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Romantische Metaphorologie des Mediums
Das „Medium“, so Novalis, ist die „Vereinigung“ von „Körper“ und „Seele“ – also eine Metapher. Mit dieser Metapher verlagert sich das Körper-Geist-Problem, das die Anthropologie der 1770er Jahre immer noch nicht gelöst hat, von der Philosophie in die Literatur. So zeigt es sich bei Schiller, der seine zwei medizinischen Dissertationen über das commercium mentis et corporis für den Schauerroman Der Geisterseher wiederverwendet. Topologisch geht das Problem auf die antike Dichotomie von hýle¯ und eîdos, Stoff und Form, zurück. Schon Aristoteles hat über ihre Aufhebung im periéchon als dem „Allumfassenden“ spekuliert. In der Romantik tritt es als „Weltseele“ und „Medium“ auf. Medien-Szenen bietet die Romantik in vielen Spielarten: E.T.A. Hoffmann klettert im schlesischen Riesengebirge über eine Himmelsleiter halsbrecherisch in die funkelnde Gischt des Zackenfalls hinab. Schiller lässt aquarellierend seinen Freund Körner buchstäblich aus dem eigenen Körper herauslaufen. Heute sind die Romantiker auf Baumwipfelpfaden über allen Wipfeln und Gipfeln unterwegs.
Aktuelle Positionen der Vergleichenden Literatur- und Kulturwissenschaft
Es gilt die kulturkonstitutiven Potentiale der Zerstreuung zu erforschen, weil sie unser Orientierungswissen in Frage stellen und die ‚Ordnung des Diskurses‘ karnevalistisch subvertieren.

