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Series:  Bild und Text
An die Stelle des Gegebenen tritt allenthalben die Wiedergabe. Deshalb ist es in einer Zeit, die sich – wie keine andere – einem hemmungslosen Kult der Sichtbarkeit verschrieben hat, nicht nur nötig, genau hinzusehen. Es ist auch ratsam, sich bewußt zu machen, wie vieles an den Erscheinungen selbst – an den Bildern, den Dingen, den Körpern – gar nicht ablesbar ist. In ihrer wahrnehmbaren Gestalt enthüllen die Bilder nicht länger, wie sie entstanden und worauf sie verweisen. Dinge, die handgreiflich vor uns stehen, verwandeln sich plötzlich in Zeichen und treten in die unberechenbare Ordnung des Symbolischen ein. Alles Konkre-te untersteht der Macht von unsichtbaren Beziehungen und Funktionen. Dabei bleibt noch nicht einmal unser eigener Körper ein verläßlicher Bestand, denn auch er nimmt immer mehr bildhafte Züge an.
Zur Karriere unbetitelter Kunst in der jüngsten Moderne
Author: Tobias Vogt
Untitled lautet der häufigste Namenseintrag in den Registern zeitgenössischer Kunst. Dieser weit verbreitete Titel, der zugleich auf seine Abwesenheit verweist, ist ein bedeutsames Paradoxon. Tobias Vogt erforscht erstmalig die Genese dieses Titels und die Gründe für sein Aufkommen. Als Gegensatz zur importierten, europäischen Moderne verzichteten die Abstrakten Expressionisten in New York nach dem Zweiten Weltkrieg auf herkömmliche Benennungen für ihre Malerei. In Nummerierungen oder Metatiteln, welche die fragwürdig gewordene Vermittlung von Bedeutung reflektierten, fanden sie eine Lösung. Innerhalb des ökonomisch protegierten und konkurrenzgeprägten Kunstbetriebs kam es in der Folge zu absichtsvoll unbetitelten und sogar Untitled betitelten Werken.
Täuschen-Tarnen-Drill
Das Militärische ist Mutter aller technologischen Entwicklung (Kittler) und Leitprinzip kultureller Differenzierung. In Alltagskontexten haben unübersehbar Kraft-Kult und Martialisches Konjunktur: Autos mutieren zu potenziellen Kampffahrzeugen, in Fitnessstudios wird Drill und Körperzucht betrieben, am PC toben Kriegsspiele. Das Militärische bildet die Matrix für den „existentiellen“ Wettkampf in verschiedenen TV-Medienformaten (Big Brother, The Battle oder der Kampf der Geschlechter in Dating Shows wie Dismissed). Jugendkulturen bedienen sich militärischer Uniform-Elemente und schaffen aus der Ray Ban Sonnenbrille oder dem Parka ihre Kultobjekte. Und im HipHop wird die „Battle of the Year“ mit dem Krieg der Worte, das Dissen, die Akrobatik des B-Boying (Breakdance) und der Wettkampf der Sprühdosen-Grafitti (Writing) zelebriert. Das Buch fragt nach den am militärischen Komplex orientierten Strukturen der Gesellschaft sowie nach den Tendenzen der Veralltäglichung von Gewalt in Form von Gewalt ausstrahlenden, aber auch auf Gewalt basierenden Symbolen und Routinen in der Face-to-face- und massenmedialen Kommunikation. Die Herausforderung ist, das hinter der Fassade von alltäglicher Betriebsamkeit und Routine Versteckte, das in aller Öffentlichkeit gleichsam Unsichtbare – hier: ästhetische Strukturen von Gewalt und Krieg - zu entdecken und zu bewerten.
Ästhetiken der Transfiguration
Transfiguration, das Aufscheinen einer anderen Realität in der gewöhnlichen Wirklichkeit, führt zu einer produktiven Spannung zwischen der gegenständlichen Plastizität des Leibes und der phantastischen Wirkung seiner Verklärung, die in diesem Band in ihren vielfältigen Ausprägungen analysiert wird. Ausgehend von der theologischen Dimension, der Verklärung Christi, wird untersucht, wie dieses Konzept in der mittelalterlichen Literatur der Mystik, den bildenden Künsten und der modernen Theaterpraxis verarbeitet wird. Die Vorstellung einer 'zweiten Geburt' in der Kunst (wenn etwa eine Mamorbüste den Dargestellten an Lebendigkeit übertrifft), die rituelle Funktion des Opferkults (aus ethnologischer wie aus filmtheoretischer Perspektive), wie die Macht der Figurabilität, die den Sinn in der Verheißung einer sich kaum abzeichenden Form proliferieren lässt, werden im Hinblick auf die Ausbildung einer profanen ästhetischen Praxis der Transfiguration untersucht.
