Browse results

You are looking at 1 - 10 of 47 items for :

  • Brill | Fink x
  • Social & Political Philosophy x
  • Upcoming Publications x
Clear All
Subjektivität, Fremdheit, Demokratie
Die Demokratie lebt nicht nur vom Zusammenhalt. Um zu gedeihen, braucht sie auch Subjektivität und Fremdheit. Dieser Leitgedanke, diskutiert u. a. anhand der Flüchtlingskrise, liegt dem Band zugrunde. Gezeigt wird insbesondere, dass er zu einem in der Politischen Philosophie stark unterschätztem Grade gilt. Weil die Literatur reich an Querköpfen und Fremdlingen ist, bekamen alle Beiträger den Auftrag, an die Literatur anzuschließen. So werden hier Werke von Dostojewski über Beckett bis hin zu Franzen, Erpenbeck u.v.a. – zum Teil erstmals – in Dialog mit der Politischen Philosophie gebracht. Damit gelingt es dem Band, den Austausch zwischen Literatur und Philosophie neu zu befruchten. Zwölf Beitragende, unter ihnen Martha C. Nussbaum und Winfried Fluck, zeigen, wie dringend Demokratien Querköpfe und Außenseiter brauchen.
Analytiker der Demokratie
Die moderne Demokratie wurde zuerst von Alexis de Tocqueville wegweisend und in einer nach wie vor aktuellen, komplexen, aber zu wenig untersuchten »neuen Wissenschaft der Politik« analysiert.
Ein internationaler Expertenkreis untersucht in verschiedenen Perspektiven Tocquevilles Konzeption einer »neuen Wissenschaft der Politik« in systematischen und historischen Kontexten. Neben dem breiten Demokratieverständnis, das politische, gesellschaftliche und sittliche Gesichtspunkte verbindet, rückt dabei sein stereoskopischer Blick in den Fokus, der ihn stets Vorteile und Nachteile von Institutionen und Handlungen untersuchen lässt. Gezeigt wird: Tocquevilles Demokratiewissenschaft ist erfahrungswissenschaftliche Aufklärung, die auf Gesellschafts- und Politikberatung zielt. In seinem Werk begründet er die vergleichende Forschung, Institutionenanalyse sowie politische Kulturforschung der Demokratie. Mit Beiträgen von Ewa Atanassow, Juri Auderset, Jean-Luis Benoît, Mathias Bohlender, Hubertus Buchstein, Aurelian Craiutu, Annelien de Dijn, Michael Drolet, Lucien Jaume, Alan Kahan, Françoise Mélonio, Walter Reese-Schäfer, Cheryl Welch und Siegfried Weichlein.
Über Gewalt und politische Kunst
Die Zerstörung der baskischen Stadt Gernika am 26. April 1937 gilt als das Symbol für die Grausamkeit des Krieges. Diese Bedeutung verdankt sie letztlich einem einzigen Kunstwerk, nämlich Picassos Bild "Guernica". Dieses Gemälde hat auch wie kein anderes Werk der Kunstgeschichte andere Künstlerinnen und Künstler zu eigenem Schaffen angeregt. Wenn es heißt, die mit dem Spanischen Bürgerkrieg verbundenen Schrecken hätten in Malerei, Dichtung, Musik und anderen künstlerischen Disziplinen tiefe Spuren hinterlassen, so werden damit insbesondere Spuren angesprochen, die der von Picasso in seinem Bild ausgedrückte Schrecken bewirkt hat. Die Ausstrahlung von Picassos Werk auf andere Kunstschaffende, etwa auf Paul Éluard, ist zum Teil seit langem bekannt; in ihrer Gesamtheit und Vielfalt war sie bislang jedoch wissenschaftlich noch kaum aufgearbeitet. Im vorliegenden Band wird nun versucht, neben einer Darlegung der historischen Hintergründe und Konsequenzen der Zerstörung von Gernika zumindest einige wesentliche Aspekte der Wirkungsgeschichte von Picassos "Jahrhundertbild" ein gehend zu diskutieren, ebenso aber auch seine Beschäftigung mit Krieg im Allgemeinen. Diese zeigt sich ja nicht nur in "Guernica", sondern etwa auch in seinem Schaffen während der deutschen Besatzung Frankreichs im Zweiten Weltkrieg sowie in der Auseinandersetzung mit dem "Massaker in Korea" im Jahre 1951.
Ein Anti-Rousseau
Die Linke hat wieder Konjunktur. Sie spricht nicht mehr von Klassengesellschaft, sondern von der Neuen Ungleichheit und verweist auf die Pornographie des exzessiven Reichtums zwischen Beverly Hills und Moskau einerseits, die stillen Leiden der Kinderarbeit und der Hartz IV-Existenz andererseits. Nüchtern betrachtet, kann Gleichheit unter modernen Lebensbedingungen aber nur heißen: Inklusion, die Möglichkeit der Teilnahme an den sozialen Systemen. Und wer alle integrieren will, muss auf die Gleichheit aller verzichten. Egalitarismus ist eine Anleitung zum Unglücklichsein. Wir können das gute Leben, das uns die moderne Gesellschaft ermöglicht, nicht leben, solange wir noch an Rousseau glauben.
