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Geschichten von der Hand aus dem Mittelalter und der Frühen Neuzeit
Dieser Band bietet aufgrund seiner interdisziplinären Perspektive, die Ansätze der Medizin-, Kunst-, Kultur- und Liturgiegeschichte miteinander verbindet, Einsichten in die kulturelle Bedeutung der menschlichen Hand in der Vormoderne.

Autorinnen und Autoren aus unterschiedlichen Disziplinen greifen u. a. voneinander abweichende religiöse Traditionen auf und vergleichen diese in einem neuen Licht. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf dem Waschen der Hände (im Christentum, Judentum und Islam), der mit der Hand zusammenhängenden Materialität (Gießgefäße, Handprothesen), auf der Frage des Einsatzes der Hand in verschiedenen Kontexten (als wichtigstes Instrument des Arztes, des Künstlers, in der Masturbation), ihrer symbolischen und liturgischen Aufladung (etwa in der Hagiographie, in Geistergeschichten), auf Gesten (insbesondere Schmähgesten) und der plastischen Abbildung der Hand (mittelalterliche Handreliquiare, medizinische Handmoulagen).
Einundvierzigster Band 2018–2019
Das HÖLDERLIN-JAHRBUCH 41, 2018-2019, dokumentiert die 36. Jahresversammlung der Hölderlin-Gesellschaft, die 2018 in Tübingen zu dem Thema „Hölderlins Sprache“ stattfand.
Die Hauptvorträge stellen unter dem Motto „Wünscht‘ ich einer der Helden zu seyn…“ Konjunktive in Hölderlins Lyrik vor und untersuchen den Öffentlichkeitsbezug des hymnischen Sprechens bei Pindar und Hölderlin. Arbeitsgruppenberichte befassen sich mit markanten Veränderungen in Hölderlins Sprache vor und nach dem Bordeaux-Aufenthalt, schließlich werden sprachwissenschaftliche Methoden zur syntaktischen Erschließung von Hölderlins Lyrik vorgestellt. Weitere Beiträge behandeln den ‘Hyperion’ als poetologischen Roman wie auch das ‘Schiksaalslied’.
Rezensionen, Berichte aus den Arbeitsgesprächen junger Hölderlinforscher wie auch aus dem Forum geben Einblicke in die aktuelle Forschung. Ein Nachruf auf Bernhard Böschenstein und Nachrichten aus der Hölderlin-Gesellschaft beschließen den Band.
Der Band widmet sich Formen und Formgebungsprozessen von Zeit in der europäischen Literatur der Moderne. Den theoretischen Horizont des Bandes bilden aktuelle Forschungsansätze, in denen das Verhältnis von modernen Formtheorien zur Zeitlichkeit ästhetischer Prozesse reflektiert und problematisiert wird. Im Zentrum steht damit die Frage nach dem Wie der literarischen Zeitdarstellung. Die versammelten Beiträge zu Werken von Racine bis Egger untersuchen gattungsspezifische, rhetorische und poetologische Verfahren, durch die Zeit erfahrbar oder zumindest denkbar gemacht wird.
Author: Katrin Max
Auch in jüngerer Zeit noch ist die literaturwissenschaftliche Forschung darauf fokussiert, in der DDR-Literatur vornehmlich Lebenswelten arbeiterlicher Milieus gespiegelt zu finden. Eine intensive Auseinandersetzung mit den Texten erweist jedoch, dass darüber hinaus Aspekte des Bürgerlichen von nicht zu unterschätzender Bedeutung sind. Elemente von Bürgerlichkeit und bürgerlicher Kultur sind auf der inhaltlichen Ebene ebenso zu erkennen wie hinsichtlich der vermittelten geistesgeschichtlichen und sozialhistorischen Kontexte. Außerdem treten sie formal z. B. durch Gattungskonventionen und bestimmte literarische Schreibweisen in Erscheinung. Das wird im vorliegenden Buch anhand eines umfangreichen Textkorpus nachgezeichnet. Beginnend bei den Aufbauromanen der frühen 1950er Jahre wird die Frage der Bürgerlichkeit im 20. Jahrhundert im Kontext der DDR-Literaturgeschichte neu perspektiviert. Neben spezifischen Transformationen sind dabei vor allem die Kontinuitäten von Belang.
