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Die Wahrheitsfunktion des Werks in der Moderne
Die Krise der Repräsentation durchläuft im 20. Jahrhundert einen Moment, in dem Kunstwerke nicht mehr von bloßen Objekten zu unterscheiden sind. In der amerikanischen Minimal Art der sechziger Jahre ist das Werk auf ein Ding reduziert, das, statt ein Bild einer Welt zu entwerfen, nur sein eigenes Vorhandensein auszusagen scheint: it is what it is, what you see is what you see. Seit dem Durchgang durch den Spiegel dieser Tautologie bezieht sich Kunst in vielfältiger Weise nicht mehr auf eine repräsentierte, sondern auf die Welt, der es selbst angehört. Die minimalistische Situation kann so als Schwelle zur zeitgenössischen Kunstproduktion verstanden werden. Das Buch beschreibt die doppelte Genealogie dieser Schwellensituation, indem es einerseits die Geschichte der Bildabstraktion vom Impressionismus bis zu Frank Stellas protominimalistischer Malerei verfolgt und andererseits das Verhältnis des modernen Werks zur kapitalistischen Warenproduktion analysiert, das emblematisch in Marcel Duchamps Ready-mades zum Ausdruck kommt. Zwischen den extremen Polen der modernen Repräsentationskritik, dem Ready-made und dem monochromen Bild, wird so eine Topik der Kunst der Moderne aufgespannt, von der aus neues Licht auf die Arbeit von Künstlern wie Marcel Duchamp und Piet Mondrian, Andy Warhol und Ad Reinhardt, Donald Judd und Jackson Pollock fällt.
Jasper Johns nach Willem de Kooning
Author: Stefan Neuner
Jasper Johns zwischen 1955 und 58, zwischen Modernismus und Neo-Avantgarde: die irreduzible Zweideutigkeit einer kunsthistorischen Schwellensituation ist Ausgangspunkt einer neuen Deutung der Malerei des amerikanischen Künstlers. Jasper Johns gilt als 'Kritiker' und Überwinder des Abstrakten Expressionismus, Willem de Kooning als einer seiner wichtigsten Vertreter. Die intellektuelle Zugangsweise zur Malerei, die der erste im Vorfeld von Minimalismus und Konzeptkunst eröffnet hat, steht der emotionalen des zweiten entgegen. Der eine verglich sein Gemälde gerne mit Dingen, der andere mit lebendigen Gesichtern. Stefan Neuner schlägt aus der Konstellation der beiden Genies der neueren amerikanischen Kunst völlig neue kunstwissenschaftliche Funken.
Ein philosophischer Essay zum Raum von Las Meninas
In unserer Zeit, die sich durch Vernetzungen aller Art auszeichnet, ist der Raum als eine schwer zu fassende und zugleich faszinierende Daseinsbedingung ins allgemeine Bewusstsein gerückt. Der Begriff des Raumes kann hinsichtlich seiner Funktion und Bedeutung aber nur erfasst werden, wenn man ein umfassendes Gefüge – die Welt als ganze – in den Blick nimmt. Ana María Rabe führt das anhand ausgewählter Raum- und Weltmodelle vor, wie sie etwa von Platon, Newton, Wittgenstein und Einstein entwickelt wurden. Doch es geht nicht nur darum, die verschiedenen Konzeptionen in ihrem theoretischen Umfeld vorzustellen, sondern auch der Welt und dem Raum der Kunst gegenüberzustellen. Las Meninas, das Meisterwerk von Diego Velázquez, spielt dabei als paradigmatische Verkörperung der Kunst eine herausragende Rolle.
Das Buch thematisiert ein Spannungsverhältnis: Die Signaturen sind göttliche Einschreibung in die Dinge, in denen wir uns als Betrachter wiedererkennen. Diese Spuren verweisen auf eine vollkommene Natur, die nachzuahmen Aufgabe der Künste ist. Diesem Konzept der Naturnachahmung entgegengesetzt ist die künstlerische Phantasie, die sich von solchen Fesseln zu befreien sucht und das Unbewusste in uns, den Traum, das Wilde und Ungeordnete, die andere Seite der Vernunft in uns, nach aussen kehrt. In diesen Monstern und vielgestaltigen Ungeheuern, die in Bildern und Artefakten zur Erscheinung gebracht werden, begegnen wir uns also selbst mit einer Seite, welche die taghelle Vernunft am Liebsten aus dem Bewusstsein verbannen würde. Aber diese dunkle, abgründige Natur ist ein Teil von uns. In diesem Buch sind Autorinnen und Autoren verschiedener Disziplinen von der Kunstgeschichte über die Literaturwissenschaft/Theaterwissen-schaft und Musikwissenschaft bis hin zu den Medienwissenschaften, der Philosophie und der Ethnologie versammelt. Sie handeln zentrale Kategorien der frühen Neuzeit ab, wie die Signaturen im Traum, das Mimesis-Gebot und -Verbot, die Chiffren des Grotesken, der Monster und Strukturen des „effetto“ und bringen diese Kategorien einerseits in Verbindungen mit den Kulturwissenschaften des Barock, andererseits mit Einsichten und Diskursen, welche die aktuelle Forschung der Kulturwissenschaften, vor allem der Erkenntnisleistungen der einzelnen Sinne in ihrer die Vernunft übersteigenden Kraft bestimmen.
Was leisten Bilder? Was versprechen sie? Was zeigen und verbergen sie? Welche Handlungs- oder Wissensformen erfordern und ermöglichen sie? Bilder besitzen einen doppelten Ortsbezug: Sie besetzen Orte und benötigen diese, um sichtbar zu werden; zugleich entwerfen Bilder andere Räume jenseits ihrer lokalen Verortung. Einen Orientierungspunkt auf dem Weg durch die Topologien der Bilder bietet dabei der Körper als genuiner Ort der Bilderfahrung und Bildproduktion.