Ausgangspunkt des Bands Ästhetik und Politik der Zerstreuung ist die Annahme, dass die eigentlich produktive Instanz von Kultur ein anonymer Prozess diskursiver Zerstreuung und Zerstreutheit ist, dem als entgegengesetzte Operationen Formen von Sammlung und Konzentration entgegenwirken. Während letztere die Funktionen der Hierarchisierung, Totalisierung und Identifizierung übernehmen, also Ordnung stiften in Bereichen, die eigentlich vom Prinzip der Dispersion gekennzeichnet sind, interessieren sich die Beiträge des vorliegenden Bands für ebenjene Momente kultureller Produktion, in denen das Prinzip der Zerstreuung entfesselt wird, Schlupflöcher findet, Grenzen überwindet und Fluchtlinien eröffnet. Angeregt von Überlegungen der Dortmunder Literatur- und Kulturwissenschaftlerin Ute Gerhard widmen sie sich in exemplarischen Studien den Praktiken, Räumen, Dingen, Diskursen, Subjekten und Subjektivitäten der Zerstreuung und tragen so dazu bei, deren spezifische Ästhetik und Politik genauer zu konturieren.
Poetik der Unruhe. Pessoa - Pascal - Blanchot
Author: Hanna Sohns
In Fernando Pessoas modernistischem Hauptwerk in Prosa, seinem Buch der Unruhe wird die „Unruhe“ zum wichtigsten Zug dieses fragmentarischen Schreibens. Das Unternehmen der Fragmente lässt sich darin zusammenfassen, dass sie die Unruhe als Inbegriff des Literarischen lesbar machen.
Die vorliegende Studie nimmt die Passivität und Unruhe für das Schreiben Pessoas in den Blick, das sich hierin in ein komplexes Verhältnis zur literarischen und philosophischen Tradition (Augustinus, Montaigne und besonders Pascal) setzt und zugleich auf poststrukturalistische Theorien des Schreibens (Barthes, Blanchot) weist. Mit der Befragung einer „Poetik der Unruhe“ geht die Studie der Frage nach, inwiefern sich die moderne Literatur als etwas fassen ließe, das gerade auch als Kritik der Philosophie ein Denken vollzieht, das allein an diesem Ort des Schreibens, nämlich nur in seinem poetischen Vollzug der Passivität erfolgen kann: Die Studie behauptet für dieses Schreiben eine hierfür eingebrachte „Pathopoiesis“, eine poetische Hervorbringung also von páthos als Bedingung wie Erfahrung literarischen Schreibens.
Materialität und Konzeptkunst
Gase, Ultraschall und Radiowellen – die Werke des amerikanischen Konzeptkünstlers Robert Barry zeichnen sich durch einen eigenwilligen Materialgebrauch, Unsichtbarkeit und Unbestimmbarkeit aus.
Die monographische Studie zu Robert Barry als einem der zentralen Vertreter der New Yorker Konzeptkunst der 1960er Jahre setzt bei der Materialität dieser Werke an. Entgegen Auffassungen einer entmaterialisierten Konzeptkunst folgt die Untersuchung von einer minimalistisch geprägten Malerei bis hin zu sprachlich formulierten Werken der wechselseitigen Bedingtheit von Material und Konzept. Im Kontext zeitgenössischer Theorien und Kontroversen liest die Autorin diese als kritische Auseinandersetzung mit einem modernistischen Kunstverständnis und als Reflexion von Visualität und Objekthaftigkeit, des Verhältnisses von Sprache, Material und Wahrnehmung und der Erscheinungsformen von Kunst.
Hospitalität im Werk Franz Kafkas
In Niemand zu Gast? Hospitalität im Werk Franz Kafkas wird eine in Kafkas Literatur vorzufindende kommunikationstheoretische Umdeutung der Erkenntnistheorie Immanuel Kants nachgewiesen. Für diese Umdeutung ist wesentlich, dass Kafka die von Kant in seiner Argumentation gegen eine mögliche Gegenwart von Geistern hervorgehobene Unterscheidung zwischen permeablen und undurchdringlichen materiellen Substanzen verwirft. Kafka ist sich mehr als bewusst darüber, dass das von Kant als Krankheit verachtete Geistersehen für das Verfassen eines Briefes sowie für jegliche Kommunikation mit nicht körperlich anwesenden Kommunikationspartnern notwendig ist. Im Gegensatz zu Kant setzt er sich mit der Existenz von Zeichen und Medien in ihrer Wirkung auf den Menschen auseinander. Er inszeniert sie als Besucher, die seine Protagonisten ansprechen, mit ihnen spazieren gehen, auf den Türschwellen ihrer Hauseingänge stehen oder als erwartete, wenn auch gespenstige Gäste in ihre Zimmer eintreten.
Eine Fallgeschichte der deutschen Literatur
Author: Ulrich Breuer
Unversehens stolpern wir und sind ungeschickt. Das kann passieren. Doch wie gehen wir damit um? Davon handelt die Fallgeschichte der deutschen Literatur. In ihrem Zentrum steht die Figur des ungeschickten Deutschen. Sie kombiniert Aufrichtigkeit und Kreativität mit linkischem Verhalten. Das verstieß in der Frühen Neuzeit gegen die Regeln der höfischen Gesellschaft, wurde in der Aufklärung aber zum Zeichen poetischer Kraft und gehört seit der Romantik zum Konstrukt des deutschen Nationalcharakters. Von den Anfängen im 16. Jahrhundert über die Heroisierung des Ungeschicks zum Missgeschick bis zu seinem Verblassen in einer globalisierten Welt erzählt davon erstmals diese alternative Geschichte der deutschen Literatur.

