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Studie über Lebens- und Gedankenformen des 14. und 15. Jahrhunderts in Frankreich und den Niederlanden
Author: Johan Huizinga
Translator: Annette Wunschel
Endlich: Das Meisterwerk der Kulturgeschichtsschreibung in völlig neuer Übersetzung.
Johan Huizingas Werk Herbst des Mittelalters gehört heute – hundert Jahre nach der Erstveröffentlichung 1919 – zum Kanon der Kulturgeschichte. Als Lucien Febvre im Oktober 1933 einen Artikel Huizingas für die neu gegründete Zeitschrift Annales erbat, betonte er: „Von Ihnen existieren alle Arten von ausgezeichneten Sachen, die für die Annales wie geschaffen sind! Man hätte dort alle Kapitel Ihres Herbst des Mittelalters erscheinen lassen können, eins nach dem andern.“ Mehr als siebzig Jahre später lobte Peter Burke den Herbst des Mittelalters als „Meisterwerk im Stil des Fin de siècle“ und „Klassiker der Geschichtsschreibung“. Die erste Übersetzung indes ist schneller veraltet als das Original, weswegen die Notwendigkeit einer Neuübersetzung schon lange besteht. Im Rahmen der Werkausgabe Johan Huizinga Schriften wird nun eine gänzlich neue Übersetzung vorgelegt, die zukünftige wissenschaftliche Standards gerade dadurch setzt, dass sie durch die intendierte Nähe zum Originaltext dessen Lebendigkeit und Pointenreichtum bis in kleinste Nuancen zu erhalten vermag. Dies löst einen der wichtigsten Texte der Kulturgeschichtsschreibung aus seiner zeitnahen Bearbeitung und öffnet ihn einer neuen Rezeption im 21. Jahrhundert.
Hagiographie im mittelalterlichen Mediterraneum
Stürme, Piraten, Orientierungslosigkeit, fremde Küsten – solche Motive begegnen uns in Erfahrungsberichten und literarischen Darstellungen von Schiffsreisen in verschiedenen kulturell-religiösen Kontexten des Mittelmeerraumes. Der Band enthält Beiträge zu komplexen Beziehungen zwischen Religion, Frömmigkeit und Meer aus der Sicht u.a. von Kunstgeschichte, Archäologie oder Byzantinistik.
Relevanz kam Kräften zu, die Rettung und Schutz vor den Gefahren des Meeres versprachen. Für viele mediterrane Beziehungen spielten Heiligenverehrung in Texten, Bildern und anderen Medien eine bedeutende Rolle. Schutzheilige wurden durch ihre Geschichten oder Martyrien mit maritimen Wagnissen und dem Meer im Allgemeinen in Verbindung gebracht und um Hilfe angerufen. In unterschiedlichen Milieus, unter Kauf- und Seeleuten oder Küstenbewohnern, erfuhren diese Heiligen besondere Verehrung.
Literatur und Psychiatrie im Russland der 1880er und 1890er Jahre
Riccardo Nicolosis Studie fördert ein neues, überraschendes Bild des russischen fin de siècle in seinen vielfältigen Beziehungen zum gesamteuropäischen Degenerationsdiskurs zutage. Während die literaturwissenschaftliche Forschung bislang lediglich die Verbindungen zwischen biomedizinischer Kunstkritik (vor allem Max Nordaus Entartung) und der russischen Literatur der décadence und des Symbolismus herausgestellt hat, zeigt Nicolosi das breite Panorama eines antimodernistischen Degenerationsdiskurses, der sich durch die engen Wechselwirkungen von Literatur und Psychiatrie konstituiert.
Die Studie fokussiert die narrative und rhetorische Verfasstheit der Entartung als Erzählmodell, das in Russland in Auseinandersetzung mit westeuropäischen Poetologien und Epistemologien entsteht, und zeichnet die mannigfaltigen Transformationen von Verfallserzählungen zwischen naturalistischer Poetik und psychiatrischen Fallgeschichten, Kriminalliteratur und Kriminalanthropologie, literarischem Darwinismus und Eugenik nach. Politisch konservative Psychiatrie und spätrealistische, naturalistische Literatur figurieren dabei als gleichberechtigte Akteure in einem Prozess der Gestaltung, Veränderung und Infragestellung von Degenerationsnarrativen. In dieser Perspektive offenbaren sich ungeahnte Verbindungen zwischen vergessenen und kanonischen Autoren der russischen Literatur: zwischen Dmitrij Mamin-Sibirjak und Fedor Dostoevskij, Petr Boborykin und Michail Saltykov-Šcedrin, Vladimir Giljarovskij und Lev Tolstoj, Aleksej Svirskij und Anton Cechov.
