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Spätstil als Stilsuspension
Author: Malte Kleinwort
Welche Besonderheiten kennzeichnen die Texte des späten Kafka?
Erstaunlicherweise hat sich die Forschung mit dieser Frage kaum beschäftigt, obwohl eine Antwort darauf viel zum Verständnis Kafkas beitragen kann.
Malte Kleinwort nähert sich bei der Untersuchung der Charakteristika des späten Kafka den Texten aus verschiedenen Richtungen. Es werden Befunde aus der Handschriftenlektüre analysiert, aber auch generelle Fragen zur Möglichkeit eines Spätstils oder Spätwerks erörtert. Darüber hinaus behandelt Kleinwort in der Studie aktuelle diskurstheoretische Diskussionen zur Bedeutung von Kafkas Tätigkeit bei der Prager Arbeiter- und Unfallversicherungsanstalt. Anhand der im Verlauf der Untersuchung aufgezeigten Verschiebungen und Differenzen zwischen früheren und späteren Texten können neue Ansichten von Kafkas Werk gewonnen werden.

Barocke Literalisierungen bei Gryphius, Kleist, Büchner
Worin würde ein Konzept der Literalisierung bestehen? Die Theorie spricht von Literalisierung, wenn sie mit Autoren konfrontiert ist, die einen nicht-metaphorischen Zugang zum Realen anstreben.
Barbara Natalie Nagel macht den Skandal des Literalen als rhetorisches Spiel mit der Opposition von Literal- und Figurativbedeutung lesbar: einer in sich widersprüchlichen literarischen Tradition, die wir übernehmen und deren Effekte und Dramatisierungsmodi daher genaue Untersuchung erfordern. Wie Literalisierungen genau funktionieren, wird an drei theatralen Texten vorgeführt: an Andreas Gryphius’ Leo Armenius, Heinrich von Kleists Die Familie Schroffenstein und Georg Büchners Danton’s Tod. Die Wucht, zu der sich die Sprache im Akt des Wörtlichnehmens zusammenballt, hat dabei immer wieder Kritik an Gryphius’, Kleists und Büchners handgreiflichem Sprachgestus auf den Plan gerufen.
Lyrik und Moderne bei Hegel und Hölderlin
»Die Kunst ist und bleibt nach der Seite ihrer höchsten Bestimmung für uns ein Vergangenes.« Mit diesen Worten verkündete Hegel das Ende der Kunst und leitete damit - ganz ohne es zu wollen - die Entstehung der modernen Poesie ein.
Hegels These vom Ende der Kunst ist seit jeher als eine Provokation der Literatur durch die Philosophie verstanden worden, die deren Platz einzunehmen droht. Hölderlins Poetik kann vor diesem Hintergrund als der gegenläufige Versuch verstanden werden, auf dem Eigenrecht der Literatur zu beharren. Hegels These vom Ende der Kunst findet in dieser Konfrontation mit Hölderlins Poetik eine neue Akzentuierung: Das Ende der Kunst entpuppt sich als das Ende der klassischen Tragödie, das sich auf der Schwelle zur Moderne in Goethes Tasso, Hölderlins Empedokles und Kleists Prinz Friedrich von Homburg exemplarisch zeigt. Auf das Ende der Tragödie reagiert Hölderlin mit einer neuen Form der Lyrik, die für die Ausbildung der Moderne von entscheidender Bedeutung sein wird. In allen drei Dramen wird der traditionelle Raum der Tragödie in Richtung auf andere Gattungsformen wie Pastorale, Lyrik oder Komödie überschritten. Die Tragödie in ihrer klassischen Prägung erweist sich als nicht mehr zeitgemäß. Hölderlins Poetik reagiert am entschiedensten auf diese Diagnose, indem sie auf das geschichtliche Ende der Tragödie mit einer neuen Form der Lyrik antwortet, die sich in den Nachtgesängen und den späten Hymnen auf exemplarische Art und Weise zeigt.
