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Konzepte und Debatten in der frühen Bundesrepublik
Author: Julia Freund
Lange Zeit hat die Idee eines musikalischen Fortschritts gleichermaßen fasziniert und polarisiert. Als zentraler Bestandteil der Diskurse um die Neue Musik verlangt sie nach einer differenzierten historischen Betrachtung.
Anhand von reichhaltigem Textmaterial analysiert Julia Freund die zentralen Konzepte und Argumentationslinien und entwirft ein vielfältiges Panorama der Debatten der 1950er Jahre. Ausgangspunkt ist ein close reading der Schriften und Vorlesungen Theodor W. Adornos, dessen Fortschrittsbegriff im Rahmen seines philosophischen Projekts der Aufklärungskritik greifbar wird. In einem zweiten und dritten Schritt nimmt die Autorin die Denkfiguren und Narrative der seriellen Komponisten (darunter K. Stockhausen und P. Boulez) sowie die Gegenentwürfe ihrer Kritiker (wie P. Hindemith oder Fr. Blume) in den Blick.
Zu Theorie und Praxis der ästhetischen Transformation
„Einzige Antwort auf Kunst ist Kunst.“ (Wolfgang Rihm) Ästhetische Transformationen sind in musikpädagogischen Kontexten schon seit langem allgegenwärtig – und trotzdem sind die besonderen Potenziale solch intermedialer Begegnungen im Zusammenspiel der Künste längst noch nicht ausgereizt. Die Autorinnen und Autoren der hier vorliegenden Schrift widmen sich jeweils einem Ausschnitt der ästhetischen Transformation und versuchen, sich in der Verbindung von Theorie und Praxis der besonderen Dimension einer Erkenntnis anzunähern, die sich in den Begegnungen zwischen den jeweiligen Künsten zeigt. Die so beschriebenen unterrichtspraktischen Beispiele möchten zeigen, wie eine Transformation von Musik ins Bild, in Bewegung und in Sprache im Musikunterricht gelingen kann. Auf diese Weise wird den Schülerinnen und Schülern nicht nur eine erweiterte Perspektive auf Musik eröffnet. Durch die ästhetischen Transformationen entstehen gleichzeitig Räume zur Erprobung künstlerischen Denkens und Gestaltens.
Helmholtz' physiologische Grundlegung der Musiktheorie
Author: Julia Kursell
Die Theorie des Hörens von Hermann von Helmholtz kreist um eine offene Frage: Wie geschieht der Übergang von der physikalischen Schwingung zum wahrgenommenen Klang?
Helmholtz sucht die Antwort darauf nicht nur in einer Synthese des verfügbaren Wissens der Mathematik, Physik, Physiologie und Anatomie, sondern auch in der Musikgeschichte, die er als einen hörphysiologischen Langzeitversuch auffasst. Er fügt sie in sein eigenes Experimentalsystem ein, um das Wissen vom Hören aufzudecken, das in der Musik steckt. Julia Kursell zeichnet diese Experimentalisierung der Musik nach, nimmt das Verhältnis von Ohr und Instrument in den Blick und rekonstruiert die Rolle und Funktion der Musik in Helmholtz’ Theorie der Wahrnehmung.
HipHop-Kultur aus der Bronx, Deutschland und Bosnien
HipHop-Kultur ist global: In jeder Sprache wird gerappt, gesampelt wird alles, von Soul Funk Breaks über Klassik bis hin zum folkloristischen Bläsersatz und auf Youtube tanzen B-Boys aus der ganzen Welt vor Wänden voller Graffiti.
Ausgehend von den frühen HipHop-Performances im New York der Siebziger untersucht der Autor die Entstehung der kulturspezifischen Körpertechniken im Kontext der elektronischen Medien und zeigt, wie Unterwanderungen technischer Konventionen die spätere Wanderung dieser Kulturpraxis und ihre lokale Reproduktion initiieren. Aus der Selbstinszenierung einer lokalen Gegenkultur wird im globalen Kontext eine Kultur der Selbstinszenierung, deren Widerstand sich nicht gegen ein kulturell Anderes, sondern gegen eine andere Kultur des Medialen richtet. Die Arbeit erklärt die medialen Dynamiken der Anfänge der HipHop Kultur anhand ihrer selbstreferentiellen Erzählstrategien in Rapmusik, Djing, Breakdance und Graffiti.

