Browse results

You are looking at 91 - 100 of 458 items for :

  • Literature and Cultural Studies x
  • Upcoming Publications x
  • Just Published x
Clear All
Zu W. G. Sebald und Walter Benjamin
Author: Luisa Banki
Trotz der oftmals attestierten Nähe des Schreibens W.G. Sebalds zum Denken Walter Benjamins zeigt Luisa Banki, dass sich diese Wahlverwandtschaft weder im Archiv noch durch intertextuelle Nachweise wirklich belegen lässt. Erst eine philologisch und philosophisch tiefgreifende Rekonstruktion erlaubt die Darstellung der Beziehung der beiden Autoren. Auf dem Weg dorthin entsteht eine »post-katastrophische Poetik«.
Diese erlaubt, sowohl die Singularität der Shoah als auch ihre Geschichtlichkeit in der Katastrophe, »dass es so weiter geht«, zu fokussieren. Betrachtet vor dem Horizont der benjaminschen Diagnose, das Erzählen sei im Zeitalter der Information unmöglich geworden, erscheint dabei im sebaldschen Text eine andere Triebfeder des Erzählens: Nicht die Melancholie, wie die herrschende Interpretation meint, sondern die Paranoia führt seinem Erzähler die Feder. So wird Sebald zum unverzichtbaren Gesprächspartner auch unserer zeitgenössischen Gegenwart.
Bestandsaufnahmen und Modellanalysen
In der DDR war Reisen ein heikles Thema, weil die meisten Bürger des Landes vor dem Eintritt in das Rentenalter nicht reisen durften – oder zumindest nicht in Länder oder Städte ihrer Wahl. Und doch gab es Reiseliteratur in quantitativ und qualitativ bedeutenden Ausprägungen.
Deutlicher als in anderen Feldern der DDR-Literatur waren die Autorinnen und Autoren von Reiseliteratur privilegiert, und es ist interessant zu sehen, wie sie mit diesem Sachverhalt umgingen – ob sie ihn thematisierten oder stillschweigend hinnahmen. Und doch gilt auch für die Reiseliteratur der DDR: In einer sehr komplexen Weise schwanken die Texte zwischen Anpassung und impliziter oder offener Kritik an Zuständen in der DDR. Kommentare über das Fremde sind immer auch implizite und explizite Kommentare über das Eigene, und die Leserinnen und Leser der DDR-Literatur waren versiert in der Kunst, zwischen den Zeilen zu lesen.
Neoprimitivismus in Wort- und Bildkunst der russischen Moderne
Series:  Anfänge
Der russische Neoprimitivismus im engeren Sinne war Anfang der 10er Jahre des 20. Jahrhunderts ein zentrales Stück der russischen Bildkunst an der Schwelle zwischen Symbolismus bzw. Jugendstil und Avantgarde, zwischen Neoimpressionismus, Futurismus und Suprematismus. Hauptvertreter dieser vitalen Strömung waren Klassiker der russischen Moderne: Michail Larionov, Natalija Goncarova, Kasimir Malevic, Vasili Kandinski u.v.a. Sie verbanden die in jener Periode nach Russland importierten westlichen Primitivismen eines Picasso oder Braque mit der so reichen eigenen Tradition einer noch voll lebendigen Exotik der eigenen Folklore, des Schamanismus und der eben erst als Kunst entdeckten Ikonen- und Freskenmalerei des Mittelalters.
Erstmals werden die intermediale Beziehung der neoprimitivistischen Bildkunst mit analogen Tendenzen in der Poesie der Symbolisten und Futuristen sowie die primitivistischen Tendenzen in der frühen Sowjetprosa untersucht.
Mediologische Analysen zu Literatur, Film und Kunst in Russland
Author: Jurij Murašov
Ausgehend von literarischen Texten Nikolaj Gogols, Fedor Dostojevskijs, Lev Tolstojs und Anton Cechovs werden Grundzüge einer Poetik des Sehens in der russischen Kultur rekonstruiert und bis in den Film, die Literatur und Kunst der sowjetischen und postsowjetischen Moderne weiterverfolgt.
Mediologische Einzelstudien untersuchen die Literatur als Ort, an dem die russische Kultur jene heiklen Effekte der Abstraktion und Differenz erzählerisch bewältigt, die durch die Visualisierung der Sprache durch Schrift und Typographie hervorgebracht werden. Als ein Beitrag zu einer russischen Kulturgeschichte des Sehens gewähren diese literarischen Poetiken Einblicke in die historische Dynamik von diskursiven Logiken (Liebe, Recht, Macht) und deren Darstellungsweisen in Film, Theater und bildender Kunst bis in die sowjetische und nachsowjetische Zeit.
Zur Geschichte der Psychotherapie vor Freud
Author: André Knote
Unter der Bezeichnung »psychologische Cur« zeigt sich bereits um 1750 ein ärztliches Behandlungskonzept, das man mit Recht als einen Vorläufer der Psychotherapie bezeichnen kann. Diese minutiöse Studie zeigt den Übergang von theologischen zu psychologischen Konzepten der Seelenbehandlung.
Die Geschichte der Psychotherapie vor Freud wurde bisher meist als bloße Vorgeschichte beschrieben. Unbeachtet blieben Entwürfe aus der Zeit der Aufklärung, die jedoch eine Schlüsselstellung einnehmen, indem sie theologisch-pietistische Seelenkuren in ein durch die Philosophie der Aufklärung und von der Medizin inspiriertes Konzept einer ärztlich-psychologischen Seelenbehandlung umwandeln. Fächerübergreifend ordnet André Knote diese erstaunliche Idee einer Psychotherapie im Geiste der Aufklärung wissenschaftshistorisch ein.
