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Der andere Deutsche
Author: Helga Grebing
Helga Grebing, die bekannte Historikerin der Arbeiterbewegung und Mitherausgeberin der 'Berliner Ausgabe' von Brandts Schriften, entwirft ihr ganz eigenes und doch auf Objektivität zielendes Bild der Person und des Politikers Willy Brandt. Sie begegnete Willy Brandt erstmals 1949: 'Irgendwie, so erinnere ich mein damaliges Empfinden, wurde der dunkelmuffige Raum heller, und der sogleich beindruckende Mann vemittelte in seiner kurzen Rede Zuversicht auf eine ganz andere Zukunft, an der auch wir mitarbeiten wollten.' In den Jahrzehnten danach beobachtete sie den Politiker Brandt nicht nur aus der Ferne der Wissenschaft, sondern ist ihm als politische Mitstreiterin auch immer wieder begegnet.
Zur Pathologie des modernen Geistes
Series:  Periagoge
Author: Eric Voegelin
Editor: Peter J. Opitz
Die „geistige Krise“ der westlichen Moderne bildet den Mittelpunkt, um den das Denken Voegelins kreiste. Die Rekonstruktion der Prozesse, die in diese Krise führten und die Bestimmung ihrer geistigen Wurzeln bilden das eine große Thema seines Werkes, die Suche nach Wegen aus dieser Krise und der Entwurf einer Philosophie der Ordnung das andere. 1938, noch in Wien, hatte Voegelin in der Studie die Politischen Religionen eine erste Deutung dieser Krise vorgelegt. Ein Jahrzehnt später, inzwischen noch immer in der Emigration, folgte im Schlussteil seiner History of Political Ideas, eine zweite, weitaus präzisere Diagnose. Unter dem Titel „Die Krise“ verfolgte sie jene intellektuellen und politischen Strömungen seit der Aufklärung, die zur Zerstörung der geistigen Grundlagen der westlichen Zivilisation führten und schließlich in den totalitären Regimen des 20. Jahrhunderts ihren blutigen Höhepunkt fanden.
Über beschwiegene und historisierte Vergangenheiten
Author: Hermann Lübbe
waren die Verstrickungen in den Nationalsozialismus unter den Mitbürgern im privaten wie im öffentlichen Zusammenleben nur in Ausnahmefällen ein Thema. Dieses Beschweigen erleichterte politisch die Integration der Vergangenheitsbelasteten in die Bürgerschaft der Bundesrepublik. Gegen diese zuerst 1983 vorgetragene These erhob sich anfangs scharfer Widerspruch. Inzwischen wird sie eher in zustimmender Meinung zitiert. Das passt zu einer historisch-politischen Lage, in der der Nationalsozialismus, statt verdrängt zu sein, vollendet historisiert ist. Es passt zugleich zu einem neuen bürgerlichen Selbstgefühl, das für intellektuelle Wunschbilder einer ganz anderen Republik unempfänglich geworden ist und sich stattdessen reformpolitisch um die Erhaltung der bestehenden Republik sorgt.
Der Essay basiert auf einem Comic von Volker Reiche und der Einsicht Mandevilles, dass private Laster das öffentliche Wohlergehen fördern. Unter diesem Motto betrachtet Kittsteiner das große Theater von Weltgeist, Weltmarkt und Weltgericht. Josef Ackermann von der Deutschen Bank und die Besitzer von Geländewagen kommen darin ebenso vor wie Adam Smith, Rousseau, Kant, Hegel, Karl Marx und Carl Schmitt. Der Weltuntergang hingegen findet nicht statt.
Staat, Religion und Gewalt
Author: Dieter Conrad
Contributor: Jan Assmann
In Conrads Rekonstruktion erweist sich Gandhis Theorie des Politischen als die avancierteste, weit über Max Weber, Carl Schmitt und andere westliche Theoretiker hinausweisende Position. Dieses Buch des 2001 verstorbenen Rechtswissenschaftlers und Südasienspezialisten Dieter Conrad, der am Heidelberger Südasieninstitut indisches Recht lehrte, entdeckt Gandhi als politischen Theoretiker und stellt ihn den europäischen Theorien als Herausforderung zur kritischen Auseinandersetzung mit unserer eigenen Tradition gegenüber. Aus unzähligen Äußerungen destilliert Conrad Gandhis politische Theorie und bringt sie, auf Augenhöhe mit der westlichen Theoriebildung zu Fragen von Staat und Gewalt, Politik und Religion, in die Form einer systematischen und kohärenten Darstellung. Das führt zu einer neuen Sicht auch auf die westliche Tradition, über die man in diesem Buch ebenso viel lernt wie über die indische und die wohl selten in solcher Klarheit und Prägnanz auf den Begriff gebracht wurde wie in dieser kontrastiven Darstellung. Conrads Darstellung von Gandhis Denken ist das genaue Gegenteil dessen, was Edward Said als 'Orientalismus' gebrandmarkt hat. Hier wird der Osten nicht zum kulturell Anderen verfremdet, sondern als Partner eines universellen Diskurses wahrgenommen, der uns in vieler Hinsicht weit voraus ist und uns zu völlig neuen Sichtweisen und Lösungsmöglichkeiten unserer Probleme führen kann. Inhaltlich geht es um eine Neubestimmung des Verhältnisses von Politik und Religion, die in der gegenwärtigen politischen Weltlage eine neue Aktualität besitzt, sowie um eine Redefinition des Politischen, das hier nicht im Rückgang auf Staat und Gewalt als den letztinstanzlichen Fundamenten politischen Handels bestimmt wird, sondern aus dem Bezug auf Gemeinschaft und Repräsentation erschlossen wird. Als das im ursprünglichsten Sinne politische Handeln erscheint so nicht die Ausübung herrscherlicher Gewalt, sondern das Eintreten für Andere. In diesem Handeln konstituiert sich zuallererst der politische Verband, aus dem dann der Staat hervorgeht, der bei westlichen Begriffsbestimmungen des Politischen meist am Anfang steht und als Ursprung vorausgesetzt wird. Nichts braucht unsere Zeit dringender als die Erschließung einer transkulturellen und in diesem Sinne globalen Perspektive und Begrifflichkeit, auf deren Ebene der 'Kampf der Kulturen' in einen kommunikativen Diskurs umgewandelt werden kann. In diesem bahnbrechenden Buch, das nicht die 'weiche' Sprache der Kulturwissenschaft, sondern die glasklare, an Max Weber, Niklas Luhmann und anderen führenden Theoretikern der Moderne geschulte Sprache der vergleichenden Rechtswissenschaft spricht, wird hierzu der Grund gelegt.
