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Dynamiken zweckrationaler Passion
Author: Eckart Goebel
Welche Funktion hat ein Ehrgeiz, der auch dann nicht erlischt, sobald Selbsterhaltung sichergestellt ist? Lässt sich überhaupt trennscharf zwischen ›gesundem‹ und ›krankhaftem‹ Ehrgeiz unterscheiden? Diese Fragen stellen sich, seit Hesiod zwischen der guten und der bösen Eris differenzierte, und seit Aristoteles –der Lehrer Alexanders des Großen – feststellte, dass die gute Mitte zwischen fehlendem undexzessivem Ehrgeiz ›keinen Namen hat‹. Der über die Selbsterhaltung hinausschießende, ›brennende Ehrgeiz‹ wurde in der Philosophie nur gelegentlich reflektiert, in der Weltliteratur, der Erfolgssoziologie, der Spieltheorie und der Psychoanalyse hingegen eindringlich beschrieben. Er erscheint in evolutionsbiologischer Perspektive sinnlos, latent feindselig bzw. autodestruktiv. Die Alltagssprache registriert den destruktiven Aspekt, wenn sie in einer drastischen Wendung davon spricht, jemand sei ›von Ehrgeiz zerfressen‹ wie von einem Raubtier, einer Säure oder einem unkontrollierbar gewordenen Feuer. Diesem ›brennenden‹, potentiell ›zerfressenden‹ Ehrgeiz, der als das Verlangen nach Unsterblichkeit exklusiv menschlich zu sein scheint, wird seit der Antike mit Ambivalenz und Scheu begegnet. Ihm gilt das primäre Interesse des vorliegenden Buches.
Goethes Römische Elegien und die augusteische Dichtung
Author: Jakob Gehlen
Jakob Gehlen untersucht Goethes nachitalienisches Schreibprojekt, das sich erstmals explizit in eine Gattungstradition stellt. Es ist dabei nicht mehr auf Übertragung ( translatio) oder wetteifernde Nachahmung ( aemulatio) angelegt, vielmehr nimmt es selbstbewusst, spielerisch und souverän den grenzenlosen Text-Fundus Rom für sich ein. Diese captio ist in ihrer Imperialität römisch: Sie greift gezielt Fremdes als Eigenes auf und ist zugleich unendlich integrativ. Die Römischen Elegien sind kein Beispiel für die Monumentalisierung der Antike, sondern für lebendige Metamorphose. Im erneuernden Verfügen über antike und moderne Textschichten, in der renovatio Roms, liegt dabei auch ein Gründungsmoment der weltweiten Autorität Goethes.
Abenteuer sind Bahnungen im Gestrüpp der Kontingenz. Sie verlangen nach einer Reflexion über Zufall und Schicksal, über Wagnis, Risiko und Ereignishorizonte des Erzählens, über Sinnansprüche und Techniken der Sinnbildung. „Wir wünschen wahrlich eine philosophische Geschichte des Abentheuers!“ schrieb Herder im Jahr 1774. Die Schriftenreihe der Münchner Forschungsgruppe Philologie des Abenteuers will dem Herderschen Arbeitsauftrag entsprechen, indem sie diesen unterschätzten Grundbegriff des Erzählens in seiner narratologischen, psychologischen und kulturgeschichtlichen Dimension entfaltet. Das Erzähl-, Wahrnehmungs- und Erfahrungsschema namens Abenteuer hat sich, allen kritischen Einsprüchen zum Trotz, als extrem anpassungsfähig erwiesen, immer neue Renaissancen erlebt und immer weitere Bereiche der Kultur durchdrungen. In solchen Übertragungen wird der ursprünglich narrative Charakter des Abenteuers häufig nicht mehr mitgedacht. Eben diesen Charakter stellt die Reihe Philologie des Abenteuers in den Mittelpunkt. Ihr historischer Radius reicht von antiken Grundlagentexten über mittelalterliche und frühneuzeitliche Erzählformen bis in die Moderne, in der das Abenteuer scheinbar aus der seriösen Literatur verdrängt wird, sich in Wirklichkeit aber zäh im literarischen Feld behauptet – und zwar keineswegs nur an dessen Rändern. In dieser historischen Tiefenperspektive erweist sich der Begriff Abenteuer als ein wandlungsfähiger, gleichwohl aber elementarer Nukleus des Erzählens – elementar sowohl im narrativen als auch im psychologischen Sinn.
Zur Geschichte von Kalkül und Einbildungskraft
Von Gefahren ist täglich die Rede. Doch die Kulturwissenschaften und Sozialwissenschaften beschäftigen sich hauptsächlich mit Form und Logik des Risikos. Das will dieser Band ändern, indem er eine kultur- und medienhistorische Genealogie der Gefahr und ihrer Vorstellungsräume im Verhältnis zum Risiko liefert.
Die Entstehung des Risikos und die Geschichte seiner kalkulativen Minimierung im frühneuzeitlichen Versicherungswesen sind gut erforscht. Aber wie steht es um die scheinbar existenzielle „Gefahr“? Sie gerät erst viel später, mit einem verhältnismäßig winzigen Kapitel in Clausewitzʼ posthumen Riesenwerk Vom Kriege (1832–1834), in den Fokus. Clausewitz erkennt, dass die Gefahr immer auch ein Wahrnehmungsproblem ist, ein ästhetisches Konstrukt, das angewiesen ist auf ein Bewusstsein für die technische Vermittlung der Eindrücke.
Probleme der Mythenrezeption. 3. Auflage
Welche Funktion, welche Realität hat Mythisches in nicht-mehr-mythischer Zeit? So lautet die zu Grunde liegende Frage dieses nun in dritter Auflage neuerscheinenden Klassikers aus der Reihe Poetik und Hermeneutik.
Mit Beiträgen von Hans Blumenberg, Jean Bollack, Manfred Fuhrmann, Jacob Taubes, Reinhart Herzog, Hans Robert Jauß, Rainer Warning, Ferdinand Fellmann, Odo Marquard, Reinhardt Habel, Ulrich Gaier, Harald Weinrich, Gerhard Hergt, Wolfgang Iser, Jurij Striedter, Miroslav Kacer, Karlheinz Stierle und Wolfhart Pannenberg.
Die Zwischenzeit vom Ausgang des karolingischen Zeitalters bis zur Mitte des elften Jahrhunderts
Übersetzt von Joseph Vogl. Mit einer Bibliographie zum Gesamtwerk Lyotards von Reinhold Clausjürgens. 2. Auflage