Der Sinn in Carrolls Nonsens
Author: Celia Brown
Lewis Carrolls Alice-Romane stecken voller Rätsel und lassen ihre Leser mit vielen Fragen zurück. Mit einem ganz eigenen Ansatz gelingt es Celia Brown, diese Rätsel zu entschlüsseln.
Browns These: Alice und die übrigen Figuren spielen eine Vielzahl von Rollen, die sich Carrolls religiös-spiritualistischer Auffassung der griechisch-römischen und ägyptischen Antike verdanken. Gleichzeitig war die geistige Welt des Schöpfers von Alice’s Adventures in Wonderland geprägt von der naturwissenschaftlich-technischen Rationalität des Viktorianischen Zeitalters. Durch diese doppelte Brille nahm Lewis Carroll zeitgenössische Entwicklungen wahr und kommentierte sie: Industrialisierung und Globalisierung, die Beschleunigung der Zeit und die Folgen des technologischen Fortschritts. Sein künstlerisches Genie erlaubte es ihm, diese Themen in Wortspiele und Metaphern zu übersetzen; in Nonsens, der Sinn macht.
Ethik und Ästhetik um 1800
Author: Julia Schöll
Die Studie entzaubert den Mythos vom 'interesselosen Wohlgefallen' am Schönen, auf den sich ästhetische Theorien bis heute beziehen. Sie zeigt, dass die Diskursfelder Ethik und Ästhetik um 1800 so eng und auf so vielfältige Weise verknüpft werden, dass sie bis heute in kunsttheoretischen wie gesellschaftspolitischen Debatten nicht zu trennen sind. Die Verbindung zwischen Ethik und Ästhetik ist so alt wie das Nachdenken über das Schöne und Gute an sich. Um 1800 gewinnt sie jedoch insofern eine neue Qualität, als die beiden Diskurse systematisch und auf den verschiedensten kulturtheoretischen Ebenen verknüpft werden und zum zentralen Bezugspunkt der Verhandlung moderner Subjektivität werden.
Logik und Rhetorik der doppelten Verneinung
Author: Mathias Mayer
Eine raffinierte sprachliche Eigenheit des Erzählers Kafka erweist sich als folgenreiches Analyseinstrument. Die Forderung nach genauem Lesen wird mit dem theoretischen Horizont von Regel und Ausnahme verknüpft.
Kafka ist ein Virtuose der doppelten Verneinung: Die schon in der Alltagssprache angelegte Unsicherheit – was nicht falsch ist, muss nicht richtig sein – nutzt er als listige Strategie. Genaue Beobachtungen seiner Sprache, Erzählanfänge und Briefe führen vor Augen, wie hintergründig Kafka eine unsichere Welt aus Regeln, Ausnahmen und Ausnahmen von der Ausnahme gestaltet. Was stilistisches Spiel scheint, erweist sich als komplexe Denkfigur. Kafkas Texte interessieren sich weniger für die eindeutige »Unwahrheit« als für das, was »nicht unwahr« ist. Dabei kommt sein biographisches Dilemma ebenso zur Sprache wie die Macht, die nichts ausschließt. Sodann werden Fragestellungen aus der Rhetorik, Logik, politischen Theorie (Agamben) und Jurisprudenz herangezogen.
Wilhelm Raabes narrativ inszenierte Bilddiskurse
Author: Natalie Moser
Die jüngste Realismus-Forschung fokussiert selbstreferenzielle Tendenzen des spätrealistischen Erzählens. Wilhelm Raabes Erzählen zeugt jedoch sowohl von einer immanenten Radikalisierung des Realismus als auch von dessen Zeitlichkeit.
Die vorliegende Monographie widmet sich aus erzähltheoretischer, zeit- und bildphilosophischer Perspektive der Aporetik des Erzählens. Ausgehend von der Epoche des Realismus und anhand einzelner später Erzählungen Wilhelm Raabes wird aufgezeigt, dass das spätrealistische Erzählen gleichermaßen selbst- und fremdreferenziell ist. Raabes narrativ inszenierte Bilddiskurse kultivieren unter der Oberfläche des realistischen Erzählens einen Anti-Realismus. Beim Versuch, erzählend das Erzählen darzustellen, wird die Zeit als irreduzibler Rest des Erzählens anschaulich. Raabes späte Erzählungen werden paradoxerweise zu Bildern der (undarstellbaren) Zeit.
Die Pionierin der Computertechnik und ihre Nachfolgerinnen
Ada Lovelace schrieb 1843 das weltweit erste Programm für eine informationsverarbeitende Maschine. Welche Beiträge leisten Frauen bis heute in der Welt des Digitalen? Der Band setzt sich mit Ada Lovelace (1815 –1852) als Pionierin der Programmierung, aber auch mit ihrer Stilisierung zur Ikone auseinander. Er blickt auf die Bedeutung ›Rechnender Frauen‹ in der Nachkriegsära der einsetzenden Computertechnik. Er erörtert die Rolle der ›feinen Unterschiede‹ der Geschlechter in Wissenschaft und Technik und lässt wichtige Forscherinnen der zeitgenössischen Computerwissenschaft (Robotik, Verteilte Intelligenz, Big Data) zu Wort kommen.