Das Ende der Kunst ist also in Wahrheit ein Neuanfang, der sich vom Diktat der Hegel’schen Philosophie befreit und die moderne Poesie begründet.
Lustmord in Kriminologie und Literatur um 1900
Author: Arne Höcker
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts ist der Lustmörder eine kulturelle Ikone. Am rasanten Aufstieg dieser Figur sind Kriminologen, Psychiater und Literaten gleichermaßen beteiligt. In wissenschaftlichen und literarischen Fallgeschichten erzählen sie vom Lustmord als einer allgegenwärtigen Gefahr, in deren Ausgrenzung sich eine Gesellschaft ihre eigenen Gesetze und Normen vorzuschreiben versucht.
Vor diesem Hintergrund rekonstruiert dieses Buch die Entstehung kriminologischen Wissens im Schnittfeld von Wissenschaft und Literatur. Dem Lustmord kommt dabei eine Schlüsselrolle zu: Seine besondere Spektakularität trägt nicht nur zur Veranschaulichung und Popularisierung kriminologischer Konzepte bei, sie ist auch ein wesentlicher Bestandteil ihrer Epistemologie.
Christian Fürchtegott Gellert und die europäische Aufklärung
Author: Sikander Singh
Christian Fürchtegott Gellert steht exemplarisch für das Spannungsfeld von Utopie und erkenntnistheoretischen Konflikten der europäischen Moderne.
Die bereits im 18. Jahrhundert einsetzende Verengung der Perspektive auf die didaktische und moralische Ausrichtung der Werke Gellerts hat dazu geführt, dass die Forschung bis heute wesentliche Aspekte seines Schaffens ausgeblendet hat.
Sikander Singh löst die literarischen und philosophischen Werke und Schriften Gellerts aus den kanonisierten Urteilen ihrer Rezeptionsgeschichte und gelangt zu einer Neubestimmung der Bedeutung Gellerts für die europäische Aufklärung.
Das Glück ist eine Allegorie beweist, dass Gellert nicht nur an der Schwelle zwischen zwei Epochen steht, deren Brüche und Übergänge sich in seinem Werk widerspiegeln, sondern dass diese Übergänge sogar erst von ihm selbst initiiert wurden.
Vom geheimen Sensorium moderner Poesie
Das Wort »Gespür« bezeichnet die Fähigkeit, einen verborgenen, nicht deutlich sichtbaren Sachverhalt gefühlsmäßig zu erfassen. Ungeklärt ist jedoch bis heute, warum gerade Gedichte – etwa Goethes Ein Gleiches – das Spüren immer wieder artikuliert haben.
Gedichte erspüren das Innenleben der Tiere, die Dämmerung, die abwesende Geliebte, den Bewusstseinsrausch, die Verlogenheit der Leute oder die drückende Last schuldbesetzter Geschichte. Lyrisches Gespür erfasst die Elemente wie die Existenz, soziale Stimmungen wie feinste Atmosphären, die Präsenz des Vergangenen wie die Signale des Kommenden.
Diese Affinität zwischen Spüren und Sprechen ist bisher wohl in der Philosophie, nicht aber in den Literaturwissenschaften bemerkt worden. Das vorliegende Buch holt dies nach, indem es die vergessene Kategorie der »Stimmungslyrik« zur Analyse des Gespürs aktualisiert. Es zeigt dabei auch, dass sich »Stimmungslyrik« nicht wie seit Hegel üblich auf die »Innerlichkeit« der Romantik reduzieren lässt. Das stimmungsvolle Erspüren atmosphärischer Latenz kennzeichnet vielmehr schon Brockes Irdisches Vergnügen in Gott, aber auch die biedermeierlich-realistische Naturdichtung, die impressionistische Stimmungslyrik der Moderne, die großstädtische Lyrik des Expressionismus, die hermetische Lyrik der Nachkriegszeit oder die Poplyrik der 1970er Jahre.
