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Materialität - Medium - Experiment
Wassily Kandinsky gilt als einer der bedeutendsten Wegbereiter der modernen Kunst. Während sein malerisches Œuvre bereits umfassend rezipiert wurde, ist sein vielfältiges Schaffen als Druckgrafiker weniger bekannt.
Das Buch unternimmt erstmals eine systematische Untersuchung seiner Holzschnitte bis zur Zeit des „Blauen Reiters“ und eröffnet einen neuen Zugang zu Kandinskys Werk: Wurde seine „Erfindung der Abstraktion“ bisher weitgehend im Spannungsfeld philosophischer und theosophischer Kontexte verhandelt, so erfolgt hier ein Perspektivwechsel, indem die Thesen aus dem Material entwickelt werden. In einer Verbindung von produktions-, material- und rezeptionsästhetischen Ansätzen wird untersucht, in welcher Weise Kandinsky in seinen Holzschnitten Darstellungsverfahren erprobt, die Grundfragen der Moderne betreffen. Als theoretische Rahmung zur Erschließung der Werke werden Konzepte wie Spur, Indexikalität und der Figura-Begriff herangezogen.
Bildpraxis der Mikrofotografie von den ersten Versuchen bis ins 20. Jahrhundert
Mikroskopische Vergrößerungen sind instrumentell konstruierte Sichtbarkeiten, die nur im Mikroskop betrachtet werden können und keine Referenz in der für uns sichtbaren Wirklichkeit aufweisen. Sie können daher nicht hinsichtlich ihrer „Richtigkeit“ und „Wahrheit“ überprüft werden.
Wird die Vergrößerung fotografiert, überträgt sich die Unsicherheit über die Richtigkeit des zu Sehenden auf die Aufnahme: Sie zeigt ein instrumentell konstruiertes Bildobjekt von fragwürdiger Existenz. Mikrofotografien evozieren somit die Frage, wie mit diesen Aufnahmen insbesondere in einer Zeit umgegangen wurde, in der dem fotografischen Bild „Wahrhaftigkeit“ und „Objektivität“ zugesprochen wurde. Die Autorin findet hierauf Antworten, indem sie sowohl die theoretischen Debatten über den Einsatz der Fotografie in der Mikroskopie im 19. und frühen 20. Jahrhundert untersucht als auch verschiedene praktische Umgangsformen und Verwendungskontexte von Mikroaufnahmen analysiert.
Bildgenealogien in der Malerei um 1800
Author: Léa Kuhn
Kunstgeschichte wird nicht nur geschrieben, sie wird auch gemalt. Dass auch innerhalb der Malerei vermehrt kunsthistorische Ordnungsmodelle entwickelt werden, sobald sich die Kunstgeschichte als akademische Disziplin zu etablieren beginnt, zeigt diese Studie.
Mit Blick auf die Zeit um 1800 rekonstruiert die Autorin das feine Bezugsgeflecht zwischen entstehendem Kunstgeschichtsdiskurs und zeitgenössischer künstlerischer Praxis an so unterschiedlichen Orten wie Zürich, Paris, London und New York. Dabei wird deutlich: Die hier analysierten Werke von Marie-Gabrielle Capet, William Dunlap und Johann Heinrich Wilhelm Tischbein illustrieren nicht bereits vorhandene kunsthistorische Narrative, sondern bringen selbst Vorschläge zu ihrer adäquaten Einordnung hervor – und weisen andere zurück. Geschichtsschreibung ist folglich nicht der einzige epistemologische Zugang zu (Kunst-)Geschichte und nicht die einzige Möglichkeit zu deren aktiver Gestaltung: In der Malerei selbst gibt es ein analoges Phänomen, das hier für die Zeit um 1800 erstmals umfassend nachgezeichnet wird.
Fallbeispiele aus Theater, Tanz, Film und Video
Series:  dynamis
Intermediale Dramaturgie, die heute ein medienübergreifendes Feld umfasst, wurde bislang in der Forschung vernachlässigt. Das mag auch daran liegen, dass es durch keine Einzelmedienstudie oder durch nur eine Disziplin erfasst werden könnte, sondern nach einer medienübergreifenden, interdisziplinären Betrachtung verlangt. Diese erfolgt hier in konkreten Fallstudien, die sich auf Theater, Tanz, Film, Fernsehen und Video beziehen, die ihrerseits intermediale Wechselspiele mit Musik, Malerei, dem Comic oder auch mit dem Internet implizieren.
Selbstformungen im 15. und 16. Jahrhundert
Die Studie »Leonardos Bart« liefert erstmals aus kunsthistorisch-interdisziplinärer Perspektive umfassend und systematisch Einblick in die Sozialfigur des Künstlerphilosophen, die sie in den Selbstformungen frühneuzeitlicher Künstler findet. Dabei sind es antike Größen wie Sokrates und Aristoteles, die von Künstlern wie Leonardo da Vinci und Michelangelo Buonarroti als Vorbilder einer Annähnerung gewählt werden. Der Band dient gleichermaßen als Nachschlagewerk für (Selbst-)Darstellungen Leonardos und Michelangelos in Bild und Text. Für diese Übersicht bewegt sich die Analyse zwischen Kunstgeschichte, Philosophie, Literaturwissenschaft und Klassischer Archäologie.
Das Choreodrama "Le Sacre du printemps" im Spiegel der 'Theaterreform um 1900'
Author: Leila Zickgraf
Igor’ Stravinskijs Sacre du printemps gilt als Meilenstein der Musik- und Tanzgeschichte. Gleichwohl hat die Wissenschaft einen Schlüsselaspekt zum Verständnis des Werkes bislang übersehen: die ‚Theaterreform um 1900‘.
