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Formen des Religiösen im Nationalsozialismus
Author: Klaus Vondung
Der Nationalsozialismus ist nicht zu verstehen, wenn man seinen religiösen Charakter nicht beachtet. Seine Anziehungskraft bestand für viele seiner Anhänger darin, dass er die Wiederherstellung einer geeinten Volksgemeinschaft versprach und dass er dieses Ziel als »heiligen« Wert anpries. Hitler versprach nicht nur die Lösung politischer, gesellschaftlicher und materieller Probleme; er antwortete auf ein weitverbreitetes Verlangen nach »Erlösung«. Das Versprechen auf Erlösung überhöhte das Politische ins Religiöse und unterbreitete zugleich ein existentielles Sinnangebot. Die religiöse Aufladung des Politischen äußerte sich im Dritten Reich in unterschiedlichen Formen, denen Vondung nachgeht: vom »Glauben« überzeugter Nationalsozialisten über die kultischen Veranstaltungen der Partei, in denen die »Volksgemeinschaft« als Glaubensgemeinschaft und der Führer als »Erlöser« gefeiert wurden, bis hin zur gleichsam religiösen Rechtfertigung der Verfolgung der Juden, die als »böser Feind der Menschheit« für alle Übel der Welt verantwortlich gemacht wurden.
Die große Verwirrung
Author: Eric Voegelin
Editor: Peter J. Opitz
»Wer nach Rom kam und brachte Geld, der kriegte die Vergebung der Sünden. Ich, als ein Narr, trug auch Zwiebeln nach Rom und brachte Knobloch wieder.« - Martin Luther
1511 verbrachte Luther ein Jahr in Rom. Der Ablasshandel, die Korruption und die allgemeine Sittenverderbnis, die in der ewigen Stadt grassierten, bereiteten sein Damaskuserlebnis vor: Ihm wird bewusst, dass Gott nicht mit sich handeln lässt, dass Gerechtigkeit ein reines Gnadengeschenk ist, das allein durch den Glauben an Jesus Christus gegeben wird.
Für Voegelin ist Luther mit diesem sola fide-Prinzip ein Repräsentant der großen Verwirrung, »grundsätzlich mit nichts anderem beschäftigt als mit der Verbreitung seiner eigentümlichen, persönlichen Erfahrung, die er der gesamten Menschheit als Existenzordnung auferlegen wollte. Der Schatten egoistischen Obskurantismus – die stärkste Kraft der modernen Welt – begann sich auszubreiten.
Die Entscheidung des Herzens und der »Wahnsinn des Eigendünkels« (Hegel) lösen alle Wertekomplikationen und Wertekonflikte. Im »Herzen« Luthers sehen wir das »Gewissen« Kants vorgeformt. Der kategorische Imperativ Kants lieferte sehr pflichtfertig die konkrete Idee einer Gemeinschaft freier Haushaltsvorstände mit unabhängigem ökonomischem Status. Und Luthers Herz offenbarte ihm eine wirtschaftlich einfache, vorwiegend vom Ackerbau geprägte Gesellschaft mit ein paar Handwerkern und Geschäftsleuten als wünschenswert. Das Herz war in diesem Punkt sehr deutlich: »Großkaufleute und Finanziers wie die Fugger müssen gezügelt werden, und ein Zinssatz von 20 Prozent ist unchristlich.«

Inhalt:
§ 1. Presse und Öffentlichkeit
§ 2. Das Schisma. Die Disputation von Leipzig
§ 3. Die Historizität der Symbole. Kirche und Transsubstantiation
§ 4. Die 95 Thesen
§ 5. Die Rede an den christlichen Adel deutscher Nation
§ 6. Rechtfertigung durch den Glauben
§ 7. Nachbetrachtungen
§ 8. Calvin und die Prädestination
In welchem Land leben wir?
Die griffige Formel einer »Neuen Bürgerlichkeit« sorgt seit einigen Jahren für Aufsehen. Neu an dieser forcierten Thematisierung von Bürgerlichkeit und Bürgertum ist, dass sie alle intellektuellen Generationen und Milieus umfasst und nicht nur in akademischen Nischen Interesse erregt, sondern gleichermaßen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft vorangetrieben wird. Neu aber ist auch, dass dieser neuen Bürgerlichkeit ihr traditioneller Träger verloren zu gehen scheint: das Bürgertum.


