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Zur literarischen Wahrnehmung von Wirklichkeit
Ausgehend von Goethes »Augengespenstern« und dem sich in ihnen artikulierenden epistemischen Umbruch im Verhältnis von Wahrnehmung und Wirklichkeit untersucht die Studie Wahrnehmung als grundlegendes Darstellungs- und Experimentierfeld der Literatur des Realismus. Wie die Lektüren der Inszenierung von Wahrnehmung bei Stifter, Storm und Fontane zeigen, erweist sich Wahrnehmung nicht nur als konstitutiv für Wirklichkeit, sondern überdies als Schauplatz eines Gespenstischen. Die Gespenster des Realismus – so die These – sind Gespenster der Moderne. Nicht nur situieren die Wahrnehmungsgespenster Realismus in epistemischen Formationen der Moderne; aus ihrem Bezug zum Gespenstischen generieren realistische Texte zudem eine moderne Poetologie. Die Studie eruiert diese Poetologie des Realismus anhand eines breiten Spektrums von Darstellungsweisen: Formen von Serialität, Wiederkehr und déjà vu, Aggregate, unheimliche Stellen, Nuancen, Rahmensprünge, Techniken der Mimikry, mise en abyme-Strukturen und szenische Akte erweisen sich als Verfahren zur literarischen Wahrnehmung von Wirklichkeit. Das Wirkliche, das sich in einem solchen Wahrnehmungsapparat generiert, ist prekär: Gespenstisches macht sich als Wirklichkeitseffekt geltend, Wirkliches stellt sich als Simulakrum dar. Es scheint m.a.W., dass sich Realismus gerade dadurch auszeichnet, dass ihm ›Wirklichkeit‹ epistemologisch radikal problematisch geworden ist.
Traumdarstellungen in der Dramatik des 20. und 21. Jahrhunderts
Author: Kristina Höfer
Der Traum hält für das Drama seit jeher ein besonderes Potenzial bereit. In Theaterstücken kann ein Traum erzählt, szenisch präsentiert oder als übergreifender Darstellungsmodus eingesetzt werden. Er eignet sich zur Motivierung der Handlung genauso wie zur dramatischen Selbst-bespiegelung oder als Formprinzip.
Ausgehend von August Strindbergs Ett drömspel (1902) untersucht die literaturwissenschaftliche Studie auf der Basis eines breiten Textkorpus Traumdarstellungen in Theatertexten ab 1900. In detaillierten Einzel-analysen repräsentativer Traumspiele von Werner Fritsch, Emine Sevgi Özdamar und Peter Handke zeigt das Buch zudem die selbstreflexiven und intertextuellen Dimensionen von dramatischen Traumdarstellungen auf und spürt dem engen Zusammenhang von Traum und Memoria nach.
Figuren, Schauplätze und Künste des Vaganten in der Frühen Neuzeit
Anhand von literarischen und historischen Textzeugen des 16. bis 18. Jahrhunderts beschreibt das Buch ›lose Leute‹ und ihre Künste jenseits der abwertenden Sammelkategorie des Vagabunden. Erstmals systematisch sichtbar gemacht wird auf diese Weise die kulturdynamische Bedeutung frühneuzeitlicher Mobilität. ›Lose Leute‹: Mit dieser Formel Harsdörffers unternimmt das Buch die (literar-)historische Bestandsaufnahme eines Gattungs- und Medienhorizonts des Vaganten, der sich von indizierenden Quellen (z. B. Liber vagatorum) über fiktionale Genres (z.B. Schelmenroman, Fastnachtspiel) bis zu ephemeren Textzeugen (z.B. Flugblatt, Theaterzettel) erstreckt. Im Mittelpunkt steht die Rekonstruktion zeitgenössischer Existenz- und Ausdrucksformen des Vaganten in Literatur, Musik und bildender Kunst. Auf diese Weise konturiert sich frühneuzeitliche Mobilität als neuer Forschungsgegenstand.
Narratologische und dichtungstheoretische Perspektiven
Staunen als eine Emotion, die mit Verwirrung und Verunsicherung, aber auch Begehren und Genuss verbunden wird, ist weder begrifflich noch phänomenologisch leicht zu fassen. Und doch steht sie nicht nur am Anfang der Philosophie und der Ethnologie, sondern ist auch Anfang und Ziel von Dichtung. Der vorliegende Band untersucht Poetiken des Staunens von der Antike über das Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert; die Beiträge verhandeln einschlägige Beispiele der lateinischen, englischen, deutschen, italienischen und französischen Literatur aus narratologischer und dichtungstheoretischer Perspektive.
