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Perspektiven einer Wissenschaft vom Bild
Bilder - Photographien, Gemälde, Filme, Zeichnungen, Piktogramme sowie computergenerierte Bilder aller Art - sind aus den Wissenschaften ebenso wie aus der Lebenswelt des 21. Jahrhunderts nicht mehr wegzudenken. Eine traditionelle akademische Disziplin wie die Kunstgeschichte, die sich auf eine historische Betrachtung von Kunstbildern der Hochkultur spezialisiert hat, scheint einer solchen Mannigfaltigkeit von Bildern heute alleine nicht mehr wissenschaftlich Herr zu werden. Deshalb wird gegenwärtig vielerorts die Forderung nach einer allgemeinen, interdisziplinär ausgerichteten Wissenschaft vom Bild laut, die der 'Allgemeinen Sprachwissenschaft' an die Seite zu treten hätte. Sie soll das schillernde Phänomen 'Bild', durchaus nicht nur historisch, in seiner ganzen Vielfältigkeit untersuchen: psychologisch, soziologisch, in jeder erdenklichen Hinsicht.
Édouard Manet und die Poetik des Portraits
Selten hat sich die Kunstgeschichte mit dem Bildniswerk Edouard Manets beschäftigt, obwohl der Maler vorzugsweise im und mit dem Portrait als Bildform arbeitetete. Dabei zeigen sich an Manets Werk Krise und Utopie der Gattung in der Moderne in geradezu exemplarischer Weise: Zum einen wird in seiner Bildkunst eine Kritik der Repräsentation fassbar, die die wichtigsten Konventionen des Portraits wie Ähnlichkeit, Pose und Ausstattung unterläuft, um statt dessen eine nicht-physiognomische Unmittelbarkeit des Bildes voranzutreiben. Diesem Verfahren des 'Gesichter-Gebens' – im Sinne des verfremdenden Spiels mit dem Gesicht durch die expressiven Mittel der Pinselschrift – antwortet die Praxis des 'Gesichter-Gebens' im buchstäblichen Sinn, d. h. dem Verschenken von Portraits. An die Stelle des Portraits als Ware tritt das Portrait als Gabe. Die Arbeit widmet sich daher der Strategie und Funktion der Bildnisse als Geschenke und zeigt, wie Manet einen neuen funktionalen Rahmen der Gattung entwirft und so dem Portrait als Instrument des (künstlerischen) Austausches zwischen Maler und Modell neue Bedeutung verleiht.
Verflechtung des Sichtbaren und des Lesbaren
Author: Olga Lewicka
Die Frage nach der Abhängigkeit des Visuellen vom Sprachlichen und umgekehrt: wie der sprachliche Diskurs unterlaufen wird von einer freieren und unbestimmteren Latenz der visuellen Dispositionen – Lewickas Untersuchung nimmt die Auseinandersetzung mit diesen grundlegenden Problemstellungen aller Bildtheorie von ›ihrem Ende‹ her auf: von der Hyperreflexion zwischen Sprache und Bild, dem bereits vollzogenen Akt ihres gegenseitigen Ineinandergreifens, Widerspiegelns und Überbietens. An ausgewählten drip-Bildern Jackson Pollocks wird eine radikale Überschreitung des Gegensatzes von Sichtbarkeit und Lesbarkeit vorgeführt. In auf Strukturalismus und Phänomenologie gestützten Studien zu einzelnen drip-Bildern sowie zu ihrer Situierung im amerikanischen Formalismus (Greenberg, Fried, Krauss) wird nachvollziehbar, wie hier ein eigener Typus von Dekonstruktion entstand, eine radikale Dekonstruktion des Bildes, der Malerei. In ihr kündigt sich – im Lichte des Spätwerks von Merleau-Ponty gelesen – auch an, woran die Derridasche Lektürestrategie sich zu messen hätte: an einer auf sich selbst zurückgefalteten Sichtbarkeit als Lesbarkeit.
Eine wissenschaftlich-empirische Studie
Fortsetzung und Erweiterung der Studie „Instrumentaler Gruppenunterricht an den Musikschulen des Landes Nordrhein-Westfalen“ (Die Blaue Eule, Essen 2000) um den Bereich der Popularmusik. Neben der Bestandsaufnahme des vorhandenen Angebots werden hier die Unterschiede zwischen dem sog. „Klassik- “ und dem Popularmusikbereich untersucht. In qualitativen Interviews kommen die Lehrkräfte zum Wort, die u.a. Schwächen und Stärken des Gruppenunterrichts in Popularmusik aus ihrer Sicht beschreiben. Die Studie schafft eine empirische Grundlage für die pädagogische Diskussion um die Praxis und Perspektiven dieser immer wichtigeren Unterrichtsform.
