Browse results

You are looking at 1 - 10 of 430 items for :

  • Medieval Philosophy x
  • Just Published x
Clear All
Eine Mediengeschichte der Klassengesellschaft
Author: Stephan Gregory
Klassifikation und Klassenkampf: Class Trouble begibt sich zu den unruhigen Ursprüngen der modernen Klassengesellschaft. Woher kommen die modernen Klassengesellschaften? Es wäre zu einfach, den Kapitalismus oder die Eigenlogik sozialer Systeme dafür verantwortlich zu machen. Wie Class Trouble am Beispiel Englands zeigt, waren es sehr unterschiedliche und heftig umstrittene Diskurse und Praktiken, aus denen im 17. und frühen 18. Jahrhundert die Idee einer in Klassen geteilten Gesellschaft entstand. Der Fokus der Untersuchung liegt auf den Medien und Verfahren, durch die sich das Prinzip der Klassenteilung effektiv durchsetzte. Neben den bevölkerungspolitischen Sortiertechniken der Politischen Arithmetik sind es vor allem die ›Neuen Medien‹ von 1700 (Kaffeehaus, Club, Zeitung, Zeitschrift), die als Agenturen einer klassifikatorischen Neuaufteilung des Sozialen verstanden werden können.
Romantische Metaphorologie des Mediums
Das »Medium«, so Novalis, ist die »Vereinigung« von »Körper« und »Seele« – also eine Metapher. Mit dieser Metapher verlagert sich das Körper-Geist-Problem, das die Anthropologie der 1770er Jahre immer noch nicht gelöst hat, von der Philosophie in die Literatur. So zeigt es sich bei Schiller, der seine zwei medizinischen Dissertationen über das commercium mentis et corporis für den Schauerroman Der Geisterseher wiederverwendet. Topologisch geht das Problem auf die antike Dichotomie von hýlē und eîdos, Stoff und Form, zurück. Schon Aristoteles hat über ihre Aufhebung im periéchon als dem »Allumfassenden« spekuliert. In der Romantik tritt es als »Weltseele« und »Medium« auf. Medien-Szenen bietet die Romantik in vielen Spielarten: E.T.A. Hoffmann klettert im schlesischen Riesengebirge über eine Himmelsleiter halsbrecherisch in die funkelnde Gischt des Zackenfalls hinab. Schiller lässt aquarellierend seinen Freund Körner buchstäblich aus dem eigenen Körper herauslaufen. Heute sind Romantikerinnen und Romantiker auf Baumwipfelpfaden über allen Wipfeln und Gipfeln unterwegs.
Fiktionen als sinnliche Erfahrungen
Author: Jasmin Pfeiffer
In der Gegenwart lässt sich ein Boom von multimedialen Werken beobachten: Escape Rooms, VR- und AR-Anwendungen oder immersive Theateraufführungen bieten multisensorische Erlebnisse und sprechen alle Sinne an. Dieses Buch erarbeitet ein neues Fiktionsmodell, das solche Werke als Fiktionen beschreibbar macht und zugleich eine methodische Grundlage für deren Analyse bietet. Fiktionen werden darin als synästhetische Erfahrungen konzipiert, die sowohl mentale Vorstellungen als auch sinnliche Interaktionen umfassen können. Dabei werden nicht nur imaginierte Inhalte, sondern auch materiale Objekte als mögliche Bestandteile von Fiktionen in den Blick genommen. In komparatistisch angelegten Analysen, die den Schwerpunkt auf Beispiele aus dem 19. Jahrhundert und der Gegenwart legen, werden konkrete Anwendungsmöglichkeiten für das Fiktionsmodell vorgestellt und dessen Mehrwert demonstriert.
