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Dynamiken zweckrationaler Passion
Author: Eckart Goebel
Welche Funktion hat ein Ehrgeiz, der auch dann nicht erlischt, sobald Selbsterhaltung sichergestellt ist? Lässt sich überhaupt trennscharf zwischen ›gesundem‹ und ›krankhaftem‹ Ehrgeiz unterscheiden? Diese Fragen stellen sich, seit Hesiod zwischen der guten und der bösen Eris differenzierte, und seit Aristoteles –der Lehrer Alexanders des Großen – feststellte, dass die gute Mitte zwischen fehlendem undexzessivem Ehrgeiz ›keinen Namen hat‹. Der über die Selbsterhaltung hinausschießende, ›brennende Ehrgeiz‹ wurde in der Philosophie nur gelegentlich reflektiert, in der Weltliteratur, der Erfolgssoziologie, der Spieltheorie und der Psychoanalyse hingegen eindringlich beschrieben. Er erscheint in evolutionsbiologischer Perspektive sinnlos, latent feindselig bzw. autodestruktiv. Die Alltagssprache registriert den destruktiven Aspekt, wenn sie in einer drastischen Wendung davon spricht, jemand sei ›von Ehrgeiz zerfressen‹ wie von einem Raubtier, einer Säure oder einem unkontrollierbar gewordenen Feuer. Diesem ›brennenden‹, potentiell ›zerfressenden‹ Ehrgeiz, der als das Verlangen nach Unsterblichkeit exklusiv menschlich zu sein scheint, wird seit der Antike mit Ambivalenz und Scheu begegnet. Ihm gilt das primäre Interesse des vorliegenden Buches.
Blick ins Buch

Platons Ideen, Hobbes Leviathan, Kants kategorischer Imperativ… Dies ist nur ein Ausschnitt von Ideen, deren Entwickler sich einen dauerhaften Platz in der Geschichte der Philosophie gesichert haben. Der Philosophiekanon jedoch wäre höchst unvollständig ohne Gottfried Wilhelm Leibniz: Genie der Barockzeit.
Leibniz (1646–1716) entpuppte sich im Laufe seines Lebens als bahnbrechender Mathematiker, der auch sein philosophisches System „more geometrico“, d.h. logisch-axiomatisch aufgebaut hat. Er erfand nicht nur die erste „4-Spezies-Rechenmaschine“ – ein früher Vorläufer des Taschenrechners. Durch Weiterentwicklung des binären Zahlensystems kann man ihn, in Zusammenhang mit der Erfindung des Computers, als frühen Wegbereiter der Digitalisierung ansehen. Nicht zuletzt begründete er parallel zu Newton die Infinitesimalrechnung und auch sein religiöses Weltbild gewann er aus dem Geist der Mathematik: Seine Auffassung der Schöpfung der Welt beruht auf der Annahme, Gott könne durch bloße „Berechnung“ ermitteln, welche der vielen möglichen Welten die beste sei. Leibniz „mathematische Metaphysik“ verstehen – mit „Philosophie für Einsteiger“ kein Problem!
Begegnungen des Politischen zwischen Gilles Deleuze und Jean-Luc Nancy
Author: Ralf Gisinger
Das Verhältnis von Einheit und Vielheit als ein Grundproblem der Philosophiegeschichte erfährt in den Werken von zwei der gegenwärtig einflussreichsten französischen Denker, Gilles Deleuze und Jean-Luc Nancy, eine je spezifische Reformulierung mit weitreichenden ontologischen sowie politischen Konsequenzen.
Durch einen innovativen, aber dennoch einführenden Vergleich kontrastiert und verschränkt Ralf Gisinger erstmalig Ansätze beider Philosophen, indem er sein originäres Konzept der »Pluralisierung« entwickelt. In einem Feld zwischen Allgemeinheit und Partikularität lassen sich so insbesondere klassische Kategorien der politischen Philosophie wie Identität, Subjekt oder Gesellschaft radikal neu begreifen.

Ways of Thinking – a Theological Philosophy
Author: Markus Mühling
Theology is an explication, im-plication, and com-plication of the Christian perception of truth and value. The occurrence of this perception takes place in following the story of the Gospel, which remains open and organic, unable to be closed. Every formation of a closed system has to be exceeded on the way to a post-systematic theology.
The first part of this work deals with redefining basic concepts from a phenomenological perspective and from within a narrative ontology. Key terms such as relation, way-formational line, event, time, space, sign, metaphor, concept, name, model, theory, coherence, causality, contingence, subject, and truth, are explored and reworked. The main portion of the work delves into the threefold self-presentation of God in the perception of truth and value as displayed in the Gospel. The work concludes by taking up the consequences of the relationship between faith and religion, historicity and Holy Scripture, the concept of rationality, as well as the inter-disciplinary and academic study of theology.

