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Eine kleine Geschichtskritik
Author: Wolfgang Ernst
Wie entsteht historische Information? Wie verschiebt sich der Blick auf die Technologien der Tradition, wenn er von der Geschichts- in die Medienwissenschaft wandelt? Es lohnt, sich für einen Moment von der Befangenheit im historischen Diskurs suspendieren und damit in Bereitschaft versetzen zu lassen, Signale aus der Vergangenheit mit anderen Sinnen zu empfangen.
Wolfgang Ernst befasst sich mit den materiellen, technischen und symbolischen Operatoren der historischen Zeit und interpretiert deren Zeitweisen zugleich als Herausforderung des Begriffs der Geschichte selbst. Emphatische Zeitfiguren lösen sich bei genauem Hinsehen in diskrete Operationen auf; an die Stelle großer Geschichtsbilder tritt konkreter Symbol- und Signalvollzug, der an paradigmatischen, gelegentlich auch anekdotischen Szenarien anschaulich gemacht wird.
Seit der Antike faszinieren die Tierkulte der Ägypter, wie sehr sie bisweilen auch abstoßen mögen: Hundsköpfige Götter, Tiere im Tempel und die Mumifizierung von hunderttausenden Exemplaren - wie soll das mit dem Bild von Ägypten als Land uralter Weisheit zusammenpassen? Das Buch begibt sich auf Spurensuche; im Staub archäologischer Befunde und im Dickicht der Interpretationen.
Die Beschreibung der ägyptischen Religion aus der Perspektive der Tierkulte ist der Versuch, neues Licht auf die Religion einer vergangenen Gesellschaft zu werfen. Der Schwerpunkt wird auf das Fremdartige, oft Unerklärliche dieser Religion gelegt. Diese Betrachtungsweise soll als Ergänzung der »verstehenden« Zugänge zu antiken Religionen gesehen werden, als ein Korrelativ, durch den der Begriff der »Fremdheit« etwas Farbe erhält. Wie können wir Phänomene beschreiben, die wir nicht verstehen?
Eine okkulte Urkraft in Theosophie und esoterischem Neonazismus
Author: Julian Strube
Wie die Fiktion eines erfolgreichen viktorianischen Autors zu einem der Hauptmotive esoterisch ausgerichteter Neonazis werden konnte, und was dies über unsere Wissenschafts- und Religionsgeschichte aussagen kann.
Die geheimnisvolle Energie »Vril«, erdacht von Edward Bulwer-Lytton (1803-1873), sollte eigentlich eine satirische Metapher sein. Aufgegriffen und ausgeschmückt von Theosophen und Okkultisten, wurde sie jedoch - in Verbindung mit der »Schwarzen Sonne« - eines der zentralen Motive esoterischer Neonazis. In millionenfach verkaufter populärer Literatur steht »Vril« seit den 60ern zudem für die angeblichen okkulten Machenschaften der Nationalsozialisten.
Die erste seriöse Aufarbeitung dieser Geschichte ist nicht nur für das Verständnis des zeitgenössischen Rechtsextremismus und Topoi der populären Kultur wichtig, sondern ermöglicht auch aufschlussreiche Einblicke in die europäische Ideengeschichte.
Eine Chronik
50 Jahre Wilhelm Fink Verlag. Eine Chronik Als „Kreativpool der Geisteswissenschaften” würdigte die Süddeutsche Zeitung den Wilhelm Fink Verlag, der 1962 vom Verleger gleichen Namens in München gegründet wurde und zunächst weitgehend auf literaturwissenschaftliche und philosophische Literatur spezialisiert war. Später rückten Bild- und Medienwissenschaften, Kulturgeschichte und Philosophie immer mehr in den Mittelpunkt. Neben dem Fachbuch wird auch das wissenschaftliche Sachbuch für ein breiteres, anspruchsvolles Lesepublikum im Programm ausgebaut. Dabei versteht sich der Wilhelm Fink Verlag als Impulsgeber für aktuelle Themen und Debatten. In der Tat bestimmen die Autoren des Wilhelm Fink Verlages maßgeblich die Diskussion, wenn Themen und Namen aus den Bereichen der Bild- und Medienwissenschaften, der Kulturgeschichte, der Literaturwissenschaft und der Philosophie in den großen Feuilletons im Mittelpunkt stehen.