Mit Beiträgen von:

Jens Hacke, Karl Heinz Bohrer, Andreas Fahrmeir, Norbert Bolz, Heinz Bude, Joachim Fischer, Karl Siegbert Rehberg, Paul Nolte, Tilman Reitz, Clemens Albrecht, Manuel Frey, Andreas Reckwitz, Hans-Peter Müller.
Über Gewalt und politische Kunst
Die Zerstörung der baskischen Stadt Gernika am 26. April 1937 gilt als das Symbol für die Grausamkeit des Krieges. Diese Bedeutung verdankt sie letztlich einem einzigen Kunstwerk, nämlich Picassos Bild "Guernica". Dieses Gemälde hat auch wie kein anderes Werk der Kunstgeschichte andere Künstlerinnen und Künstler zu eigenem Schaffen angeregt. Wenn es heißt, die mit dem Spanischen Bürgerkrieg verbundenen Schrecken hätten in Malerei, Dichtung, Musik und anderen künstlerischen Disziplinen tiefe Spuren hinterlassen, so werden damit insbesondere Spuren angesprochen, die der von Picasso in seinem Bild ausgedrückte Schrecken bewirkt hat. Die Ausstrahlung von Picassos Werk auf andere Kunstschaffende, etwa auf Paul Éluard, ist zum Teil seit langem bekannt; in ihrer Gesamtheit und Vielfalt war sie bislang jedoch wissenschaftlich noch kaum aufgearbeitet. Im vorliegenden Band wird nun versucht, neben einer Darlegung der historischen Hintergründe und Konsequenzen der Zerstörung von Gernika zumindest einige wesentliche Aspekte der Wirkungsgeschichte von Picassos "Jahrhundertbild" ein gehend zu diskutieren, ebenso aber auch seine Beschäftigung mit Krieg im Allgemeinen. Diese zeigt sich ja nicht nur in "Guernica", sondern etwa auch in seinem Schaffen während der deutschen Besatzung Frankreichs im Zweiten Weltkrieg sowie in der Auseinandersetzung mit dem "Massaker in Korea" im Jahre 1951.
Ein Anti-Rousseau
Die Linke hat wieder Konjunktur. Sie spricht nicht mehr von Klassengesellschaft, sondern von der Neuen Ungleichheit und verweist auf die Pornographie des exzessiven Reichtums zwischen Beverly Hills und Moskau einerseits, die stillen Leiden der Kinderarbeit und der Hartz IV-Existenz andererseits. Nüchtern betrachtet, kann Gleichheit unter modernen Lebensbedingungen aber nur heißen: Inklusion, die Möglichkeit der Teilnahme an den sozialen Systemen. Und wer alle integrieren will, muss auf die Gleichheit aller verzichten. Egalitarismus ist eine Anleitung zum Unglücklichsein. Wir können das gute Leben, das uns die moderne Gesellschaft ermöglicht, nicht leben, solange wir noch an Rousseau glauben.
Die politische Philosophie des Aristoteles und Martha Nussbaums egalitaristische Rezeption
Author: Manuel Knoll
Im zeitgenössischen Denken hat die politische Philosophie des Aristoteles eine beachtliche Renaissance erfahren. Dabei wurde Aristoteles zumeist als Vordenker der demokratischen Gleichheit und der egalitären Gerechtigkeit verstanden. Diese Auffassung wird heute auch pointiert von Martha Nussbaum, einer führenden Intellektuellen der USA, vertreten. Das Buch zeigt, warum diese Interpretationen unangemessen sind und gibt eine Deutung, die den politischen Grundüberzeugungen des Aristoteles gerecht wird. Aristoteles erweist sich als politischer Denker, der von der fundamentalen Ungleichheit der Menschen ausgeht und die gerechte politische Ordnung als eine Aristokratie der moralisch und intellektuell Tüchtigsten begreift. Manuel Knoll präsentiert nicht bloß eine ideengeschichtliche Studie, sondern reflektiert auch problemorientiert über die Aktualität des Aristoteles. Dabei konfrontiert er dessen aristokratische politische Philosophie mit Martha Nussbaums „Fähigkeiten-Ethik“ und mit anderen Positionen des zeitgenössischen Egalitarismus. So gelangt seine Untersuchung zu dem Resultat, dass seit der Antike bis heute zwei gegensätzliche und unvereinbare Grundpositionen zur politischen Gerechtigkeit existieren.