Arbeiten für die Kunst und Literatur
Zehn Arbeiten zur literarischen und künstlerischen Kultur des 20. Jahrhunderts – Aufsätze, Vorträge, essayistische Notate – legt Felix Philipp Ingold hier erstmals in Buchform vor. Unter wechselnden Gesichtspunkten wird ein weiter Themen- und Problemkreis eröffnet, der Autoren wie Rainer Maria Rilke, Boris Pasternak oder Elias Canetti in den Blick rückt und auf immer überraschende Weise die Frage nach dem literarischen Verstehen und dem literarischen Übersetzen zur Diskussion stellt. Gefragt wird auch nach den vorsprachlichen Entstehungsbedingungen des Gedichts, nach der Funktion und Bedeutung des Autornamens, nach dem Verhältnis der schönen Literatur zur Tierwelt sowie nach der prekären Wechselbeziehung zwischen Werk und Biographie. Weitere Beiträge sind der Dingästhetik der Moderne, der Bild- und Wortkunst des Kubofuturismus und der lettristischen Spracharbeit von André Thomkins gewidmet.
Poetiken der Körperinschrift
In einem ganz wörtlichen Sinne erlebt das Stigma gegen Ende des 20. Jahrhunderts als Branding und Piercing eine unter die Haut gehende Renaissance. In einer schwer durchschaubaren Ungleichzeitigkeit des Gleichzeitigen stehen diese modischen Praktiken mit den Manifestationen der Stigmata im engeren Sinne: den Malen, die dem Körper Jesu Christi in der Passion zugefügt wurden und noch seinen verklärten, auferstandenen Körper zeichnen. Seit Franz von Assisi ist eine kleine Schar von Auserwählten mit diesen Malen gezeichnet worden. Stigmata sind geistige Wunden als Manifestationen der imitatio Christi in einer komplexen Zeichengebung zwischen Wiederholung und Neueinsatz. Dadurch wird der Körper in einen anderen verwandelt, zum Schauplatz einer Präsenz gemacht, die ebenso korporal wie figural und mimetisch ist. Am Phänomen der Stigmata haben die unterschiedlichsten Disziplinen ihre semantischen und referenztheoretischen Grenzen erfahren. Die Erklärungsversuche von Theologie und Medizin, Recht, Psychologie und Psychoanalyse sind oft der Selbstaufklärung ihrer Wirklichkeitsannahmen dienlicher als der Erhellung der Phänomene. Diese Annahmen und die durch sie begründeten Modelle des Wissens werden daher in dem vorliegenden Band ebenso zum Gegenstand der Analysen wie die Darstellungsordnungen und -medien, mit denen das Phänomen der Stigmata verbunden ist. Aus dem Inhalt Einleitung: Stigmata – Zur Archäologie eines trügerischen Phänomens in Mittelalter und Moderne BARBARA VINKEN Via crucis, via amoris BETTINE MENKE Nachträglichkeit und Beglaubigungen I Urszene, Deckerinnerungen (Antike) SUSANNA ELM Marking the Self in Late Antiquity. Inscriptions, Baptism and the Conversion of Mimes ANSELM HAVERKAMP Christ’s Case. The Triumph of Sado-Masochism II Refiguration, Traditionsbildung (Mittelalter, Barock) CHIARA FRUGONI „Ad imaginem et similitudinem nostram“. Der Heilige Franziskus und die Erfindung der Stigmata CAROLINE WALKER BYNUM Die Frau als Körper und Nahrung NIKLAUS LARGIER Die Logik der Erregung. Franz von Assisi, Teresa von Avila und Thérèse philosophe BERNHARD TEUBER Sichtbare Wundmale und unsichtbare Durchbohrung. Die leibhafte Nachfolge Christi als Paradigma des anhermeneutischen Schreibens WOLFGANG SCHÄFFNER Die Wunder des San Francesco d’Assisi und der Therese Neumann. Elemente einer Mediengeschichte des Stigmas ULRIKE SPRENGER Köpfe und Körper. Flagellanten, Historiographie und Hagiographie in Sevilla CHRISTOPHER WILD Weder worte noch rutten. Hypotypose. Zur Evidenz korporealer Inskription bei Andreas Gryphius III Wiederholen, Durcharbeiten (Romantik, 19. Jahrhundert) GABRIELE BRANDSTETTER „Reliquienberg“ und Stigma. Clemens Brentano und Anna Katharina Emmerick. Der Blut-Kreislauf der Schrift BETTINE MENKE „Mund“ und „Wunde“. Zur grundlosen Begründung der Texte BARBARA VINKEN Herz Jesu und Eisprung. Jules Michelets devotio moderna GEORGES DIDI-HUBERMAN Anhaltspunkt für eine abwesende Wunde. Monographie eines Flecks IV Praxis, Wissen (Theorie) STEFANIE DIEKMANN Nichts zu sehen. Zur Verteilung und Umverteilung von Zeichen in Oscar Wildes Bildnis des Dorian Gray STEFAN RIEGER Stiche des Wissens. Zur Genealogie der Psychophysik STEFANIE PETER Stigmata und Stimmen. Techniken und Medien der Verlebendigung im populären Katholizismus
Max Ernst und die Ungleichzeitigkeit des Bildes
Author: Ralph Ubl
Die Maler und Dichter des Surrealismus waren von der Idee fasziniert, daß die Zukunft durch die Wiederkehr der Urgeschichte entschieden wird. Als urgeschichtlich galt ihnen die Zeit ihrer Jugend vor 1914, die nach dem Krieg ebenso fremdartig anmutete wie Fauna und Flora der Prähistorie. Derjenige Künstler, der wie kein anderer diese untergegangene Epoche erkundete, in Collagen und Übermalungen, Frottagen, Grattagen und anderen Techniken, war Max Ernst. Die eigenen Verfahren wie auch die Traditionen der Malerei pointenreich reflektierend, gelangen ihm Bilder der Verschüttung und Verfremdung von (historischer) Erfahrung, die ihrerseits zu Fremdkörpern der (visuellen) Erfahrung werden. Fremdkörper und dabei zugleich Geheimnisse, denn als Surrealist suchte Max Ernst im Unbewußten ein Arkanum. Er fand es in der jüngst vergangenen, jedoch prähistorisch fernen und von der Gegenwart abgespaltenen Geschichte, in der die Zukunft spukt.