Naturspiritualität und die Zukunft des Planeten
Author: Bron Taylor
Aus dem Englischen und mit einem Nachwort von Kocku von Stuckrad.
Vom Schamanismus bis zum Waldbaden: Naturbezogene Spiritualität, exemplarisch verkörpert in Thoreaus »Walden«, hat heute vielerorts die traditionellen Religionen verdrängt. Wenn die Natur als heilig und ihr Schutz als menschliche Pflicht betrachtet wird, entsteht das Phänomen der »dunkelgrünen Religion«. In diesem fundierten und einfühlsamen Werk untersucht Bron Taylor die Entstehung von »grünen Religionen« in Nordamerika, Europa und darüber hinaus. Indem er ein großes Spektrum von Individuen und Gruppen heranzieht – Umweltschützer, Surfer, Künstler, Schriftsteller, Filmemacher, Politiker und Wissenschaftler – zeigt er den zunehmenden globalen Einfluss von naturbezogenen Spiritualitäten. Diese Religionen können »dunkelgrün« werden und sogar Gewaltanwendung in Kauf nehmen, wenn zur Sakralisierung der Natur der aktive persönliche Einsatz für ihren Schutz hinzukommt und dieser zur moralischen Pflicht erklärt wird – man denke an Greenpeace und andere Umweltschutzorganisationen. Die faszinierende Gesamtschau eines Phänomens, das heute mehr Bedeutung hat denn je zuvor.
Goethes Römische Elegien und die augusteische Dichtung
Author: Jakob Gehlen
Jakob Gehlen untersucht Goethes nachitalienisches Schreibprojekt, das sich erstmals explizit in eine Gattungstradition stellt. Es ist dabei nicht mehr auf Übertragung ( translatio) oder wetteifernde Nachahmung ( aemulatio) angelegt, vielmehr nimmt es selbstbewusst, spielerisch und souverän den grenzenlosen Text-Fundus Rom für sich ein. Diese captio ist in ihrer Imperialität römisch: Sie greift gezielt Fremdes als Eigenes auf und ist zugleich unendlich integrativ. Die Römischen Elegien sind kein Beispiel für die Monumentalisierung der Antike, sondern für lebendige Metamorphose. Im erneuernden Verfügen über antike und moderne Textschichten, in der renovatio Roms, liegt dabei auch ein Gründungsmoment der weltweiten Autorität Goethes.
Nietzsches Chiffren der Transformation
Author: Jutta Georg
Für Nietzsches Philosophie der tragischen Bejahung, die eine der Transformation ist, sind die Relationen zwischen dem Übermenschen und der ewigen Wiederkehr von enormer Bedeutung. Um diese herauszuarbeiten, untersucht die Studie die nietzscheanischen Menschentypen – ausgehend von der These, dass es Nietzsche immer um den schaffenden Menschen geht – vom »Heerdenthier« bis zum Übermenschen, sodass die mit ihnen verbundenen Dispositive (Metaphysik, Religion, Moral, Philosophie und Kunst) in Nietzsches Evaluation transparent werden.
Wer in der Moderne von Abenteuern erzählt, setzt sich dem Verdacht der Trivialität aus. Doch ein stillschweigender Verzicht aufs Abenteuer fällt auch kanonischen Autoren der Moderne schwer. Der Sammelband nimmt diese Beobachtung zum Anlass einer Spurensuche. Er geht dem Verbleib des Abenteuers in literarischen und theoretischen Texten der Moderne nach. Neben klassischen Abenteuerautoren, wie Karl May oder Rider Haggard, stehen Texte von Goethe, Virginia Woolf, Marcel Proust u.a. im Fokus, welche das Abenteuer in einem Spannungsfeld von Integration und Zurückweisung situieren. Darüber hinaus widmet sich der Band der Bedeutung des Abenteuers im kolonialen Diskurs, in der Psychoanalyse und im Russischen Formalismus.
Wenn die Apparate aus dem täglichen Umfeld verschwinden, tauchen sie an anderer Stelle wieder auf: als Objekte der Reminiszenz, als Gegenstand der künstlerischen Erforschung und der musealen Inszenierung.
Die neuere Mediengeschichte erscheint als eine Geschichte der Dematerialisierung. Sukzessive Auflösung der verschiedensten Medienapparate im Zuge der Digitalisierung, Ausdünnung der materialen Hardware und Reduktion von Schnittstellen. Wenn aber die Gegenwart der Mediennutzung von einem umfassenden Rück- und Abbau des Apparativen bestimmt wird, so findet dieser Abbau seine Gegenbewegung in einer Konjunktur von Inszenierungen des Apparativen, die ihre Schauplätze abseits des Technikmuseums im Kunstmuseum, im Programmkino und auf der Theaterbühne haben. Vor diesem Hintergrund perspektiviert der Begriff der „Attraktion“ sowohl die Exposition und Mise en scène von Apparaturen als auch eine Zäsur innerhalb der Aufmerksamkeitsökonomie.
Eine interaktive Gattungstheorie
Das vorliegende Buch erzählt die Geschichte der Hörlyrik, eine Gattung, die im digitalen Zeitalter insbesondere durch das Berliner Portal Lyrikline sowie die US-amerikanischen Portale PennSound und UbuWeb bekannt geworden ist. Vor dem Hintergrund der in diesen weltweit größten Webseiten für Hörlyrik abrufbaren Originallesungen zeigt das Buch, wie stark moderne Lyrik gerade in Deutschland von der US-amerikanischen Moderne geprägt wurde. Denn große Dichter dieser Moderne wie etwa Ezra Pound, William Carlos Williams, Charles Olson oder John Ashbery entwickelten eine von Reim und Metrik befreite lyrische Form, die sich an Prosarhythmen, Alltagssprache oder Musikstilen wie Jazz orientierte, und deren Einfluss in Deutschland bis heute enorm ist.
Um diese neuen lyrischen Ausdrucksformen nachvollziehbar zu machen, geht dieses Buch neue Wege. Es ist interaktiv, da man es beim Lesen auch hören kann. Wenn man mit der Kamera-App eines Smartphones den neben den diskutierten Gedichten platzierten QR-Code ausliest, lässt sich jedes Gedicht in einer Originallesung auch hören. Zudem stellt dieses Buch mit der „free verse prosody“ eine bisher in Deutschland kaum bekannte Theorie vor, anhand derer sich freirhythmische Lyrik auch und vor allem in gelesener Form erstmals genauer verstehen lässt.