Gerechtigkeit, Herrschaft und sakrale Ordnung in Altrussland
Stefan Plaggenborg untersucht die Bedeutung der Gerechtigkeit (pravda) im politischen Leben Altrusslands zwischen Mittelalter und Neuzeit und beschreibt einen Typus über Russland hinausgehender monarchischer Herrschaftsgeschichte. Pravda in Altrussland bedeutete Gerechtigkeit, Wahrheit, Weisheit, die Wahrheit zu erkennen, gerechtes Handeln, Recht und den sinnhaften Bestand dieser Welt. Jeder Begriff des Politischen, der politischen Kultur, politischen Philosophie und politischen Theologie in Altrussland lief auf pravda und gerechte Herrschaft hinaus. Pravda verknüpfte Religion, Heilserwartung, Herrschaft, kosmische Ordnung, menschliches Erkennen, Handeln und soziale Ordnung. Sie ordnete die sozialen Beziehungen und dachte den Menschen in Verhältnissen von Herrschaft und Fügsamkeit. Sie war ein holistischer Begriff, der nicht in Moral, Staat, Gesellschaft, Religion unterschied. Pravda rief das große Problem Russlands hervor: das Fehlen der Gesellschaft.
Studien zur Theorie und Verwendung im deutschsprachigen Sprechtheater des 20. und 21. Jahrhunderts
Author: Jörg Wesche
»Man sollte wirklich alles, was sich über das Gemeine erheben muß, in Versen, wenigstens anfänglich konzipieren.« Schillers an das Drama gerichtete Forderung scheint wenig aktuell. Das Theater steht unter Geboten der Selbstbefreiung von Autor und Text; Literaturtheater konkurriert mit postdramatischen Spielformen.
In dieser Situation entwickelt der Vers gleichwohl eine kaum gesehene Produktivität. Die Studie untersucht daher Möglichkeiten seiner ästhetischen Aktivierung im Sprechtheater des 20. und 21. Jahrhunderts. Detailstudien fokussieren auf deutschsprachige Dramenautoren wie Hofmannsthal, Schnitzler, Hauptmann, Brecht, Jahnn, Mickel, Bernhard, Jandl und Ostermaier. Entworfen wird zudem erstmals eine zwischen Literatur- und Theaterwissenschaft verankerte Theorie zum Gebrauch metrischer Formen im Drama.
Praktiken, Metaphern, Modelle
Spiele werden als kulturelle Formate neben Filmen, Texten u.ä. immer präsenter. Darum wird es höchste Zeit, ludologische Fragen zu stellen, die sich mit der spezifischen Ästhetik des Spiels befassen. Hierzu möchte der Band einen kultur- und sozialwissenschaftlichen Beitrag leisten.
Was zeichnet Spielpraktiken aus? Werden Spiele gespielt, oder spielen sie sich ab? Worin besteht der Zusammenhang zwischen einem Spiel (game) und dem Spielen (play) – wie also sind soziokultureller Kontext und Situativität jeweils aufeinander bezogen? Können Spiele als Modell der Gemeinschaftsbildung dienen?
Seit Johan Huizingas Homo ludens werden Spiele als eigenständige kulturelle Form erforscht, wenn auch mit geringer Breitenwirkung; doch spätestens mit dem Siegeszug der digitalen Medien und der in ihnen ermöglichten Multiplikation von Spielformaten erweist sich die Erforschung nicht nur von Spiel und Spielen, sondern auch von Spielbegriffen und ihrer Nutzung als dringendes kultur- wie sozialwissenschaftliches Forschungsdesiderat, das sich auch und gerade jenseits der spezifisch auf Computerspiele fokussierenden Game Studies stellt. Mit Beiträgen u.a. von Hans-Ulrich Gumbrecht und Martin Zenck.
