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Literatur | Geschichte | Recht
Der Begriff der Prosa bietet wohl das einzige Beispiel für einen rhetorischen Terminus, der zu einer Leitmetapher der Moderne avancierte. Seit dem 18. Jahrhundert eignet diesem Begriff ein irreduzibler Doppelsinn: Einerseits bezeichnet er eine (schrift-)sprachliche Ausdrucksweise, die im Unterschied zum Vers metrisch nicht gebunden ist, andererseits eine Denkweise und eine Verfassung der modernen Welt, die in dieser ungebundenen Ausdrucksweise die ihr angemessene sprachliche Form findet.Die Beiträge des vorliegenden Bandes erkunden diesen Zusammenhang aus einer interdisziplinären Perspektive unter Bezug auf literarische und historiographische Prosa sowie die Prosa des Rechts.
Sprache und Politik der Assimilation
Ist Assimilation eine reaktionäre Forderung? Der Band unterstreicht die analytische Fruchtbarkeit des Assimilationskonzepts und legt bisher vernachlässigte normative Gehalte frei.Anhand der jüdischen Assimilation und (post-)kolonialen Konstellationen werden Prozesse und Repräsentationen der Verähnlichung und Inkorporierung in ihrer Komplexität, Ambivalenz und Widerspenstigkeit untersucht. Assimilation erscheint dabei als politisches Geschehen, das nicht nur mit polemischen Äußerungsformen verbunden ist, sondern das Sprache selbst zum Gegenstand hat. Statt Eingliederung in eine Monokultur, so wird gezeigt, kann Assimilation auch reziprokes, nicht-hierarchisches Lernen bedeuten und besitzt damit ein interkulturelles Potenzial, das starre Grenzziehungen und Essentialisierungen aufbricht.
Der vorliegende Band versammelt verschiedene Perspektiven auf die Praktiken der Kartographie um 1800. Dabei geht es um mathematische Konstruktionen, politische Inskriptionen, künstlerische Adaptionen und wissenschaftshistorische Analysen.
Eine Handlungsempfehlung für den geographischen Unterricht aus dem ausgehenden 18. Jahrhundert rahmt den Publikationsteil ein und verweist auf die historische Bandbreite der Geographica und Cartographica sowie deren Wahrnehmung und Anwendung in der Zeit. »Kartieren um 1800« schärft durch unterschiedliche Zugangsweisen den Blick für die Bandbreite der Wissenspraktiken und Darstellungsformen in, auf und durch Karten, Atlanten und Globen und soll weiterführendes Interesse an der Thematik wecken.
Träume vom Sterben und Geborenwerden in den Künsten
Sterben und Geborenwerden liegen an oder jenseits der Grenzen des Lebens. Damit kommen sie stets entweder zu früh oder zu spät, um als authentische eigene Erfahrung mitgeteilt werden zu können. Träume hingegen vermögen in Form von Fiktionen, Imaginationen und Inszenierungen ästhetische Erfahrungsräume für diese extremen körperlichen Übergänge zu eröffnen. In Träumen vom Lebensanfang und Lebensende werden das ohnehin Rätselhafte des Traums, seine Missachtung der physikalischen Gesetze von Zeit und Raum sowie die Infragestellung kultureller Modelle von Identität, Kohärenz und Rationalität noch potenziert. Literarisch-künstlerische Traumerzählungen und Traumbilder finden höchst originelle Ausdrucksformen, um das Abwesende, Unvorstellbare oder nicht realistisch Erzählbare zu vergegenwärtigen und zu vermitteln: Von der klassischen Antike bis in die Gegenwart hinein lassen sich unzählige Träume in Literatur, Kunst, Musik, Theater und Film ausmachen, bei denen die leibliche und sinnliche Erfahrung von den Grenzen des Lebens im Mittelpunkt steht. Solchen Phänomenen des geträumten Geborenwerdens und Sterbens, seinen Wissensdiskursen sowie seinen komplexen künstlerischen Realisierungen widmet sich dieser Band, der sich im Rahmen des DFG-Graduiertenkollegs »Europäische Traumkulturen« als Beitrag zu einer Literatur-, Kultur- und Mediengeschichte des Traums versteht.
Die Ethik beschäftigt sich ihrem griechischen Ursprung nach mit unseren Sitten, Gebräuchen und Gewohnheiten. Sie fragt nach dem guten und glücklichen Leben, nach unseren Tugenden und Lastern, Rechten und Pflichten. Im Verlaufe ihrer Geschichte hat sie verschiedene Namen (Moralphilosophie, Sittenlehre) angenommen, zu Schulbildungen geführt und nicht selten radikale Kritiker gefunden, die in ihr eher ein Übel als ein Gut sehen. Selten genügt sie sich selbst. Worin genau ihre Beziehung zu Anthropologie und Metaphysik, zu Recht und Politik, zu Theologie und Ökonomie besteht, ist bis zum heutigen Tag umstritten. In jedem Fall scheint die Ethik ein Wesensmerkmal unseres Lebens zu sein. Sobald wir darüber nachzudenken beginnen, wer wir sind oder was wir tun sollen, worin unser wahres Glück oder unsere Bestimmung besteht, betreiben wir die Sache der Ethik. Gut zu wissen, dass wir nicht die ersten sind, die dies tun. Welches Leben wollen wir führen? Wollen wir uns wie Aristoteles in der Politik engagieren oder lieber wie Diogenes in einer Tonne hausen?