Anatomie eines Bildes
Die Kunstgeschichte hat eine eigentümliche Opposition entwickelt und lange festgeschrieben: die Alternative von historischem oder ästhetischem Bildumgang. Diese Opposition von Kunst oder Geschichte verstellt jedoch die Janusköpfigkeit kunsthistorischen Arbeitens: Die Geschichte ist kunsthistorisch genauso unhintergehbar wie die Sinnlichkeit. Wenn sich das Fach aus dieser Spannung konstituiert, wie kann es mit diesen Prämissen angemessen umgehen? Die vorliegende Arbeit diskutiert dies ausführlich an Rembrandts Anatomie des Dr. Tulp. Gerade in der Deutungsgeschichte dieses Bildes zeigt sich die Alternative von Kunst oder Geschichte besonders deutlich. Gegen diese Opposition wird hier gefragt, ob nicht aus den ästhetisch gewonnenen Erkennntisleistungen der Kunst, wie sie beispielsweise die Ikonik Imdahls entwickelt hat, ein Brückenschlag zu einer historischen Erfahrung möglich ist. In dieser Perspektive ist die Rembrandtsche Anatomie kein Spiegel ihrer Zeit, sondern eröffnet Erfahrungen von Geschichte, wie sie allein vom Bild aus zugänglich werden.
Methodologische Studien zur Geschichte des Porträts in der Kunstliteratur. Zu einer Bildtheorie der Kunst
Bilder gehören neben Sprache zu den ältesten Formen menschlicher Kultur. Wie jedoch Bilder verstanden wurden und werden unterscheidet sich je nach Kultur, Epoche und Kontext erheblich. Die daraus resultierenden Bildparadigmen können untersucht und systematisch sowie historisch beschrieben werden. Dies wird am Beispiel eines Bildthemas, der Darstellung einer bestimmten Person, für die Bildparadigmen der Ikone und der Kunst vorgeführt. Die Ikone ist in ihrer Theorie und ihren Bildexemplaren auf solche Personalbilder fokussiert. Im Bildparadigma Kunst hat sich die Gattung des Porträts entwickelt. Als Quellen dienen dabei die Diskussionen über Personalbilder in bildtheologischen, kunsttheoretischen, philosophischen und kunsthistorischen Texten vom 4. bis zum 20. Jahrhundert sowie Bildrealien von Jan van Eyck bis Francis Bacon. Das Buch bietet zum einen eine Quellensammlung zum Porträt, wie sie in diesem Umfang bisher noch nicht vorlag. Zum anderen wird eine Theorie des Kunstwerks als eines spezifischen Verständnisses von Bildern entwickelt und damit ein Baustein zu einer zukünftigen Bildwissenschaft erarbeitet.
Zur Konzeption sensueller Malerei in der Frühen Neuzeit
Author: Nicola Suthor
Tizians Geltung als künstlerische Leitfigur für eine Malerei, die den sensuellen Aspekt der Wirklichkeit in ihrer Kunst über deren spezifische Mittel feiert, ist Focus dieser Studie. Untersucht wird, wie in der Malerei Tizians selbst, aber auch in dem sie theoretisch konturierenden venezianischen Malereidiskurs die Farbe reflektiert wird als das elementare Mittel für die sinnliche Suggestivkraft der Malerei. Der zeitgenössischen Situierung des Kunstdiskurses über Tizian im Liebesdiskurs, worin sich erstmals programmatisch Kunstkennerschaft als Liebhaberschaft artikuliert, wird ebenso nachgegangen wie der malereikritischen Position, die die sinnliche Wirkung des Kolorits als gefährlich, da den Verstand verwirrend, verurteilt. Analysiert wird Tizians shift von einer verhüllten Sprache der Erotik hin zu einer offenen Thematisierung von Sexualität, seine künstlerische Umorientierung von einer Bildrhetorik der Verführung des Auges hin zu einer der Überwältigung des Blicks.