Systemtransformation und Vergangenheitspolitik im internationalen Vergleich
Individuen, Gesellschaften und politische Systeme leben immer in der Gegenwart. Doch in dieser gibt es keinen Sinn, das heisst keine Entscheidung für Handlungs-alternativen ohne Bezug zur erfahrenen Vergangenheit und zur erwarteten Zukunft. Die richtige Konstruktion von Vergangenheit war deshalb schon immer wichtiger Funktionsbestandteil politischer Systeme. Bis heute leidet eine grosse Zahl politischer Gemeinschaften unter Erinnerungen an Ungerechtigkeit, Verfolgung, Misshandlung, Bedrohung und Vernichtung, die in der Gegenwart zu neuer Gewalt und Destabilisierung führen. Der Band vereinigt komparative Beiträge, die sich mit der Vergangenheitspolitik in Südafrika, Deutschland, Österreich, Italien/-Südtirol, Japan, Chile und Irland beschäftigen und erstmals eine Typologie von Formen des Erinnerungsmanagements präsentieren.
Series:  Periagoge
Eric Voegelins Vorlesungen über Hitler und die Deutschen, die er im Sommersemester 1964 an der Münchner Universität gehalten hat, stellen die schonungslose Abrechnung mit einer Gesellschaft dar, die in den frühen 60er Jahren in das große Schweigen versunken war. Es ging ihm nicht so sehr um die mörderischen Details des Nazi-Reiches, sondern das Versagen der deutschen politischen und geistigen Eliten, die dieses Regime unterstützt oder zumindest geduldet hatten. Der aus dem amerikanischen Exil zurückgekehrte politische Philosoph legt eine kritische Analyse des historischen und zeitgenössischen Deutschland vor, die in ihrer rücksichtslosen Offenheit noch immer unübertroffen bleibt.
Politische Theorie im Zeichen der Kontingenz
Vom Absterben des Öffentlichen und dem Ende der Politik wird auf der einen, von einer Politisierung der Gesellschaft, in der virtuell alles von politischen Entscheidungen abhängig ist, wird auf der anderen Seite gesprochen. Provoziert durch diese unterschiedlichen Diagnosen, scheint gegenwärtig der Begriff des Politischen selbst unscharf zu werden. Dieses Buch legt ein uns notwendig gewordenes Fazit vor: Dass heute scheinbar die Ambivalenz den Begriff des Politischen charakterisiert, liegt in dem Umstand begründet, dass Politik, wie viele anderen Sachverhalte in der Gegenwartsgesellschaft, kontingent und damit grundsätzlich entscheidbar wird. Wo immer mehr das Leben sich multifokal und multiperspektivisch entfaltet, kann es den einen Raum der Politik offensichtlich nicht mehr geben.
Ohne Israel hätte es keine Geschichte gegeben – jedenfalls nicht als eine bewusste retrospektive Deutung vergangener Ereignisse. So lautet die These dieses Teilbandes von Ordnung und Geschichte. Die am Modell einer Entsprechung zwischen Kosmos und Gesellschaft ausgerichteten Symbolismen der altorientalischen Kulturen waren ganz auf Gleichsinnigkeit der sozialen Ordnung mit den großen Zeitrhythmen des Himmels und der Erde angelegt. Im alten Israel hat sich jedoch – wie auf andere Weise auch in Griechenland – ein wesentlicher 'Sprung im Sein' ereignet: Moses Begegnung mit Gott am Dornbusch und der Exodus aus Ägypten bedeuten eine neue Qualität im Verhältnis von Ordnung und Geschichte. Erstmals kommt es zu einer bewussten Verortung der menschlichen Existenz vor dem weltüberlegenen Gott. Dieser grundlegende Übergang führt zu einer zeitlichen Einteilung in Vorher und Nachher und zur Geburt von 'Geschichte als Existenzform' einer Gesellschaft.
Das in den biblischen Texten durchgehend wirksame Offenbarungsgeschehen ist – unbeschadet der Frage nach der Historizität des Mose und des Exodus – ein Faktum von höchster Relevanz für die Abfolge der kulturellen Ordnungsvorstellungen. Die bisherige Kompaktheit des Seins wird aufgebrochen für eine unmittelbare Partnerschaft mit Gott, die in der Gabe des Dekalogs am Sinai ihre Vermittlung findet: Der Gottesnähe muß das Handeln der Menschen entsprechen. Indem der Dekalog aber die gesellschaftliche Existenz des Volkes ordnet, ist er auch zweideutig. Die in ihm begründete soziale Existenz Israels verhindert immer wieder einen reflektierten Transzendenzbezug. Das ist der Ausgangspunkt der Botschaft der Propheten. Sie verweisen auf den Widerspruch zwischen offenbarter Ordnung Gottes und realer gesellschaftlicher Unordnung. Dabei entwickeln sie zunehmend die menschheitlich-universale Dimension des Gottesbildes.