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Ein wichtiges Desiderat der Bildwissenschaft bestand darin, das oszillierende Verhältnis zwischen der Technik der Bilder und der Bilder als Techniken der Kultur in seiner interkulturellen Vielfalt auszuloten. Es handelt sich um die zwei Seiten einer Medaille, die sich wechselseitig bedingen und zwei verschiedene Facetten des Technischen miteinander vereinen: Technik zum einen im ursprünglichen und allgemeinen Sinn als Fähigkeit, List und Kunstfertigkeit, mit bestimmten Mitteln Bildern herzustellen, sie überhaupt zu materialisieren, zu veräußerlichen, für alle sichtbar und dauerhaft für das kulturelle Bildgedächtnis zu machen. Technik soll zum anderen im Sinne von 'Kulturtechnik' als die erworbene Fähigkeit und Eigenschaft der Bilder verstanden werden, sichtbare Imaginationen, Wünsche und Illusionen zu erfinden, Interaktionen mit dem Imaginären und Möglichkeiten der Immersion anzubieten, zugleich Räume des Wissens, der Distanz und Reflexion zu schaffen; ferner Anwesenheit an die Stelle von Abwesenheit, Nähe an die Stelle unüberbrückbarer Ferne zu setzen und Diesseits und Jenseits miteinander zu verbinden. Der Band beleuchtet dieses Wechselverhältnis in vielen historischen, theoretischen, aber vor allem auch interkulturellen Perspektiven. Diese Technik der Bilder, die wiederum Kulturtechniken des Betrachtens und Bildpraxis bedingen und zugleich voraussetzen, scheint insbesondere mit den technischen Leistungen der Neuen Medien explizit geworden, hat aber, wie viele Beiträge zeigen, eine lange Vorgeschichte. Die leitende Frage, die von der Gegenwart aus in einem möglichst großen historischen und interkulturellen Spektrum gestellt wird, ist, inwieweit die kulturell besonderen und graduell sehr verschiedenen Techniken der Bilder sich zumindest in Fallbeispielen zu bestimmten Bildtechniken synthetisieren lassen.
Zum Wissenschaftsverständnis der Avantgarde
Series:  Trajekte
Ultravisionen – Kunst als Wahrnehmungsexperiment, Forschung in Kunst und Wissenschaft, theoretisches und künstlerisches Wissen, Avantgarde und Lebenswissenschaften. Bildende Künste adressieren die Wahrnehmung. Als sich im 19. Jahrhundert auch die Physiologie, Psychologie, Psychophysik und Psychotechnik derselben annahmen und begannen, sie zu vermessen und zu trainieren, bildeten sich Bündnisse sowohl hin zu den technisch präformierten Visualisierungsverfahren, als auch zu den Erkenntnisinteressen der zeitgenössischen Lebenswissenschaften heraus.
Fotografische Menschenbilder zwischen Konstruktion und Destruktion
Fotografie wurde seit ihrem Aufkommen für äußerst vielfältige Darstellungszwecke eingesetzt, auch wenn es um das Ablichten von Menschen ging. Besondere Bedeutung kam hierbei den fotografischen Bildgebungsverfahren zu, weil man ihnen die unverfälschte Wiedergabe außerbildlicher Realität unterstellte. Dies galt für Porträts genauso wie für wissenschaftliche Menschenbilder, mit deren Hilfe man visuelle Ordnungssysteme zu errichten versuchte. Prekäre Zuspitzungen erfuhren solche Systeme in ideologisch motivierten Vorhaben wie koloniale Bildproduktion oder nationalsozialistische Propaganda. Gerade an diesen Projekten lässt sich verdeutlichen, dass die fotografische Konstruktion von Identität immer auch mit der Destruktion dessen einhergeht, was von der visuell gesetzten Norm abweicht. Dieser Zusammenhang spiegelt sich nicht zuletzt in mannigfaltigen Versuchen künstlerischer Subversion, welche die genannten historischen Bildpraxen in all ihrer Vielschichtigkeit fokussieren.
Weltentwürfe in Kunst, Literatur und Wissenschaft seit der Frühen Neuzeit
Den Weltbildern kommt unter der Vielzahl möglicher Motive insofern eine paradigmatische Bedeutung zu, als sie auf der Grundlage sich stets verändernder wissenschaftlicher Erkenntnisse ein übergreifendes Bild der Welt entwerfen.
Die Beiträge des Buchs untersuchen aus unterschiedlichen Blickwinkeln den Zusammenhang von Weltsicht und Weltbeschreibung, indem sie die Bedeutung bildlicher und sprachlicher Repräsentation im Erkenntnisprozess der Geistes- und Naturwissenschaften von der frühen Neuzeit bis heute analysieren.


Mit Beiträgen von:

Harald Atmanspacher, Stephan Brakensiek, Werner Busch, Stephan Dech/Tanja Kraus, Robert Felfe, Thomas Filk, Ulrike Gehring, Philine Helas, Wolfgang Klooß, Hans-Ulrich Seifert und Albrecht Wagner.