Der Comic führt in die großen und kleinen Fragen der Ethik ein. Er möchte zum Selbstdenken anregen, ohne auf Anschaulichkeit zu verzichten.
Was können wir nicht alles vermittels ihrer multiplen Einsatzformen tun: Wir »erfassen«, »berühren« und »begreifen« mit den Händen, wir »geben«, »reichen« und »halten« einander die Hände, wir arbeiten und schreiben mit der Hand – und Hände können ebenso »zupacken« wie etwas kneten, zurechtzupfen, glattstreichen oder aber sich zu Zeichen formen. Wir »winken« zum Beispiel »ab«. Von der Handreichung über den Handapparat bis zum Handzettel ist nicht zuletzt die Wissenschaft voller Verweise auf den »händischen« Charakter dessen, was denkende Textarbeit mindestens begleitet, ihr vielleicht aber auch notwendig zugrunde liegt. So notwendig wie das »Handeln« (vulgo: die Praxis) der Theorie entspricht oder entsprechen sollte.
Wie wird in autofiktionalen Texten die eigene Lebensgeschichte als utopische Erzählung gestaltet? Der Band widmet sich dieser Frage hinsichtlich der gesellschaftlichen, raumzeitlichen und medialen Dimension der utopischen Autofiktion.Die Utopie-Forschung hat sich schon seit längerer Zeit von idealisierten Zukunftsvisionen verabschiedet und diskutiert Utopie unter anderem als ‚Impuls‘, ‚Methode‘ oder als ein ‚Bewusstsein‘, das sich nicht mit dem bestehenden Sein identifiziert. Hier setzt der Band an und fragt speziell nach dem Utopischen in autofiktionalen Lebensentwürfen.
Geltung und Darstellung von Rede in der Moderne
Author: Wim Peeters
Kaffeehäuser, Parlamente, Presse, Post, Telefon, Rundfunkmedien, Internet und Literatur bieten viel Gelegenheit zum Reden - Kritiker würden sagen zum »Geschwätz«.
Solange die Literaturproduktion von Gelehrten monopolisiert wurde, konnte der akademische Diskurs die Unterscheidung zwischen sinnhafter Rede und dem Abfallprodukt Geschwätz noch gewährleisten. Seitdem jedermann Literatur verfassen darf, mutiert das Problem der Gültigkeit von Geschwätz zum Rechtsproblem. Die Literatur hat zwar als Institution ihre Befugnisse weitgehend eingebüßt; die moderne Literatur teilt jedoch mit dem Geschwätz die Besonderheit, ihr Recht ganz aus eigener Kraft generieren zu können.
Autoren wie Blanchot, Beckett, Kafka, Melville und Walser ermächtigen sich so radikal des Geschwätzes, dass ihre Texte auch als theoretische Aussage gedeutet werden müssen.
Zu Theorie und Praxis der ästhetischen Transformation
„Einzige Antwort auf Kunst ist Kunst.“ (Wolfgang Rihm) Ästhetische Transformationen sind in musikpädagogischen Kontexten schon seit langem allgegenwärtig – und trotzdem sind die besonderen Potenziale solch intermedialer Begegnungen im Zusammenspiel der Künste längst noch nicht ausgereizt. Die Autorinnen und Autoren der hier vorliegenden Schrift widmen sich jeweils einem Ausschnitt der ästhetischen Transformation und versuchen, sich in der Verbindung von Theorie und Praxis der besonderen Dimension einer Erkenntnis anzunähern, die sich in den Begegnungen zwischen den jeweiligen Künsten zeigt. Die so beschriebenen unterrichtspraktischen Beispiele möchten zeigen, wie eine Transformation von Musik ins Bild, in Bewegung und in Sprache im Musikunterricht gelingen kann. Auf diese Weise wird den Schülerinnen und Schülern nicht nur eine erweiterte Perspektive auf Musik eröffnet. Durch die ästhetischen Transformationen entstehen gleichzeitig Räume zur Erprobung künstlerischen Denkens und Gestaltens.
Impulse für eine Didaktik der Bildlatenz
Bilder spielen in allen Schulfächern immer schon eine zentrale Rolle. Die intellektuellen Energien, die in den Bildungs- und Erziehungswissenschaften aufgewendet werden, um Fragen des Einsatzes von Bildern zu beantworten, wirken daher beachtlich. Eingeklammert bleiben dabei bisher jedoch Phänomene der Unsichtbarkeit, obwohl sie grundlegend für alles Bildliche sind. Denn sie gehören zu jener Dimension, die wir als „latent“ bezeichnen. Eine Auseinandersetzung mit den Funktionen von Bildern in Lehrkontexten kann deshalb nur erfolgreich sein, wenn die philosophischen Debatten über „Latenz“, die zwischen dem Zeitalter der Aufklärung und dem frühen 21. Jahrhundert stattgefunden haben, Eingang in die bildungswissenschaftliche Theoriebildung finden.