Author: Alexander Berg
Was wusste Wittgenstein von Hegels Philosophie und wie verhält sich sein Denken zu demjenigen Hegels? Antwort auf diese Fragen sucht die vorliegende Studie in einer aufmerksamen Rekonstruktion der verschiedenen Bemerkungen Wittgensteins zu Hegel.
In einer späten Bemerkung bringt Wittgenstein das Verhältnis seiner eigenen Philosophie zu derjenigen Hegels auf den Punkt: „Mir scheint, Hegel will immer sagen, daß Dinge, die verschieden aussehen, in Wirklichkeit gleich sind, während es mir um den Nachweis geht, daß Dinge, die gleich aussehen, in Wirklichkeit verschieden sind.“ Um besser verstehen zu können, was er dabei im Sinn hatte, werden die verschiedenen Bemerkungen Wittgensteins zu Hegel in den Kontext der Entwicklung seines philosophischen Denkens gestellt, und es wird – auch ganz in Wittgensteins Sinne – weitergefragt, was dieses Denken mit der philosophischen Tradition verbindet.
Friedrich Kittler ist einer der bedeutendsten zeitgenössischen Denker von internationalem Rang. Seine Arbeiten zur Literatur- und Kulturwissenschaft, zur Technik- und Kriegsgeschichte, Philosophie, Mathematik und Musik und vor allem der von ihm begründeten historischen Medienwissenschaft wurden bis heute in über ein Dutzend Sprachen übersetzt. Während er für die Einen längst zum Kanon der Maîtres-penseurs zählt, bleibt er für Andere ein enfant terrible, dessen provokanter Zugriff auf unser Geistes- und Kulturerbe nach wie vor irritiert. Unbestritten aber ist, dass Kittlers Schreiben und Reden über vier Dekaden die akademische Welt gründlich verändert hat.
Sein reichhaltiger Nachlass, der im Deutschen Literaturarchiv Marbach zusammengeführt und gepflegt wird, bildet die Grundlage für die Herausgabe seiner Werke. Die Medien, in denen und über die er gearbeitet hat, sollen spezifisch zum Tragen kommen. Das Programm seiner Gesammelten Werke lautet: »Gesammelte Schriften, Stimmen, Hard- und Software«. Die bei Wilhelm Fink erscheinenden »Gesammelten Schriften« umfassen alle zu Lebzeiten publizierten Texte und Unveröffentlichtes aus dem Nachlass sowie ausgewählte Vorlesungen und Interviews; unter »Stimmen« sollen auf audiovisuellen Medien Vorlesungen, Seminare und Interviews zugänglich gemacht werden; unter »Hard- und Software« sollen Schaltpläne und Source-Codes dokumentiert, erschlossen und auf einem Server zugänglich gemacht werden.
Die Edition der »Gesammelten Schriften« wird voraussichtlich dreizehn Monografien, dreizehn Aufsatz- und drei Interviewbände enthalten. Der Editionsplan geht auf Absprachen zurück, die Friedrich Kittler noch zu Lebzeiten mit seiner Frau Susanne Holl und seinem Verleger Raimar Zons getroffen hat. Als Gesamtherausgeber konnte Martin Stingelin gewonnen werden, der auch den ersten, jetzt im Frühjahr erscheinenden Band (Der Traum und die Rede) ediert. Im Herbst 2014 erscheint Musik und Mathematik II, »Roma aeterna«, aus dem Nachlass herausgegeben und kommentiert von Gerhard Scharbert.


Monographien:

1. Hebbels Einbildungskraft
2. Der Traum und die Rede
3. Aufschreibesysteme 1800/1900
4. Grammophon Film Typewriter
5. Optische Medien
6. Eine Kulturgeschichte der Kulturwissenschaft
7. Unsterbliche
8. Musik und Mathematik I.1, »Aphrodite«
9. Musik und Mathematik I.2, »Eros«
10. Musik und Mathematik II (Nachlass), »Roma aeterna«
11. Musik und Mathematik III und IV (Nachlass)
12. Philosophien der Literatur
13. Radio

Kleinste Zeiteinheit, Denkfigur, mediale Praktiken
Der Band erforscht das Interventionspotential kleinster Zeiteinheiten und fragt, wie literarische, musikalische und künstlerische Momentaufnahmen und Augenblicksaufzeichnungen mit Konzepten einer sprunghaften und diskontinuierlichen Zeitwahrnehmung korrespondieren.
Diskontinuierliche und sequentielle temporäre Formen lagen lange im Streit mit der großen Form. Mittlerweile sind sie ein dominantes Muster der öffentlichen Kommunikation. Die Beiträge zeigen, inwiefern der aktuelle Erregungsdiskurs über die Tyrannei des Moments und den flüchtigen Augenblick einen historischen Index hat und immer von dem unterschwelligen Mitlaufen der Reflexion über Subjektivität begleitet ist. Es werden verschiedene Modi des sich Entziehens von Moment und Augenblick offengelegt und gezeigt, wie die Auseinandersetzungsgeschichte auf diese Unzugänglichkeit mit einem eigenen Bilddenken reagiert. Mit Beiträgen von Eva Axer, Ursula Geitner, Toni Hildebrandt, Thomas Macho u.a.