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Der italienische Neorealismus und das Kino der Moderne
Author: Jörn Glasenapp
Als erste und bedeutendste der kinematografischen Erneuerungsbewegungen der Nachkriegszeit sorgte der italienische Neorealismus ab Mitte der 1940er Jahre für die, so Gilles Deleuze, »Krise des Aktionsbildes« bzw. Abkehr vom klassischen Handlungskino, aus der schon nach kurzer Zeit die filmische Moderne hervorgehen sollte. Der Band widmet sich diesem Umbruch, indem er den Neorealismus zunächst als Objekt der Filmtheorie in den Blick nimmt, die durch ihn wie durch keine andere filmische Strömung zum Nachdenken speziell über den ontologischen Status des Films bzw. die Frage angeregt wurde, was genau dieser ist bzw. worin sein "Wesen" besteht. Allen voran André Bazin leitete aus der Antwort auf diese Frage ab, was der Film zu tun habe - und zwar das, was Filme wie Vittorio De Sicas Ladri di biciclette, Luchino Viscontis La terra trema oder Roberto Rossellinis Viaggio in Italia taten. Dass sie damit der Modernisierung der gesamten europäischen Filmkultur den Weg ebneten, zeigt die Auseinandersetzung mit Werken Federico Fellinis, Michelangelo Antonionis und Pier Paolo Pasolinis, die den Schwerpunkt des Bandes bildet.
Ein Hybrid aus Bild, Text und Film
Author: Catharina Graf
Das Phänomen des Bildes ist in vieler Munde - und vor aller Augen.
Bilder, insbesondere Fotografien, sind in der heutigen Gesellschaft allgegenwärtig. Ermöglicht hat dies das Genre des fotografischen Essays. Die Erfindung der Fotografie hat zur Erschaffung einer riesigen Industrie geführt, die sich alleine der Produktion und Verbreitung von Bildern widmet. Dieser Industrie entspringt ein Bildvolumen, das in der Geschichte seinesgleichen sucht - Bildagenturen verarbeiten jeden Tag mehrere Tausend Fotografien, in digitalen und analogen Archiven weltweit lagern Milliarden von Bildern. Diese Bilder sind in den Alltag der heutigen Menschen integriert. Ermöglicht hat diesen Siegeszug des Bildes das Genre des fotografischen Essays, ein Genre, das Bild und Text mit filmischen Mitteln zu einem unschlagbaren Ausdrucksmittel kombiniert.
Series:  Film Denken
Translator: Michaela Ott
Mit der Übersetzung von Jean Louis Schefers enigmatischem Buch L’homme ordinaire du cinéma (1980/1997) wird dem deutschsprachigen Raum ein Text zugänglich gemacht, der in der französischen Filmphilosophie (und darüber hinaus) vielfach verzweigte Spuren hinterließ und die Grenzen wie Möglichkeiten des Film-Denkens neu auslotete. Gehst Du oft ins Kino? Ich gehe oft in die Zeit selbst: Das Kino ist die einzige Erfahrung, in der mir die Zeit als Wahrnehmung gegeben ist. Wenn das, was ich vom Film im Gedächtnis behalte, auch unwahrscheinlich und den ständigen Launen meiner Vorstellungskraft unterworfen ist, so bin ich mir – wegen dieser neuen Zeit, die ich genießen könnte – vielleicht doch sicher, ins Kino zu gehen. Was nimmst Du denn von diesem oder jenem Film wahr, was nimmst Du daraus mit? Dank der Szenarien und Bilder, die mehr oder weniger schnell die Gewalt jener Gefühle einfangen, die sich sonst an nichts heften würden, wohnen wir sicherlich dem noch unverständlichen Schauspiel des »sichtbaren Menschen« bei. Eines Menschen, dessen Seele, Geist und Denken nur aus den vorgeführten Aktionen bestehen, in die Verhaltensweisen wie Organe transplantiert sind. Und der gewöhnliche Mensch des Kinos? Das ist zweifellos jeder von uns: derjenige, dessen Lustobjekte sich in Objekte des Wissens verwandeln, nicht umgekehrt. Es ist ein Zuschauer. Und warum gehst Du ins Kino? Ich weiß nicht. Oder vielmehr, ich dachte, verstanden zu haben, dass ich dorthin gehe, um diese Welt und diese Zeit zu sehen, die unsere Kindheit angeschaut haben. Ist das alles? Nein! Aber wer hat jemals behauptet, dass der Beginn der Welt die Totalität der Welt wäre. Jean Louis Schefer
Medienpädagogische Anregungen für den Erziehungsalltag
Series:  Forum
Kinder und Jugendliche sind heute stark durch Medien geprägt.