Das Problem der sinnlichen Negativität für Adornos Kunstkonzeption
Author: Wonho Lee
Für Adornos Ästhetik ist der Begriff der ästhetischen Wahrheit zentral. Durch ihn versucht Adorno die beiden repräsentativen modernen Ästhetiken, die Kants und die Hegels, dialektisch zu vermitteln. Kunstwerke sind nach Adorno einerseits (und darin mit Hegel übereinstimmend) Medium der Wahrheit, zugleich jedoch (und darin Kant folgend) nicht zu begreifen, sondern nur ästhetisch zu erfahren. Wonho Lee geht in ihrer detaillierten Studie dieser Doppelkonzeption nach und prüft auf diese Weise, ob Adornos Kunstkonzeption in ihrem systematischen Kern aufgeht. Obgleich das Ergebnis negativ ausfällt, schließt sich die Autorin Adornos Leitgedanken, ästhetische Erfahrung als Kritik zu begreifen, an und schlägt eine modifizierte Konzeption vor.
Zitat und skeptische Poetik bei Michel de Montaigne und Pierre Bayle
Author: Simon Godart
Wie verhält sich das Verwenden von Worten anderer im Modus des Zitats zum Denken und zur Form eines skeptischen Diskurses in der französischen Spätrenaissance und Frühaufklärung?
Montaignes emprunts der humanistischen Gelehrsamkeit sind zentraler Bestandteil der Poetik seiner Essais; seine charakteristische peinture de passage orchestriert einen Wechsel der Stimmen innerhalb seines großen humanistischen Selbstportraits. Zitieren – avant la lettre, da Montaigne noch nicht über den Begriff und die Konvention verfügt – wird zum formalen Mittel eines skeptischen Schreibens, das die Dinge in der Schwebe halten will. Bayle greift diese Technik in seiner „Rüstkammer der Aufklärung“ auf, um sie mit den Mitteln der bibliographischen Akribie neu zu gestalten; nunmehr auf den Begriff gebracht, wird Zitieren zum kritischen modus operandi einer skeptischen Erschütterung des historischen Bestands der philosophischen Tradition.
Zum Zusammenhang von Hölderlins theoretischen Fragmenten „Das untergehende Vaterland …“ und „Wenn der Dichter einmal des Geistes mächtig ist …“. Mit einem Nachwort versehene überarbeitete Neuauflage der Ausgabe von 1985
Author: Johann Kreuzer
Die Untersuchung bietet einen Kommentar der beiden Texte, in denen Hölderlin sich das Konzept ‚freier Kunstnachahmung‘ erarbeitet hat, auf dem sein Dichtungsverständnis wie sein poetisches Werk ab 1800 beruhen.
Die theoretischen Fragmente "Das untergehende Vaterland …" und "Wenn der Dichter einmal des Geistes mächtig ist …" sind für Hölderlins Verständnis poetischer Arbeit entscheidend. In "Das untergehende Vaterland …" werden der Anspruch wie die Bedeutung der Sprache der Dichtung geschichtsphilosophisch begründet und erläutert. An diese Grundlegung schließt die in "Wenn der Dichter …" formulierte ‚Verfahrungsweise des poëtischen Geistes‘ an. Was Dichtung begründet und zugleich fordert, erklärt Hölderlin als den Anspruch, ‚eine Erinnerung zu haben‘. Dies wird in der Untersuchung en detail nachvollzogen. Mit einem ausführlichen Nachwort versehen liegt ein Standardwerk der Forschung in Neuauflage vor.
Kurt Schwitters' MERZ
Author: Corinna Scheler
Die Studie erfasst das Kunstprogramm MERZ des Avantgarde-Künstlers Kurt Schwitters (1887–1948) als autonomieästhetischen Entwurf und stellt es damit in eine Diskurstradition, die um 1800 ihren Anfang genommen hat. Im ersten Schritt werden aus den grundlegenden Konzeptionen ästhetischer Autonomie (Karl Philipp Moritz, Immanuel Kant, Friedrich Schiller, Friedrich Schlegel und Novalis) Kernmerkmale des ästhetisch Autonomen abgeleitet. Die Untersuchung betrachtet MERZ daraufhin vor der Folie dieser Merkmale und zeigt, dass Schwitters zentrale Impulse des autonomieästhetischen Diskurses einerseits fortschreibt und andererseits einlöst. Verschiedenste Texte/Artefakte des ›Allround‹-Künstlers rücken dabei in den Blick. Im Ergebnis steht die Erkenntnis, dass das Verhältnis von ›ästhetischer Autonomie‹ und ›historischer Avantgarde‹ – von Schwitters ausgehend – als genealogisch zu denken ist.