Bildlichkeit und Zeit zwischen Malerei und Video
Author: Christian Spies
Die Frage nach dem Verhältnis von Bild und Zeit gehört zu den Kernfragen der kunstwissen-schaftlichen Bildtheorie. Der Band untersucht das Verhältnis von Bild und Zeit jenseits der etablierten Unterscheidung von statischen und bewegten Bildern, um die „Trägheit des Bildes“ als Besonderheit des künstlerischen Bildes in den Blick zu nehmen. Mit dem Aufkommen der bewegten Bildmedien hat sich das Verhältnis von Bild und Zeit einmal mehr als Herausforderung des Ikonischen erwiesen. Gerne wird in der kunstwissenschaftli-chen Diskussion dabei in der Polarität zwischen statischen und bewegten Bildern diskutiert. An der prägnanten historischen Schnittstelle von modernistischer Malerei (Pollock, Newman, Stella) und frühem Künstlervideo der 1960er Jahre (Campus, Nauman, Paik) diskutiert Christian Spies Zeit als einen spezifischen Modus des künstlerischen Bildes, der jedoch dem medientechnischen Bruch zwischen statischen und beweg-ten Bildern vorausgeht.
Die Beiträge dieses Bandes untersuchen visuelle Modelle als Bildkörper unseres Wissens. Atommodelle, Architekturmodelle, Ge-sellschaftsmodelle. Modelle sind unverzichtbare Werkzeuge unseres Denkens, Erkennens und Handelns. Als Bildkörper des Wissens steuern visuelle Modelle unsere Orientierung in der Welt. Sie geben Dingen, die selbst flüchtig, komplex oder unbestimmt sind, eine manifeste Gestalt. In Modellen erhalten abstrakte Struk-turen eine materielle Form. Doch entfalten Modelle aufgrund ihrer konkreten Eigenschaften eine nur schwer zu bändigende visuelle Kraft. Modelle legen Deutungen nahe; sie betonen und verdecken Unterschiede. An Modelle muss daher stets die Frage nach Gewinn und Verlust für unsere Wahrnehmung und Erfahrung gestellt werden. Die Interpretation von Modellen ist immer auch eine Interpretation unserer eigenen Wahrnehmung. Daher sind visuelle Modelle stets zugleich Modelle der Visualität.
Series:  Bild und Text
Translator: Peter Geimer
Im August 1944 gelang zwei Häftlingen des Konzentrationslagers Auschwitz eine Serie fotografischer Aufnahmen der Exekutionen. Während einer der beiden Häftlinge die Wachmänner der SS im Auge behielt, machte ein Mitgefangener vier Aufnahmen, die das Gelände um das Krematorium V zeigen.
Georges Didi-Huberman widmet sich in seinem neuen Buch der Paradoxie dieser Bilder: Dass sie so gut wie nichts zu sehen geben, aber gleichwohl unersetzliche Überreste sind.
Ein Beitrag zur Stilpsychologie
»Daß eine Dissertation über einen Zeitraum von hundert Jahren in mehreren Sprachen fast ununterbrochen als Buch verfügbar ist, kommt sehr selten vor. Dies ist der Fall der Schrift Abstraktion und Einfühlung: Ein Beitrag zur Stilpsychologie von Wilhelm Worringer, der sie 1907 an der Universität Bern vorgelegt hatte. Der Dissertationsdruck gelangte in die Hände des Schriftstellers Paul Ernst, der, ohne zu bemerken, daß diese Arbeit nicht auf dem Buchmarkt zu haben war, eine Besprechung in der Zeitschrift »Kunst und Künstler« veröffentlichte, woraufhin sich der Piper Verlag im darauffolgenden Jahr zur Veröffentlichung entschloß. Übersetzungen in mehrere Sprachen folgten, und nur selten war das Buch nicht lieferbar. Das Verzeichnis der Namen von Schriftstellern und Künstlern, auf die das schmale Buch Einfluß ausgeübt haben soll, ist lang. Worringers Buch entstand im Augenblick des plötzlichen Aufblühens der expressionistischen Bewegung, zwei Jahre nach Gründung der Dresdner »Brücke«, und die Spuren seiner Gedanken lassen sich nicht nur bei Emil Nolde und Ernst Ludwig Kirchner, sondern auch noch in Carl Einsteins Buch »Negerplastik« nachweisen. Der Einfluß reichte sogar weit über Deutschland hinaus nach England und in den letzten Jahrzehnten bis in die Vereinigten Staaten, wo er sich mit Tendenzen im New Criticism traf.« – Henning Ritter in der FAZ anläßlich der Neuauflage von Abstraktion und Einfühlung in Worringers Schriften.
Collage als Modus der Malerei von Pablo Picasso bis Richard Prince
Pablo Picasso, Kasimir Malewitsch, Kurt Schwitters, Jasper Johns, Edward Ruscha und Richard Prince sind die bahnbrechenden Künstler, deren bildgenerative Verfahren und Collagekonzepte Schaesberg paradigmatisch herausarbeitet. Die Collage setzt vorgefundene Bruchstüc ke dieser Welt zusammenhängend ins Werk, wobei die verschiedenen Materialien absichtsvoll nicht nur die Spuren ihrer Herkunft im Bild bewahren, sondern jegliche strikte, sequenzielle Entwicklung eines konsistenten semantischen Bildzusammenhangs verletzt. Die Collage unterminiert systematisch jene Vorstellungen, wie das Werk sich gemäß vorgeblicher ästhetischer Prämissen entfalten soll, um dadurch der Imagination des Betrachters künstlerische Produktionsprozesse zu übertragen.