Beiträge zur Medientheorie und Kulturgeschichte der Zusammenarbeit
Praktiken der Kollaboration kennzeichnen die Digital- und Netzkultur. Der Band beleuchtet sie im historischen Vergleich von Diskursen, Semantiken und Kontexten der Zusammenarbeit seit dem 18. Jahrhundert.
Mit dem prozessorientierten Begriff der Kollaboration erschließen die Beiträge Gegenstandsbereiche, die jenseits einer plakativen Rede von Smart Mobs und effizientem Teamwork neue Formen von Kollektivität und ihre medientechnologischen Bedingungen in den Blick rücken. Untersucht werden kollektive Autorschaft, verteilte Kreativität und kollaborative Produktionsästhetik. Es gilt zu klären, wie Medien kollaborativ geschaffen werden und sich zugleich auf die Handlungsmacht von Akteuren auswirken. Welche Utopien, Fiktionen und Versprechen richten sich regulierend auf Praktiken der Kooperation?
Eine Metapher und ihre Folgen – vom Salonbericht bis zur frühen Fotokritik
Author: Ulrike Keuper
Bevor sich für die Vervielfältigung von Kunstwerken im Druck der Begriff der „Reproduktion“ durchsetzte, dominierte lange Zeit eine metaphorische Wendung: Die Umsetzung von Farbe in Linie betrachtete man als „Übersetzung“.
Besonders im Frankreich der Aufklärung debattierten Kupferstecher, Kunstkritiker und Dichtungstheoretiker, darunter auch Denis Diderot, über die Analogie zur Übersetzung in der Literatur. Mit ihr als Modell ließen sich zentrale Streitfragen zur grafischen Reproduktion von Kunstwerken verhandeln: Welche Freiheiten dürfen sich Kupferstecher herausnehmen? Schaffen sie lediglich Ersatz für das Original – oder ein Werk von eigener Qualität? Welchen Einfluss haben sie auf die Rezeption? Die prägende Rolle der Übersetzungsmetapher beschränkt sich indes nicht auf den französischen Kupferstichdiskurs des 18. Jahrhunderts. Vielmehr wurden zur Mitte des 19. Jahrhunderts auch fotografische Reproduktionen als Übersetzungsmedien diskutiert – mit Folgen für deren urheberrechtlichen Status.
Essayistische Poetik der Schmerzen bei Ingeborg Bachmann – Marlene Streeruwitz – Elfriede Jelinek
Ingeborg Bachmann, Marlene Streeruwitz und Elfriede Jelinek sind Autorinnen der Negativität. In ihren Texten sowie in ihren performativen Inszenierungen weiblicher Autorschaft reflektieren sie auf ebenso kritische wie (sprach-)spielerische Weise gesellschaftliche Negativität. Durch eine Poetik der Schmerzen überführen sie die ›verschwiegenen Erinnerungen‹ (Bachmann) des kollektiven Gedächtnisses in einen Erinnerungsprozess, der zwischen Selbstzerstörung und Selbstbestimmung changiert. Die Studie zu den Autorinnen der Negativität arbeitet die Vernetzungen der drei Autorinnen-Poetiken in Bezug auf das Negative und Schmerzhafte heraus. Das strukturelle Ineinandergreifen sowie die inter- und metatextuellen Verstrickungen der Texte, Figuren und Autorschaften werden als essayistischer Vertextungszusammenhang lesbar gemacht: Bachmann, Streeruwitz und Jelinek kommentieren sich kritisch und schreiben ihre Dramen, Prosastücke, Essays und Reden motivisch fort, während sie zugleich selbstreflexiv den Blick auf das eigene Schreiben richten. Bachmanns Frankfurter Vorlesungen, ihre Nachgelassenen Gedichte und der Roman Malina, Streeruwitz’ Tübinger und Frankfurter Poetikvorlesungen, die Erzähltexte Nachwelt., Morire in levitate., Kreuzungen., Die Schmerzmacherin. und Nachkommen. sowie Jelineks Nobelpreisrede Im Abseits und der Essay Textflächen werden im Hinblick auf ihre poetologischen Implikationen, ihr kulturkritisches Potenzial und das Verhältnis von Sprache, Schmerz und Erinnerung analysiert.