Leila Zickgraf zeigt erstmals, dass Stravinskij mit dem Sacre sein höchst eigenes ‚Theater der Zukunft‘ verwirklichte – gemeinsam mit dem Choreografen Vaclav Nižinskij und inspiriert von Georg Fuchs sowie Edward Gordon Craig. Durch die Rhythmen seiner Komposition versetzte er nämlich Tänzer wie Publikum in einen körperlich erfahrbaren Rausch, wodurch er die Zuschauer ins Bühnengeschehen integrierte. Die Ballets Russes nahmen damals – 1913 – eine mechanistische Ästhetik vorweg, die in Musik, Tanz und Theater merklich erst in den 1920er Jahren in Erscheinung treten sollte. Mit seiner interdisziplinären Ausrichtung zwischen Tanz-, Kultur-, Theater- und Musikwissenschaft sowie seiner umfassenden, auch russischsprachigen Quellenerschließung leistet das Buch einen wichtigen Forschungsbeitrag zu einem nicht wenig untersuchten, aber – wie sich zeigt – in zentralen Aspekten noch immer ungenügend ausgeleuchteten Meisterwerk.
Bilder europäischer Reisender im Osmanischen Reich um 1700
Die Sicht Reisender aus Nordwesteuropa auf den östlichen Mittelmeerraum war um 1700 durch die Bibel und antike Quellen, die Kreuzzüge und die osmanische Herrschaft geprägt. Wie fanden diese historischen Schichten Eingang in das Bild der Region, das ihre Zeichnungen und illustrierten Berichte hervorbrachten?
Reisende der Neuzeit fertigten Ansichten historischer Orte und Bauwerke im Osmanischen Reich für ein Publikum in Europa an. Diese Bilder wurden bislang meist als Quellen für die archäologische Forschung genutzt oder als Beleg für einen orientalistischen Blick gewertet. Die Studie beleuchtet sie erstmals in ihrem kulturhistorischen Kontext. Sie waren Teil eines breiten Austauschs über die Antike, für den auch der Kontakt mit lokalen Akteuren eine Rolle spielte. In drei Abschnitten zeigt das Buch auf, wie man das Reisen in die Länder der Bibel und der Antike verstand, wie man historisch bedeutende Topographien visualisierte und wie man sich Monumente und Relikte durch Zeichnen wie durch Sammeln aneignete.
Visuelle Kultur und musikalische Notation (9.-13. Jahrhundert)
Dieser Band untersucht die Entwicklung der musikalischen Notenschrift als Teil der Kulturgeschichte des Visuellen. Notationspraktiken des Mittelalters werden im Dialog mit schrift- und bildtheoretischen Ansätzen diskutiert. Frühe Formen von Notation sind Träger einer Spannung zwischen Schriftbild und Klang, zwischen Erinnerung und Vergegenwärtigung, zwischen Bildhaftem und Bilderlosem und werden in den veröffentlichten Beiträgen auf diesen gemeinsamen Fokus hin reflektiert. Die Prozesse der Verschriftlichung, die sich im Kontext der musikalischen Theorie und Praxis seit dem 9. Jahrhundert entfaltet haben, sind nicht nur musikhistorisch zentral, sie sind ebenso im Hinblick auf eine kulturgeschichtliche Diskussion über Schrift und Schriftlichkeit relevant. Im Anschluss an die Schriftbildlichkeitsdebatte leistet die hier gestellte Frage nach der visuellen Logik musikalischer Notenschriften einen bisher vernachlässigten, jedoch wichtigen Beitrag.
Statue, Körperbild, plastische Konfiguration, Raummodulation, Spezifisches Objekt, performative Installation, skulpturale Situation – die Geschichte der Skulptur hat ihren Gegenstand in vielen Begriffen konzeptualisiert. Nachdem die Selbstverständlichkeit der Skulptur in der Moderne immer wieder in Frage gestellt worden war, wurde angesichts der „Entgrenzung der Künste“ auch der Versuch einer medienspezifischen Befragung für obsolet erklärt.
Ein besonderer Aspekt der Gegenständlichkeit von Skulptur war und ist ihre physische Konkretheit. Als plastische Artefakte weisen Skulpturen über sich hinaus und insistieren zugleich auf einer Körperlichkeit, die unhintergehbar ist. Dieses Skandalon der Skulptur zwischen Faktizität und Aktualität diskutiert der Band in theoretischer Perspektive und an konkreten Beispielen, wobei die Prämissen einer „Skulptur im erweiterten Feld“ leitend sind.
Konzepte und Debatten in der frühen Bundesrepublik
Author: Julia Freund
Lange Zeit hat die Idee eines musikalischen Fortschritts gleichermaßen fasziniert und polarisiert. Als zentraler Bestandteil der Diskurse um die Neue Musik verlangt sie nach einer differenzierten historischen Betrachtung.
Anhand von reichhaltigem Textmaterial analysiert Julia Freund die zentralen Konzepte und Argumentationslinien und entwirft ein vielfältiges Panorama der Debatten der 1950er Jahre. Ausgangspunkt ist ein close reading der Schriften und Vorlesungen Theodor W. Adornos, dessen Fortschrittsbegriff im Rahmen seines philosophischen Projekts der Aufklärungskritik greifbar wird. In einem zweiten und dritten Schritt nimmt die Autorin die Denkfiguren und Narrative der seriellen Komponisten (darunter K. Stockhausen und P. Boulez) sowie die Gegenentwürfe ihrer Kritiker (wie P. Hindemith oder Fr. Blume) in den Blick.