Die Beiträge dieses Bandes rekonstruieren das komplexe Verhältnis von Bild und Musik in historischer Perspektive von der frühen Neuzeit bis in die Moderne.
In der alltäglichen Medien- und Werbepraxis werden Bilder von spezifischen Tonsignets unterlegt, um sich dem Kaufinteressenten unauslöschlich einzuschreiben. Weiter kommentieren und vertiefen rhythmisierte Musikausschnitte den Fluss laufender Bilder. Dieses Verhältnis auch im Sinne einer Einheit der verschiedenen Zeichensysteme von Bild und Musik ist, vor allem von den historischen und medialen Voraussetzungen aus betrachtet, nicht fraglos hinzunehmen. Es betont weniger die Übergängigkeit zwischen den Medien im Sinne einer Synästhesie als vielmehr die Differenz, auf Grund derer erst an den Rändern durch einen Überschuss des jeweiligen Sinns von Hören und Sehen mögliche Berührungen zwischen der bildenden Kunst und der Musik entstehen. Dabei ist es die diachrone, dezidiert interdisziplinäre Herangehensweise, die eine umfassende Erschließung des Gegenstands aus kunst- und musikwissenschaftlicher Perspektive ermöglicht.
Analysen und Konstruktionen eines bewegten Musikunterrichts aus der Perspektive Ästhetischer Bildung
Im Zentrum der Ausführungen steht der Zusammenhang von Musik und Bewegung im Kontext gesellschaftlicher Herausforderungen. Im Rekurs auf ein menschlich-gesellschaftlicher Erfahrung zugrundeliegendes und auch als didaktische Kategorie verstandenes Phänomen „Bewegung“ werden dabei Möglichkeitsräume menschlicher Bildung in ihrer Relevanz für inhaltliche, methodische und soziale Dimensionen innerhalb unterrichtlicher Arrangements ausgeleuchtet. Vor dem Hintergrund einer kritischen Analyse schulischer Realität führen historisch-systematische Betrachtungen zu Begründungen für eine bildungstheoretische Verortung von Bewegung im Zusammenhang mit musikalischem Lernen in der Schule. Denn es besteht der Verdacht, dass insbesondere an der weiterführenden (Regel-)Schule die körperlich-sinnlichen Anteile im unterrichtlichen Geschehen zugunsten der kognitiven Aspekte in den Hintergrund treten. Anhand soziologischer Betrachtungen lässt sich aufzeigen, dass die Diskrepanz zwischen Bedürfnissen Heranwachsender und der Schulrealität auch im Zusammenhang mit gesellschaftlichen Strukturen steht und die Entkoppelung der kognitiven Aspekte von sinnlichen, emotionalen und sozialen Bezügen zu Beeinträchtigungen in der Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen führt. Aktuelle Tendenzen einer soziokulturellen Beschleunigung und einer daraus resultierenden Transformation menschlichen In-der-Welt-Seins, die zu einer Entfremdung des modernen Menschen von seinen anthropologischen Bedingtheiten führen, können jedoch durch eine ästhetische (Re-)Konstruktion des Menschen im Sinne griechischer aisthesis überwunden werden. Insbesondere ein Musikunterricht, der den Körper nicht bloß als Bezugsfeld, sondern sogar als Fundament musikpädagogischen Denkens und Handelns betrachtet, vermag als „Labor einer anderen Praxis“ auch einem zunehmenden Analphabetismus im Verständnis unserer Körpersprachen entgegenzuwirken. Das unter Bezug auf verschiedene Referenzkontexte entwickelte Modell einer Integrativen Integration (INTINT) öffnet dabei Orientierungskontexte für einen bewegten Musikunterricht, in dem es weiterhin um einen grundlegenden und umfassenden Anspruch des Musikunterrichts mit allgemein bildendem Charakter, historisch kultureller Verortung und künstlerisch bestimmter musikpraktischer Arbeit gehen soll.