Was haben Tim und Struppi oder Die drei ??? mit Philosophie zu tun? Ist Mode philosophisch? Seit dem Sommersemester 2004 findet an der Leuphana Universität Lüneburg die Vorlesungsreihe 10 Minuten Philosophie statt. Der vorliegende Band versammelt ein Best­-of der letzten Jahre und lädt dazu ein, in das weite Feld des philosophischen Nachdenkens einzutauchen. Aus dem Inhalt: // Schlagfertigkeit // Überlegungen zu einer Philosophie der Mode // Von der Endlichkeit // Vom Träumen // Heideggers Schwarze Hefte // Davos ohne Legende? – Zur Disputation zwischen Ernst Cassirer und Martin Heidegger 1929 // Wissen und Gewissheit. Oder: Wann ist der Zweifel überflüssig? // Lügen – eine Kunst? // Foucault und die nukleare Dimension der Biopolitik // Hans Blumenberg. Metaphorologie – Unbegrifflichkeit // Über Grenzen zwischen Mensch und Tier // Was geht uns der Tod an? // Es könnte auch anders sein – Was wir vom Spiel für wissenschaftliche Erkenntniswege lernen können // Lebhafte Arte fakte oder Wenn Roboter Hände schütteln // California Thinking – Die drei ??? als Medienphilosophen // Tim und Struppi im Land der Philosophen
12 Studien zur Philosophie des Bildes
Wittgensteins Bilddenken schließt an die gegenwärtigen Bemühungen sowohl um eine allgemeine Bildtheorie als auch eine Theorie des Wissenschaftsbildes an. Der hier gehobene Schatz bildtheoretischer Einsichten Wittgensteins sowie die Besonderheit seines Bilddenkens bringen neue Impulse in die Diskussion.
Ulrich Richtmeyer zeigt, dass der allgemein als ein Sprachphilosoph anerkannte und dabei im Laufe vieler Jahre der Rezeption entsprechend kanonisierte Philosoph Ludwig Wittgenstein auch ein sehr produktiver und eigenständiger Bildphilosoph gewesen ist. Es soll dabei keineswegs um die provozierende These einer Verschiebung der Medienpräferenz in der Auslegeordnung des Philosophen gehen, sondern vielmehr um zwei andere, ganz bodenständige Ziele, die sich glücklicherweise miteinander verbinden lassen: erstens um eine Erweiterung unseres Verständnisses seines philosophischen Gesamtwerkes und zweitens um eine Bereicherung unseres Verständnisses der genuinen Medialität des Bildes.

Interdisziplinäre Perspektiven
Die Kategorie des Menschseins wird aufgrund wechselnder Wissensbestände und Orientierungskrisen immer wieder neu bestimmt. Das Ästhetische ist damit eng verbunden. ‹Aisthesis› ist erstens eine Form der sinnlichen und empfindenden Wahrnehmung, ein vorrationaler ‚way of worldmaking’ (Nelson Goodman), der den Bezug des Menschen zu sich und seiner Welt moduliert. Ästhetische Vorstellungen grundieren zweitens aber auch die Idee des Humanen und die Normen menschlicher Handlungs-weisen. Und drittens sind ästhetische Erkenntnis- und Ausdrucksformen Teil eines ‚selbstgesponnenen Bedeutungsgewebes’ (Clifford Geertz) der Kultur, das die Grenzen und das ‚Andere’ des Menschen bestimmt. Der interdisziplinäre Sammelband vereint aus verschiedenen Fächern und Forschungsperspektiven heraus Einblicke in die Wechselwirkungen zwischen anthropologischen Fragestellungen und ästhetischen Formationen. Mit Beiträgen von Horst Bredekamp, Steffen Martus, Martin Seel, Christoph Wulf, Elisabeth Timm u.a.
Resonanzfelder zwischen Aufklärung und Gegenwart
Nicht allein Geräte begründen die mediale Moderne. Vielmehr setzen Ideen und Konzepte der Aufklärung die Medialisierung überhaupt erst in Gang. Die Kulturwelt der Aufklärung und Medien der Gegenwart werden von hier aus völlig neu einschätzbar. Achtzehn Pioniere dieser Perspektive beleuchten die Mediensehnsüchte der Aufklärung: frühe Formen von Hypertext und algorithmischer Empfehlung, Camera obscura, Farbenlehre und Physiognomik, Medien der Aufzeichnung, Messung und Präsentation, Reise- und Forschungskulturen, virtuelle Gartenwelten sowie Umwälzungen in Theater und öffentlichem Austausch. Gegensätzliche Ziele wie äußere Objektivität und subjektive Entfaltung sowie Funktionen der Abbildung, Messung, Speicherung und Verbreitung erweisen sich hierbei als medienbildende Energien, die sich aus der Aufklärung ableiten und in die Gegenwart führen.
Perceptions and Representations from 1914 to the Present
Generations after war and violence the experiences are engraved in memories and influence individual and collective attitudes toward political and social conflicts. The contributions collected in this volume concentrate on the complex interrelationships between war and its perception and representation. They examine events and cultural testimonies related to World War I, its aftermath, as well as to other violent conflicts in the 20th century. The contributions interrogate the concept of nation, challenge the implications of modern warfare, and discuss political agencies in the media and the arts with regard to soldiers, veterans and war memorials. This volume focuses on how war and violence is culturally processed and reveals astonishing examples of the after effects from 1914 to the present.
Bildkulturen und Medienreflexionen des Monetären
Bilder des Geldes strömen täglich durch die diversen Medienkanäle – sei es im Print- oder Onlinebereich, in Film-, Fernseh- oder Videoproduktionen. Aufgrund der zunehmenden Immaterialität und Unsichtbarkeit des Geldes sind sie jedoch weniger schlichte Abbildungen, sondern vielmehr Produzenten gesellschaftlicher Vorstellungen von Geld. Die Beiträge dieses Bandes zeigen in ihrer Auseinandersetzung mit Gelddarstellungen, wie sehr letztere auf kulturelle Kontexte geradezu „angewiesen“ sind und inwiefern dadurch eine semantische Aufladung entsteht, die Fragen medienwissenschaftlicher, aber auch sozialer, ökonomischer und genderpolitischer Dimensionen nach sich zieht.