West-östliche Kopfkissen
Author: Michael Wetzel
Seit der Öffnung des Landes vor 150 Jahren übt Japan auf den Westen eine magische Anziehung aus. Was zuerst in Paris als Mode des Japonismus entstand, breitete sich über ganz Europa aus und ebbt in immer neuen Wellen von Neojaponismen bis heute nicht ab.
Das Reich der Zeichen, die Bilder der fließenden Welt, Räume der Stille und Leere, aber auch Megacities und Cyberspaces, Mangas und Anime-Filme sind Assoziationen, die Japans Attraktivität ausmachen. Den kunst- und kulturgeschichtlichen Zusammenhängen dieser Phänomene geht das Buch auf den Grund, wobei es zu einem überraschenden Ergebnis kommt: dass es gar keine authentisch japanischen Themen sind, sondern dass sie erst aus dem wechselseitigen west-östlichen Kulturimport entstanden sind.
Die Cyborg-Dystopien von »Ghost in the Shell« haben ihre Wurzeln in der europäischen Romantik und die »Steampunk«-Welten Miyazakis zeugen von einer Nostalgie der industriellen Revolution des viktorianischen Zeitalters.
2. Auflage
Der Band veranschaulicht in 13 systematisch angelegten Beiträgen aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen,wie sehr Robert Walsers Schreiben von vaszillierenden Erscheinungsformen des Ambivalenten geprägt ist. Er bildet ein besonderes Kompendium zu seinem Werk und soll außerdem zu einem differenzierten Verständnis eines kulturwissenschaftlich zentralen Begriffs beitragen.
Schon Walter Benjamin erkannte bei Robert Walser den produktiven Widerspruch von »Geschwätzigkeit« und »Sprachscham« und dass »jeder Satz nur die Aufgabe hat, den vorigen vergessen zu machen«. Im Rückblick erscheint Walsers Werk als literarische Umschreibung des »Endes der Eindeutigkeit« (Zygmunt Bauman) und damit letztlich als eine Positionsbestimmung der Moderne. Im Gegensatz zu dialektischen Denkmustern, die Entscheidung oder Synthese anstreben, entwickelt dieser Schriftsteller beweglich-gleitende Ausdrucksweisen. Seine Figuren, oftmals widerspenstig und unterwürfi g, verkörpern das Vage und Brüchige persönlicher Identität.
Zu einer Archäologie des (Post-)Humanen im Diskurs der Moderne (1750–1820)
Author: Britta Herrmann
Seit der Aufklärung entwirft sich der Mensch als ein durch Technik, Wissenschaft und Kunst erst noch zu vollendendes Wesen. Welchen Anteil hat die Literatur an diesem Optimierungsprogramm?
Mit Blick auf zeitgenössische Überlegungen zur elektrischen und medialen Steuerung der Körperströme, auf Züchtungs- und Reproduktionsexperimente, prothetische Optimierungen und technische Körpersimulationen rekonstruiert Britta Herrmann die Geschichte der ›Erfindung des Menschen‹ im Verhältnis zwischen Naturforschung, Philosophie, technischen Entwicklungen und poetologisch-ästhetischen Diskursen. Bereits in der scheinbar humanistischen Aufklärung produziert das Optimierungsdenken posthumane Körper und Identitäten. Teil daran haben nicht zuletzt die ästhetischen Programme von Klassizismus und Romantik, welche spezifisch an der Hervorbringung des künftigen Menschen arbeiten und ihre Poetiken gezielt danach ausrichten.
Kommunikation zwischen Kontinuität und Verunsicherung
Author: Elodie Kalb
Clownerie ist theoretisch fassbar als Produktionsebene von Ästhetisierungen: Ein »Clown« taucht auf, wenn Clownschauspieler und Beobachter eine kommunikative Situation bilden.
