einer unüberschaubaren Vielzahl von Bausteinen, die er sich aus der gesamten literarischen Überlieferung borgt und nur minimal verändert. Gerade dieses Montageverfahren macht Sternes Modernität aus: James Joyce und Virginia Woolf oder auch Thomas Mann und Arno Schmidt beziehen sich auf ihn als einen Autor der literarischen Moderne. Neben dieser Textmontage zitiert Sterne – vor allem in geradezu absurd ausführlichen Beschreibungen von Gesten und Situationen – zahlreiche Werke der bildenden Kunst. Dabei eignet sich Sterne in seinem Schreiben zumeist Werke aus der Vergangenheit an, bezieht sich aber auch auf die Kunst seiner Zeitgenossen.
Werner Busch gelingt es nicht nur nachzuweisen, welche Bilder Sterne auf diese Weise zitiert. Er kann sogar darlegen, woher Sterne diese Bilder gekannt haben wird. Das führt ihn zu der Frage, aus welchem Grund Laurence Sterne Szenen aus Zeichnungen, Gemälden, Radierungen und häufig sogar Karikaturen für seine Texte verwendete.
Nicolas Poussins "Landschaft mit Numa Pompilius und der Nymphe Egeria" im intellektuellen Kontext um 1630
Author: Ralph Häfner
Im März 1624 ließ sich Nicolas Poussin (1594–1665) in Rom nieder. Für seine Auftraggeber schuf er eine Reihe von Landschaftsbildern, deren Gehalt er rätselhaft verschlüsselt hat. An den Freund Paul de Chantelou schreibt er: »Lesen Sie die Handlung und das Bild, um zu erkennen, ob alles dem Sujet angemessen ist.«
Ralph Häfner stellt Poussins rätselhafte »Landschaft mit Numa Pompilius und der Nymphe Egeria« (heute im Musée Condé, Chantilly) in den Kontext der intellektuellen Debatten in Rom um 1630. In seiner formalen Konzeption entfaltet das Gemälde mannigfaltige Aspekte der Bedeutung, die sich einer genaueren Allegorese erschließen. »Handlung« und »Bild«-Komposition sind im Sinne pythagoreischer Denkfiguren stimmig zu lesen.