Die politische Philosophie des Aristoteles und Martha Nussbaums egalitaristische Rezeption
Author: Manuel Knoll
Im zeitgenössischen Denken hat die politische Philosophie des Aristoteles eine beachtliche Renaissance erfahren. Dabei wurde Aristoteles zumeist als Vordenker der demokratischen Gleichheit und der egalitären Gerechtigkeit verstanden. Diese Auffassung wird heute auch pointiert von Martha Nussbaum, einer führenden Intellektuellen der USA, vertreten. Das Buch zeigt, warum diese Interpretationen unangemessen sind und gibt eine Deutung, die den politischen Grundüberzeugungen des Aristoteles gerecht wird. Aristoteles erweist sich als politischer Denker, der von der fundamentalen Ungleichheit der Menschen ausgeht und die gerechte politische Ordnung als eine Aristokratie der moralisch und intellektuell Tüchtigsten begreift. Manuel Knoll präsentiert nicht bloß eine ideengeschichtliche Studie, sondern reflektiert auch problemorientiert über die Aktualität des Aristoteles. Dabei konfrontiert er dessen aristokratische politische Philosophie mit Martha Nussbaums „Fähigkeiten-Ethik“ und mit anderen Positionen des zeitgenössischen Egalitarismus. So gelangt seine Untersuchung zu dem Resultat, dass seit der Antike bis heute zwei gegensätzliche und unvereinbare Grundpositionen zur politischen Gerechtigkeit existieren.
Das Aussterben des amerikanischen imperium
Die Darwin’sche Theorie ist ein Beschreibungsmodell, das unsere Augen für neue Erkenntnisse öffnet. Das gilt nicht nur für die Evolutionsbiologie und für die Genetik. Auch in der kulturellen Evolution erkennen wir Zusammenhänge, die wir ohne Darwins Modell übersehen hätten. Wir entdecken beispielsweise einen Beziehungsstrang, der von den Weltkriegen über den Kalten Krieg bis zum Immobilien-Crash in den USA und bis zur globalen Finanzkrise führt. In den undurchschaubaren Nebeln der Weltwirtschaftskrise wird ein monsterartiger Mutant des Krieges sichtbar: der Weltwirtschaftskrieg. Kriege hinterlassen unauslöschbare Spuren in der kulturellen Evolution. Eine Folge des Kalten Krieges ist die Weltwirtschaftskrise. Hinter ihr verbirgt sich ein Weltwirtschaftskrieg.
Der doppelte Körper des Politikers: Politik, Religion, Television
Berlusconi – Medienproduzent und Medienstar. Das Buch erklärt das Phänomen des enormen politischen Erfolgs von Berlusconi und seiner politischen Bewegung 'Forza Italia' unter einem bisher unbeachtet gebliebenen Aspekt. Giuliana Parotto weist die Kohärenz religiöser Symbole nach, von denen Berlusconi in seinen Reden und öffentlichen Auftritten im Übermaß Gebrauch macht und in deren Mittelpunkt der physische Körper des leaders steht. Berlusconi thematisiert den eigenen Körper in sehr materiellen und konkreten Zusammenhängen, die von der Ästhetik bis zur Sexualität reichen. Berlusconi steht dafür beispielhaft, wenngleich auch andere Politiker wie Sarkozy in seine Fußstapfen treten. Aus dem Inhalt:
Anlaß für dieses Buch war die Vergabe des Ehrendoktortitels in Philosophie an Bundeskanzler a.D. Helmut Schmidt, die der Marburger Philosoph Peter Janich ausführlich begründet. Der Vorsitzende der allgemeine Gesellschaft für Philosophie Carl Friedrich Gethmann führt in das Thema ein, indem er die Vernunft in der Politik als Alternative zur Politik als heroischer Tat (Carl Schmitt) oder als Ausdruck der Kulturzugehörigkeit in den Grenzen der Weltreligionen (Samuel P. Huntington) stark macht. Er begründet, warum Politik (erst recht seit dem 11. September 2001) ohne alle religiösen oder weltanschaulichen Vorgaben nur durch aufgeklärte Vernunft auf universellen Wissenschaften und Menschenrechten bestehen muss. Im Zentrum des Bandes zeigt Helmut Schmidt an sechs Beispielen seines politischen Lebens, wo teils in ausführlichen Entscheidungsprozessen, teils unter Zeitdruck gehandelt wurde, dass am Ende, nach vernünftiger Abwägung, immer das persönliche Gewissen des Politikers den Ausschlag für Entscheidungen gibt. Weder Religionen noch Philosophien noch Wissenschaften können ihm diese Verantwortlichkeit abnehmen, auch wenn er selbst stets in den Grenzen und Vorgaben der parlamentarischen Demokratie zu sehen und zu beurteilen ist. Was ist zu tun?
Über beschwiegene und historisierte Vergangenheiten
Author: Hermann Lübbe
waren die Verstrickungen in den Nationalsozialismus unter den Mitbürgern im privaten wie im öffentlichen Zusammenleben nur in Ausnahmefällen ein Thema. Dieses Beschweigen erleichterte politisch die Integration der Vergangenheitsbelasteten in die Bürgerschaft der Bundesrepublik. Gegen diese zuerst 1983 vorgetragene These erhob sich anfangs scharfer Widerspruch. Inzwischen wird sie eher in zustimmender Meinung zitiert. Das passt zu einer historisch-politischen Lage, in der der Nationalsozialismus, statt verdrängt zu sein, vollendet historisiert ist. Es passt zugleich zu einem neuen bürgerlichen Selbstgefühl, das für intellektuelle Wunschbilder einer ganz anderen Republik unempfänglich geworden ist und sich stattdessen reformpolitisch um die Erhaltung der bestehenden Republik sorgt.
Der Essay basiert auf einem Comic von Volker Reiche und der Einsicht Mandevilles, dass private Laster das öffentliche Wohlergehen fördern. Unter diesem Motto betrachtet Kittsteiner das große Theater von Weltgeist, Weltmarkt und Weltgericht. Josef Ackermann von der Deutschen Bank und die Besitzer von Geländewagen kommen darin ebenso vor wie Adam Smith, Rousseau, Kant, Hegel, Karl Marx und Carl Schmitt. Der Weltuntergang hingegen findet nicht statt.