Hospitalität im Werk Franz Kafkas
In Niemand zu Gast? Hospitalität im Werk Franz Kafkas wird eine in Kafkas Literatur vorzufindende kommunikationstheoretische Umdeutung der Erkenntnistheorie Immanuel Kants nachgewiesen. Für diese Umdeutung ist wesentlich, dass Kafka die von Kant in seiner Argumentation gegen eine mögliche Gegenwart von Geistern hervorgehobene Unterscheidung zwischen permeablen und undurchdringlichen materiellen Substanzen verwirft. Kafka ist sich mehr als bewusst darüber, dass das von Kant als Krankheit verachtete Geistersehen für das Verfassen eines Briefes sowie für jegliche Kommunikation mit nicht körperlich anwesenden Kommunikationspartnern notwendig ist. Im Gegensatz zu Kant setzt er sich mit der Existenz von Zeichen und Medien in ihrer Wirkung auf den Menschen auseinander. Er inszeniert sie als Besucher, die seine Protagonisten ansprechen, mit ihnen spazieren gehen, auf den Türschwellen ihrer Hauseingänge stehen oder als erwartete, wenn auch gespenstige Gäste in ihre Zimmer eintreten.
Poetik der Unruhe. Pessoa - Pascal - Blanchot
Author: Hanna Sohns
In Fernando Pessoas modernistischem Hauptwerk in Prosa, seinem Buch der Unruhe wird die »Unruhe« zum wichtigsten Zug dieses fragmentarischen Schreibens. Das Unternehmen der Fragmente lässt sich darin zusammenfassen, dass sie die Unruhe als Inbegriff des Literarischen lesbar machen.
Die vorliegende Studie nimmt die Passivität und Unruhe für das Schreiben Pessoas in den Blick, das sich hierin in ein komplexes Verhältnis zur literarischen und philosophischen Tradition (Augustinus, Montaigne und besonders Pascal) setzt und zugleich auf poststrukturalistische Theorien des Schreibens (Barthes, Blanchot) weist. Mit der Befragung einer »Poetik der Unruhe« geht die Studie der Frage nach, inwiefern sich die moderne Literatur als etwas fassen ließe, das gerade auch als Kritik der Philosophie ein Denken vollzieht, das allein an diesem Ort des Schreibens, nämlich nur in seinem poetischen Vollzug der Passivität erfolgen kann: Die Studie behauptet für dieses Schreiben eine hierfür eingebrachte »Pathopoiesis«, eine poetische Hervorbringung also von páthos als Bedingung wie Erfahrung literarischen Schreibens.

Eine Fallgeschichte der deutschen Literatur
Author: Ulrich Breuer
Unversehens stolpern wir und sind ungeschickt. Das kann passieren. Doch wie gehen wir damit um? Davon handelt die Fallgeschichte der deutschen Literatur. In ihrem Zentrum steht die Figur des ungeschickten Deutschen. Sie kombiniert Aufrichtigkeit und Kreativität mit linkischem Verhalten. Das verstieß in der Frühen Neuzeit gegen die Regeln der höfischen Gesellschaft, wurde in der Aufklärung aber zum Zeichen poetischer Kraft und gehört seit der Romantik zum Konstrukt des deutschen Nationalcharakters. Von den Anfängen im 16. Jahrhundert über die Heroisierung des Ungeschicks zum Missgeschick bis zu seinem Verblassen in einer globalisierten Welt erzählt davon erstmals diese alternative Geschichte der deutschen Literatur.