Überlebende des Holocaust in den Ghettorenten-Verfahren
Author: Kristin Platt
Die Studie, die sich mit der Entscheidungspraxis in den sogenannten "Ghettorenten-Verfahren" beschäftigt, zeichnet die gerichtlichen Argumentationen nach, mit denen die Erinnerungen der Antragstellerinnen und Antragsteller als lückenhaft und damit nicht glaubhaft bewertet wurden. Die sozialpsychologische Analyse konfrontiert eine transdisziplinäre Erörterung zur Form von Erinnerung an traumatisierende Erfahrungen im hohen Alter mit der gerichtlichen Praxis der Zuweisung von Glaubwürdigkeit. Dabei werden Konzepte und Schemata der forensischen Aussagepsychologie ebenso wie neueste Ergebnisse der Gedächtnis- und Traumaforschung einbezogen. Wären jene Differenzen des "Kerngeschehens", die im Verständnis der Verwaltung und der Erinnerung der Holocaust-Überlebenden hinsichtlich der Arbeit im Ghetto deutlich wurden, vermittelbar gewesen? Die Studie deckt neben den Verfahrensproblemen Haltungen der Verweigerung auf, die Darstellungen der Überlebenden als vertrauenswürdig zu werten. Als ein Beitrag zu einem Kapitel der jüngsten Zeitgeschichte - der letzten Sachfrage, in der das Verwaltungs- und Rechtssystem Deutschlands mit den jüdischen Überlebenden konfrontiert ist -, verfolgt die Analyse eine disziplinen- und problemübergreifende Diskussion zur Würdigung der Aussagen traumatisierter Zeugen vor Gericht.
Eine biographieanalytische Studie mit Hospizhelfern
Author: Swantje Goebel
Im Hospiz ist der Tod anwesend, schließlich organisieren solche Einrichtungen die letzte Lebensphase. Menschen, die sich in der Sterbebegleitung engagieren, haben bei ihrem Einsatz den Tod also stets vor Augen. Was bewegt sie zu diesem Engagement? Und was bewirkt diese Todesnähe? Diesen Fragen ist Swantje Goebel in einer biographieanalytischen Studie auf den Grund gegangen. Das Fazit: Hospizliches Engagement funktioniert als Arbeit an der eigenen Biographie. Angeregt durch den Tod des Anderen befassen sich Hospizhelfer/innen mit ihrem eigenen Leben in seiner Begrenzung. Vergangene Belastungserfahrungen zu bearbeiten und das verbleibende Leben zu überprüfen, sind dabei die zentralen Motive.
Formation einer Wissenskategorie zwischen 1700 und 1850
Series:  Trajekte
Zwischen 1700 und 1850 erfährt der Begriff des Ausdrucks in Kunst und Wissenschaft eine deutliche Aufwertung und Verbreitung. Die damit einhergehenden praktischen und diskursiven Veränderungen unterschiedlicher Ausdruckskulturen erforscht der vorliegende Band in Form eines interdisziplinären Dialogs. Ausdrucksphänomene werden dabei als Figuren des Wissens verstanden, zum einen als Darstellungsweisen des Schauspielers, Musikers, Malers, Rhetors oder Wissenschaftlers. Zum anderen als Denkfiguren, die das grundlegende Verhältnis von Affekt und Ausdruck, etwa die Probleme der künstlerischen Gestaltung in Malerei und Schauspiel oder die Systematisierungen der Rede durch die Rhetorik kulturwissenschaftlich erschließen. Erst durch eine Analyse seiner Formierungsprozesse wird die Erfolgsgeschichte des Ausdrucksbegriffs nachvollziehbar.