Das Aussterben des amerikanischen imperium
Die Darwin’sche Theorie ist ein Beschreibungsmodell, das unsere Augen für neue Erkenntnisse öffnet. Das gilt nicht nur für die Evolutionsbiologie und für die Genetik. Auch in der kulturellen Evolution erkennen wir Zusammenhänge, die wir ohne Darwins Modell übersehen hätten. Wir entdecken beispielsweise einen Beziehungsstrang, der von den Weltkriegen über den Kalten Krieg bis zum Immobilien-Crash in den USA und bis zur globalen Finanzkrise führt. In den undurchschaubaren Nebeln der Weltwirtschaftskrise wird ein monsterartiger Mutant des Krieges sichtbar: der Weltwirtschaftskrieg. Kriege hinterlassen unauslöschbare Spuren in der kulturellen Evolution. Eine Folge des Kalten Krieges ist die Weltwirtschaftskrise. Hinter ihr verbirgt sich ein Weltwirtschaftskrieg.
Author: Friedrich Balke
Wie sehr sich der buchstäbliche Sinn der Souveränität seit den Tagen Bodins und Hobbes' verdunkelt haben mag, die Figur der Souveränität hört nicht auf, auch moderne, 'dezentrierte' Gesellschaften, die die souveräne Macht dem Gesetz der Gewaltenteilung unterwerfen, heimzusuchen. Souveränität verweigert sich nicht nur hartnäckig der Historisierung, sondern zugleich auch der Alternative von moralischer Affirmation oder Verwerfung. Souveräne sind nicht bloß ausgezeichnete öffentliche Amts- und Würdenträger oder diejenigen, die sie mit souveräner Macht investieren. Die souveräne Funktion ist in einem gewissen Vermögen verankert, in der Fähigkeit, das Gesetz zu geben oder es im Ausnahmefall zu suspendieren. Souveräne Macht kann aber auch im Widerspruch und in der Manifestation gegen eine bestimmte institutionalisierte Herrschaftsordnung zum Ausdruck kommen, in der Beanspruchung einer Gleichheit durch diejenigen, die ungleich sind oder denen ein gleicher Anteil an der politischen Ordnung verweigert wird. Die Untersuchungen spannen einen Bogen, der von den klassischen Texten der antiken politischen Philosophie über die frühneuzeitlichen Souveränitätslehren bis hin zur politischen Ontologie Martin Heideggers reicht. Da die rechtsetzende Gewalt mit den Techniken der vorgängigen Figuralisierung oder Sichtbarmachung eines Raumes sowie mit der Entwicklung komplexer expressiver Codes, Wissensformen und Subjektivierungstechniken verbunden ist, wird die Lektüre der philosophischen Texte durch die Analyse solcher literarischen Werke (Sophokles, Shakespeare, Montaigne, Racine, Kafka) ergänzt, in denen die Probleme und Aporien, die Widersprüche und Störungen der politischen Verkörperung auf eine zugespitztere Weise verhandelt werden als in der politischen Theorie.
Der doppelte Körper des Politikers: Politik, Religion, Television
Berlusconi – Medienproduzent und Medienstar. Das Buch erklärt das Phänomen des enormen politischen Erfolgs von Berlusconi und seiner politischen Bewegung 'Forza Italia' unter einem bisher unbeachtet gebliebenen Aspekt. Giuliana Parotto weist die Kohärenz religiöser Symbole nach, von denen Berlusconi in seinen Reden und öffentlichen Auftritten im Übermaß Gebrauch macht und in deren Mittelpunkt der physische Körper des leaders steht. Berlusconi thematisiert den eigenen Körper in sehr materiellen und konkreten Zusammenhängen, die von der Ästhetik bis zur Sexualität reichen. Berlusconi steht dafür beispielhaft, wenngleich auch andere Politiker wie Sarkozy in seine Fußstapfen treten. Aus dem Inhalt:
Rebellion in Mesopotamien
Author: Marlies Heinz
Die Notwendigkeit, sich und das eigene politische Tun via Repräsentation dauerhaft und unübersehbar im kulturellen Gedächtnis der Gesellschaften zu verankern, bildet eine Konstante im politischen Handeln der Regierenden und Mächtigen in allen komplexen urbanen Gesellschaften. Problematische politische Aktionen und Legitimationskrisen umstrittener Regenten kannten auch die Gesellschaften des Alten Orients. In ihrem mehrere tausend Jahre umfassenden Verlauf zeigt die Geschichte der altorientalischen Kulturen eine Vielzahl von Wandlungsprozessen gesellschaftlicher Verhältnisse und Wendezeiten politischer Systeme, in deren Verlauf die Mächtigen die jeweils sich neu konstituierenden Ordnungen mit einer komplexen Vielfalt an Repräsentationsbemühungen zu manifestieren suchten.