Deutungen des Himmels in der Moderne
Moderne Wolkenbilder sind mehr als Darstellungen meteorologischer Phänomene. Sie bieten Interpretationen komplexer Wirklichkeit. Das Buch diskutiert anhand ausgewählter Wolkenbilder von der Romantik bis Gerhard Richter, mit einem Schwerpunkt auf dem 20. Jahrhundert, wie moderne Künstler den Himmel unterschiedlich wahrnehmen und deuten: als große, alles umfassende Einheit, als Spiegel menschlicher Verfassung und Imagination, als Ereignis und Überwältigungserlebnis, als Chaos und Zufall. Als Wolkenbilder werden sowohl Darstellungen des bewölkten Himmels (Malerei und Fotografie) als auch abstrakte Bilder, denen Wolkenstrukturen zugrunde liegen, analysiert. Wie Naturbild und abstraktes Bild in dieser Gattung einander nahekommen, ist ein eigener Argumentationsstrang. Wolken, so die These, interessieren die modernen Künstler als Metaphern einer diesseitigen Unendlichkeit.
Visuelle Ästhetik der Transgression
Bildern wird überraschend viel zugetraut. Hinter der vielfach erhobenen Rede von der Macht der Bilder steht eine noch wenig erforschte Faszination für die Kraft von Bildmedien, die sich kaum in den engen Grenzen eines Bilderrahmens, einer Kinoleinwand oder eines Bildschirms bändigen lässt. Die Beiträge dieses Bandes, die von der Kunstgeschichte bis zur Kulturwissenschaft, von der Astrophysik bis zur Philosophie und Medienwissenschaft reichen, erörtern die vielfältigen Phänomene einer Transgression solcher Rahmungen. Das gemeinsame Interesse richtet sich hierbei auf Formen der Überschreitung des Visuellen und deren ästhetische, epistemologische, soziale und medientheoretische Funktionen; kurz: auf maßlose Bilder.
Studien zum juristischen Bilderstreit
Mit Ausgang des 19. Jahrhunderts haben die Akademien, Studios und Redaktionen Konkurrenten bekommen. Der Gesetzgeber und die Gerichte generieren Bildregeln. Das Recht streitet etwa um Portraits von Caroline von Hannover und es pflegt dabei ein ganz eigensinniges Wissen um die Frage, was ein Bild ist. Im Zwist bleibt sicher, dass das Recht Bilder an Personen bindet, mit allen Vor- und Nachteilen, die darin für Personen und Bilder liegen können. Sobald das ideale Porträt einer Person nicht das Bild eines Fürsten ist und Dieter Bohlen zum Erben und zur Reproduktion Bismarcks wird, höhlt sich die Semantik des Bildnisschutzes aus, zumindest bekommt sie viele Falten. Die Untersuchung geht der Frage nach, wie Bild und Recht Kontakt aufnehmen können.
Effigies, Bildpolitik und Heiligkeit
Author: Kristin Marek
Der Historiker Ernst Kantorowicz hat, mit nachhaltiger Wirkung, die These von den 'zwei Körpern des Königs' formuliert, aufgeteilt in einen natürlichen und einen politischen Körper. Doch sind es wirklich nur zwei Körper, welche die Geschichte des christlichen Königs prägten? Im Mittelalter lassen sich, wie Kristin Marek zeigen kann, mindestens drei repräsentative Körperkonzepte bestimmen: Neben dem natürlichen und politischen existiert eine dezidierte Vorstellung vom heiligen Körper. Vor diesem Hintergrund erscheint die Effigies, das seit dem 14. Jahrhundert gebräuchliche bildliche Double des Königs im Funeralzeremoniell, in einem völlig neuen Licht. Ist dieser Bild-Körper tatsächlich Ausdruck des Heiligen im Sinne Agambens oder doch eher Ort des Politischen? Oder sind Bild und Körper des Königs nicht viel mehr Teil einer Politik, die immer wieder neu zwischen verschiedenen Bild- und Körperkonzepten unterscheidet? -Präsentation des Körpers.
Funktionen von Rahmen bei Goya, Velázquez, van Eyck und Degas
Author: Vera Beyer
Verändert sich in der Geschichte des Tafelbildes die Funktion seines Rahmens, markiert das Veränderungen in seinem Status. Rahmen können Bedeutung, Legitimität und Autorität eines Bildes unterstreichen, den Betrachter in den Bildraum einbinden und in ihrem Glanz den immateriellen Mehrwert, die Aura eines Bildes demonstrieren. Rahmen können jedoch auch als Fiktionsmarkierungen fungieren, den Betrachter aus dem Bildraum ausgrenzen und die Oberfläche eines Bildes betonen. Vera Beyer zeigt in Analysen exemplarischer Bilder von Goya, Velázquez, van Eyck und Degas markante Verschiebungen zwischen solchen Funktionen von Rahmen auf. Entgegen dem Topos vom Rahmen als Konstante des westlichen Tafelbildes wird damit eine historische Differenzierung vorgenommen.
Bilder jenseits ihrer Flächen
Bilder sind vor allem eines: flach – so jedenfalls könnte man meinen. Der vorliegende Band aber bricht mit dieser Selbstverständlichkeit, indem er sichtbar macht, was die Bildwissenschaft bislang vernachlässigt hat: eine Geschichte des Raumbildes, die von den tableaux vivant bis zur Holographie reicht. Während die gegenwärtige Diskussion überwiegend an der Fläche als Paradigma von Bildlichkeit orientiert bleibt, machen gerade neuere Phänomene, wie virtuelle Räume oder die vielfachen Formen künstlerischer Installationen eine Auseinandersetzung mit Bildformaten jenseits der Fläche notwendig. Genauso lenken aber auch ältere und in traditionellen Medien realisierte Bilder den Blick auf ihre jeweilige räumliche Verfasstheit, die sich von den dargestellten Räumen durchaus unterscheiden kann.