Mit dem Aufkommen digital erzeugter Bildformen haben sich die medialen Voraussetzungen visueller Wahrnehmung verändert. Nun handelt es sich um Bildphänomene, bei denen zunehmend räumliche Parameter im Vordergrund stehen. So führt zunächst die interaktive Einbeziehung des Betrachters zu einer erkundenden Betrachtung der Bilder, in die Körper und Raum involviert sind. Zugleich simulieren die Bilder Dreidimensionales und avancieren so zum Raumbild. Gerade im Kontrast zu statischen und bewegten Flächenbildern – Fotografie und Film – wird das veränderte Verhältnis von Betrachter, Bildraum und bildlichem Objekt unmittelbar anschaulich. Daraus ergibt sich für den vorliegenden Sammelband die leitende Frage, wie die Bildlichkeit solch navigierbarer Raumbilder beschrieben werden kann. Gerade das traditionelle Medium der Skulptur bietet sich dabei durch seine plastische Körperlichkeit, seine potentielle Vielansichtigkeit und die variable Positionierung im Raum bzw. gegenüber dem Betrachter als Vergleichsfolie an. Bild- und medientheoretische Überlegungen zur ›realen‹ und ›virtuellen‹ Skulptur sind von daher unmittelbar miteinander verknüpft. Einen Schwerpunkt bilden dabei barocke Skulpturen bzw. Formen der dreidimensionalen Inszenierung von Figur und Raum im barocken Gesamtkunstwerk; vor allem in der Regie Gian Lorenzo Berninis. Denn hier liegt eine dynamische Beziehung von Betrachter, Raum und Objekten vor, der eine besondere Bedeutung für bildwissenschaftliche Fragen an das Medium Skulptur in seinen Installationskontexten wie für die Simulation im virtuellen Bildraum zukommt.
Die Mysterien der Repräsentation und die Berechenbarkeit der Welt
Series:  Kulturtechnik
Im Jahre 1610 beklagte der englische König Jakob I., daß 'heutzutage nichts unerforscht' sei, weder die 'allerhöchsten Mysterien der Gottheit', noch die 'tiefsten Mysterien, die zu den Personen von Königen und Prinzen gehören, die Götter auf Erden sind.' Mit diesen Worten beschrieb der Monarch die sich ankündigenden, grundlegenden Verschiebungen im Gefüge der Herrschaftsvermittlung. Denn die politischen Systeme der Zeit waren auf Staatstheorien gegründet, die sich durch die visuelle Umsetzung in der Repräsentation etabliert hatten. Es war die ikonische Qualität des Bildes, die die Grundlage der Repräsentationssysteme der Frühen Neuzeit bildete. Nur diese konnten die Mysterien der Herrschaft, dem Anspruch nach angemessen, repräsentieren. Inwieweit dieser Konzeption durch die sich Schritt für Schritt professionalisierenden Künste und Wissenschaften der Frühen Neuzeit die Legitimation entzogen wurde und welche Gegenstrategien entwickelt wurden, zeigt der Band aus unterschiedlichen Perspektiven. Die Beiträge entstammen den Disziplinen Kunstgeschichte, Kulturwissenschaften und Germanistik und stellen die bisher kaum thematisierte Frage nach der Diskrepanz von Mysterien der Herrschaft und der Berechenbarkeit der Welt. Hierbei kommt dem Bild als Ort des Konfliktes wie auch als Ort von Harmonisierungsversuchen eine zentrale Rolle zu. Horst Bredekamp ist Kunsthistoriker und Professor für Kunstgeschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin. Forschungsschwerpunkte: Bildersturm, Skulptur der Romanik, Kunst der Renaissance und des Manierismus, Politische Ikonographie, Kunst und Technik, Neue Medien.