Studien zu Literatur und Biopolitik 1750-1938
Author: Hubert Thüring
»Ihr Monarchen! Ach seid ihr so fremd mit der menschlichen Natur geworden, es nicht in seiner ganzen Stärke zu fühlen, was für ein neues Leben, was für wundertätige Kräfte in eure Soldaten strömen müssen, wenn sie für Weiber und Kinder fechten!«
J. M. R. Lenz war 1776 einer der ersten Literaten, der das Leben so deutlich als Bezugsgröße der Politik und der Literatur apostrophierte. Es ist in der Tat ein neues Leben, das nicht mehr als göttlich geformtes und beseeltes Leben begriffen wird, sondern als autonome Substanz und Kraft, durch welche die Lebewesen sich selbst organisch hervorbringen. Das neue Leben bietet eine propädeutische Studie zur »Genese des biologischen Lebensbegriffs am Leitfaden der Lebenskraft«, zur Literatur (Goethe, J. M. R. Lenz, Leopardi, Nietzsche, Glauser) und schließlich zu den Diskursen der Körperdisziplinierung, Bevölkerungspolitik und psychophysiologischen Medizin in der Literatur.
Organisation, Psychiatrie und Anthropologie in Robert Musils Roman "Der Mann ohne Eigenschaften"
Robert Musils Roman »Der Mann ohne Eigenschaften« als Seismograph und Explikation wissens- und geschlechtergeschichtlichen Wandels. Diese Forschungshypothese ermöglicht nicht nur einen neuen Blick auf den epochalen Roman, sondern auch auf die Veränderungen der Wissens- und Geschlechterordnung im frühen 20. Jahrhundert.
Dabei wird anhand von Musils Schrift einerseits die Präsenz von Wissens- und Geschlechterordnungen in der Literatur und andererseits die konstitutive Funktion literarischer Darstellungsformen für diese Ordnungen selbst aufgezeigt.
Volk und Revolution bei Georg Büchner und Jules Michelet
Author: Maud Meyzaud
Wie kann man die Souveränität des Volkes begrüßen, ohne die Terreur zu feiern? In Lektüren von Jules Michelet und Georg Büchner untersucht diese Studie Versprechen und Gefahr des fragilen Regimes namens »Demokratie«.

Seit der Französischen Revolution bezeichnet »Volk« nicht allein den neuen Träger der souveränen Gewalt, sondern zugleich jene Namenlosen, die stets in der Vielzahl zum Vorschein kommen. Maud Meyzaud macht sich auf die Suche nach Figurationen des Volkes in literarischen Texten der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Der romantische Historiker Jules Michelet leiht dem Volk seine Stimme, indem er ihm die eigene Geschichte erzählt; in seinem Drama Danton’s Tod stellt Georg Büchner hingegen die genuine Theatralität der Französischen Revolution aus. Dadurch legen sowohl Büchner als auch Michelet je grundlegende Aporien der Demokratie frei: Spricht noch das Volk, wenn in seinem Namen gesprochen wird? Bringt die Repräsentation des Volkes den neuen Souverän zum Erscheinen oder macht sie ihn vielmehr unsichtbar?
Neue kulturwissenschaftliche Lektüren
Thomas Mann ist ein moderner Klassiker. Seit mehr als einem Jahrhundert antworten seine Texte – immer neu, immer anders, bis heute verblüffend – auf die Fragen einer sich wandelnden Gegenwart: so auch auf die neuesten Fragen der Kulturwissenschaft.
Dieses Buch dokumentiert diese Antworten in sechs unterschiedlichen theoretischen Perspektiven. Im Blick auf das Tier zeigt sich Thomas Manns literarische Anthropologie. Queer- und Medien-theoretisch geht es um Skopophilie, Oper, Grammophon und Stimmung. Zu den Institutionen in Thomas Manns Œuvre zählen Eisenbahn, Familie und Operette. Psychoanalytisch kommt mit der Kindheit auch die Scham in den Blick. Die Tradition schließlich schafft literarische Vorbilder wie Einflussangst; Musik bietet dagegen den Trost des Melodischen.