Wie selbstverständlich nutzen sie Computer, Internet, Fernseher, MP3-Player, Smartphones und Handys im Alltag. Den Geräten wird das Potenzial zugesprochen, mit ihnen schneller und leichter zu lernen. Konträr werden aber auch Schlagworte wie »Cybermobbing«, »Abzocke« und »Mediensucht« diskutiert, die Eltern und Pädagogen verunsichern. Dieses Buch soll Eltern Anregungen und Hilfestellungen geben, wie der Medienalltag mit Kindern gestaltet werden kann. Experten gewähren dem Leser Einblicke in den Medienalltag von Kindern und Jugendlichen. Hierbei geben sie Informationen und Ratschläge zu diesem wichtigen Thema, das nicht nur bei der Erziehung eine immer größere Rolle spielt, sondern auch in Bezug auf Identitätsbildung und Selbstwahrnehmung der Heranwachsenden von Bedeutung ist.

Der Sammelband stellt eine Dokumentation der gleichnamigen von August 2010 – Juli 2011 veranstalteten Vortragsreihe des Heinz Nixdorf MuseumsForums dar. Das Spektrum der Beiträge fokussiert alle sich derzeit im gesellschaftlichen Diskurs befindenden medienpädagogischen Fragestellungen, die Eltern und pädagogische Fachkräfte tangieren. Dabei werden die Themen aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Perspektiven diskutiert.

Mit Beiträgen von Jürgen Fritz, Johannes Fromme, Sonja Ganguin, Petra Grimm, Birgit Kimmel, Martin Korte, Dorothee M. Meister, Norbert Neuss, Franz-Josef Röll, Jan-Uwe Rogge, Sabine Schattenfroh, Jan-Hinrik Schmidt, Richard Stang und Heiko Walter.

Der Film und die Imagination des Zuschauers
Das Publikum nimmt Filme nicht nur mit Augen und Ohren wahr – es imaginiert sie auch. Film bedeutet daher immer auch: »Kino im Kopf«.
Das gilt vor allem dann, wenn uns Filme auf anspielungsreiche Weise etwas vorenthalten: Dann werden wir als Zuschauer dazu eingeladen, herausgefordert, uns das Ausgesparte sinnlich vorzustellen. Die Filmwissenschaft hat Fragen zur Imagination des Zuschauers lange Zeit eher stiefmütterlich behandelt. Dieser Band setzt sich nun erstmals im deutschsprachigen Raum systematisch mit dem vertrackten Zusammenspiel von Film und Zuschauerimagination auseinander. Die Autoren klären begriffliche Fragen, diskutieren ästhetische Mittel wie Ellipse oder Filmmusik, gehen der Imagination im Dokumentarfilm und im Stummfilmkino nach und verfolgen die Zuschauerimagination über die medialen Grenzen des Films hinaus.
Inszenierungen von Gemeinschaft in der zeitgenössischen Fotografie
Author: Meike Kröncke
Wen meinen wir, wenn wir von Familie sprechen? Mit welchen Vorstellungen und Bildern assoziieren wir sie? In der Familienfotografie wird mit einer Ikonographie von Nähe gearbeitet, die uns vertraut ist. Aber stimmt das wirklich?
Die kulturelle Konstruktion dieses Blicks bleibt oft unbemerkt, weil es Bilder sind, deren Inszenierung wir nicht hinterfragen. Es sind die im Bild vermittelten Affekte, Gesten und Blicke, die Aufschluss darüber geben, wie die im Bild Dargestellten zueinander stehen. Das Ungewöhnliche an diesen Fotoarbeiten ist der absichtsvolle Wechsel zwischen Blickführungen aus großer Nähe, die den Körper als Oberfläche zeigen und solchen, die seine Beziehung zu anderen, zum Ort oder Ereignis, in Szene setzen. Im Mittelpunkt stehen die Arbeiten von Ruth Erdt (The Gang), Elinor Carucci (Closer) und Nan Goldin (The Devil’s Playground).