Der Schleier als Medium und Metapher
Series:  Bild und Text
Der Schleier fungiert in seinen buchstäblich vielfältigen Erscheinungen und Bedeutungen als Motiv und Metapher des Mediums. Ausgehend von seiner Konjunktur in aktuellen geisteswissenschaftlichen Debatten, werden im vorliegenden Band textile Modelle der Bild- und Textproduktion/-rezeption untersucht, die ästhetische und erkenntnistheoretische Fragestellungen aufs engste verknüpfen. Der Schleier wird dabei als ein Dispositiv verstanden, das regelt, was und wie es zu sehen und zu wissen gibt. In der Metaphorik des Ver- und Enthüllens spiegeln sich grundlegende anthropologische Deutungssysteme wie jene von Natur und Wahrheit, Geheimnis und Offenbarung oder Körper und Nacktheit. Als Modell der Vermittlung unterläuft der Schleier jedoch die Logik des Dualismus und stellt Elemente für eine Epistemologie des Dritten zwischen Diaphanie und Opazität in Aussicht. Nicht zuletzt deshalb könnte er sich im Rahmen des interdisziplinären Dialogs als master trope einer Mediengeschichte erweisen, die weder gemeinsame strukturelle Probleme von Bild und Text noch ihre jeweilige Besonderheit aus den Augen verliert. Aus dem Inhalt Nike Bätzner Himmlisches Gewebe Maximilian Bergengruen Das Unsichtbare in der Schrift Frank Fehrenbach Leonardo. Veli sopra veli. Daniel Fulda 'Der Wahrheit Schleier aus der Hand der Dichtung' Joseph Imorde Schleier aus dem Nichts Jeanette Kohl Schleier. Hülle. Schwelle Klaus Krüger Aneignung und Verlust Patricia Oster-Stierle Der Textschleier im Bild Kristine Patz / Ulrike Müller Hofstede Anziehende Natürlichkeit Wolfram Pichler / Stefan Neuner Tintorettos Schwellenkunde Valeska von Rosen Verschleierungen Uwe C. Steiner Enthüllung zur Unzeit Nicola Suthor Triumph, über das Auge, des Blicks Detlef Thiel Die Illusionen der Isis Ralph Ubl Giorgio de Chirico
oder Vom Nicht-Objekt durch Malerei
Series:  Bild und Text
In einer heroischen Anstrengung strebte und strebt das Abendland nach Objektivität. Der Philosophie fiel es zu, deren Möglichkeit zu denken, die Wissenschaft hat mit ihr als dem idealen Ziel ihre unbestreitbaren Erfolge errungen, und die klassische Malerei hat sich leidenschaftlich um ihre Darstellung bemüht, bis hin zur Illusion des Wahren. Aber hat diese rationale Konstruktion des Objekts nicht andere Möglichkeiten von Kohärenz verdeckt, die bei uns erst später wieder hervorbrachen, in der modernen Malerei und Dichtung? Diesen anderen Kohärenzformen haben sich, völlig unaufgeregt und entspannt, jene altchinesischen Traktate über die Malkunst gewidmet, die François Jullien hier vor uns ausbreitet: In ihnen geht es um ein Bild, das wir nicht in die Enge einer Form einschließen können, sondern das sich im Wechsel zwischen dem Leeren und dem Vollen ständig wandelt, gleichsam um ein atmendes Bild, das die Spannung, die allem Leben zugrunde liegt, in die Gegensätze der Landschaft einschreibt. 'Das Besondere an Julliens Büchern liegt darin, daß seine sinologischen Forschungen nie der bloßen Lust an Exotik entspringen. Die ›Reise‹ nach China ist bei ihm vielmehr mit dem Versuch verbunden, unsere eigene Kultur aus fremder Perspektive zu sehen und so ihre Spezifität besser zu begreifen. In diesem Sinne stellt er in seinem neuen Buch unserer abendländischen Malerei und ihrer Suche nach der Objektivität jene andere Bildkonzeption gegenüber, die ihren Niederschlag in den chinesischen Traktaten über die Malkunst gefunden hat. Ganz allgemein orientiert sich die chinesische Ästhetik nicht an einer Form mit klaren und scharfen Konturen, sondern versucht, der Bewegung habhaft zu werden, dank deren die Dinge ständig und unmerklich von einem Zustand in den nächsten übergehen: Wolken, nebelverhangene Gipfel, flüchtige, fast schon verschwindende Formen. Während unsere Ästhetik den spezifisch menschlichen Charakter des Darstellungsvermögens betont, haben die chinesischen Denker das figurative Vermögen des Menschen aus der Gestaltungskraft der Natur abgeleitet, die vom Menschen nur adaptiert wird.' Jean Blain, LIRE
Wilhelm Worringer und der Geist der Moderne
Wilhelm Worringers Theoreme zu Ornament und Fläche, sein Plädoyer für eine neue Denksinnlichkeit (Spiritualität) und seine radikale Absage an das klassische Nachahmungsparadigma erweisen sich als Schlüsselargumente der hier eröffneten These, dass die Künste um 1900 auf das Krisensymptom entzogener Wirklichkeit und Referentialität mit dem Paradox der Sichtbarmachung unsichtbarer Evidenzen reagieren. Wie bedeutsam Worringers anthropologisch argumentierende Studie 'Abstraktion und Einfühlung' (1908) insbesondere für die poetischen, photographischen und künstlerischen Konzepte der Moderne ist, wird unter anderem an den Werken von Strindberg, Rilke, Hofmannsthal, Klimt, Loos, Moholy-Nagy aufgezeigt
Eine Einführung in die Bildwissenschaft. 2. Auflage
Author: Martin Schulz
Kaum ein anderes Phänomen ist in den unterschiedlichsten Disziplinen so sehr in den Mittelpunkt begrifflicher Auseinandersetzung geraten wie die vielfältige Kultur der Bilder. Gibt es eine Wissenschaft vom Bild? Oder nur Wissenschaften von Bildern? Das Buch gibt einen Überblick über die verschiedenen – historischen wie aktuellen – Theorien und Methoden des vielzitierten iconic turn. Zugleich bietet dieser Überblick die Grundlage für eine neu zu definierende Ikonologie, in der nicht nur die Vielfalt der Bildphänomene aus unterschiedlichen Kulturen integriert, sondern auch die unterschiedlichen Modelle zu einer möglichst umfassenden Bildwissenschaft verknüpft werden können.