Ein »Clown« entsteht durch das Ausführen bestimmter Handlungen durch einen Clownschauspieler, die einer fluiden Logik unterliegen und durch die Zuordnungen von einem Beobachter, der eigene Vorstellungen und Erwartungen an die Situation heranträgt und die beobachteten Ausführungen damit versieht. Durch das »Besserwissen« des routinierten Beobachters und eine unerwartete Wendung in den Ausführungen kann eine Verunsicherung und damit Überraschung, Lachen, Ärger, Staunen, Furcht u.v.m. ausgelöst werden.
Die Arbeit stellt beobachtungssprachliche Modelle und kommunikationstheoretisch informierte Begriffe bereit, um formalisiert die Vorgänge in einer Situation erklären zu können, in der ein Beobachter feststellt: »Das ist ein Clown!«
Aufklärung – inzwischen postmodern überholt und damit Geschichte geworden oder womöglich sogar ein zivilisatorischer Irrweg, der zu kritischer Bestreitung und mehr oder weniger radikaler Umkehr Anlass gibt?
In dieser Abhandlung mit allgemeinphilosophischen Begründungs- und kulturwissenschaftlichen Zugangsvorschlägen sowie Überblicken über die Entwicklung der europäischen Philosophie, Literatur, Kunst und Musik seit ihren Anfängen lädt der Verfasser dazu ein, sich bei allen Bemühungen um ein differenzierenderes Bild im Einzelnen auch wieder ihrer allgemeineren Linien zu vergewissern. Ihm liegt daran, sich für das sie auszeichnende Ringen um Aufklärung im Sinne von Kants Diktum vom »Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit« zu interessieren. Dass es dabei nicht nur um vernunftbegründete Erkenntnis und Bildung geht, sondern auch um Rechtstaatlichkeit und Demokratie, gibt einem solchen Anliegen auch in dieser Hinsicht noch immer eine bleibende Aktualität.
"Poetik und Hermeneutik" – die Anfänge
Author: Julia Amslinger
Die in den frühen 60er Jahren gegründete Forschungsgruppe Poetik und Hermeneutik hat maßgeblichen Anteil an der intellectual history der Bundesrepublik. Das vorliegende Buch ist die erste wissenschaftsgeschichtliche Monographie zu dieser bemerkenswerten ›Akademie‹. Hans Robert Jauß, Hans Blumenberg und Clemens Heselhaus – allesamt ordentliche Professoren für Romanistik, Philosophie und Germanistik in Gießen – luden im Sommer 1963, achtzehn Jahre nach dem Ende der nationalsozialistischen Diktatur einen Kreis von zwanzig Personen zu einem Kolloquium der besonderen Art an ihre Universität: dem ersten Treffen der Gruppe Poetik und Hermeneutik. Das vorliegende Buch beschreibt entlang der Nachlässe von Hans Blumenberg, Hans Robert Jauß und anderer Teilnehmer die Anfangsphase der Forschungsgruppe. Der Traum einer forschenden Gemeinschaft wurde unter Ausschöpfung intellektueller, finanzieller, theoretischer, bürokratischer und medientechnischer Mittel in die Tat umgesetzt und gestaltete sich dann in der Realität gänzlich anders als geplant.
Zur Sprachbildlichkeit in Dramen von Andreas Gryphius
Die Dramen von Andreas Gryphius inszenieren und imaginieren geöffnete Körper. Sie stellen sie in den Mittelpunkt ihrer Handlung und vergegenwärtigen sie in der überbordenden Körpermetaphorik ihrer Sprache.
Mit Bezug auf die szenische und sprachbildliche Körperlichkeit legt die Studie eine bisher nicht beachtete Organisationsstruktur in Gryphius’ Dramen frei, die eine eigene Bedeutungsebene erschließt. Die Dramen thematisieren entgrenzte, verletzte und geöffnete Körper, um Macht- und Bedeutungsordnungen zu verhandeln. Indem sie die Verletzlichkeit bedeutungstragender Körper ausstellen, inszenieren sie auch die Angreifbarkeit von Sinnordnungen. Die Studie untersucht diese Körper als Schnittstellen von politischen, theologischen, poetologischen Diskursen und erhellt so auch die Faszination abgründiger Gewalt im barocken Theater.