Eine Kulturgeschichte des Tinnitus
Tinnitus: In alten Zeiten sprachen, so glaubte man, in ihm die Götter. Heute ist das Syndrom eine Volkskrankheit, obwohl noch vor zwei Jahrzehnten nicht einmal jeder Arzt den Ausdruck kannte. Wie man die Ohrenpein erklärt und therapiert, darin spiegeln sich die Kulturen.

Uwe C. Steiner erzählt die faszinierende Geschichte des Ohrenklangs und seiner Deutungen, denn das Leiden hat seit jeher existiert und medizinische Rätsel aufgegeben. Heute versuchen die Ärzte ihr Glück mit akustischer Stimulation, Verhaltenstherapien, Tabletten, Physiotherapie und sogar elektrischen Gehirnstimulationen. Einst aber verordnete man dagegen in Honig gekochte Haselmäuse, Urin oder Mandelöl.
Als das moderne Selbst entsteht, klingen ihm auffällig häufig und leidenschaftlich die Ohren. Eine Welt, die im 19. und 20. Jahrhundert immer lauter wird, zollt darauf der Hörfolter neue Aufmerksamkeit. Mittlerweile erkennt sich unsere Zeit wieder im einst verkannten »Ohrensausen«: Tinnitus heute, so lautet Steiners Diagnose, ist die Symptomkrankheit eines überakustischen Zeitalters.
In diesem Lärm im Kopf, in den ihm gewidmeten Reden, gibt sich unser Selbst und gibt sich das Gesicht einer medial und kommunikativ strapazierten Gegenwart zu erkennen.
(Un)Sichtbarkeit in Politik, Recht, Kunst und Kultur seit dem 19. Jahrhundert
Seit dem 11. September 2001 ist der Islam zu einem zentralen Feindbild der
westlichen Welt geworden. In unserer Bilderpolitik kommen zahlreiche Metaphern
des Ver- und Entschleierns zum Einsatz, um das Eigene vom Fremden abzugrenzen.
Der Okzident wird als freiheitlich, offen und transparent dargestellt,
während der Orient verschleiert erscheint: undemokratisch,
rückschrittlich, geheimnisvoll und bedrohlich. Diese politische
Metaphorik ist geschlechtlich codiert. Die geheimnisvolle
Haremsdame oder die unterdrückte Orientalin gehören seit der
Aufklärung ebenso zu ihrem Repertoire wie Allegorien der
Wahrheit, Freiheit und Gleichheit in Bildern nackter Weiblichkeit.
Die interdisziplinären Beiträge des vorliegenden Bandes setzen sich
kritisch mit diesen Phänomenen auseinander.
Die Kulturgeschichte
Author: Alexis Dworsky
Dinosaurier! Die Kulturgeschichte erzählt uns von der kulturellen Evolution der Saurier. Der Dinosaurier ist eine Fiktion, kein Faktum, auch wenn uns das die Naturwissenschaft bislang immer weismachen wollte. Er hat eine Kulturgeschichte, in der Fossilien nur ein Stück des Puzzles ausmachen. Immer schon musste man sich ein »Bild« vom Saurier machen, immer schon war er ein kulturelles Konstrukt. Seine Bühne bereiten Buffon und Cuvier in den »Naturgeschichten« des 18. Jahrhunderts. Den ersten großen Auftritt erlebt er im viktorianischen England und wird im 20. Jahrhundert zu einem Superstar. Im Kalten Krieg kämpfen Tyrannosaurus und Triceratops um die Weltherrschaft und werden so zu Symbolen der verfeindeten Supermächte. Im Informationszeitalter verkörpert der Dinosaurier die Ideale der »New Economy« und verursacht gehörige »Kollateralschäden«. Eine gespenstische Aktualität gewinnen Dworskys Schilderungen angesichts der atomaren Katastrophe in Fukushima: Godzilla, aus dem Meer kommend, zertrampelt den Reaktor. Der Riesensaurier im Kino – Metapher und Menetekel einer unabwendbaren Katastrophe.