Das Verhältnis von Individuum und Gesellschaft in seinen Texten
Author: Frank Findeiß
Die vorliegende Arbeit beleuchtet den künstlerischen Werdegang Herbert Grönemeyers als Schauspieler, Musiker und Texter unter Berücksichtigung seiner biographischen Wurzeln und des für ihn zentralen Begriffs Heimat. Dabei steht das ihm in seiner Erziehung vermittelte Menschenbild im Vordergrund, das auf einer philanthropischen Grundhaltung fußt und aufgrund von persönlichen Veränderungen in seiner Vita durch kulturpessimistische Gedankengänge mitgeprägt wurde. In einem zentralen Teil des Buches stehen die Texte Grönemeyers im Fokus der Betrachtung, die sich überwiegend mit nahezu existenzphilosophischen Fragen zum Individuum, zur Gesellschaft und zu deren Wechselwirkung auseinandersetzen.
Author: Robert Abels
Kein Komponist vor J. S. Bach hat in den letzten Jahrzehnten eine so konstante und vielfältige Rezeption durch zeitgenössische Komponisten erfahren wie Carlo Gesualdo, der Fürst von Venosa (1566–1613). Die intensive Darstellung von Liebesqualen, Schmerz und Schuld in seinen späten Madrigalen und geistlichen Werken befremdet und fasziniert uns auch heute noch aufgrund des Dissonanzenreichtums und der harmonischen Kühnheiten dieser Musik, auch wenn der »Gesualdo-Mythos«, der all dieses auf die Ermordung seiner ersten Ehefrau zurückgeführt hat, durch eine mehrfache Kontextualisierung des Spätwerks leicht zu entkräften ist. Die Vielfalt möglicher Rezeptionsweisen dieser Musik (Edition, Aufführung, wissenschaftlicher Text etc.) wird am Beispiel Wilhelm Weismanns, Paul Hindemiths und Igor Strawinskys dargestellt, bevor dann am Beispiel Jürg Baurs und Klaus Hubers zwei möglichst gegensätzliche kompositorische Auseinandersetzungen aus intertextueller Perspektive untersucht werden.
Editor: Barbara Alge
Der vorliegende Band präsentiert unterschiedliche Zugänge zum Thema »Kunstmusik – Kolonialismus – Lateinamerika« aus Sicht der Historischen Musikwissenschaft, der Musiktheorie und der Ethnomusikologie. Im Zentrum stehen dabei das Konzept des Kolonialismus und dessen Einfluss auf die Entstehung bestimmter musikalischer Praktiken und auf Diskurse über bestimmte musikalische Praktiken aus Lateinamerika. Zeitlich begrenzen sich die Beiträge nicht ausschließlich auf die Kolonialzeit, sondern beleuchten auch Auswirkungen des Kolonialismus bis ins 21. Jahrhundert. »Kunstmusik« wird als Kategorie hinterfragt. So widmen sich einige Beiträge musikalischen Praktiken, die je nach Aufführungskontext ebenso als »Gebrauchsmusik« (Musik der Jesuiten; liturgische Musik aus Minas Gerais) und »Populäre, Traditionelle oder Vernakuläre Musik« (chacona; lundu; liturgische Musik aus Minas Gerais) verstanden werden können. Kritisch thematisiert wird ferner eine eurozentristische Haltung in der Musikgeschichtsschreibung und in der Darstellung musikalischer Praktiken, die sich unter anderem auf vergangene und heutige Identitätsdiskurse in Lateinamerika ausgewirkt hat (Exotismus; Hybridität). Neben der Untersuchung von Diskursen widmet sich der Band auch dem Umgang mit Musikmanuskripten (Archivierung und Edition), die in lokalen Archiven in Minas Gerais gefunden wurden und auf die Kolonialzeit verweisen. Die DVD im Anhang veranschaulicht eine Auswahl dieser Manuskripte in klingender Form im Kontext eines Konzerts an der Hochschule für Musik und Theater Rostock.
Impulse aus Elementarer und schulischer Musikpädagogik
Die Beiträge dieses Sammelbandes widmen sich aus Sicht der Grundschulmusikpädagogik sowie der Elementaren Musikpädagogik verschiedenen Fragestellungen rund um das Musiklernen in der Grundschule. Dabei werden konzeptionelle, forschungsbasierte und praxisbezogene Perspektiven vorgestellt. Der Band stellt das Ergebnis der Tagung „Musiklernen in der Grundschule – Impulse aus Elementarer und schulischer Musikpädagogik“ (März 2015, Universität Bremen) dar und richtet sich an Lehrkräfte aus Schule und Musikschule sowie Lehrende und Studierende der Elementaren und schulischen Musikpädagogik.