Wege in die filmische Moderne
In diesem Jahr wäre Michelangelo Antonioni (1912-2007), einer der großen Kinovisionäre des 20. Jahrhunderts und Hauptrepräsentant der filmischen Moderne, hundert Jahre alt geworden.
Das Jubiläum nimmt der vorliegende Band zum Anlass, das wirkmächtige Œuvre des Italieners einer Neusichtung zu unterziehen – und zwar in seiner ganzen Breite, das heißt angefangen bei dem bereits erstaunlich eigenwilligen Spielfilmdebüt, dem etwas anderen Film noir Cronaca di un amore, über die in den 1960er Jahren entstandenen Meisterwerke wie La notte, L’eclisse oder Blow up, mit denen der Regisseur Weltruhm erlangte, bis hin zum Episodenfilm Jenseits der Wolken, den der damals 83-jährige Antonioni in Kooperation mit Wim Wenders, einem seiner großen Bewunderer, realisierte.
Die intellektuelle Offenheit und die Populärkultur der Weimarer Republik entsprechen ihren allgemeinen Tendenzen der Demokratisierung. Das ästhetische Monopol des Bildungsbürgertums wird in Frage gestellt, denn die Massen fordern Emanzipation und Partizipation.
Neue tendenziell egalitäre Unterhaltungsgenres wie der Rundfunk wenden sich an die Massen als Kulturadressaten und dringen in die überkommenen Kunstformen vor. Es entstehen Diskurse, die um die Topoi der Mechanisierung, der Reproduzierbarkeit und der Masse angesiedelt sind. Neben den Avantgardebewegungen werden jene Phänomene in den Blick gerückt, die von Kunst- und Filmgeschichte bislang als trivial, populistisch oder kitschig ausgeblendet wurden, die aber vielfach die Bilder lieferten, die das kollektive Bildwissen der Zeit prägten.
Author: Bernd Stiegler
Nicht große Photographen und klangvolle Namen, nicht die Klassiker und die Inkunabeln der Photographiegeschichte stehen im Zentrum dieser Erkundungen, sondern vielleicht merkwürdige, aber gleichwohl wichtige Fragen:
Warum interessieren sich Cyborgs für Photographien (obwohl sie keine eigene Geschichte haben)?
Kann man Elfen photographieren (und wie dann solche Bilder öffentlich verteidigen)?
Warum photographiert man Wolken (geben sie doch wenig zu sehen)?
Gibt es abstrakte Photographien (obwohl Photographien ja immer einen Bezug zum Gegenstand aufzuweisen scheinen)?
Kann man photographisch reisen, ohne sein Zimmer verlassen zu müssen (und doch die fernen Welten so erkunden, als sei man mittendrin statt nur dabei)?
Wie photographiert man Typen (wenn man immer nur Individuen aufnehmen kann)?
Können Bilder zerstören (obwohl sie eigentlich einen eher bewahrenden Charakter zu haben scheinen)?
Oder schließlich: Gibt es ein glückliches Mißlingen (auch wenn Scheitern kaum eine positive Erfahrung sein dürfte)?
Die Antworten auf diese Fragen führen einmal kreuz und quer durch die Photographiegeschichte und schreiten zugleich ihre Grenzen ab.

Inframedialität und non-lineare Zeitlichkeiten in Kunst, Film, Literatur und Philosophie
Medien verkörpern Techniken der Sichtbarmachung von Zeit. Zugleich entzieht sich aber die Zeitlichkeit als solche einer quantifizierenden Repräsentation. Die Beiträge des Bandes setzen sich mit zentralen philosophischen Entwürfen intensiver, nicht-homogener Zeitlichkeit (Bergson, Benjamin, Deleuze, Derrida) ebenso auseinander wie mit konkreten medialen Praktiken. Dabei führt die Linie von der Avantgarde und insbesondere Marcel Duchamp zur Auseinandersetzung mit Positionen zeitgenössischer und populärer Kunstformen. Die behandelten Medien reichen vom Film bis zur Videokunst, von Malerei, Fotografie und Installation bis zur Literatur.